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Symbolbild Zwischenbilanz (Foto: Pexels/pixabay.com)
Handwerkskammer

Mehr als guter Anfang bei Ausbildung von Geflüchteten

Im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins im Zentrum für Gewerbeförderung (ZfG) in Götz berichteten die Handwerkskammer Potsdam und die Agentur für Arbeit Potsdam heute über den Zwischenstand bei Qualifizierung und Arbeit von Flüchtlingen und Zugewanderten im Potsdamer Handwerk.

Das Handwerk hat sehr früh die Chance erkannt, aus Geflüchteten und Zugewanderten Fachkräfte zu entwickeln und bereits 2015 die ersten Maßnahmen abgesteckt, um Flüchtlinge zu qualifizieren und sie als dringend benötigte Mitarbeiter für die Betriebe zu gewinnen. Die Verantwortlichen der Handwerkskammer Potsdam und der Arbeitsagentur Potsdam haben dabei von Anfang an eng zusammengearbeitet.

Wie hoch der Bedarf an Fachkräften ist, zeigte auch eine Blitzumfrage unter 6.000 Handwerksbetrieben des Kammerbezirks: Mehr als die Hälfte der Betriebe, die an der Befragung teilgenommen haben, wünschen sich ausführliche Informationen zur Eingliederung von Flüchtlingen in den Betrieb.

Qualifizierungsmaßnahmen erhöhen Vermittlungschancen

Das Zwischenfazit der Handwerkskammer Potsdam kann sich sehen lassen: Seit April 2016 wurden mehr als 140 Flüchtlinge im Rahmen des Projekts „Passgenaue Besetzung Willkommenslotse“ zu Einstiegsqualifizierungen, Praktika, Ausbildung, Arbeit oder Qualifizierung beraten. Darüber hinaus haben über 70 Betriebe die Beratungsleistungen der Handwerkskammer Potsdam zu diesem Thema wahrgenommen und bilden inzwischen einen Betriebspool vor allem in den Bereichen Elektro, Metallbau, Bau, Gebäudereinigung, Friseur oder der Holzbearbeitung.

Besonders erfolgreich verliefen die gemeinsamen Qualifizierungsmaßnahmen mit der Arbeitsagentur Potsdam: Mehr als 90 Flüchtlinge wurden im ZfG qualifiziert. Fast 50 Prozent der Teilnehmer konnten in Anschlussmaßnahmen, Ausbildung, Praktikum oder Arbeit vermittelt werden.

 

Weitere Informationen:
Ausführliche Informationen zum Zwischenfazit der Handwerkskammer

Symbolbild Handwerk (Foto: ShortSword / pixabay.com)
Pressetermin

Handwerkskammer Potsdam – Fazit und Ausblick zu Maßnahmen für Flüchtlinge

Das Handwerk in Brandenburg hat sehr früh die Chance erkannt, dass aus Geflüchteten Fachkräfte werden können und sich aufgemacht, dringend benötigte Mitarbeiter für ihre Betriebe zu rekrutieren. Die Verantwortlichen des Handwerkskammerbezirks Potsdam und die Arbeitsagentur Potsdam haben sie dabei von Anfang an unterstützt.

Fazit ziehen, Ausblick geben

Am 19. Januar 2017 soll nun ein Fazit gezogen werden, aber auch ein Überblick zu den Ergebnissen der Integration von Flüchtlingen und Zugewanderten in Ausbildung, Einstiegsqualifizierung, Praktika und Arbeit im westbrandenburgischen Handwerk gegeben werden und der Blick in die Zukunft gerichtet werden.

Der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst, sowie Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig gemeinsam mit Dr. Ramona Schröder, Leiterin der Arbeitsagentur Potsdam, laden zu diesem presseöffentlichen Termin herzlich ein.

Unternehmer und Flüchtlinge aus dem Kammerbezirk berichten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse des letzten Jahres. Zudem werden die Ergebnisse einer Umfrage unter 6.000 Handwerksbetrieben zum Thema vorgestellt.

Um Anmeldung zum Pressegespräch wird bis zum 16. Januar 2017 gebeten, spezielle Interview-, Foto- oder Filmwünsche richten Sie bitte an presse@hwkpotsdam.de. Ein Übersetzer ist anwesend.

Termin/Pressegespräch
19. Januar 2017, 10:00 Uhr

Ort
Zentrum für Gewerbeförderung in Götz
Am Mühlenberg 15, 14550 Groß Kreutz OT Götz
Raum E 28

Über die Handwerkskammer Potsdam

Die Handwerkskammer (HWK) Potsdam ist eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltungseinrichtung für die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Teltow-Fläming und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel. Sie ist die Interessenvertretung von rund 17.400 Mitgliedsbetrieben (Stand 2016) und ihren mehr als 70.000 Beschäftigten.

Die HWK Potsdam setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche ein, bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks und bietet ihren Mitgliedsbetrieben zahlreiche Unterstützungen bei wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen.

Zu den Mitgliedsunternehmen gehören Handwerksbetriebe aller Branchen; vor allem aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, Elektro und Metall, Holz, Bekleidung und Textil, Gesundheit, Reinigung sowie Nahrungsmittel.

Die HWK Potsdam bietet in ihrem Zentrum für Gewerbeförderung in Götz umfangreiche Angebote für die Weiterbildung im westbrandenburgischen Handwerk und führt in den dortigen Lehrwerkstätten auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung durch. Sie ist zuständig für Gesellen-, Meister- und Fortbildungsprüfungen im Handwerk.

Außerdem zählt die HWK Potsdam zu den Erstunterzeichnern des “Bündnis für Brandenburg”.

 

Weitere Informationen:
www.hwk-potsdam.de

Azubi des Monats (Foto: © Roland Schulze Baudenkmalpflege GmbH)
Handwerkskammer

Sebastián Rodríguez ist Azubi des Monats Dezember

Am 5. Dezember wurde er in seinem Ausbildungsbetrieb, der Roland Schulze Baudenkmalpflege GmbH in Potsdam, durch Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, ausgezeichnet. Sebastián Rodríguez macht eine Ausbildung zum Maurer, ist jetzt im dritten Lehrjahr und wird Anfang 2017 seinen Abschluss machen – ein halbes Jahr früher als geplant. “Das gehört bei uns mit dazu”, sagt sein Chef Roland Schulze mit einem Augenzwinkern. Schulze ist voll des Lobes für seinen Azubi des Monats: “Seine Leistungen sind top, er hat sich richtig gut in unsere Truppe integriert und hier seine neue Wahlheimat gefunden.”

Initiative zahlt sich aus

Der 33-jährige Sebastián Rodríguez stammt aus Argentinien. Er ging nach Spanien, um Biochemie zu studieren. Der Liebe wegen zog es ihn nach Deutschland. Er war zunächst in Marburg, dann in Greifswald, wo er vier Semester Biochemie studierte. “Ich habe zwei Jahre im Labor Zellen gezählt”, sagt der Argentinier. Doch damit konnte er sich auf Dauer nicht anfreunden. Sein Herz habe eher für Baustellen geschlagen, erzählt Rodríguez. Als Student hatte er auch mal auf dem Bau gejobbt. Als er im Sommer 2014 nach Potsdam zog, bewarb er sich als Maurerlehrling bei der Roland Schulze Baudenkmalpflege. “Ich weiß es noch ganz genau: An einem Sonntag im August hatte ich eine E-Mail mit meiner Bewerbung geschickt.” Und schon am Montag rief der Chef bei ihm an. Nach einer Probewoche waren sich die beiden einig. “Es hat mir imponiert, wie konsequent sich Sebastian auf die Suche nach einer Lehrstelle gemacht hat”, berichtet Roland Schulze.

“Es läuft alles gut”, freut sich Sebastián Rodríguez. Die Arbeit macht ihm Spaß und nach dem Abschluss seiner Lehre möchte er erst mal ein bisschen das Leben mit seiner Freundin in Potsdam genießen – denn dann hat er das erste Mal richtig Geld in der Tasche. Und wenn es geht, möchte er gern einmal im Jahr zu seiner Familie nach Argentinien fahren. Seit 12 Jahren ist Sebastián Rodríguez schon in Europa. Hier in Potsdam hat er seine zweite Heimat gefunden und seine Familie ist auch nicht traurig, dass er so weit weg lebt: “Sie wissen, dass es mir hier gut geht”, erzählt er in einwandfreiem Deutsch.

Azubi des Monats wird seit 2014 ausgezeichnet

Die Handwerkskammer Potsdam gehört zu den Erstunterzeichnern des “Bündnis für Brandenburg” und zeichnet seit Juli 2014 den “Azubi des Monats” aus. Vorgeschlagen werden die Auszubildenden von ihren Lehrbetrieben, denn sie können am besten einschätzen, wer die Auszeichnung verdient.

Dank an Handwerkskammer und Handwerksfirmen (Foto: brandenburg.de)
Handwerksberufe kennenlernen

Woidke dankt Handwerksfirmen für Integration von Flüchtlingen

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat dem neuen Präsidenten der Potsdamer Handwerkskammer (HWK), Robert Wüst, für die Anstrengungen der Handwerkskammern und Handwerksfirmen bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gedankt.

Erst schnuppern, dann Praktikum

Die HWK Potsdam führt zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit in Götz das Projekt „Berufliche Perspektiven für Flüchtlinge im Handwerk“ durch. Es ermöglicht Geflüchteten, Handwerksberufe kennenzulernen. Sie durchlaufen in sechs Wochen mehrere Stationen, um verschiedene Berufe auszuprobieren. Im Anschluss wird versucht, sie in Praktika zu vermitteln. Bisher haben 60 Flüchtlinge die Chance ergriffen, von denen 20 in Handwerkfirmen weitervermittelt werden konnten.

Mangelnde Sprachkenntnisse oft noch Hindernis

Auch in Cottbus laufen aktuell zwei Flüchtlingsprojekte mit rund 30 Teilnehmern in den Bildungsstätten. Sie kommen aus Syrien, Iran, Somalia, Eritrea, Afghanistan und Pakistan; allerdings erweist sich die Sprachbarriere oftmals als sehr hoch.

Fachkräftesicherung (Foto: skeeze/pixabay.com)
Arbeitsstellen passgenau besetzen

Projekt „Willkommenslotse“

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Handwerk stehen bei der Versorgung mit Fachkräften vor besonderen Herausforderungen. Im Wettbewerb um Personal lohnt es sich, neue Wege zu gehen.

Fachkräftemangel kompensieren

Immer mehr Unternehmen haben dabei auch die Potenziale von geflüchteten Menschen im Blick. Sie bringen oft Arbeitserfahrungen, Mehrsprachigkeit und Flexibilität mit. Mit Eigeninitiative und viel Motivation möchten sie fehlende Sprachkenntnisse und Zeugnisse kompensieren. Unternehmer sollten viele Punkte beachten, wenn sie Flüchtlinge ausbilden oder beschäftigen möchten.

Der kostenfreie Service des Willkommenslotsen richtet sich an Betriebe und handwerksinteressierte Flüchtlinge, die sich auf sonst üblichen Wegen nicht begegnen würden. Ziel ist die passgenaue Besetzung von Ausbildungsstellen und Arbeitsplätzen.

Fachkräftesicherung durch Geflüchtete

Ziel des Projekts ist es weiterhin, kleine und mittlere Unternehmen für die Möglichkeit der Fachkräftesicherung aus dem Kreis der Flüchtlinge zu sensibilisieren und in allen praktischen Fragen der betrieblichen Integration von Flüchtlingen durch Hospitation, Praktika, Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder Arbeit zu beraten, sowie die KMU dabei zu unterstützen, einen schnelleren Zugang zu Flüchtlingen als besonderer Fachkräftegruppe zu erhalten.

Leistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU):

  • Beratung und Bereitstellen von Informationen zur Möglichkeit der Fachkräftesicherung durch Flüchtlinge und Asylbewerber/innen mit Bleibeperspektive
  • Beratung der KMU zu den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Integration der Flüchtlinge und Asylbewerber/innen in den Ausbildungsmarkt
  • Unterstützung der KMU im Bewerbungs- und Einstellungsverfahren von Flüchtlingen und Asylbewerber/innen
  • Unterstützung der KMU beim Aufbau einer unternehmensbezogenen Willkommenskultur
  • Vermittelnde Beratung bei Problemen und Konflikten hinsichtlich der betrieblichen Integration der Flüchtlinge und Asylbewerber/innen
  • Ermittlung von Qualifizierungsbedarfen und Qualifizierungsmöglichkeiten der Flüchtlinge und Asylbewerber/innen

 

Weitere Informationen:
www.hwk-ff.de

Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“
Feierliche Vertragsunterzeichnung

Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“ gestartet

Brandenburg hat am Montag Weichen für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit gestellt. Die Landesregierung und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit starteten mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern, den Industrie- und Handels- sowie den Handwerkskammern und dem Landkreistag die Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“. Damit verpflichten sie sich, Geflüchtete bei der Integration in den Brandenburger Arbeitsmarkt intensiv und aufeinander abgestimmt zu unterstützen.

Die feierliche Vertragsunterzeichnung fand im Potsdamer „Oberstufenzentrum I – Technik“ statt. Hier erhalten 75 jugendliche Flüchtlinge eine berufliche Grundbildung. Der Bildungsgang zum Erwerb der beruflichen Grundbildung wird mit ersten praktischen Erfahrungen durch Werkstatttage und Praktika kombiniert. Die Oberstufenzentren arbeiten dabei eng mit den Kammern zusammen und benötigen Partner in der Wirtschaft, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.

Agieren mehrere Partner ist entscheidend für erfolgreiche Integration

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte zum Start: „Das Beispiel des Bildungsgangs berufliche Grundbildung an den OSZ zeigt, dass für eine erfolgreiche Integration in Ausbildung und Arbeit das gemeinsame Agieren mehrerer Partner entscheidend ist. Deshalb haben wir heute mit allen Beteiligten die Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen“ unterzeichnet. Integration kann langfristig nur gelingen, wenn Geflüchtete auch eine Chance auf Gute Arbeit erhalten. Die Initiative wird dazu eine Reihe von Maßnahmen erarbeiten. Das ist genau die Art des Zusammenwirkens, die wir mit dem Bündnis für Brandenburg auf den Weg bringen wollten.“

Die 7-seitige Erklärung zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit „Gemeinsam Perspektiven eröffnen“ unterzeichneten für die Landesregierung neben Ministerpräsident Woidke Arbeitsministerin Diana Golze und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber sowie Shirin Khabiri-Bohr, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, Alexander Schirp, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmerverbände in Berlin und Brandenburg, Beate Fernengel, Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg, Robert Wüst, Präsident Handwerkskammertag Land Brandenburg, und Landrat Wolfgang Blasig, Vorsitzender des Landkreistages.

Arbeit finden, Leben gestalten

Arbeitsministerin Diana Golze erklärte: „Ausbildung und Arbeit bieten den Menschen, die zu uns kommen, Perspektiven für eine Zukunft in Brandenburg. Zugleich ist Zuwanderung eine große Chance, gerade für den Brandenburger Arbeitsmarkt. Unser Ziel ist es, dass Asylsuchende so schnell wie möglich Arbeit finden und für ihr Leben selbst sorgen können. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge wird in den kommenden Monaten deutlich steigen, wenn die vorliegenden Anträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgearbeitet werden. Der Start der gemeinsamen Initiative für eine bessere Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Alle Partnerinnen und Partner der Brandenburger Arbeitspolitik ziehen an einem Strang. Mit den vereinbarten Handlungsansätzen werden wir die Fördermöglichkeiten für Geflüchtete deutlich verbessern. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist ein langwieriger Prozess, der maßgeblich von den Sprachkenntnissen abhängt. Deswegen hat Brandenburg das erfolgreiche Landesprogramm ‚Deutsch für Flüchtlinge‘ bis Ende 2017 verlängert. Das Land ergänzt damit das Integrationskursangebot des Bundes für die Flüchtlinge, die zu den dortigen Kursen noch keinen Zugang haben.“

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber: „Viele der Frauen und Männer, die aus anderen Ländern zu uns kommen, haben bereits Berufserfahrung. Andere möchten einen Beruf erlernen. Dieses Potenzial dürfen wir nicht verschenken. Denn unseren Unternehmen fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden. Und die Aufnahme einer geregelten Arbeit hilft den Geflüchteten beim Ankommen in Brandenburg. Mit der Initiative ,Gemeinsam Perspektiven eröffnen!‘ gehen wir einen weiteren Schritt, um ihnen den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Und unseren Unternehmen hilft das bei der Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Vorbehalte in Betrieben abbauen

Shirin Khabiri-Bohr, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Ich freue mich, dass wir in Brandenburg alle an einem Strang ziehen, um Menschen mit Fluchthintergrund bestmöglich zu integrieren. Die Bundesagentur für Arbeit setzt mit ihrer Integrationsarbeit bereits im Asylverfahren an. Wichtige Voraussetzung für Arbeit- und Ausbildungsaufnahme sind insbesondere Sprachkenntnisse, aber auch die Bereitschaft der Unternehmen, Menschen einzustellen, die auf dem Fluchtweg zu uns gekommen sind. Mit dem Abschluss der heutigen Vereinbarung, verpflichten wir uns, dass wir in Brandenburg auch weiterhin Hand in Hand arbeiten.“

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Landesbezirk Berlin-Brandenburg: „Geflüchtete Menschen in Brandenburg müssen möglichst schnell Zugang zu guter Arbeit und Ausbildung bekommen, um in unserer Gesellschaft anzukommen. Jetzt gilt es, Vorbehalte in den Betrieben abzubauen. Die Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen“ halten wir darum für eine gute Idee. In Brandenburg müssen wir jetzt darauf achten, dass geflüchtete Menschen in gute Arbeit kommen und nicht in drittklassigen Jobs ausgebeutet werden. Wir wollen nicht, dass geflüchtete Menschen als Lohndrücker arbeiten. Sprachkurse und gute Beratung, in der Menschen über ihre Rechte bei der Arbeit aufgeklärt werden, sind deshalb sehr wichtig.“

Alexander Schirp, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V.: „Es ist gut, den politischen Schulterschluss in dieser wichtigen Frage zu üben. Noch wichtiger ist es, den an der Integration beteiligten Akteuren praktisch zu helfen. Ein gutes Beispiel dafür ist die betriebliche Begleitagentur, die vom Land Brandenburg gefördert und von UVB unterstützt wird. Die Agentur ist Anlaufstelle für Unternehmen, die sich für die Integration von geflüchteten Menschen in Ausbildung und Arbeit konkret interessieren. Viele Betriebe engagieren sich bereits für die Integration der Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen. Die Brandenburger Wirtschaft will damit auch zeigen, dass sie für Vielfalt und Internationalität eintritt.“

Erst Sprache ermöglicht die Integration

Beate Fernengel, Präsidentin der IHK Potsdam, sagte für die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg: „Die IHKs reden mit den Unternehmen und steigern damit die Bereitschaft, Ausbildungsplätze anzubieten und auch so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu organisieren die IHKs Workshops für Unternehmen zu interkultureller Kompetenz und betrieblicher Integration von Flüchtlingen und unterstützen bei ganz konkreten Anfragen der Betriebe und finden mit den Partnern – Jobcenter, Arbeitsagentur und Ausländerbehörde – passende und zielorientierte Lösungen. Unsere bundesweite IHK-Lehrstellenbörse haben wir erweitert, um Praktika auch für Bewerberinnen und Bewerber mit geringen Deutschkenntnissen anzubieten.“

Robert Wüst, Präsident Handwerkskammertag Land Brandenburg: „Auch für das Handwerk kann die Integration Geflüchteter in die Betriebe eine wichtige Stütze bei der Fachkräftesicherung werden. Daher begrüßt das brandenburgische Handwerk die gemeinsam gestartete Initiative unter dem Dach der Landesregierung. Das Handwerk hat bereits im letzten Jahr ein flexibles Qualifizierungs- und Betreuungssystem für Geflüchtete mit Bleibeperspektive entwickelt und kann mit ersten positiven Beispielen aufwarten. Und auch in den angebotenen Kursen zum Erwerb interkultureller Kompetenzen haben sich Unternehmer und Mitarbeiter seit letztem Jahr vorbereitet, um eine qualifizierte Betreuung in den Betrieben zu gewährleisten. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen ist eine gute Basis gelegt. Natürlich sind die Erwartungen auf allen Seiten hoch. Mit dem vereinbarten Maßnahmenpaket sehen wir gute Chancen, den Prozess weiter zu beschleunigen und die Integration erfolgreich zu gestalten.“

Wolfgang Blasig, Vorsitzender des Landkreistages, erklärte: „Erst Sprache ermöglicht die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, denn gute deut-sche Sprachkenntnisse sind die Grundlage für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Sprache ist in meinen Augen sowohl emotional als auch technisch gesehen eine Kompetenz, die man braucht, um dazuzugehören. Dabei ist es mir wichtig, dass die Geflüchteten Sprache als Bereicherung für sich selbst sehen und nicht als Druckmittel. Ich hoffe sehr, dass unsere gemeinsame Initiative genau das vermitteln kann.“

Die Ziele der Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“

Die gemeinsamen Ziele der Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“ sind:

  1. Grundvoraussetzung für eine Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt ist der rasche Erwerb der deutschen Sprache. Deshalb setzen sich die Kooperationspartner für ein qualitativ und quantitativ ausreichendes Angebot an Sprachförderung ein.
  2. Jugendliche sowie ausbildungsreife Geflüchtete sollen vorrangig in duale Ausbildung vermittelt werden. Dieser Bildungsweg ist den jungen Geflüchteten als echte Berufsperspektive zu vermitteln. Die Kooperationspartner werden sich gemeinsam für ein attraktives Ausbildungsangebot mit anschließenden Beschäftigungsmöglichkeiten einsetzen. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung in Brandenburg geleistet werden.
  3. Zuwanderer werden auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt intensiv begleitet. Vorhandene Qualifikationen und Kompetenzen sind als Voraussetzung eines frühzeitigen Integrationserfolgs rasch zu ermitteln, anzuerkennen und zu nutzen. Fehlende Qualifikationen sind zu erwerben.
Angebote abstimmen

Die Vertragspartner verpflichten sich, ihre Bildungs- und Qualifizierungsangebote für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten untereinander abzustimmen und aufeinander aufzubauen. Zu den konkreten Handlungsfeldern gehören unter anderem:

  • Die Kompetenzerhebung für Geflüchtete mit Bleibeperspektive erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit künftig bereits in einem neu eingerichteten Ankunftszentrum in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt. Dort werden die Geflüchteten über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten bei der Aufnahme von Praktika, Ausbildung und Arbeit informiert.
  • Die Beratungsfachkräfte der Arbeitsagenturen und Jobcenter beziehen junge Geflüchtete frühzeitig in Berufsorientierung und Berufsberatung ein und stellen für diesen Personenkreis besonders ausgerichtete Fördermaßnahmen bereit.
  • Die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter unterstützen Geflüchtete mit Anspruch auf einen Integrationskurs des Bundes dabei, den Kurs schnellstmöglich zu absolvieren.
  • Das Land Brandenburg fördert mit dem Landesprogramm „Deutsch für Flüchtlinge“ zusätzliche Möglichkeiten des Spracherwerbs für Asylsuchende, die noch keinen Zugang zu den Integrationskursen des Bundes haben.
  • Alle berufsschulpflichtigen Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz können nach Klärung ihrer individuellen Voraussetzungen in entsprechende Bildungsgänge der Berufsschule und Berufsfachschule aufgenommen werden.
  • Die Partner der Wirtschaft werben in den Unternehmen für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen zur Berufsorientierung sowie zur Ausbildungs- und Berufsvorbereitung und unterstützen die Arbeitsagenturen und Jobcenter dabei, bei der Akquise von Plätze für die betriebliche Phasen im Rahmen der Förder-Instrumente „Perspektiven für Flüchtlinge“, „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ und „EQ-Welcome“
Hintergrund

Aktuell sind rund 5.000 Personen aus den sogenannten Asylzugangsländern in Brandenburg arbeitslos gemeldet. Dabei bilden Geflüchtete aus Syrien mit einem Anteil von 64 Prozent die größte Gruppe. Etwa die Hälfte der in Brandenburg lebenden Flüchtlinge ist unter 35 Jahre alt.

 

Weitere Informationen:
Gemeinsam Perspektiven eröffnen! (PDF)
Fotos der Unterzeichnung

Zentrum für Gewerbeförderung Götz
Woidke besucht Qualifizierungsprojekt

Berufliche Perspektiven für Geflüchtete im Handwerk

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat das Projekt der Qualifizierung von Geflüchteten am Zentrum für Gewerbeförderung in Götz als wegweisend gewürdigt. „Das Projekt ermöglicht Geflüchteten, Handwerksberufe kennenzulernen. Auf diesem Weg wird der Einstieg in eine Berufsausbildung in Brandenburg vorbereitet“, sagte Woidke bei einem Besuch der Einrichtung heute in dem Havelland-Ort.

Türen öffnen, Perspektiven bieten

Woidke sprach in den Werkstätten mit Flüchtlingen, die durch Qualifikationsmaßnahmen fit für eine Ausbildung gemacht werden. Vorgestellt wurden Flüchtlinge und Betriebe, die mit Hilfe von Handwerkskammer und Arbeitsagentur Potsdam bereits zueinander gefunden haben.

Foto: HWK Potsdam, Ines Weitermann

Foto: HWK Potsdam, Ines Weitermann

Der Ministerpräsident weiter wörtlich: „Hiermit zeigt das Zentrum für Gewerbeförderung sehr deutlich, was es bedeutet, Türen zu öffnen und den geflüchteten Menschen Perspektiven für eine Integration in den Arbeitsmarkt zu eröffnen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gelingenden Eingliederung durch Ausbildung und Arbeit. Die Landesregierung hatte solche Projekte im Auge, als das `Bündnis für Brandenburg` gegründet wurde.“ Die Verantwortung für das Projekt haben die Handwerkskammer und die Arbeitsagentur Potsdam.

Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam: „Mit dem Projekt zur Integration der in Westbrandenburg angekommenen Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt hat das Handwerk Nägel mit Köpfen gemacht. Die gute Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Potsdam und der gemeinsame Wille, mit konkreten Taten anzupacken, waren wesentliche Beweggründe, das Projekt auf die Beine zu stellen. Wir erleben, wie motiviert die bisher 31 teilnehmenden Flüchtlinge die berufliche Perspektive im Handwerk annehmen. Dass dabei inzwischen 14 von ihnen in weiterführenden Qualifizierungsmaßnahmen, in Vorbereitungen auf eine Berufsausbildung oder Praktika in den Handwerksbetrieben ihre Chance bekommen, ist zusätzlicher Lohn und Anerkennung für alle Projektbeteiligten“.

Schnelle Integration als Chance für hohe Motivation

Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam: „Uns begegnen nach wie vor in unserer täglichen Arbeit viele hoch motivierte geflüchtete Menschen, die für ihren Lebensunterhalt sorgen wollen. Die Kompetenzen, die sie mitbringen, müssen schnell anerkannt und so gut wie möglich weiterentwickelt werden. Daher freue ich mich sehr, dass es uns mit der Handwerkskammer Potsdam gelungen ist, für die Region wichtige Impulse in der Kompetenzfeststellung zu setzen. Von vornherein stand für mich fest, dass eine nachhaltige Vermittlung in Ausbildung und Arbeit nur gelingen kann, wenn die Menschen sich in ihrem neuen Arbeitsumfeld verständigen können. Mit unseren Sprachkursen Ende des letzten Jahres konnten wir hier einen wesentlichen Beitrag für all unsere Netzwerkpartner zur schnellen Integration der betroffenen Menschen leisten“, ergänzte die Agenturchefin.