Brandenburg und Berlin verleihen „Band für Mut und Verständigung“
Sie engagieren sich in herausragender Weise für eine offene, demokratische Gesellschaft und gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung: Fünf Einzelpersonen und zwei Initiativen aus Brandenburg und Berlin sind in der Staatskanzlei in Potsdam mit dem „Band für Mut und Verständigung“ geehrt worden, der gemeinsamen Auszeichnung beider Länder für ein Engagement gegen Gewalt und Rassismus. René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, übergab in Vertretung von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die Auszeichnungen am heutigen Freitag gemeinsam mit Berlins Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt, Max Landero, im Beisein der Integrationsbeauftragten Brandenburgs und Berlins, Diana Gonzalez Olivo und Katarina Niewiedzial. Das „Band für Mut und Verständigung“ wurde bereits zum 33. Mal verliehen. Insgesamt wurden 156 Vorschläge eingereicht, so viele wie nie zuvor.
Band für Mut und Verständigung: Ausgrenzungen nicht hinnehmen
René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Angesichts eines erstarkenden Rechtsextremismus sind Zivilcourage und ein entschlossenes Auftreten gegen Rassismus besonders wichtig. Das erfordert Einsatz und oftmals auch großen persönlichen Mut. Menschen, die diesen Mut und dieses Engagement aufbringen, ehren wir heute mit dem ,Band für Mut und Verständigung‘. Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger sorgen mit ihrem Einsatz für ein friedliches, bereicherndes, interkulturelles Miteinander in unserer Gesellschaft. Als Landesregierung ermutigen und würdigen wir dieses Engagement gemeinsam mit Berlin inzwischen seit 33 Jahren. Damit setzen wir ein starkes und deutliches Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz!“
Max Landero, Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt: „Es betrifft uns alle, wenn Menschen mit Kippah, Kopftuch oder schwarzer Hautfarbe Angst haben, wenn queeres Leben bedroht wird und wenn Menschen mit einer Behinderung ausgegrenzt werden. Das werden wir nicht hinnehmen. Und darum ist es gerade jetzt so wichtig, dass es engagierte Menschen gibt, die aktiv sind und unsere Demokratie verteidigen. Die heute Ausgezeichneten zeigen: Demokratie lebt davon, dass wir Verantwortung füreinander übernehmen. Schon 1991 hat sich das Bündnis für Mut und Verständigung gegründet. Wir brauchen dieses Bündnis heute dringender denn je!“
Die Preisträgerinnen und Preisträger im Einzelnen
Hauptpreis Brandenburg
Mahmood Alizadeh verbindet Menschen auf dem Sportplatz und schafft Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Er erhält die Auszeichnung in Anerkennung seines herausragenden Einsatzes für Integration durch Sport im ländlichen Raum, seines engagierten Wirkens in der Arbeit mit Kindern, Geflüchteten und Menschen mit Behinderung sowie seines verbindenden Beitrags zur Teilhabe im Vereins- und Gemeinschaftssport.
Hauptpreis Berlin
Ceren Türkmen ordnet gesellschaftliche Ungleichheiten analytisch ein und macht Machtverhältnisse in öffentlichen Debatten verständlich. Das „Band für Mut und Verständigung“ erhält sie In Anerkennung ihres langjährigen, klaren und beharrlichen Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung sowie ihres verbindenden Wirkens zwischen Wissenschaft, Politik und migrantischer Selbstorganisation.
Sonderpreis Brandenburg
Fereshta Hussain bringt politische Themen, Menschen und Perspektiven in Bewegung und gibt migrantischen Stimmen öffentliche Präsenz. Geehrt wird sie in Anerkennung ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements als politische Stimme migrantischer Perspektiven, ihrer prägenden Arbeit im Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam sowie ihres öffentlichen Einsatzes für Menschenrechte, Gleichberechtigung und demokratische Teilhabe.
Sonderpreis Brandenburg
Women in Exile e.V. durchbricht die Isolation in Unterkünften und engagiert sich für die Ermächtigung von Frauen, die Diskriminierung erfahren haben. Die von geflüchteten Frauen gegründete Initiative macht damit Menschen in ihren Lebenslagen politisch sichtbar und setzt sich aktiv gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung ein. Der Verein wird in Anerkennung seines langjährigen Engagements sowie des konsequenten Einsatzes für Selbstvertretung und Rechte, insbesondere von BPoC (Black and People of Color)-Menschen, ausgezeichnet.
Sonderpreis Berlin
Zahra Gholamhosseini baut Räume auf, in denen die Hazara-Community in Berlin Selbstorganisation entwickelt und sichtbar wird. Der Preis wird ihr in Anerkennung ihres beharrlichen ehrenamtlichen Engagements für migrantische Selbstvertretung, ihres konsequenten Einsatzes gegen Diskriminierung sowie ihres Wirkens für selbstorganisierte Teilhabe und gestärkte Community-Strukturen verliehen.
Sonderpreis Berlin
Die Initiative Kwitne Queer ermöglicht es queeren ukrainischen Geflüchteten, ihre Identität sichtbar und selbstbestimmt zu leben. Sie erhält das „Band für Mut und Verständigung“ in Anerkennung ihres mutigen ehrenamtlichen Engagements für Schutz, Empowerment und Selbstbestimmung von Menschen in Situationen von Flucht und Ankommen, ihres konsequenten Einsatzes für Sichtbarkeit und gegen Ausgrenzung.
Sonderpreis Berlin
Franz-Josef Esser hält den öffentlichen Dialog auf dem Marktplatz lebendig – im direkten Gespräch und auch bei kontroversen Positionen. Er wird in Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Einsatzes für demokratische Kultur im öffentlichen Raum, seines prägenden Wirkens durch die Mahnwache für Toleranz sowie seines maßgeblichen Beitrags zum Aufbau eines breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerks in Spandau geehrt.
Hintergrund
Das „Band für Mut und Verständigung“ wird seit 1993 vom berlin-brandenburgischen „Bündnis für Mut und Verständigung“ verliehen. Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen neben dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin sowie den Integrationsbeauftragten bei der Länder folgende Verbände und Institutionen: AWO Berlin, Caritas im Erzbistum Berlin, DRK Berlin und Brandenburg, DGB Berlin-Brandenburg, DWBO, EKBO, Erzbistum Berlin, HVD (Humanistischer Verband) Berlin-Brandenburg, Jüdische Gemeinde zu Berlin, LJR (Landesjugendring) Berlin und Brandenburg, LSB (Landessportbund) Berlin und Brandenburg sowie Paritäter Berlin und Brandenburg.





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