Staatssekretär würdigt Gemeindedolmetschdienst Brandenburg
Sie helfen Zugewanderten unter anderem bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Terminen in Schulen und Kitas: Der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg vermittelt bei Bedarf ehrenamtliche Sprachmittelnde im Land Brandenburg. Am heutigen Donnerstag feiert das Projekt in Trägerschaft des Vereins Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. (ISA e.V.), das seit seiner Gründung vom Sozialministerium gefördert wird, sein zehnjähriges Bestehen. Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner würdigte den Gemeindedolmetschdienst bei der Jubiläumsveranstaltung in Potsdam als wichtigen Beitrag zur Integration und zum Zusammenhalt im Land Brandenburg.
Zehn Jahre gute Verständigung
Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner: „Sprache dient der Verständigung. Wer versteht und verstanden wird, integriert sich leichter. Insofern ist der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg gleich in doppelter Hinsicht ein gelungenes Integrationsprojekt: Zum einen hilft es Neuankömmlingen in Brandenburg, sich zurechtzufinden und einzuleben, zum anderen profitieren auch die Sprachmittelnden selbst, haben sie doch meist selbst eine Einwanderungs-, Flucht- oder Migrationsgeschichte. Oft entwickeln sich daraus auch weiterführende berufliche Chancen. Das fördert Integration auf allen Ebenen und stärkt auf diese Weise den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Dafür möchte ich bei den ehrenamtlichen Sprachmittelnden herzlich bedanken!“
Durch den Gemeindedolmetschdienst Brandenburg werden Sprach- und Kulturmittelnde in Brandenburg für öffentliche und private Einrichtungen des Gesundheits-, Bildungs- sowie Sozialwesens für das persönliche Dolmetschen vor Ort vermittelt. Innerhalb des Projekts werden die Sprachmittelnden vor ihrem Einsatz in einem zertifizierten Kurs entsprechend qualifiziert. Aktuell befinden sich 85 ehrenamtliche Sprachmittelnde im Vermittlungspool, ihr Einsatz wird durch eine Vermittlungszentrale koordiniert.
Hilfe im Bereich Gesundheit, Bildung und Behörden
Im vergangenen Jahr wurde der Gemeindedolmetschdienst rund 1.500-mal angefragt, am häufigsten aus dem Gesundheitsbereich (42,2 Prozent), gefolgt vom Bildungssektor mit 24,9 Prozent und von Behörden mit 14,7 Prozent. Die meisten Anfragen im Jahr 2025 stammten mit 44 Prozent aus Potsdam. Auf den Plätzen zwei und drei standen Cottbus (26,4 Prozent) und der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 13,1 Prozent. Die am häufigsten angefragten Sprachen waren Arabisch, Russisch und Dari/Farsi.
Bei 14 ehrenamtlichen Sprachmittelnden mündete ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr in eine Arbeit, Ausbildung oder ein Studium, zum Beispiel als Hebamme, Behördensachbearbeiterin, Musiklehrkraft oder selbstständige Dolmetscherin. In diesem Jahr konnten bereits sieben Personen neue Tätigkeiten aufnehmen, darunter ein Medizinstudium, eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten oder eine Tätigkeit als Lokführerin.
Hintergrund
Die Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. wurde 2004 von einer kleinen Gruppe zugewanderter Brandenburgerinnen und Brandenburger in Potsdam gegründet. Der Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins liegt auf der Sozialen Arbeit in den Bereichen Migration und Integration.

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