Weltflüchtlingstag (Foto: luaeva – stock.adobe.com)

Weltflüchtlingstag: „Keine Ungleichbehandlung von Geflüchteten“

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni warnen Integrationsministerin Ursula Nonnemacher, Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier sowie die kommunalen Integrations-, Migrations- und Ausländerbeauftragten des Landes Brandenburg vor einer Ungleichbehandlung von Geflüchteten.

Weltflüchtlingstag – Krieg kennt keine kulturellen Grenzen

Integrationsministerin Ursula Nonnemacher: „Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erleben wir eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität in unserem Land, für die ich dankbar bin. Zum Weltflüchtlingstag ist es mir wichtig zu sagen, dass alle Menschen, die vor Krieg und Gewalt flüchten, in Brandenburg willkommen sind, denn Krieg kennt keine kulturellen Grenzen. Für Geflüchtete aus der Ukraine wurden gesetzliche Regelungen verändert, damit haben sie unter anderem einen frühen Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuche, zur gesetzlichen Krankenversicherung und auch zum Arbeitsmarkt. Unser Ziel muss sein, dass alle Geflüchteten die gleichen Ausgangsbedingungen haben. Dies gilt auch für Drittstaatsangehörige aus der Ukraine, die vielfach diskriminiert werden und nicht von einem unkomplizierten Verfahren profitieren können. Auch diese Menschen brauchen eine Perspektive in Brandenburg.“

Bei ihrer jährlichen Klausurtagung besuchen die Integrationsbeauftragten der Landkreise und kreisfreien Städte sowie die Landesintegrationsbeauftragte am Weltflüchtlingstag eine Gemeinschaftsunterkunft in Templin, um sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern aus verschiedenen Herkunftsländern zu ihrer aktuellen Situation auszutauschen. Von dort gibt es Berichte über unterschiedliche Teilhabemöglichkeiten beim Zugang zu Sprachkursen und zum Arbeitsmarkt, abhängig vom Verfahrensstand und der aufenthaltsrechtlichen Situation der Menschen.

Weltflüchtlingstag – Potenziale entfalten und nutzbar machen

Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier: „Ich freue mich sehr über die Zusage des Innenministers in der letzten Sitzung des Innenausschusses des Landtags, dass auch Brandenburg im Rahmen einer Vorgriffsregelung auf das Chancen-Aufenthaltsrecht für geduldete Geflüchtete zeitnah eine Bleibeperspektive schaffen wird. Der Landesintegrationsbeirat hat auf seiner letzten Sitzung im Mai ebenfalls eine entsprechende Empfehlung verabschiedet. Mit einer aufenthaltsrechtlichen Perspektive können geflüchtete Menschen ihre Potenziale entfalten und nutzbar machen.“

Für Menschen, die schon lange in Deutschland leben und im Besitz einer Duldung sind, sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung rechtliche Verbesserungen vor. Das sogenannte Chancen-Aufenthaltsrecht ermöglicht Menschen, die schon längere Zeit in Deutschland leben und im Besitz einer Duldung sind, ein Aufenthaltsrecht auf Probe. Einige Bundesländer haben im Rahmen einer Vorgriffsregelung zum sogenannten Chancen-Aufenthaltsrecht, ihre Ausländerbehörden angewiesen, die geplanten Gesetzesänderungen bereits zu berücksichtigen.

Gesellschaftliche Teilhabe für alle

Laura-Sophie Schaaf, Integrationsbeauftragte des Landkreises Potsdam-Mittelmark: „Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurden innerhalb kürzester Zeit alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um den flüchtenden Menschen ein schnelles und gutes Ankommen in Brandenburg und Deutschland zu ermöglichen. Viele andere Geflüchtete haben diese Erfahrung leider nicht gemacht. Sie warten teilweise jahrelang auf den Ausgang ihres Verfahrens, dürfen nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten oder in eine eigene Wohnung ziehen. Gesellschaftliche Teilhabe sollte allen Geflüchteten zugänglich gemacht werden, egal, aus welchem Land sie zu uns kommen.“

Tamara Gericke, Integrationsbeauftragte des Landkreises Uckermark: „Das Engagement und der Einsatz für Geflüchtete aus der Ukraine sollte für uns richtungsweisend sein bei der Frage, wie wir Menschen im Land Brandenburg willkommen heißen und aufnehmen wollen. Verbesserungen wie die sofortige Unterbringung in dezentralen Wohnformen für Geflüchtete und der schnelle Übergang in den Jobcenterleistungsbezug sollten auch für Menschen aus anderen Ländern zugänglich sein.“

Hintergrund

Der Weltflüchtlingstag wurde von der UN-Generalversammlung im Jahr 2000 ins Leben gerufen und wird seit dem 20. Juni 2001 weltweit begangen.

Laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht das Chancen-Aufenthaltsrecht vor, dass Menschen, die am 1. Januar 2022 seit fünf Jahren in Deutschland leben, nicht straffällig geworden sind und sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennen, eine einjährige Aufenthaltserlaubnis auf Probe erhalten können, um in dieser Zeit die übrigen Voraussetzungen für ein Bleiberecht zu erfüllen (insbesondere Lebensunterhaltssicherung und Identitätsnachweis gemäß §§ 25 a und b AufenthG).

Handlungskonzept "Tolerantes Brandenburg"

Handlungskonzept unter schwierigen Rahmenbedingungen verteidigen

Die Landesregierung sieht das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ weiter als gute Grundlage, um Demokratie und Freiheit in Brandenburg unter schwierigen Rahmenbedingungen zu verteidigen. Bei der Vorstellung des Berichts zum Umsetzung des Handlungskonzepts heute im Kabinett sagte die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider: „Auch in Brandenburg sind demokratiefeindliche Bestrebungen vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie erstarkt. Zugleich waren die Beratungs- und Netzwerkstrukturen aufgrund der Pandemieverordnungen erschwert. Dennoch konnten die Landesregierung und ihre Partner aufgrund der bewährten Strukturen immer wieder schnell und flexibel auf aktuelle Gefahren – sei es durch Verschwörungsideologen oder durch Rechtsextremisten – reagieren.“

Projekte mit Außenwirkung

So wurde im Spätherbst 2021 eine Beratungsstelle „Mitmensch“ eingerichtet. „Mitmensch“ berät Betroffene von Verschwörungserzählungen. Träger ist das Mobile Beratungsteam. Auch startete die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ Anfang dieses Jahres die Aktion „Brandenburg zeigt Haltung!“. Mit ihr wird für Demokratie, Solidarität und Zusammenhalt unter Nutzung verschiedenster Social-Media-Kanäle der Zivilgesellschaft geworben.

Der Bericht verweist zudem auf die von der Koordinierungsstelle erarbeiteten und geplanten Konzepte. Die Islamismus-Präventionsstrategie und das Konzept zur Demokratiestärkung wurden bereits vom Kabinett beschlossen. Ein Konzept gegen Rassismus wird erarbeitet. Für Aufsehen sorgte das Projekt des Kooperationsnetzwerks „Bänke gegen Rassismus“. Sie werden landesweit auf Marktplätzen, Schulhöfen, vor Rathäusern, Universitäten, Krankenhäusern und Polizeidienststellen aufgestellt. Mehr als 156 „Bänke gegen Rassismus“ stehen bereits im ganzen Land; weitere Anfragen liegen der Koordinierungsstelle bereits vor.

Weg entschlossen weiter gehen

Ministerin Schneider: „Die starke Resonanz auf diese originelle wie einfache Art der Meinungsäußerung hat die Landesregierung sehr gefreut. Sie zeigt, wie stark sich demokratische Prinzipien und eine Kultur der Achtsamkeit bei uns im Land entwickelt haben. Das alles macht Mut, unseren Weg für ein „Tolerantes Brandenburg“ entschlossen weiter zu gehen.“

Demokratie und Toleranz (Foto: picture alliance/Jan Haas)

Landesregierung legt Konzept zur Demokratiestärkung vor

Ob Brandenburger seit Generationen oder neudazugekommen, ob hier verwurzelt oder hier Wurzeln schlagend: Die demokratische Teilhabe aller Brandenburgerinnen und Brandenburger soll gestärkt werden. Dazu legte die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, gestern im Kabinett ein Konzept zur Demokratiestärkung vor. Im Dialog der Landesregierung mit der Zivilgesellschaft und den Kommunen wird es konkretisiert. In der Lausitz wird dazu im Herbst die erste Demokratiekonferenz stattfinden. Im Fokus stehen das engere Zusammenwirken von lokalen Netzwerken und Initiativen mit dem Beratungsnetzwerk „Tolerantes Brandenburg“. Schneider: „Auch Kommunen, Kreise und Land, lokal Engagierte und Wissenschaft sollen sich stärker vernetzen, um Teilhabe und Demokratie zu stärken.“

Demokratiestärkung: Teilhabe und politische Bildung verbessern

Ministerin Schneider weiter: „Hilfsbereitschaft, Solidarität, Weltoffenheit und Menschlichkeit – diese Werte sind in der Brandenburger Zivilgesellschaft fest verankert. Das Engagement der Brandenburgerinnen und Brandenburger gegenüber den Geflüchteten aus der Ukraine ist ein untrügliches Zeichen dafür. Diese demokratischen Werte sind aber nicht selbstverständlich und müssen immer wieder erlebt, gelebt, gestärkt, geschützt und gefördert werden. Daher ist es wichtig, dass die Landesregierung das demokratische Engagement vor Ort anerkennt, wertschätzt und begleitet. Zugleich stellen wir uns entschieden gegen alle physischen und psychischen Angriffe auf kommunale Amtsträger.“

Die Landesregierung wird mit dem Konzept, das als Handlungsrahmen dient und dynamisch ist, ihre Anstrengungen zum Beispiel in folgenden Bereichen ausbauen:

  • Verbesserung der formalen und informellen Teilhabe im lokalen Raum, z.B. durch die Förderung von Bürgerhaushalten, Bürgerdialogen zu wichtigen Themen vor Ort oder die Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement.
  • Stärkung der politischen Bildung für Kinder und Jugendliche (in der Schule und auch außerhalb) sowie für Erwachsene.
  • Unterstützung der Medienkompetenz in Schulen durch partizipative Unterrichtsmethoden und Projekte mit außerschulischen Partnern und durch Fortbildungen für Lehrkräfte.
  • Bessere Vernetzung der Strukturen und Angebote, z.B. über die geplanten Demokratiekonferenzen, die das Mobile Beratungsteam (demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung) und die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg / Bündnis für Brandenburg“ gemeinsam veranstalten werden.

Schneider: „Wer mitbestimmen und seinen Lebensraum mitgestalten kann, der identifiziert sich auch damit, engagiert sich in der Gemeinschaft, packt vor Ort mit an und prägt das Zusammenleben in unserem Brandenburg. Jede Idee, jede helfende Hand ist willkommen.“

Erarbeitungsprozess mit allen Ressorts und externen Expertinnen und Experten

Das Konzept ist Ergebnis eines ausgiebigen Erarbeitungsprozesses, an dem alle Ressorts, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten im Bereich Demokratiestärkung und -förderung beteiligt waren, wie Prof. Dr. Matthias Quent (Hochschule Magdeburg-Stendal; renommierter Soziologe, Rechtsextremismus-Forscher und Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena), Prof. Dr. Wolfgang Schroeder (Fachgebietsleiter „Politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel“ der Universität Kassel) sowie der Politikwissenschaftler und Philosoph em. Prof. Dr. Heinz Kleger (Universität Potsdam).

Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem Demokratiefördergesetz, das bis 2023 unter breiter Beteiligung zahlreicher Akteure auf den Weg gebracht werden soll. Rechtliche Rahmenbedingungen sollen damit verbessert, zivilgesellschaftliches Engagement verstetigt und Maßnahmen nachhaltig abgesichert werden. Schneider: „Vor diesem Hintergrund stellt das Konzept der Landesregierung eine gute Grundlage dar, um das geplante Bundesgesetz mit Leben zu erfüllen.“

Deutsch als Zweitsprache (Foto: Ingo Bartussek – stock.adobe.com)

Bildungsministerium unterstützt Deutschkurse für Geflüchtete aus der Ukraine

Viele Volkshochschulen und nach dem Brandenburgischen Weiterbildungsgesetz anerkannte Einrichtungen engagieren sich zur Unterstützung von Geflüchteten, etwa beim Deutschlernen. Damit Menschen aus der Ukraine bei Bedarf schnell die Möglichkeit erhalten, Grundlagen der deutschen Sprache zu erwerben, gibt es nun zusätzliche Fördermöglichkeiten.

Zunehmende Nachfrage nach Einsteiger-Deutschkursen

Bildungsministerin Britta Ernst: „Menschen, die aus der Ukraine nach Brandenburg geflüchtet sind, haben den Wunsch sich hier auf Deutsch zu verständigen. Die Motivation zum Sprachenlernen ist hoch, wie die zunehmende Nachfrage insbesondere nach Kursen für den Einstieg zeigt. Daher können nun auch kürzere Deutschkurse und unkompliziert zugängliche Lerncafés gefördert werden.“

Eine Förderung des MBJS ist nun möglich für:

  • einführende Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache mit dem Ziel erste Grundlagen der Verständigung zu vermitteln. Ein Kurs mit maximal 100 Unterrichtseinheiten kann mit bis zu 4.000 Euro unterstützt werden.
  • nicht kursförmige Sprachlernangebote für die Zweitsprache Deutsch wie zum Beispiel Lerncafés oder Lernwerkstätten. Diese Angebote sind offen ohne feste Anmeldung und greifen häufig auch Themen zum Aufenthalt in Deutschland auf, welche die Geflüchteten gerade beschäftigen, wie beispielsweise Wohnen oder Gesundheitsleistungen. Ein Lernangebot mit maximal 100 Einheiten kann mit bis zu 4.000 Euro unterstützt werden.
Hintergrund

Die Kurse und Lernangebote werden von den Volkshochschulen oder anerkannten Weiterbildungseinrichtungen durchgeführt. Sie dienen der Vermittlung von ersten Grundlagen der deutschen Sprache und sind daher umfangreicheren Sprachkursen wie etwa Integrationskursen vorgelagert. Als Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese Förderbereiche sollen in der aktuellen Situation insbesondere Erwachsene erreicht werden, die aus der Ukraine geflüchtet sind.

 

Weitere Informationen
Richtlinie Weiterbildungsveranstaltungen zur Integration
Unterstützung für geflüchtete Familien mit Kindern
Volkshochschulen in Brandenburg

Wie helfe ich einem traumatisierten Kind?

Wenn Menschen eine außergewöhnliche Bedrohung erleben, kann dies zu seelischen Verletzungen führen. Psychotherapeuten sprechen von einem Trauma. Das Wort „Trauma“ bedeutet „Wunde“. Kinder und Jugendliche sind besonders empfindlich und können durch bedrohliche Erlebnisse stark erschüttert werden.

Ratgeber für Eltern

Wie man einem traumatisierten Kind begegnen sollte, beschreibt der “Elternratgeber Flüchtlinge” der Bundespsychotherapeutenkammer. Der Ratgeber ist in vielen Sprachen verfügbar, unter anderem auf Ukrainisch.

Altersgerechte Ratschläge

Neben grundlegenden Informationen listet das Angebot der Bundespsychotherauptenkammer auch Ratschläge nach Altersgruppen – vom Kleinkind bis zum Jugendlichen. Rückmeldungen zum Angebot nimmt die Bundespsychotherapeutenkammer unter info@bptk.de entgegen.

 

Weitere Informationen
“Elternratgeber Flüchtlinge” der Bundespsychotherapeutenkammer

Online-Deutschkurse für Geflüchtete im vhs-Lernportal

Der Deutsche Volkshochschul-Verband bietet die Online-Deutschkurse auf seiner Lernplattform jetzt auch in einer Version auf Ukrainisch an. Das Portal umfasst eine breite Palette an Kursen, in denen Anfängerinnen und Anfänger wie Fortgeschrittene Deutschkenntnisse für Alltag und Beruf erwerben können.

Online-Deutschkurse kostenfrei – auch per App

Alle Kurse stehen den Geflüchteten kostenfrei zu Verfügung. Es werden lediglich ein Smartphone und ein Internetzugang benötigt. Mit den ebenfalls auf Ukrainisch vorhandenen Apps zu den Deutschkursen kann zudem offline gelernt werden. Alle Lernenden werden von Online-Tutoren unterstützt, diese korrigieren Aufgaben, motivieren und geben Lerntipps. So können insbesondere diejenigen Geflüchteten, die noch keinen Platz in einem Deutschkurs vor Ort gefunden haben, die Zeit nutzen, um selbständig mit dem Deutschlernen zu beginnen.

Für Dozentinnen, Dozenten und Freiwillige, die Geflüchtete beim Spracherwerb unterstützen möchten, veranstaltet der Deutsche Volkshochschul-Verband gratis Webseminare, in denen Inhalte und Funktionen der Plattform erläutert werden. Termine und Inhalte der Seminare finden sich unter www.vhs-lernportal.de/schulungen.

Flyer auf Ukrainisch können kostenlos bestellt werden unter www.vhs-lernportal.de/materialbestellung.

Hintergrund

Das vhs-Lernportal wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt.

 

Weitere Informationen
Lernplattform des Volkshochschul-Verbands

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Wichtige Links und Adressen für Deine Unterstützung von Geflüchteten

Du willst Geflüchteten aus der Ukraine helfen und kannst zum Beispiel ein Zimmer anbieten, weißt aber nicht, an wen Du Dich wenden sollst? Oder suchst Du eine Ansprechperson für Deine Frage rund um den Krieg in der Ukraine? Hier findest Du ein paar wichtige Adressen und weiterführende Links.

 

Du willst Dir einen ersten Überblick verschaffen?

Informationsseite der Staatskanzlei Brandenburg (Deutsch, Ukrainisch): https://landesregierung-brandenburg.de/ukraine

 

Du suchst eine zentrale Anlaufstelle im Netz für Hilfsgesuche und Hilfsangebote?

Hier wirst Du fündig: https://www.helpto.de/

 

Du suchst Antworten auf rechtliche Fragen?

Informationen des Brandenburger Innenministeriums Einreise/ Aufenthalt (Deutsch, Englisch, Ukrainisch): https://mik.brandenburg.de/mik/de/themen/auslaenderangelegenheiten/informationen-fuer-gefluechtete-aus-der-ukraine/

 

Du suchst Antworten auf sozialrechtliche Fragen, zur privaten Unterbringung und zur medizinischen Versorgung?

Informationen des Brandenburger Sozialministeriums: https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/themen/integration/gefluechtete-aus-ukraine/

 

Du willst Dich ehrenamtlich engagieren?

Dann schau auf die Seite Ehrenamt in Brandenburg: https://ehrenamt-in-brandenburg.de/ukraine/

 

Du kannst ein Zimmer oder eine Wohnung anbieten?

Dann sende Dein Angebot an diese E-Mail-Adresse: unterkunftsangebote.ukraine@msgiv.brandenburg.de. Die Angebote werden von dort an Deine/n Landkreis/kreisfreie Stadt, die die Unterbringung vor Ort koordinieren, weitergeleitet.

 

Du suchst Kontakt zu der Ausländerbehörde Deines Landkreises oder Deiner Stadt?

Hier findest Du die lokalen Ausländerbehörden (Deutsch/Englisch): https://mik.brandenburg.de/mik/de/themen/auslaenderangelegenheiten/ukraine-informationen-fuer-gefluechtete/

 

Du suchst die Integrationsbeauftragten für Deinen Landkreis/Deine Stadt, lokale Beratungsstellen oder Willkommensinitiativen in Deiner Region?

Hier wirst Du fündig (Deutsch, Englisch, Russisch): https://www.fluechtlingsrat-brandenburg.de/adressen/

 

Du benötigst Hilfe beim Dolmetschen?

Wende Dich an den Gemeindedolmetschdienst von Brandenburg. Die Vermittlungszentrale ist Montag – Freitags von 9.00 – 14.00 Uhr unter 0331 9676 257 oder via E-Mail vermittlungszentrale(at)isa-brb.de erreichbar. https://www.isa-brb.de

 

Du suchst Informationen zum Thema Versicherungsschutz?

Wann Du als Helferin oder Helfer versichert bist, erfährst Du hier: https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/wann-sind-ehrenamtliche-fluechtlingshelfer-unfallversichert.html. Wie Geflüchtete, die sich in Sportvereinen beteiligen, versichert sind, erfährst Du hier: https://lsb-brandenburg.de/news/sicher-beim-sport-ukrainische-fluechtende-in-sportvereinen-versichert

 

Du benötigst Informationen für Studierende und Studieninteressierte aus der Ukraine?

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat eine hilfreiche Übersicht der häufigsten Fragen mit Antworten zusammengestellt: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/wissenschaft/faq-studierende-ukraine/.

Bündnis fördert „Willkommensbibliothek“ für Geflüchtete aus der Ukraine in OPR

In eigener Sache: Das Bündnis für Brandenburg unterstützt die „Willkommensbibliothek“ des Fördervereins der öffentlichen Bibliotheken des Landkreises Ostprignitz-Ruppin mit 6.000 Euro. Das zu Monatsbeginn gestartete Projekt will Geflüchtete aus der Ukraine dabei unterstützen, sich in Deutschland zu orientieren und insbesondere Kinder auf den Besuch der Schulen und Kindereinrichtungen vorbereiten.

50 Bücherpakete zum Sprachelernen

Der Förderverein schafft Kinderbücher in deutscher und ukrainischer Sprache an. Diese sollen Geflüchteten aus der Ukraine eine erste Hilfestellung bei der Orientierung in Deutschland und dem Erlernen der deutschen Sprache geben. Die Bücher werden an Flüchtlingseinrichtungen, in Wohnungen und sonstigen Quartieren verteilt und sollen auch in Schulen und Kindereinrichtungen zum Einsatz kommen. Mit dem Projekt werden insgesamt 50 Bücherpakete dezentral im gesamten Landkreis bereitgestellt.

Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Viele Brandenburgerinnen und Brandenburger heißen die Geflüchteten aus der Ukraine willkommen, unterstützen sie und wollen ihnen von Beginn an soziale Teilhabe ermöglichen. Das ist auch nötig, denn die meisten der zu uns Kommenden haben unvorstellbares Leid durchgemacht, sind traumatisiert und brauchen Halt und Orientierung in einer für sie fremden Umgebung. Sprache ist dabei natürlich ein besonders wichtiger Schlüssel. Umso mehr freue ich mich, dass wir durch das Bündnis für Brandenburg das Projekt des Fördervereins im Landkreis Ostprignitz-Ruppin unterstützen können.“

Ohne Umweg in die Bibliothek: Bücher gelangen direkt zu Geflüchteten

Sabine Ehrlich, Leiterin der Bibliothek Neustadt und Vereinsvorsitzende: „Der Förderverein unterstützt nicht nur die Arbeit der Bibliotheken in der Region, sondern trägt auch seit Jahren zum kulturellen und sozialen Leben bei. Mit der “Willkommensbibliothek” wollen wir die Akteure der Region bei der Betreuung und Integration der ukrainischen Flüchtlinge unterstützen. Besonders wichtig war uns, dass nicht die Geflüchteten zu den Büchern in die Bibliotheken kommen müssen, sondern dass die Bücher dorthin gelangen, wo die Menschen sind.“

Über die Bücherpakete der „Willkommensbibliothek“ hinaus ist geplant, dass alle Bibliotheken im Landkreis ihren Bestand mit entsprechender Literatur ergänzen. Kontakt: Bibliothek Neustadt (Dosse), Leiterin Sabine Ehrlich, Am Vogelsang 24d, Telefon: 033970/94 97 65, E-Mail: bibliothek@neustadt-dosse.de.

Hilfeportal "Germany4Ukraine"

Information zum Hilfe-Portal „Germany4Ukraine“

Das Hilfe-Portal “Germany4Ukraine”, erreichbar unter www.germany4ukraine.de, ist seit Mitte März mehrsprachig verfügbar. Auf der Startseite ist seit Freitag, dem 1. April,  ein offizielles Grußwort von Bundesinnenministerin Fancy Faeser an die Geflüchteten aus der Ukraine eingebunden.

Digitalisierungslabor erkundet Weiterentwicklungsbedarf

Seit Montag, dem 4. April, steht die mobile Applikation “Germany4Ukraine” in den App Stores (Android und iOS) zum Download bereit. In den vergangen zwei Wochen wurden bereits zusätzliche Informationen zu den Themengebieten „Arbeits- und Sozialleistungen“ sowie „Mobilitätsangebote“ live geschaltet. Zur kollaborativen Weiterentwicklung des Portals fand bereits ein Digitalisierungslabor mit ukrainischen Geflüchteten und verschiedenen Partnern statt. Ziel war es, die Geflüchteten direkt in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Staatssekretär Dr. Markus Richter waren beim Digitalisierungslabor zu Besuch.

Kooperationspartner helfen bei der Unterkunftsvermittlung

Die Kooperationspartner #Unterkunft-Ukraine und AirBnb.org haben das große Vermittlungspotential von Geflüchteten an private Anbieter offengelegt und ermöglicht. Das Bundesinnenministerium ist bemüht, die Initiativen bei der Umsetzung zu unterstützen. Das betrifft vor allem die Sicherheit, insbesondere den Prüfprozess für die Unterkunftsanbieter und den sicheren Vermittlungsprozess für Geflüchtete. #Unterkunft-Ukraine hat in den vergangenen fünf Wochen knapp 12.000 Geflüchteten eine private Unterkunft vermitteln können. Das in den vergangenen 14 Tagen aufgebaute professionelle Call-Center tätigt mittlerweile rund 3.000 Telefonate pro Tag, sodass vergangene Woche allein auf diesem Weg über 2.500 Flüchtenden über #Unterkunft-Ukraine eine private Unterkunft angeboten werden konnte. Auf Airbnb.org wurde bereits für über 600 Geflüchteten eine vorübergehende Bleibe zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Informationen
Hilfeportal “Germany4Ukraine”

Koordinierungsstelle "Gewaltschutz für geflüchtete Frauen" (Foto: ninocare/pixabay.com)

Landesweite Präventionskampagne gegen häusliche Gewalt

Der Landespräventionsrat, das Sozialministerium und das Bündnis für Brandenburg fördern gemeinsam eine Präventionskampagne des Netzwerks der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. (NbF) zum Schutz vor häuslicher Gewalt. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass jede dritte Frau in ihrem Leben Gewalt erlebt, viele davon in ihrer eigenen Beziehung. Mit der Kampagne sollen alle Menschen bestärkt werden, Betroffene zu unterstützen, die Gewaltspirale zu durchbrechen und so Schlimmeres zu verhindern.

Häusliche Gewalt: Hinschauen und Handeln

Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Bei häuslicher Gewalt müssen wir alle hinschauen und handeln. Wir müssen daher weiterhin ausreichend für das Thema sensibilisieren. Um möglichst viele Frauen zu erreichen, auch Geflüchtete und Migrantinnen, ist ein breiter Zugang zu Informationen in mehreren Sprachen notwendig. Die gemeinsame Förderung der Kampagne durch das Sozial- und Innenministerium und das Bündnis für Brandenburg zeigt, dass häusliche Gewalt ein Querschnittsthema ist, das uns alle angeht!”

Viele Frauen, die in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern allein oder mit ihren Kindern ankommen, werden durch Dritte dorthin vermittelt. Das heißt, sie sind darauf angewiesen, in ihren täglichen Kontakten auf Menschen zu treffen, die für das Thema Partnerschaftsgewalt sensibilisiert sind. Die Kampagne „Häusliche Gewalt. Sie können etwas tun.” will die Gruppe der potenziellen Vermittlerinnen und Vermittler vergrößern. Sie richtet sich vornehmlich an Menschen, die in familien- und körpernahen Berufen arbeiten und dadurch mitbekommen können, wenn es in einer Partnerschaft zu Gewalt kommt.

Catrin Seeger, Vorstandsfrau des NbF: „Wir wollen diese Fachkräfte ermutigen und befähigen, hinzuschauen, Zeichen häuslicher Gewalt zu erkennen, die betroffenen Frauen sensibel anzusprechen und an die richtigen Stellen, nämlich die Expertinnen in der Frauenberatungsstelle oder im Frauenhaus in ihrer Nähe, zu vermitteln.”

Gewaltschutz neu denken

Zum Start der Kampagne würdigt Frauenministerin Ursula Nonnemacher das interdisziplinäre Agieren: „Im Einvernehmen vieler starker Partner:innen  ist es gelungen, den Gewaltschutz von Frauen neu zu denken. Das Problem der Gewaltbetroffenheit bleibt nicht länger allein bei den Frauen. In ganz Brandenburg engagieren sich künftig viele Fachkräfte und Bürger:innen, um gemeinsam mit den Brandenburger Frauenhäusern betroffenen Frauen und Kindern Hilfe zu bieten.”

Der Vorsitzende des Landespräventionsrates, Innenminister Michael Stübgen: „Ein zeitgemäßer und umfassender Schutz von Opfern häuslicher Gewalt besteht aus verschiedenen Komponenten. Dazu gehören Gesetzesentwürfe, die das Innenministerium gerade mit allen Beteiligten für die parlamentarische Beratung und Entscheidung abstimmt. Dazu gehören aber auch Aufklärungskampagnen wie die des Netzwerks brandenburgische Frauenhäuser, die ein wichtiger Bestandteil sind. Deshalb ist mir die Unterstützung dieses Projekts durch den Landespräventionsrat ein besonderes Anliegen.”

Der Landespräventionsbeauftragte Kay Kasüschke betont: „Die Gesellschaft darf häuslicher Gewalt nicht ohnmächtig begegnen. Die Gewaltbetroffenheit von Frauen und Kindern ist so erschreckend hoch, dass wir alle aktiv werden müssen.”

Hintergrund

Die notwendigen Informationen erhalten Fachkräfte kompakt- als Plakat zum Aufhängen im Büro, als Booklet in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Hocharabisch und Polnisch) für die Hosentasche und als Videoclip. Mit dem Aufkleber „Wir glauben Ihnen.” kann der Arbeitsplatz als vertrauensvoller Ort, an dem Betroffene sich öffnen können markiert werden. Eine begleitende Social Media Kampagne schafft breite Öffentlichkeit weit über die primären Zielgruppen hinaus. An der Entwicklung des Konzeptes war u.a. auch der Flüchtlingsrat Brandenburg beteiligt, um auch die Zielgruppe der geflüchteten Frauen und Migrantinnen noch besser erreichen zu können.

Alle Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.nbfev.de/sie-koennen-etwas-tun. Das Material ist ab sofort bei dem Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser erhältlich. Maren Küster und Laura Kapp von der Koordinierungsstelle des NbF e.V. beantworten gerne Ihre Fragen und können weitere Interviewpartnerinnen vermitteln:

Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. – Koordinierungsstelle –
Charlottenstraße 121, 14467 Potsdam
koordinierung@nbfev.de
0331 – 813 298 47

 

Weitere Informationen
Webseite mit allen Informationen zur neuen Kampagne