Martin Gorholt und Ahmad Mansour stellen das neue Projekt zur Islamismus-Prävention in der Staatskanzlei vor (Foto: Tolerantes Brandenburg/Finn Drescher)

Neues Projekt zur Islamismus-Prävention startet an Brandenburgs Schulen

Aus Sicht von Brandenburgs Staatskanzleichef Martin Gorholt muss die Auseinandersetzung mit dem Islamismus weiter intensiviert werden. Der Staatssekretär sagte bei der Vorstellung des Präventionsprojektes „Reflect – Freiheit beginnt im Kopf“: „Seit der großen Zuwanderungswelle im Jahr 2015 haben viele Menschen bei uns im Land Schutz gesucht. In der Regel ist die Integration gelungen. Es gibt aber auch einige wenige Menschen, die wir aufgrund anderer Vorstellungen von Religion, Werten oder Demokratie nicht erreicht haben. Hier können zusätzlich Sprachbarrieren oder Ausgrenzungserfahrungen Nährboden für Radikalisierung sein. Dem wollen wir entgegenwirken.“

Probleme offen ansprechen

Träger des vom „Bündnis für Brandenburg“ geförderten Projektes ist die „Mansour Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention“ des Autors und Psychologen Ahmad Mansour. Dabei geht es vor allem um die Vermittlung demokratischer Werte und die Entwicklung neuer Denkanstöße. Gorholt: „Zielgruppe des Projektes sind junge migrierte und geflüchtete Menschen an Schulen oder Oberstufenzentren. Wir wollen sie mitnehmen, sie durch Information und Aufklärung schützen und dafür Sorge tragen, dass Radikalisierung gar nicht erst entsteht. Das kann nur gelingen, wenn Probleme offen angesprochen und Dinge nicht beschönigt werden.“ Gestartet wird das Projekt am Oberstufenzentrum in Cottbus.

Für Demokratie und Menschenrechte begeistern

Ahmad Mansour, Gründer und Geschäftsführer von MIND prevention, sagte: „Wir wollen junge Menschen für Demokratie und Menschenrechte begeistern – und schneller sein als die Radikalen. Das bedeutet, dass wir sie darin ermuntern, ihre Dogmen kritisch zu hinterfragen und eigenverantwortlich Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Mündige Menschen sind resilient gegenüber Radikalismen jedweder Art. Deshalb ist Demokratieförderung auch die beste Strategie gegen religiösen Extremismus. Wir freuen uns sehr auf die Kooperation mit dem Land Brandenburg und sehen es als positives Signal, sich präventiv mit dem Phänomen der Radikalisierung auseinanderzusetzen.“

Michael Seifert, Schulleiter des OSZ Cottbus betonte: „Dieses Projekt bietet die Chance, Konflikte im Klassenzimmer aufgrund unterschiedlicher religiöser und kultureller Prägung anzugehen. Die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften wird erhöht und das gegenseitige Verständnis füreinander gefördert.“

Islamismus-Prävention aufgestockt

Zu weiteren präventiven Maßnahmen gehört auch die Fachstelle Islam im Land Brandenburg der RAA Brandenburg (Demokratie und Integration Brandenburg e.V.). Seit September 2017 berät und informiert sie in allen Regionen Brandenburgs zum Islam. Gefördert wird die Fachstelle vom „Toleranten Brandenburg“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben“. Auch die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/Bündnis für Brandenburg“ befasst sich zusätzlich mit dem Thema Islamismus. Dafür wurde die Koordinierungsstelle personell verstärkt.

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