Vereinte Startup-Kräfte

HelpTo, GoVolunteer und ichhelfe.jetzt initiieren „Helfer-Allianz“ für Deutschland

Bislang haben sie die Flüchtlingshilfe im Alleingang vereinfacht. Jetzt bündeln die drei Startups GoVolunteer, HelpTo und ichhelfe.jetzt ihre Kräfte und rufen die Helfer-Allianz ins Leben. Mit der Initiative sollen digitale Angebote für ehrenamtliches Engagement effizient vernetzt werden. „Ziel der Kooperation ist, ein Angebot zu gestalten, das sich sinnvoll ergänzt und einfach zugänglich ist – um auf diese Weise noch mehr Menschen zur Mitgestaltung der Integration geflüchteter Menschen zu bewegen“, sagt Malte Bedürftig, Gründer von GoVolunteer. Damit folgen die Sozialunternehmer dem Auftrag des Bundesinnenministers Thomas de Maizière, der zu mehr Koordination in der digitalen Flüchtlingshilfe aufrief.

Die Herausforderung: Eine Million Menschen in Deutschland willkommen heißen

2015 erreichte die Zahl der Menschen, die in Deutschland Asyl suchten, die Rekordhöhe von über einer Million. „Ohne das ehrenamtliche Engagement tausender Helfer hätten viele dieser Menschen keine Kleidung für ihre Kinder und auch kein Dach über ihrem Kopf gehabt“, sagt Johannes Bittner, Gründer von ichhelfe.jetzt. „Auf diesem Willen zur Hilfe bauen wir auf. Was jetzt nötig ist, sind Strukturen, die nachhaltige und langfristige Integration ermöglichen.“

Den Weg zu diesem Ziel sehen die drei Startups in Begegnungen auf Augenhöhe zwischen den Menschen, die neu ankommen, und der lokalen Bevölkerung – vor allem in ehrenamtlichen Integrationsprojekten. „Digitale Netzwerke bergen für die Entwicklung von Ehrenamtsstrukturen ein immenses Potenzial“, sagt Daniel Wetzel von HelpTo. „Was zählt sind Informationen. Damit jeder dort helfen kann, wo er gebraucht wird, sind mehr Transparenz und eine einfache Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage notwendig.“

Das Ziel: Kräfte bündeln, um gemeinsam noch mehr Menschen zu helfen

Die Gründung der Helfer-Allianz beschlossen Bedürftig, Bittner und Wetzel auf dem diesjährigen Digitalen Flüchtlingsgipfel, auf dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière die vielen digitalen Hilfsangebote zur Kooperation aufrief. „Das war ein wichtiger Impuls, denn die jetzige Hilfslandschaft ist fragmentiert und unübersichtlich. Viele ähnliche Projekte, die sich gegenseitig unter die Arme greifen könnten, wissen nichts voneinander. So stoßen freiwillige Helfer und Koordinatoren schnell an ihre Grenzen“, sagt Bedürftig. „Um Ressourcen wie Zeit und Kraft schonender einsetzen zu können, lautet das Gebot der Stunde: Zusammenarbeiten.“ Das gilt auch bezüglich Fördergeldern, die zielführender zu verteilen sind: „Um die Vernetzung von Helfern und Organisatoren technisch zu ermöglichen, müssen wir jetzt finanzielle Förderer gewinnen. Dafür wollen wir ein Fonds einrichten“, so Wetzel.

Der konkrete Weg: Eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlingshilfe und Integration

Über die technische Zusammenführung ihrer Helfer-Plattformen wollen die Gründer von GoVolunteer, HelpTo und ichhelfe.jetzt eine zentrale digitale Anlaufstelle für alle Bürger schaffen, die helfen möchten. Wer noch keine Erfahrung in der Flüchtlingshilfe gesammelt hat, kann Projekte entdecken, Fragen stellen und seine Hilfe anbieten. Wer Unterstützung für sich selbst oder sein Projekt braucht, stellt ein Gesuch ein oder präsentiert den bereits über 200.000 Nutzern der drei Portale Möglichkeiten zur Mitarbeit. „So sollen Möglichkeiten zum Engagement sichtbar gemacht und direkter Kontakt zwischen Helfern, Flüchtlingen und Organisatoren hergestellt werden“, sagt Bittner.

„Wir wollen den Grundstein für mehr Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe legen und laden alle digitalen Hilfsinitiativen ein, sich der Helfer-Allianz anzuschließen“, sagt Bedürftig. Mehr als 20 Projekte folgten dem Aufruf bereits – darunter die D21-Helfer-Community der deutschen IT-Wirtschaft. „Wenn alle an einem Strang ziehen und sich zusammentun, kann mehr erreicht werden. Dass jetzt die ‚Helfer-Allianz‘ entstanden ist, freut uns sehr. Das Vorhaben ist vorbildlich und sehr zu begrüßen“, sagt Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 e.V. Mehr Vernetzung zu schaffen, wird der Anfang sein. „Auf lange Sicht soll eine gemeinsame Online-Plattform entstehen, die alle Angebote verbindet“, sagt Bedürftig. „Zur Verwirklichung dieser Vision werden jetzt Unterstützer aus Wirtschaft und Politik gesucht.“

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