Aktuelle Pressemitteilungen

Sternmarsch in Cottbus (Foto: dpa)
Sternmarsch „Cottbus bekennt Farbe“

Brandenburger Sozialpartnerdialog wirbt wirbt für Toleranz

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog aus Landesregierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern unterstützt die Initiative „Cottbus bekennt Farbe“: Am heutigen 73. Jahrestag (15. Februar) des alliierten Luftangriffs auf die Lausitzstadt im Zweiten Weltkrieg ruft ein breites Bündnis zu einem Sternmarsch auf, um an die Schrecken von Krieg, Gewalt und Zerstörung zu erinnern und für Weltoffenheit und gegen Rassismus zu demonstrieren. Der Sozialpartnerdialog wird aus diesem Grund heute Nachmittag in Cottbus tagen. Anschließend werden Arbeitsministerin Diana Golze, Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Bezirk Berlin Brandenburg, und Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Sternmarsch und an der anschließenden Kund-gebung teilnehmen.

Für ein friedliches Miteinander

Gemeinsam erklären Golze, Hoßbach und Schirp heute: „Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Rassismus haben in Brandenburg keinen Platz. Für zusätzliche Arbeitsplätze und gute Lebensbedingungen brauchen wir keine Abschottung, sondern eine Stärkung internationaler Wirtschaftsbeziehungen und ein friedliches Zusammenleben. Nur in offenen Gesellschaften können sich Innovationen entfalten und neuen Wohlstand schaffen sowie Integration und Vielfalt gelingen. Wir brauchen neue Arbeits- und Fachkräfte, um unsere Lebensqualität in Zukunft zu bewahren. Deshalb unterstützen wir Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, in ihren Bemühungen um Teilhabe sowie beim Spracherwerb, in der Bildung und in der Integration in Arbeit. In den Betrieben gestalten wir gemeinsam Integration und ein gutes Miteinander. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass Brandenburg von Talenten in aller Welt als attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten wahrgenommen wird. Dazu gehört es auch, die Menschen, die infolge von Verfolgung und Vertreibung zu uns gekommen sind, bestmöglich bei ihren Bemühungen zur Integration zu unterstützen.“

Auf Initiative der Sozialpartner sind auch im Land Brandenburg verschiedene Projekte entstanden, die Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund bei der Integration unterstützen.

Für mehr Ausbildung: KAUSA Servicestelle Brandenburg

Seit August 2017 wird auf Initiative der Sozialpartner DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) mit der „KAUSA Servicestelle Brandenburg“ ein neues Beratungsangebot aufgebaut. Die Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration (kurz: KAUSA) soll junge Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Weg in die berufliche Ausbildung unterstützen. Gleichzeitig werden auch Betriebe beraten, die jungen Geflüchteten einen Ausbildungsplatz anbieten wollen. Projektträger hier sind die Bildungsinstitutionen „ARBEIT UND LEBEN – DGB/VHS“, Landesarbeitsgemein-schafft Berlin e.V. und „bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH“. Das Projekt wird zum Großteil vom Bund gefördert. Das Brandenburger Arbeitsministerium beteiligt sich mit 80.000 Euro für Sachkosten.

Informationen für Unternehmen: „Betriebliche Begleitagentur“

Das Land Brandenburg hat gemeinsam mit den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB) sowie dessen Bildungspartner, dem bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg sowie dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), das Modellprojekt „Betriebliche Begleitagentur“ im Januar 2016 gestartet (www.bea-brandenburg.de). Es unterstützt Unternehmen bei der Beschäftigung und Qualifizierung von Geflüchteten. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur betrieblichen Integration und Fachkräfteentwicklung von Geflüchteten.

Schutz vor Arbeitsausbeutung: Fachstelle Migration und Gute Arbeit

Im Sommer 2016 startete die Fachstelle „Migration und Gute Arbeit Brandenburg“. Sie informiert in Brandenburg Migrantinnen und Migranten über arbeits-rechtliche Fragen wie z. B. Lohn, Arbeitszeiten, Überstunden und Urlaub, sowie über sozialrechtliche Fragen wie z. B. Kranken- und Pflegeversicherung. So soll verhindert werden, dass Zuwanderer und insbesondere Geflüchtete als „billige Arbeitskräfte“, die ihre Rechte nicht kennen, ausgebeutet werden. Die Fachstelle hat ihren Hauptsitz in Potsdam, kürzlich wurden neue Beratungsstellen in Frankfurt (Oder) sowie in Cottbus eröffnet. Außerdem ist die Fachstelle landesweit auch mobil unterwegs, um z. B. Saisonarbeiter auf den Feldern und Geflüchtete in den Unterkünften beraten zu können. Die Fachstelle wird von der Weiterbildungseinrichtung ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg, die gemeinsam vom DGB und den Volkshochschulen getragen wird, betrieben. Das Projekt wird vom Arbeitsministerium gefördert

Sternmarsch: Auf vier Routen zur Oberkirche

Der Sternmarsch unter dem Motto „Cottbus bekennt Farbe“ verläuft am heutigen Donnerstag auf vier Routen: Startpunkte befinden sich am Staatstheater, an der Lutherkirche, an der BTU und auf dem J.-Duclos-Platz. Los geht es jeweils um 17 Uhr. Gegen 18 Uhr findet eine Abschlusskundgebung an der Oberkirche statt

Brandenburger Sozialpartnerdialog

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog wurde im November 2011 gegründet und kommt mindestens zweimal im Jahr zusammen. An ihm beteiligen sich unter der Moderation des Arbeitsministeriums die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), der DGB Berlin-Brandenburg sowie Einzelverbände und -gewerkschaften aus Metall- und Elektroindustrie, Baugewerbe, Chemie, Handel, Logistik sowie Hotel- und Gaststättengewerbe und das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg. Gemeinsam wollen Land, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände die Tarifbindung stärken und Fachkräftesicherung mit Initiativen und Projekten wie der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie (ESF) vorantreiben.

Türschloss, Foto: pixabay, cocoparisienne
Neues Projekt

Flüchtlinge sollen Wohnführerschein ablegen

Das Thema Integration wird im Barnim ganz pragmatisch angegangen. Flüchtlinge können dort ab Januar einen Kurs für einen sogenannten Wohnungsführerschein belegen.

„Wohnen, so wie wir es kennen, ist für Flüchtlinge oft schwierig. Das macht sich vor allem in hohen Betriebskosten und einem hohen Verschleiß von Inventar bemerkbar“, weiß Kerstin Falke, Leiterin des Barnimer Grundsicherungsamtes, zu berichten.

Aus diesem Grund hat der Bildungsverein Buckow ein Projekt in Vorbereitung, das Abhilfe schaffen soll. „Flüchtlinge sollen nicht nur in den Wohnungen betreut werden. Vielmehr sollen sie intensiv auf das selbstständige Leben in der Wohnung vorbereiten werden“, so Kerstin Falke weiter.

Wohnungsführerschein soll Wohnungssuche erleichtern

Die Flüchtlinge werden nun ab Januar in mehreren Modulen unter anderem lernen, wie richtig heizen und lüften ist, wie man Kleinstreparaturen durchführt, wie das Anschließen einer Waschmaschine funktioniert und welche Putzmittel wofür verwendet werden dürfen. Zudem erhalten sie rechtliche Informationen zum Mietvertrag, zur Hausordnung und ihren Rechten sowie Pflichten im Allgemeinen und vieles mehr.

Am Ende eines Kurses werden die Flüchtlinge eine Prüfung ablegen. Bei Bestehen erhalten sie danach ihren „Wohnführerschein“. „Dieser soll gegenüber den Vermietern belegen, dass der neue Mieter sich bereits intensiv mit allen Komponenten einer Anmietung einschließlich der sparsamen Nutzung von Ressourcen auseinander gesetzt hat“, nennt die Grundsicherungsamtsleiterin die Idee dahinter.

Ausweitung des Projekts Wohnungsführerschein bereits geplant

Neben dem Bildungsverein Buckow haben sich auch das EJF, die Hoffnungsthaler Stiftung Lobetal und der der Berufsbildungsverein Eberswalde (BBV) dem Projekt angeschlossen. Zudem unterstützt die Eberswalde Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaft WHG das Projekt mit der Bereitstellung einer Wohnung.

Je ein Vertreter der Projektpartner sowie ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung bilden dann die Kommission zur Abnahme der Prüfungen.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Projekt ausgeweitet werden. Dann können auch Träger, die unter anderem Jugendliche betreuen, mit dem „Wohnführerschein“ arbeiten.

Schüler, Foto: Klimkin
Bildung

Einladung zum Pressetermin Refugee Teachers

Seit Oktober dieses Jahres unterrichten geflüchtete Lehrerinnen und Lehrer an Schulen des Landes Brandenburg. Ihre Ausbildung für den Einsatz in Deutschland erhielten die Lehrkräfte, die überwiegend aus Syrien stammen, im “Refugee Teachers Program” an der Universität Potsdam.

Refugee Teachers im Einsatz

Wie sieht der Alltag der Refugee Teachers aus? Welche Aufgaben haben sie? Wie gestalten sie den Unterricht? Und wie arbeiten sie mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen zusammen? Diese und weitere Fragen möchten wir Ihnen auf einem Pressetermin in einer Potsdamer Schule beantworten.

Wann
09. November 2017, 12.30 Uhr

Wo
Goethe-Grundschule in 14482 Potsdam, Stephensonstraße 1

Gesprächspartner beim Pressetermin

Ihre Gesprächspartner sind Bildungsministerin Britta Ernst, der Präsident der Universität Potsdam, Prof. Oliver Günther, Ph.D., die Initiatorin des Projekts, Prof. Dr. Miriam Vock, Schulleiterin Anja Henkes sowie die syrische Lehrerin Alesar Saed.

Film- und Fotoaufnahmen in einer Schulklasse sind möglich

Wenn Sie den Termin wahrnehmen möchten, geben Sie uns bitte Bescheid unter  pressestelle@mbjs.brandenburg.de oder 0331 866 3521.

Hintergrund

Partner des Projekts “Refugees Teachers Program” sind das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

rtner des Projekts “Refugees Teachers Program” sind das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.
Bildungsministerin Britta Ernst (li) informiert sich im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz über ein Projekt zur beruflichen Orientierung für junge Flüchtlinge. (Foto: MBJS)
Ausbildung

Ministerin Ernst besucht junge Flüchtlinge bei Werkstatttagen

Bildungsministerin Britta Ernst hat sich am Montag  im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz über ein Projekt zur beruflichen Orientierung für junge Flüchtlinge informiert. Während zehntägiger „Werkstatttage“ haben Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Havelland die Möglichkeit, praktische Arbeit zu leisten und sich über verschiedene Handwerksberufe, über die Arbeitsmarktsituation und über Karrierechancen im Handwerk zu informieren.

“Werkstatttage” sind sinnvolle Ergänzung zum Unterricht

Die „Werkstatttage“ werden im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung „Bildungsketten“ seit dem Schuljahr 2016/17 für Schülerinnen und Schüler angeboten. Träger des Projekts sind die Handwerkskammern, die bei der Umsetzung im Land Brandenburg eng mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und den Schulämtern zusammenarbeiten.

Ministerin Britta Ernst: „Es ist enorm wichtig, dass wir gerade jungen Flüchtlingen den Weg in die Berufswelt ebnen. Nur so schaffen sie die Integration in unsere Gesellschaft. Das Projekt ist eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht in der Schule und eine gute Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Die Schülerinnen und Schüler können hier ihre praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren und unter Beweis stellen. Nicht zuletzt haben sie die Möglichkeit, ihre in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse anzuwenden.“

Werkstatttage – Bereich Kfz
Im Bereich Kfz-Technik bauen zwei afghanische Frauen einen Automotor zusammen. Ausbilder Haiko Hartmann geht beim Werkeln zur Hand.
« 1 von 4 »

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam: „Das Handwerk freut sich über den Besuch der neuen Bildungsministerin. Wir sehen dies als Wertschätzung der brandenburgischen Landesregierung gegenüber der beruflichen Bildung und als Anerkennung der zahlreichen Bemühungen des Handwerks bei der Integration junger Flüchtlinge. Bei dieser Integrationsaufgabe stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Das Handwerk stellt sich dieser Aufgabe mit großem Engagement. Unsere Betriebe stehen bereit, motivierte Flüchtlinge zu qualifizieren und auszubilden. Damit leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag zur Integration. Die Berufsorientierung im Bildungsgang BFS-G Plus ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg. Mit dem Projekt können wir den jungen Flüchtlingen zeigen, welche Vielfalt unsere mehr als 130 Ausbildungsberufe bieten und ihre Stärken ausloten. Diese Möglichkeiten hatte keiner von ihnen in seinem Heimatland. Natürlich hoffen wir, möglichst viele der jungen Flüchtlinge für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Unsere Betriebe und Ausbilder empfangen sie mit offenen Armen!“

Heranführung an die duale Ausbildung kommt große Bedeutung zu

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren derzeit einen zweijährigen Bildungsgang der „Berufsfachschule zum Erwerb beruflicher Grundbildung und von gleichgestellten Abschlüssen der Sekundarstufe I (BFS-G-Plus)“. Der Bildungsgang richtet sich an berufsschulpflichtige Jugendliche, die aufgrund fehlender Zugangsvoraussetzungen nicht die Berufsschule besuchen können und über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen. Ziel des Bildungsgangs ist die Vermittlung der deutschen Sprache (Bildungs- und Fachsprache) und beruflicher Grundbildung. Der Unterricht findet in den Fächern des berufsübergreifenden (Deutsch, Mathematik, Wirtschaft- und Sozialkunde, Sport) und des berufsbezogenen Bereichs (berufliche Orientierung) statt.

Die meisten Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang BFS-G-Plus sind Geflüchtete, vor allem  unbegleitete minderjährige Ausländer. Neben der Sprache ist auch das Bildungssystem für die Zielgruppe neu. Daher kommt gerade der Berufsorientierung, der Heranführung an die duale Ausbildung und den deutschen Arbeitsmarkt eine besonders große Bedeutung zu.

Am Ende des Projekts erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat und eine individuelle Einschätzung über ihre sozialen und berufsspezifischen Kompetenzen von  geschultem Personal der Handwerkskammern.

 

 

Weitere Informationen
Webseite des Bildungsministeriums

 


Hintergrund zum Projekt “Werkstatttage”

Die Werkstatttage im Gewerbezentrum Götz wurden 2016 als Pilotprojekt mit zunächst 60 Plätzen gestartet. Seit April 2017 gibt es sie als flächendeckendes Angebot für junge Flüchtlinge, die vor allem aus Syrien und Afghanistan, aber auch aus afrikanischen Ländern kommen. Die Teilnehmer, die an den Oberstufenzentren des Einzugsbereichs der Potsdamer Handwerkskammer eine zweijährige berufliche Grundbildung erhalten, können sich in verschiedenen Handwerksberufen ausprobieren. Zur Auswahl stehen unter anderem Kfz-Technik, Metall- und Holzbearbeitung, Maler, Friseur, Heizung oder Sanitär.

Sie erhalten damit die Möglichkeit in der Praxis herauszufinden, wo ihre Interessen für eine spätere Ausbildung liegen. Während des zweiwöchigen „Schnupperkurses“ lernen die zumeist jungen Männer jeweils vier unterschiedliche Gewerke kennen. So stellt in der Holz- und Metallbearbeitung jeder nach Zeichnung einen Alltagsgegenstand her, zum Beispiel Spielzeug. Das Ergebnis ihrer Arbeit dürfen die Teilnehmer am Ende mitnehmen.

Bis zum Jahresende werden rund 560 vorrangig minderjährige Flüchtlinge diese Werkstatttage absolviert haben. Nach Angaben der Kammer ist der größte Teil hochmotiviert. Bei einer Umfrage gaben 80 bis 90 Prozent an, mit dem Angebot sehr zufrieden zu sein. 40 bis 50 Prozent können sich demnach eine berufliche Perspektive im Handwerk vorstellen. Derzeit absolvieren in Brandenburg 62 Flüchtlinge eine Lehre. Weitere 20 haben einen Vertrag über eine Einstiegsqualifizierung unterschrieben.

Integration, Foto: Geralt, pixabay.com
Integration

„Bündnis für Brandenburg“ unterstützt erneut Projekte

Das „Bündnis für Brandenburg“ unterstützt weitere Projekte zur Integration Geflüchteter mit insgesamt rund 15.000 Euro.

Integration ist Daueraufgabe

Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Thomas Kralinski, sagte dazu am Sonntag in Potsdam: „Damit soll die Integration weiter verbessert werden. Sie ist eine Daueraufgabe, die einen langen Atem erfordert. Die Netzwerke für die Integration  brauchen weiter unsere Hilfe. Auch mit kleinen Beträgen kann Wichtiges auf den Weg gebracht werden.

Das Bündnis fördert lokale und regionale Netzwerke und modellhafte Projekte, die die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft, in Ausbildung und Arbeitsmarkt verbessern.

Neu unterstützte Projekte in der Übersicht

In das Projekt „Netz Werk Laden“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz fließen ca. 9.300 Euro. Ehrenamtlich Aktive aus Grünheide sowie die Pfarrgemeinde bauen den „Netz Werk Laden“ als lokale Anlaufstelle für ehren- und hauptamtliche Kräfte der Region auf und wollen so die Integration von Geflüchteten nachhaltig voran bringen.

Für das Projekt „Mobil sein – Mobil werden“ des Vereins Hand in Hand (Potsdam) wurden 1.200 Euro bewilligt. Der Verein will insgesamt 15 Fahrradkurse mit erfahrenen Trainern anbieten, um die Mobilität von geflüchteten Frauen zu erhöhen. Es werden zudem Verkehrsregeln sowie Kenntnisse der Fahrradreparatur vermittelt.

Das Projekt „Klappe auf: Die Dritte“ erhält 5.000 Euro. Der Potsdamer Verein HochDrei – Bilden und Begegnen in Brandenburg – produziert kurze Erzählvideos. Darin geben junge Menschen unterschiedlicher Herkunft einen Einblick in Alltag und soziales Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind.

Die Förderung für „Mensch willkommen! on tour” in Potsdam beläuft sich auf knapp 600 Euro. Das Projekt von GRIPS Werke e.V., GRIPS Theater, JoG (Jugendliche ohne Grenzen), BBZ (Beratungs- und Betreuungszentrum für Migrant*innen und Flüchtlinge), Flüchtlingsrat Berlin und B-umF (Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) wird mit jungen Künstlern aus Berlin ausgeführt. Geflüchtete Musiker, Dichter und Schauspieler, aber auch ortsansässige Künstler haben am 23. September in Potsdam Gelegenheit, ihr Talent im Rahmen von „Mit Sicherheit gut ankommen“ – einer Wanderausstellung der Stiftung Outlaw – auf die Bühne zu bringen.

Foto: EME, pixabay
Premiere

Sozialstaatssekretärin Hartwig-Tiedt bei Zirkus-Projekt für Kinder in Hennigsdorf

Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt besuchte in Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel das soziale Zirkus-Projekt „ZIDEKA“ (Zirkus der Kinder) und erlebte eine besondere Premiere. Gestaltet wurde das Programm von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie Kindern aus Flüchtlingsfamilien.

Zirkus-Projekt als Sommerfereienerlebnis

In den vergangenen zwei Wochen hatten die Mädchen und Jungen das Programm einstudiert und heute vor Publikum aufgeführt. Organisiert wird dieses besondere Sommerferienerlebnis von der PuR gGmbh, Träger sozialer und soziokultureller Projekte und anerkannter Träger der Jugendhilfe. Das Zirkusprojekt „ZIDEKA“ wurde 2006 von der PuR gGmbH ins Leben gerufen.

Almuth Hartwig-Tiedt: „Die Kinder lernen spielend sich in eine Gemeinschaft zu integrieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen, die Leistung anderer zu achten und sich gegenseitig zu unterstützen. Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Für die Mädchen und Jungen aus den Flüchtlingsfamilien ist das eine besonders gute Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und Freundschaften aufzubauen.“

Jährlich wiederkehrendes Projekt

Die Zirkusfreizeit ist ein jährlich wiederkehrendes Projekt mit jeweils 50 Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren, das in den Sommerferien in zwei 14-tägigen Durchgängen durchgeführt wird. Die Kinder entwickeln mit sozialpädagogischer Unter-stützung gemeinsam ein Programm. Besonderer Höhepunkt ist die öffentliche Premiere vor Publikum.

Das Sozialministerium hat das Zirkusprojekt im Juni dieses Jahres mit rund 2.000 Euro aus Lottomitteln unterstützt. Dafür wurden u.a. Laufkugeln, Einräder und andere Geräte gekauft. Hartwig-Tiedt: „Ich freue mich, wenn wir so unmittelbar helfen und mit dazu beitragen können, dass die Kinder Spaß am gemeinsamen Erleben haben. Das Projekt Zirkus der Kinder fördert die Fähigkeiten der Mädchen und Jungen und trägt zur sinnvollen Gestaltung ihrer Ferien bei.“

Trauma-Beratung
Staatssekretär Kralinski

Trauma-Beratung ist wichtiger Grundstein für weitere Integration

Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Thomas Kralinski, hat heute in Müncheberg die Beratung für traumatisierte Flüchtlinge im Landkreis Märkisch-Oderland besucht. Dort sprach er auch mit Flüchtlingsfamilien.

Trauma-Beratung Grundstein für weitere Integration

„Die Mitarbeiter legen mit ihrer Trauma-Kompetenz einen wichtigen Grundstein für weitere Integration”, sagte der Staatssekretär. Nicht alle Schutzsuchenden seien traumatisiert, aber viele. Sie bräuchten Hilfe. Dafür müsse bei ihnen vor allem wieder Vertrauen aufgebaut werden. Die ersten Schritte dahin würden in der Müncheberger Trauma-Beratung unternommen. Die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von psychisch kranken und traumatisierten Flüchtlingen sei ein wesentliches Ziel.

Kralinski weiter: „Die Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten ist immer mit Aufbruch und Hoffnung auf ein besseres, sicheres Leben, aber auch mit vielen Verlusterfahrungen verbunden. Trauma-Bewältigung ist ein langwieriger Prozess, in dem die Flüchtenden erst einmal wieder Sicherheit und Stabilität erfahren. Das ist gerade für Kinder und Jugendliche existenziell.” Das Land förderte die Einrichtung über das Bündnis für Brandenburg 2016 und 2017 mit mehr als 87.000 Euro. Etwa 10 Prozent der zirka 2.000 Flüchtlinge im Landkreis Märkisch-Oderland gelten als traumatisiert.

Traumaberatung

Traumaberatung in Müncheberg

Hintergrund

Die Beratungsstelle in Müncheberg betreut Flüchtlinge aller Altersgruppen aus knapp 20 Herkunftsländern. In regelmäßigen Sprechstunden wird ihnen dabei geholfen, Erlebtes zu schildern und aufzuarbeiten. Auch Bezugspersonen werden einbezogen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Leitung und den Sozialarbeitern der Einrichtungen sowie mit der Psychiatrischen Institutsambulanz und gegebenenfalls mit Therapeuten und Kliniken im Landkreis.

Die Trauma-Beratung wendet sich auch an Lehrkräfte und Erzieher, Mitarbeiter von Willkommensinitiativen und Flüchtlingshilfe sowie an Unternehmen, die traumatisierte Flüchtlinge beschäftigen. Es stehen auch Beratungsräume in Strausberg und Seelow zur Verfügung.

 

Weitere Informationen
Internationaler Bund

Dialogforum

Integration durch Bildung gestalten

Ministerpräsident Dietmar Woidke, Bildungsminister Günter Baaske sowie Wissenschafts- und Kulturministerin Martina Münch haben heute in Potsdam das dritte Dialog-Forum der Landesregierung unter dem Dach des „Bündnis für Brandenburg” eröffnet und begleitet. Unter dem Motto „Integration durch Bildung gestalten: Kita – Schule – Hochschule – Lebenslanges Lernen” diskutieren rund 200 Fachleute und Entscheider aus Bildungseinrichtungen, Ämtern und Kommunen sowie Kulturinstitutionen, Hochschulen, Verbänden und Vereinen über ihre bisherigen Erfahrungen und die weiteren Herausforderungen beim Thema „Bildung und Integration”.

Weiterlesen

Bündnis für Brandenburg

Terminhinweise des Bündnis für Brandenburg

Das Bündnis für Brandenburg zieht in dieser Woche Bilanz:

  • Pressekonferenz mit Ministerpräsident Woidke: Ein Jahr „Bündnis für Brandenburg“
    Mittwoch, 23.11.2016, 13.30 Uhr Staatskanzlei, Presseraum 150, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam
    Das „Bündnis für Brandenburg“ zur Integration von Flüchtlingen im Land besteht seit einem Jahr. In dieser Zeit haben sich fast 300 Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen als Unterstützer bekannt. (http://buendnis-fuer-brandenburg.de/) Zahlreiche Veranstaltungen brachten Initiativen und Engagierte zusammen, förderten die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch. Durch Fördermittel der Koordinierungsstelle konnten regionale Projekte und ehrenamtlich Engagierte unterstützt werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke zieht gemeinsam mit Aktiven und Projektverantwortlichen eine erste Bilanz.
    Landrätin Kornelia Wehlan, die in ihrem Landkreis Teltow-Fläming mit Hilfe des Regionalbudgets eine Koordinierungsstelle für eine schnellere Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt geschaffen hat, berichtet über ihre Erfahrungen. Handwerker Matthias Kühnel und Girmai Tekie aus Eritrea geben Aufschluss über die so genannte Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge. Flüchtlingspfarrer Bernhard Fricke und Fadi Sujaa aus Syrien berichten über verschiedene Projekte, die sich der Integration und Flüchtlingshilfe im Raum Potsdam widmen.
Weitere Termine des „Bündnis für Brandenburg“
  • Besuch Gemeinschaftsunterkunft
    Dienstag, 22.11.2016, 10.00 Uhr – Gemeinschaftsunterkunft Bliesdorf, Am Gewerbepark 3, 16269 Bliesdorf
    Die Integrationsbeauftragte des Landes, Doris Lemmermeier, besucht die Gemeinschaftsunterkunft Bliesdorf und spricht im Anschluss in Seelow (Landratsamt, Puschkinplatz 12) mit Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Nach Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming ist Märkisch-Oderland der dritte Landkreis, den die Integrationsbeauftragte besucht, um mit Geflüchteten und Ehrenamtlichen über die Situation vor Ort zu sprechen.
  • Integration in der Prignitz – Bildungsstaatssekretär auf Kreisreise
    Mittwoch, 23.11.2016, 10.00 Uhr – Landkreis Prignitz

    Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher besucht im Rahmen einer Kreisreise die Integrationskita „Eichhörnchen“, eine Willkommensinitiative sowie die Gemeinschaftsunterkunft in Pritzwalk. Bitte beachten Sie dazu die gesonderte Presseinformation des Bildungsministeriums.
  • Fach- und Bürgerdialog „Geflüchtete und Fluchtursachen“
    Mittwoch, 23.11.2016, 10.30 Uhr/18.00 Uhr – Brandenburg-Saal, Staatskanzlei, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

    Der Minister der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, Stefan Ludwig, spricht ein Grußwort zur Eröffnung des Fachdialogs „Geflüchtete und Fluchtursachen: Was unternimmt die EU und was haben wir damit zu tun?“. ACHTUNG: Im Anschluss (18.00 Uhr) findet zu diesem Thema ein Bürgerdialog im Brandenburg-Saal statt.  Die Staatssekretärin für Europa, Anne Quart, nimmt an der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern teil.
  • Richtfest Familienhaus
    Mittwoch, 23.11.2016, 11.00 Uhr – Zentrale Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt
    , Poststraße 72, 15890 Eisenhüttenstadt
    Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski nimmt am Richtfest für das zweite Familienhaus auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörede (ZABH) teil und spricht ein Grußwort.
  • Familienbildungsmesse – Interkulturelle Familienbildung
    Donnerstag, 24.11.2016, 09.30 Uhr – Potsdam Museum, Alter Markt 9, 14467 Potsdam

    Familienstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt eröffnet die 10. Brandenburgische Familienbildungsmesse. Die Veranstaltung des Familienministeriums steht in diesem Jahr unter dem Motto „Interkulturelle Öffnung der Familienbildung gestalten“. Vorgestellt werden Praxisbeispiele der gelebten Integration und Familienbildung verschiedener Institutionen.
  • Beschwerdemanagement in Flüchtlingsunterkünften
    Donnerstag, 24.11.2016, 14.00 Uhr – Villa Fohrde e.V., August-Bebel-Straße 42, 14798 Havelsee/OT Fohrde

    Die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe nimmt an einer Arbeitstagung des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zum Thema „Beschwerdemanagement in Flüchtlingsunterkünften“ teil und spricht ein Grußwort.
  • Dialogforum „Integration durch Bildung gestalten“
    Montag, 28.11.2016, 10.00 Uhr – Hasso-Plattner-Institut, Hörsaalgebäude, Prof.-Dr.-Helmert-Straße 2-3
    , 14482 Potsdam
    Das Dialogforum „Integration durch Bildung gestalten: Kita – Schule – Hochschule – Lebenslanges Lernen“ unter Federführung des Bildungs- und des Wissenschaftsministeriums ist eine von zahlreichen Veranstaltungen unter dem Dach des „Bündnisses für Brandenburg“. Fachleute und Entscheider aus Bildungseinrichtungen, Ämtern und Kommunen sowie Kulturinstitutionen, Hochschulen, Verbänden und Vereinen kommen zum Meinungsaustausch zusammen. Gemeinsam sollen Wege gefunden und konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet werden. Ministerpräsident Dietmar Woidke hält die Eröffnungsrede, Wissenschaftsministerin Martina Münch und Bildungsminister Günter Baaske sprechen Grußworte. Neben Fachvorträgen und Podiumsgesprächen wird es auch einen Austausch an so genannten Thementischen geben.
Terminhinweise
Pressetermin

Integrationsbeauftragte besucht Gemeinschaftsunterkunft in Märkisch-Oderland

Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Dr. Doris Lemmermeier, besucht im Landkreis Märkisch-Oderland die Gemeinschaftsunterkunft Bliesdorf und spricht im Anschluss daran in Seelow mit Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Nach Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming ist Märkisch-Oderland der dritte Landkreis den die Integrationsbeauftragte besucht, um mit Geflüchteten und ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern über die Situation vor Ort zu sprechen.

Folgende Presse-Termine können wahrgenommen werden:

Dienstag, 22. November 2016
10:00 Uhr
Gemeinschaftsunterkunft Bliesdorf
Am Gewerbepark 3, 16269 Bliesdorf

Dienstag, 22. November 2016
12.45 Uhr
Landratsamt Seelow
Puschkinplatz 12, 15306 Seelow