Band für Mut und Verständigung 2021

Auch im Jahr 2021 verleiht das Bündnis für Mut und Verständigung wieder seinen Preis für Engagement und Zivilcourage, das “Band für Mut und Verständigung”.

Ausschreibung “Band für Mut und Verständigung 2021”

Das Bündnis für Mut und Verständigung zeichnet Einzelpersonen und Initiativen aus Berlin und Brandenburg für ihre langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit oder ihr couragiertes Eingreifen aus. Gesucht werden dafür Menschen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise gegen Diskriminierung einsetzen, die hinsehen und sich einmischen, sich engagieren und Verantwortung übernehmen, Zivilcourage zeigen.

Das Band für Mut und Verständigung würdigt beispielhaftes Handeln gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt und den Einsatz für ein friedliches, respektvolles Miteinander. Es wird im Herbst 2021 von Ministerpräsident Dietmar Woidke vergeben.

Vorschläge können bis zum 30. April 2021 mit einer kurzen Begründung an vorschlag@band-mut-verständigung.de eingesandt werden.

Hintergrund

Die gewalttätigen Übergriffe auf Migrant*innen in Hoyerswerda im Jahr 1991 haben die gesellschaftlichen Kräfte in Berlin und Brandenburg auf Initiative des DGB, Landesbezirk Berlin-Brandenburg, dazu bewogen, ein gemeinsames Bündnis für Mut und Verständigung* zu gründen.

Als ständige Aktivität hat das Bündnis 1993 beschlossen, beispielhafte Aktionen in Berlin und Brandenburg mit dem „Band für Mut und Verständigung“ auszuzeichnen. Seit 2006 vergibt das Bündnis außerdem den Sonderpreis des „Bandes für Mut und Verständigung“. Dieser Sonderpreis ist eine Auszeichnung für außerordentliches Engagement vor allem junger Menschen und Initiativen im Bereich der interkulturellen Arbeit und Verständigung, die in ihrer Vorbildfunktion andere Menschen motivieren und bestärken können, sich aktiv gegen Rassismus und für ein friedliches Miteinander einzusetzen. Die Mitglieder des Bündnisses für Mut und Verständigung sind Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg Doris Lemmermeier, die Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration Katarina Niewiedzial, die Arbeiterwohlfahrt Landesverbände Berlin und Brandenburg, der Caritasverband für das Erzbistum Berlin, der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin, das Deutsche Rote Kreuz mit den Landesverbänden Berlin und Brandenburg, das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Erzbistum Berlin, die Jüdische Gemeinde zu Berlin und der Landessportbund Berlin.

Weiterbildungsangebote des FMI

Das Fachzentrum für Soziale Arbeit in den Bereichen Migration und Integration (FMI) hat Details zu seinen Seminar- und Weiterbildungsangeboten für das erste Quartal 2021 veröffentlicht.

Weiterbildungsangebote in Form von Online-Veranstaltungen und Online-Beratung

Da Präsenzveranstaltungen leider noch nicht wieder uneingeschränkt möglich sind, startet das FMI das erste Quartal 2021 mit einer Reihe von Online-Veranstaltungen. Darunter ist auch das neue Online-Beratungsformat “DigiDi mit dem FMI”. Mit dem DigiDi wird ein Format eingeführt, das angesichts der zunehmenden Komplexität der Problemlagen niedrigschwellig unterstützen soll. Es handelt sich um einen digitalen (Beratungs-)Dialog zu den aktuellen Herausforderungen in der Migrationssozialarbeit. Zum Thema der Woche führen FMI- Referent*innen jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr einen beteiligungsoffenen Dialog. Sie stellen Fragen, finden gemeinsam Lösungen für akute Probleme und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf. Verschwiegenheit, systemische Perspektive sowie Lösungs- und Ressourcenorientierung stehen dabei im Vordergrund.

Die weiteren Angebote hat das FMI auf Basis eine Umfrage optimiert, die zum Jahreswechsel durchgeführt wurde. Die Jahresplanung soll sich so noch besser an den Wünschen aller Interessierten orientieren.

Hintergrund

Neben regional- und themenspezifischen Beratungsangeboten bietet das FMI regelmäßig bedarfsgerechte Veranstaltungen zu migrations- und integrationsspezifischen Themen an. Im Vordergrund stehen dabei zum einen die Vermittlung migrationsspezifischer Kentnisse und Fähigkeiten, zum anderen der regional- und landesweite Fach- und Erfahrungsaustausch in den Tätigkeitsfeldern “Migration und Integration” Beschäftigten.

 

Weitere Informationen
Alle Informationen zu den Online-Veranstaltungen des FMI

Fördermittel (Foto: Falko Matte – stock.adobe.com)

Fundraising und Fördermittelpraxis

Migrantenorganisationen benötigen für ihre vielfältige Arbeit Zugänge zu öffentlichen und/oder privaten Fördermitteln. Viele der dort tätigen Mitarbeitenden und ehrenamtlich Tätigen haben dabei selber einen Migrationshintergrund und stehen damit vor besonderen Herausforderungen, um sich Zugang zu entsprechenden Fördermitteln zu erschließen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung bietet ein Online-Training an, das sich gezielt an die Verantwortlichen und ehrenamtlich Tätigen in Migrantenorganisationen richtet. Es erleichtert allen Engagierten den Start in die Welt des Fundraisings und insbesondere in die Welt der Antragstellung für Projekte.

Fragen rund um Fundraising und Fördermittelpraxis

Im Seminar erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen fundierten Überblick über Fundraising als mögliches neues Finanzierungsinstrument für Ihre Organisation. Detailliert wird danach die Förderpraxis von Stiftungen vorgestellt. Besonders gehen die Dozenten dabei auf die Schwerpunkte in der Stiftungslandschaft, den Umgang mit den Förderkriterien und die Entwicklung förderfähiger Projektziele anhand von Beispielen der Teilnehmenden ein. Ergänzend werden ausgewählte Suchmaschinen und Stiftungswebsites zur zielgerichteten individuellen Suche vorgestellt.

Coronagerechtes Online-Seminar

Voraussetzungen für die Teilnahme am Seminar sind die Tätigkeit in einer Migrantenorganisation im Land Brandenburg (hauptamtlich oder ehrenamtlich), ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (es wird im Training Rücksicht darauf genommen, dass viele der Teilnehmenden Deutsch nicht als Muttersprache gelernt haben), ein Rechner mit Browser- und Internetzugang, Kamera und Mikrofon.

 

Termin
27.01.2021 | 10 – 14 Uhr &
28.01.2021 | 10 – 14 Uhr (inkl. Pause)

Kosten
20 EUR (in begründeten Einzelfällen auch kostenlos möglich)

Anmeldung
https://www.fes.de/veranstaltungen/?Veranummer=249354

Band für Mut und Verständigung

Ehrung für außergewöhnlichen Einsatz

Das Bündnis für Mut und Verständigung verleiht auch in diesem Jahr das „Band für Mut und Verständigung“ an sechs Menschen und Initiativen, die sich auf beispielhafte Weise gegen rassistische Gewalt eingesetzt haben oder durch ehrenamtliche Arbeit zur interkulturellen und sozialen Verständigung beigetragen haben.

Band für Mut und Verständigung – Die Preisträger*innen 2020

Brandenburgs Integrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier zeigte sich besonders stolz über die vier Auszeichnungen, die nach Brandenburg gingen:

Die Initiative Mozaik e.V. Beeskow wird ausgezeichnet für ihre mutige und engagierte Arbeit zum Abbau von Vorurteilen in der Nachbarschaft, ihren Kampf um Akzeptanz von Geflüchteten sowie die Unterstützung von neu angekommenen Frauen.

Günter David aus Lübben wird ausgezeichnet für sein langjähriges, politisches und aufklärerisches Engagement für Menschenrechte, seinen Mut, einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte einzufordern sowie seinen leidenschaftlichen Einsatz in der Unterstützung von Menschen mit Fluchtgeschichte.

Abdul Carimo aus Ludwisgfelde wird ausgezeichnet für seine innovative und vorbildhafte Arbeit in der Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung und für seine motivierende, herzliche Überzeugungskraft, Personen zu bestärken und positive Lebenswege aufzuzeigen.

Gudrun Lomas aus Zehdenick wird ausgezeichnet für ihr herausragendes künstlerisches Engagement für ein gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander sowie für die Aktivierung der Zivilgesellschaft zur solidarischen Unterstützung von Geflüchteten.

Vielfältig und kreativ Zeichen setzen

Doris Lemmermeier, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg: „Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger stehen stellvertretend für das Engagement vieler Menschen in Brandenburg und Berlin. Diskriminierung und Rassismus gehören leider immer noch zum Alltag. Das Band für Mut und Verständigung zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ dagegen Zeichen gesetzt werden können. Ich bin den Ausgezeichneten sehr dankbar, dass sie trotz vieler Widerstände Mut zeigen und sich deutlich positionieren. Das kann uns allen ein Vorbild sein.“

Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration: „Das Bündnis für Mut und Verständigung ist mit seiner Arbeit so aktuell und wichtig wie vor knapp drei Jahrzehnten. Rassismus und Hass stellen nach wie vor eine Bedrohung und tödliche Gefahr in Deutschland dar. Das mussten wir 2020 durch die Mordanschläge in Hanau erfahren. Es braucht Initiativen, Vereine und einzelne Akteure, die sich aktiv gegen Hass, Diskriminierung und Gewalt stellen. Eine offene und tolerante Gesellschaft kann nur gemeinsam gestaltet werden. Dafür steht auch diese landesübergreifende Auszeichnung.“

Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Urkunden im kleinen Rahmen überreicht. Ein Film dokumentiert dies eindrücklich. 2020 gab es 30 Vorschläge aus der Bevölkerung für mögliche Preisträgerinnen und Preisträger. Die Jury einigte sich auf zwei Hauptpreise und vier Sonderpreise.

Vergeben wird das „Band für Mut und Verständigung“ an Personen oder Gruppen aus Berlin und Brandenburg durch das „Bündnis für Mut und Verständigung“. Es wurde nach den gewalttätigen Übergriffen auf Migrantinnen und Migranten in Hoyerswerda im Jahr 1991 gegründet.

Hintergrund

Zur Jury gehören Brandenburgs Ministerpräsident, der Regierende Bürgermeister von Berlin, die Integrationsbeauftragten der Länder Berlin und Brandenburg sowie zwölf Organisationen.

Ab dem 1. Januar können Vorschläge für 2021 eingereicht werden (vorschlag@band-mut-verständigung.de). Im kommenden November würdigt eine Gala in der Staatskanzlei Brandenburg das Engagement sowohl der Preisträgerinnen und Preisträger von 2021 als auch von 2020.

 

Weitere Informationen
Film über die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger bei YouTube
Webseite zum Preis

Zu Weihnachten mit Geflüchteten basteln oder singen (Foto: Rainer Fuhrmann – stock.adobe.com)

Weihnachtsideen gesucht: Unterstützung für Willkommensinitiativen

Adventskalender, Weihnachtsgrüße, Beutel mit Gebäck – auch in diesem Jahr bietet Brandenburgs Landesintegrationsbeauftragte Unterstützung für Ehrenamtliche und Geflüchtete in der Adventszeit an. Für gemeinsame Erlebnisse und Aktionen für und mit Geflüchteten können bis zu 500 Euro beantragt werden. „In diesem Jahr ist alles anders. Umso mehr freue ich mich, dass wir, in angepasster Form, zum nunmehr sechsten Mal unsere Weihnachtsaktion anbieten können“, so Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier.

Einfallsreichtum gefragt: Pandemie als besondere Herausforderung

„Diesmal ist noch mehr Einfallsreichtum gefragt, um die Weihnachtszeit trotz der Pandemie mit Abstand und unter Hygienebedingungen für alle schön zu gestalten und gemeinsam mit den Menschen, die zu uns nach Brandenburg gekommen sind, die Advents- und Weihnachtszeit zu feiern. Um die Pandemie-Situation gut und gemeinsam zu überstehen, ist es besonders wichtig, im Alltag das Schöne zu sehen, sich und anderen schöne Momente zu bereiten und aktiv zu sein. Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Aktion hier einen positiven Beitrag leisten könnte“, so Lemmermeier.

Weihnachtsaktion findet schon zum sechsten Mal statt

Finanzielle Unterstützung ist zum Beispiel möglich für Bastelmaterial, den Einsatz von Sprachmittlerinnen und –mittlern, technische Unterstützung für digitale Formate, CDs und Bücher, Fahrtkosten oder Miete für externe Räume. Dr. Doris Lemmermeier: „Bastelanleitungen per Videoschalte, Erledigungen für die Nachbarschaft übernehmen, Backsets für Weihnachtsplätzchen – ich bin gespannt auf Ihre Ideen. Die drei besten werden von uns prämiert“.

Anträge lassen sich ab sofort über das Landesamt für Soziales und Versorgung einreichen oder per E-Mail an: integrationsbeauftragte@msgiv.brandenburg.de.

 

Weitere Informationen
Webseite der Landesintegrationsbeauftragten

Telefon und Internet als Verbraucherthemen in der Migrationsarbeit

Ist die Handyrechnung zu hoch, das Internet zu Hause funktioniert nicht oder der Telefon-Vertrag verlängert sich ungewollt? In diesem kostenlosen Online-Vortrag für Haupt- und Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit informiert die Verbraucherzentrale Brandenburg über häufige Probleme rund um Handy-, Telefon- und Internetverträge und gibt Tipps zur Selbsthilfe.

Onlinevortrag zu Telefon und Internet als Verbraucherthemen in der Migrationsarbeit

Menschen mit Einwanderungsgeschichte wissen sich nicht immer zu helfen bei überteuerten Verträgen, Drittanbieter-Abos auf der Handyrechnung oder wenn der Vertrag nicht wie gewünscht beendet werden kann. Haupt- und Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit sind dabei oft die ersten Ansprechpartner bei Fragen und Problemen mit Verträgen. Um zu unterstützen, berichtet die Verbraucherzentrale über Fälle und Erfahrungen aus der Beratungspraxis und häufige Kostenfallen und gibt praktische Tipps.

Typische Fragen rund um Telefon und Internet

Im Online-Vortrag sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:
Was tun bei einer überteuerten Handyrechnung?
Laufzeitvertrag vs. Prepaid-Vertrag: Wie finden Migrantinnen den passenden Handy-Vertrag?
Welche Rechte gibt es bei Störungen von Telefon & Internet?
Wie lässt sich ein Laufzeitvertrag für Handy oder Internet beenden?

Die Verbraucherzentrale stellt Beratungs- und Informationsangebote für in der Migrationsarbeit Aktive sowie für Geflüchtete und Migrant*innen vor. Auch eigene Fragen sind willkommen.

Zielgruppe

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 9. Dezember, zwischen 11 und 12 Uhr statt und richtet sich an Multiplikatoren, Haupt- und Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Im Anschluss an den Online-Vortrag wird ein Handout mit den Empfehlungen des Vortrags sowie weiterführenden Informationen zum Thema zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Informationen
Anmeldung zum Onlinevortrag

Umgang mit Krisen und Konflikten in der Migrationssozialarbeit

Wie in allen Bereichen der Sozialen Arbeit kann es auch in den Tätigkeitsfeldern Migration und Integration zu Konflikten, Aggressionen oder körperlichen Auseinandersetzungen kommen. Die Online-Fortbildung des Fachzentrums für Soziale Arbeit in den Bereichen Migration und Integration bietet die Gelegenheit, sich mit derart kritischen Situationen auseinanderzusetzen und Kompetenzen in diesem Bereich zu erweitern.

Deeskalations- und Gewaltpräventionsstrategien kennenlernen

Über eine Online-Lernplattform vermitteln die Psychologin Parichehr Sharifi und der Sozialpädagoge und ehemalige Streetworker Sebastian Thull Fachwissen und Erfahrungswerte zu den Themen Deeskalation und Gewaltprävention. Anhand praktischer Übungen und diverser Fallbeispiele werden deeskalative Handlungsmöglichkeiten sowohl aufgezeigt als auch trainiert. Darüber hinaus bietet die Fortbildung genug Raum, eigene Erfahrungen aus der Arbeitspraxis einzubringen und zu reflektieren.

Umgang mit Krisen und Konflikten in der Migrationssozialarbeit lernen

Zur Anmeldung wenden sich alle Interessierten bis zum 25. November 2020 per E-Mail an veranstaltungen@isa-brb.de. Der Anmeldebogen ist am Ende dieses Textes verlinkt. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung. Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist, erfolgt die Platzvergabe nach Reihenfolge der Anmeldungseingänge. Die Teilnahmegebühr beträgt 80 Euro pro Person.

 

Weitere Informationen
Anmeldebogen zum Seminar

Menschen – Kennen- und Verstehenlernen

Projekt “Menschen – Kennen- und Verstehenlernen”

Im Rahmen des Projektes „Toleranz durch gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen mit Hilfe von Musik, Musikproduktion und Videoporträts” des Musikers Andreas Schulte und des Filmemachers Robert Lucas (Tecdocfilm) wurden Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund in ganz Brandenburg begleitet.

Videoreihe und Musik-CD: Menschen – Kennen- und Verstehenlernen

Das Ergebnis sind eine wunderbare Musik-CD mit 18 Liedern und eindrückliche Videoporträts, die die Erlebnisse, Emotionen, Träume und Pläne der Protagonistinnen und Protagonisten zum Ausdruck bringen. Die CD ist auf Anfrage bei der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/ Bündnis für Brandenburg“ erhältlich.

Alle zwölf Videos der Reihe lassen sich direkt hier in unserem Videoplayer abrufen:

Hintergrund

Das Projekt wurde vom Bündnis für Brandenburg gefördert.

 

Weitere Infos
Alle zwölf Videos des Projekts auf YouTube

Begegnungscafé Babelsberg an der Ostsee (Foto: Begegnungscafé Babelsberg)

Begegnungscafé Babelsberg on tour

Das Begegnungscafé der Evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg hat vom 11. bis zum 13. September eine Gruppenreise mit Geflüchteten und Helfern an die Ostsee durchgeführt. Wir präsentieren an dieser Stelle Auszüge aus dem Reisebericht.

Die Gruppenreise nach Warnemünde (…) war ein Volltreffer. 31 Personen reisten mit acht Autos (…) zur Jugendherberge, gleich gegenüber dem Strand. Bei herrlichem Wetter, abwechslungsreichem Programm, steigender Stimmung mit Picknick und Schwimmen blieb kein Wunsch offen. Unser Thema lautete: „30 Jahre Deutsche Einheit, 30 Jahre offene Grenzen, auch an der Ostsee“. Diese Grenze ist heute kaum noch vorstellbar. Uns war wichtig zu zeigen, dass politische Verhältnisse geändert wurden, dank der vielen Mutigen bei den friedlichen Demonstrationen.

Im Begegnungscafé kommen Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären. Sich kennenlernen auf einer Gruppenreise heißt: Aufeinander zugehen, andere Kulturen, Werte, Denkweisen kennenlernen, Vorurteile abbauen und Verschiedenheit als Bereicherung erleben. So sangen und tanzten wir am letzten Tag vor dem Strandcafé zu kurdischen und arabischen Liedern. Hier sprudelten die Lieder. Erst der Ruf zur Abfahrt nach Potsdam stoppte dieses Überborden der Gefühle und die Erinnerungen an die erste Heimat. Unser Anliegen, Begegnungen zu organisieren zwischen Kulturen, zwischen Nationen, zwischen Religionen, zwischen Menschen, war gelungen.
Diese Ostseereise war möglich durch die Förderung durch das Bündnis für Brandenburg und sein Klasse-Team sowie die Unterstützung durch das ehrenamtliche Engagement unserer Helfer.

Das Begegnungscafé ist ein niedrigschwelliges Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsnetzwerk für ein weit gefächertes Integrationsangebot. Zur Normalität sollten Respekt und Toleranz im Umgang miteinander gehören. Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass niemand zurücklassen wird und alle eine Chance bekommen, hier zurechtzukommen. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass noch mehr Altpotsdamer auf unsere neuen Nachbarn zugehen und diese Begegnungsangebote und den persönlichen Kontakt als Bereicherung wahrnehmen. Dass das wichtig ist zeigt eine der jüngsten Studien: Nur die Hälfte aller Geflüchteten hat regelmäßig Kontakt zu Deutschen. Da ist noch viel möglich und nötig. Das Begegnungscafé der evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg findet jeden Sonntag statt. Themen und Workshops in Gemeinschaft bei Kaffee und Kuchen! Ebenso: Deutschkurse, Vermittlung von Patenschaften, Beratung bei Behördenschreiben, Beratung und Unterstützung bei Alltagsanliegen, Unterstützung bei der Arbeits- und Wohnungssuche, Kleiderkammer, Annahme und Abgabe von Möbelspenden, Annahme und Abgabe von Fahrrädern, Foodsharing und Lebensmittelrettung, …

Die gemeinsamen Tages- oder Zweitagesausflüge mit über 50 Personen und einer langen Warteliste gehören zu den Höhepunkten der fast fünfjährigen Arbeit im Begegnungscafé. Fast 30 Ausflüge gehören dazu. Ziel der Exkursionen ist es: Gemeinschaft erleben, das politische System verstehen, Kultur kennenlernen, das Gelernte aus dem Deutschunterricht anwenden, die Umgebung erkunden, sehen, wie die Deutschen “ticken”, zusammen picknicken oder einfach eine Shisha rauchen … Der erste große Ausflug ging in den Harz, dann folgten Berlin und Potsdam mit Tierpark, Zoo, Friedrichstadtpalast, IGA, Theatervorstellungen im HOT, Besuch einer Film- und Lichtprojektion über die deutsche Geschichte am Reichstagsgebäude, Kinovorstellungen, Besuch im Deutschen Bundestag bei Dr. M. Schüle MdB a. D., Besuch beim Oberbürgermeister, …

Als Koordinatoren setzen wir uns mit unserem Team weiterhin für eine gelingende Integration Geflüchteter ein, unter dem Motto: Zusammen leben und zusammen wachsen. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei und überzeugen Sie sich von unserer Arbeit.

 

Was
Begegnungscafé der Evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg

Wann
sonntags, 15.30 bis 17.30 Uhr

Wo
Karl-Liebknecht-Straße 28, Potsdam Babelsberg

Das Theaterschiff Potsdam vor dem Hans Otto Theater (Foto: wikipedia.de Biberbaer, Lizenz: CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Stay away – Rettung ausgeschlossen!

Das Theaterschiff Potsdam setzt mit seiner neuen Produktion “Stay away – Rettung ausgeschlossen!” seine „Solidarität von Schiff zu Schiff“ fort.

“Stay away – Rettung ausgeschlossen!” – Worum geht es?

Ein Meer, zwei Ufer. Krieg auf der anderen Seite. Menschen flüchten von dort, sterben unterwegs. Ein Mensch ist angeklagt, weil er Menschen vor dem Sterben gerettet hat.

Das neue Stück des Theaterschiffes ist eine multimediale interaktive Auseinandersetzung mit Kernfragen der Demokratie und des Mensch Seins. Mit Fotos, Videoinstallationen, Tanz- und Spielszene wird der Zuschauer eingeladen, gemeinsam mit den anderen Passagieren auf eine Schiffsreise der anderen Art zu gehen – auf eine theatrale Reise zu Fragen, auf die Antworten gerade schwer fallen, die mit Konfrontationen von menschlicher Not verbunden sind, die verstören, ratlos und hilflos machen.

Eigene Erfahrungen, persönliche Fluchtgeschichten

Das Ensemble hat für eine Station dieser Reise das Thema „Flucht“ auch zu sich selbst geholt und erzählt eigene, ganz persönlichen Fluchtgeschichten. Im Mittelpunkt steht eine Gerichtsverhandlung, in der die Anklage des Seenotretters Sebastian Schmidt verhandelt wird.

„Ob Seenotretter Menschen aus dem Meer fischen müssen, oder unsere Kinder inzwischen zu Hunderten zum IS gehen. Das sind doch Extreme, Auswüchse und Anzeichen des totalen Kollapses der Werte einer bürgerlich- demokratischen Gesellschaft, die so mühsam aufgebaut worden ist“, sagt der Verteidiger des Angeklagten. Die Passagiere sind eingeladen, Antworten zu geben, wie sie entscheiden würden. Lässt sich eine gemeinsame Entscheidung finden?

Die Premiere der Uraufführung von “Stay away – Rettung ausgeschlossen!” findet am 3. Oktober  um 19:30 Uhr im Theaterschiff Potsdam statt. Eine Folgevorstellung ist am 4. Oktober um 17:00 Uhr geplant.

Hintergrund

Das Stück wird gefördert durch das „Bündnis für Brandenburg“.