Ferienaktivitäten für geflüchtete Kinder (Quelle: strichfiguren.de – stock.adobe.com)

Förderung gemeinsamer Aktivitäten mit geflüchteten Kindern

Die Ferien haben begonnen und der Besuch im Freibad, sportliche Betätigungen sowie Ausflüge in die Umgebung gehören für die meisten Schülerinnen und Schüler einfach dazu. Viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler unternehmen gemeinsam mit geflüchteten Kindern und Familien Ferienaktivitäten. Sie werden durch ein besonderes Förderprogramm, den “Kindersommer”, dabei unterstützt. Für Eintrittsgelder, Fahrtkosten und einiges mehr können ehrenamtlich Engagierte eine finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 500 € bei der Landesintegrationsbeauftragten beantragen.

Vor allem Junge beim Ankommen unterstützen

Besonders begrüßt werden gemeinsame Unternehmungen mit Kindern und Jugendlichen aus Brandenburg. Miteinander Zeit zu verbringen hilft dabei, sich gegenseitig besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Es unterstützt die jungen Geflüchteten beim Ankommen im Land Brandenburg.

Sonderprogramm für Aktivitäten mit geflüchteten Kindern

Dr. Doris Lemmermeier: „Die Ferien genießen, mit Freunden eine schöne Zeit verbringen und vielleicht sogar neue finden, das tut gut. Ehrenamtliche engagieren sich dafür, dass auch geflüchtete Kinder und Jugendliche die Chance dazu bekommen. Im Rahmen unserer Unterstützung für Willkommensinitiativen bieten wir deshalb dieses Sonderprogramm für die Ferien an. Wir freuen uns, wenn viele diese tolle Fördermöglichkeit nutzen.“

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften (Foto: maho – stock.adobe.com)

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg startet wieder das IQ Projekt „Brückenmaßnahme für die Akademikerinnen und Akademiker in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften“. Ziel der Maßnahme ist es, den Teilnehmenden einschlägiges Fachwissen, überfachliche Qualifikationen und Kontakte zu vermitteln, die einen (Wieder-)einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften will Arbeitsmarktintegration verbessern

Teilnahmevoraussetzungen sind ein ausländischer akademischer Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) in den Fachbereichen Ingenieurs- oder Naturwissenschaften, ein Wohnsitz in Deutschland im Land Brandenburg und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2.

Die Bückenmaßnahme besteht aus vier Säulen: Erstens, aus einer fachspezifischen Qualifizierung in Form von kursbasierten Fachmodulen in geschlossenen Gruppen, zweitens, aus einer fachübergreifenden Qualifizierung mittels Coaching und Soft-Skill-Seminaren, drittens, aus einem integriertem Fach-  und Sprachlernen und, viertens, aus einem Fachpraktikum als abschließendem Modul.

Vier Monate ab Oktober 2019

Die universitäre Qualifizierung findet in Vollzeit statt, Präsenzzeiten sind Montag bis Freitag. Die Dauer der Maßnahme beträgt ca. vier Monate, Start ist am 14. Oktober 2019. Maximal stehen 20 Plätze zur Verfügung. Alle Veranstaltungen finden an der BTU im Lehrgebäude 10 in Cottbus statt.

Als Ansprechpartnerin steht Frau Elena Sviridova (E-Mail: elena.sviridova@b-tu.de, Telefon 0355 69 3728) zur Verfügung, die auch Auskunft zu den der Bewerbung beizufügenden Unterlagen gibt.

 

Weitere Informationen
Anmeldefragebogen und weitere Details

 

Weltflüchtlingstag (Foto: luaeva – stock.adobe.com)

Rolle von geflüchteten Frauen in den Blick nehmen

Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier: „Der Weltflüchtlingstag ist ein guter Anlass, die besondere Rolle von geflüchteten Frauen stärker in den Blick zu nehmen. Frauen spielen im Integrationsprozess eine sehr wichtige Rolle. Im letzten Jahr fand in Brandenburg erstmals eine landesweite Konferenz geflüchteter Frauen unter dem Motto ‚Unsere Stimme zählt!!‘ statt. Dieses Motto ist Programm. Wir möchten geflüchtete Frauen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben in Brandenburg unterstützen und sicherstellen, dass ihre Stimme gehört wird. Ich bin froh, dass Träger wie HochDrei e.V. sich für den Integrationsprozess von Frauen engagieren.“

Seminar für geflüchtete Frauen zum Weltflüchtlingstag

Vom 21. bis zum 23. Juni findet beim Bildungsträger HochDrei e.V. in Potsdam ein zweisprachiges Seminar für geflüchtete Frauen statt. Es richtet sich vor allem an Frauen aus Westafrika und an Frauen, die sich in Deutsch oder Französisch verständigen können. Die Teilnehmerinnen verbringen das Wochenende gemeinsam in der Bildungsstätte.

Das Seminar richtet sich an deutsch- oder französischsprachige Teilnehmerinnen. Themen sind Politik, das Verhältnis von Männern und Frauen, Chancen und Herausforderungen der Kinder sowie persönliche Perspektiven. Mit spannenden, kreativen Übungen, Inputs, Diskussionen und Erfahrungsaustausch verbringen die Teilnehmerinnen ein abwechslungsreiches Wochenende. Das Projekt findet in Kooperation mit Refugees Emancipation, einer Flüchtlingsselbsthilfeorganisation, statt.

Birgit Weidemann, Geschäftsführerin von HochDrei e.V.: „Ein neues Land ist zu Beginn immer ein großes Rätsel. Was denken die Menschen, nach welchen Gesetzen richten sie sich, welche ungeschriebenen Regeln gibt es, wie komme ich an Informationen? Die Teilnehmerinnen erarbeiten praktische Kenntnisse, tauschen sich über Erfahrungen aus und diskutieren Möglichkeiten, die ihnen das Leben in Deutschland bietet.“

Gleichberechtigt leben können

Die Veranstaltung ist Teil des Modellprojekts „Wir sind da: Ein Projekt auf 2 Beinen. Integration von geflüchteten Erwachsenen und Kindern durch politische Bildung“, gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung. Die Frauenprojekte werden von der Integrationsbeauftragten und der Landesgleichstellungsbeauftragten aus Mitteln des Sozialministeriums kofinanziert. Ein spezielles Förderprogramm für Frauen- und Mädchenprojekte macht dies möglich. Gemeinsam leiten die beiden Beauftragten auch die Arbeitsgruppe „Geflüchtete Frauen in Brandenburg“ unter dem Dach des Landesintegrationsbeirats.

Monika von der Lippe, Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frauen und Männern, sagt: „Mit diesem Förderprogramm und dem Wirken der Arbeitsgruppe „Geflüchtete Frauen“ nehmen wir Landesbeauftragten die langfristige Integration von geflüchteten Frauen in den Blick. Auch sie sollen gut in Brandenburg ankommen, ihre Rechte kennen und wahrnehmen, damit sie gleichberechtigt leben können.“

Hintergrund

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 immer am 20. Juni stattfindet. Die deutsche Bundesregierung beschloss zudem im Jahr 2014, zu diesem Termin einen „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ einzuführen.

Neues Angebot in Potsdam: Medien-Workshops für Geflüchtete (Foto: contrastwerkstatt – stock.adobe.com)

Sozialministerin Karawanskij unterstützt Medien-Workshops für Geflüchtete

Internetseiten gestalten, Texte und Kurzfilme online stellen, Soziale Medien richtig nutzen – das alles können Geflüchtete beim Potsdamer Verein INWOLE in einer neuen Workshop-Reihe lernen. Sozialministerin Susanna Karawanskij unterstützt das Projekt „Emanzipatorische Medienbildung mit Geflüchteten“ mit Lottomitteln. Bei einem Besuch überreichte sie dafür heute einen symbolischen Lottomittel-Scheck in Höhe von 7.520 Euro. Gemeinsam mit Landesintegrationsbeauftragten Dr. Doris Lemmermeier informierte sie sich über die Arbeit von „INWOLE – Verein zur Förderung innovativer Wohn- und Lebensformen“ und sprach mit Geflüchteten über ihre Erfahrungen.

Medien-Workshops: Kommunikation und Medien Schlüssel zur Integration

Sozialministerin Karawanskij: „Sprache und Kommunikation sind ein Schlüssel zur Integration. Kommunikation erfolgt in unserer Gesellschaft immer stärker über digitale Medien. Deshalb finde ich es gut und wichtig, dass auch Geflüchtete Hilfe bekommen, um sich mit neuen Medien auszutauschen.“

Landesintegrationsbeauftragte Lemmermeier: „Geflüchtete und Menschen mit einem Migrationshintergrund möchten sich in unserer Gesellschaft einbringen und wie jeder andere am Leben teilhaben. Sie haben viel zu erzählen und gute Ideen. Aber wer Soziale Medien nicht nutzen kann, ist in unserer Gesellschaft von der Kommunikation fast ausgeschlossen. Ich finde das Engagement des Vereins INWOLE deshalb sehr gut.“

Hintergrund

Der INWOLE e.V. ist ein freier Träger der Jugendhilfe und engagiert sich unter anderem im Bereich der politischen Bildung. Er hat seinen Sitz in Potsdam-Babelsberg, wo er eine staatlich anerkannte Jugendbildungsstätte mit einem Seminar- und Projekthaus betreibt. Mit dem Projekt „Emanzipatorische Medienbildung mit Geflüchteten“ bietet der Verein verschiedene Workshops und Kurse für Menschen mit Migrationshintergrund an, in denen sie zum Beispiel lernen, Internetseiten zu gestalten oder Filme zu drehen. Ziel ist die Verbesserung der kommunikativen und sozialen Kenntnisse und damit eine Verbesserung von gesellschaftlicher Teilhabe und Partizipation.

Sommer-Camp für an Pflegeberufen Interessierte (Foto: familiencampus-lausitz.de)

Sommer-Camp für an Pflegeberufen Interessierte

Im Schipkauer Ortsteil Klettwitz wird ab dem 24. Juni ein kostenfreies, 14-tägiges Sommer-Camp für Geflüchtete und Einwanderinnen und Einwanderer mit Interesse an einer Ausbildung in einem Pflegeberuf stattfinden.

Sommer-Camp wird vom MASGF gefördert

Seit 2017 fördert das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Brandenburg (MASGF), das Projekt „National Matching Brandenburg“ zur beruflichen Integration von Geflüchteten mit abgeschlossener, angefangener oder gewünschter Ausbildung im Gesundheitswesen. Ziel ist es, möglichst optimale Integrationsprozesse für medizinisch ausgebildete Fachkräfte zu entwickeln, zu erproben und damit einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Brandenburger Gesundheitswesen zu leisten.

Die Durchführung eines zweiwöchigen Sommer-Camps für geflüchtete und auch deutsche Jugendliche auf dem FamilienCampus LAUSITZ, dient zur Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung im Brandenburger Gesundheitswesen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten in 14 Tagen Informationen rund um die Ausbildung, lernen Ausbildungsinhalte sowie die praktische Arbeit von Pflegekräften kennen. In den Nachmittagsstunden besteht am FamilienCampus LAUSITZ zudem die Möglichkeit, im Therapiekletterpark „ZusammenHang“ seine persönlichen Grenzen auszutesten, Selbsterfahrung mit Vierbeinern auf dem „PferdeGut“ zu sammeln und sich in der internationalen Küche der „LernBar“ auszuprobieren.

Noch Plätze frei

Als Extra kann ein Erste-Hilfe-Kurs absolviert werden, der für den späteren Erwerb eines Führerscheins notwendig ist. Manja Minihoffer, Mitarbeiterin im National Matching-Team verrät: „Freuen würden wir uns sehr über eine Anmeldung von deutschen Jugendlichen, die ein Interesse an einer Ausbildung in einem Pflegeberuf haben. Es sind noch Plätze frei.“

Interessierte können sich bei Frau Minihoffer vom FamilienCampus (Tel: 03573 753-620) oder bei Herrn Winkelmann von der WEQUA GmbH (Tel: 03574 4676-2060) anmelden.

Szene aus "Was ihr wollt" (Foto: Manfred Wolf)

“Sanssouci avec Shakespeare” geht auf Tour

Shakespeares turbulente Verwechslungskomödie „Was ihr wollt“, das aktuelle Projekt des Integrationstheaters „Sanssouci avec Shakespeare“, geht auf Tour. Studierende der Universität Potsdam stehen bei der innovativen Darbietung gemeinsam mit Austauschstudierenden und jungen Migranten auf der Bühne.

Rollen in verschiedenen Sprachen

Das Besondere dabei ist, dass sie in ihren Rollen verschiedene Sprachen sprechen: Englisch, Deutsch, Arabisch, Persisch, Türkisch, Kurdisch, Hindi und Italienisch. Die ungewöhnliche Inszenierung von Regisseur Kaspar von Erffa, die im März im Potsdamer Treffpunkt Freizeit Premiere hatte, wird in Schwedt, Bad Belzig, Brandenburg/Havel und Potsdam zu sehen sein. Der Eintritt ist überwiegend frei, in Schwedt kostet er 3 Euro. Spenden werden gern entgegen genommen.

Nach dem Märchen „Der Sturm“ und dem Krimi „Der Kaufmann von Venedig“ zeigt das Integrationstheater mit „Was Ihr Wollt“ erstmals eine romantische Komödie Shakespeares: Ein Schiffbruch spült Viola ans Ufer des vom Fürsten Orsino regierten Landes. Zum Überleben verkleidet sich Viola als Mann, wird als Cesario Diener des Fürsten – und verliebt sich in ihn. Orsino schickt Cesario mit Liebesbotschaften zur schönen Gräfin Olivia. Doch statt für den Fürsten schwärmt die Gräfin von dem hübschen jungen Liebesboten – der doch in Wahrheit eine Frau ist …

Proben fürs Miteinander

Im Mittelpunkt der Probenarbeit stand erneut der intensive Austausch junger Menschen unterschiedlicher Herkunft, die hier spielend ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen stärken konnten. Der Verständigung diente zudem, dass alle Schauspieler ihre Rollen nicht nur in der eigenen, sondern auch in mindestens einer fremden Sprache erlernen.

Die Produktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitätsgesellschaft Potsdam e. V. mit dem Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen der Universität Potsdam, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Landeshauptstadt Potsdam und des Rotary Clubs Potsdam.

Tourdaten

Do, 13. Juni, 17:45 Uhr – Uckermärkische Bühnen, Berliner Str. 46/48, Schwedt an der Oder
So, 16. Juni, 18:00 Uhr – Aula der Ritterakademie, Burghof 2, Brandenburg an der Havel
Do, 20. Juni, 19:30 Uhr – Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, Potsdam
Sa, 22. Juni, 18:00 Uhr – KleinKunstWerk, Mühlenhölzchen 1a, Bad Belzig

Anmeldung per E-Mail an lust.auf.theater@gmx.de

 

Weitere Informationen
Webseite zum Theaterprojekt

Buchprojekt "Todesursache: Flucht" (Symbolfoto mit Flüchtlingsboot) (Foto: Andreas Kroyer – stock.adobe.com)

“Todesursache: Flucht” erscheint in zweiter Auflage

Pünktlich zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni erscheint die zweite, überarbeitete Auflage des Buches “Todesursache: Flucht – Eine unvollständige Liste”.

Buchprojekt “Todesursache: Flucht” will Ausmaß der Tragödie zeigen

In den vergangenen 25 Jahren sind mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen. Das Buch enthält die Liste der belegten Fälle dieser Toten. Zusammengestellt wurde diese Liste ursprünglich von der Organisation UNITED for Intercultural Action in Amsterdam. Die meisten Toten sind ohne Namen verzeichnet. Die Herausgeberinnen Anja Tuckermann und Kristina Milz möchten beispielhaft einige Namen nennen und die Menschen, die sie waren, dem Vergessen entreißen, um das Ausmaß dieser Tragödie besser zu fassen – und der Debatte um Flucht und Tod ein menschliches Antlitz zu geben.

Die mehr als 300 Buchseiten umfassende Liste wird ergänzt um kurze Porträtgeschichten von einigen der Gestorbenen, Berichten von Überlebenden und Beiträgen von Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, Rolf Gössner, Kuratoriumsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte, Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Carlos Collado Seidel, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland, Heike Martin, Bündnis „Gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie“, Jad Lehmann-Abi-Haidar, Aynouna e. V., Stephan Lessenich, Professor für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München u. a.

Hintergrund

Initiatorinnen des Projektes sind Kristina Milz, freie Journalistin und Historikerin, und Anja Tuckermann, Autorin von Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, Libretti und Bilderbüchern.

 

Weitere Informationen
Webseite des Verlags mit (Vor-)Bestellmöglichkeit

Fortbildungen zu Arbeitsmarktintegration und interkultureller Kompetenz

Fortbildungen zu Arbeitsmarktintegration und interkultureller Kompetenz

Mit kostenlosen Fortbildungsangeboten zu den Themen Arbeitsmarktintegration und interkultureller Kompetenz wendet sich das IQ Netzwerk Brandenburg an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Migrationssozialarbeit.

Kostenlose Fortbildungen zu Arbeitsmarktintegration und interkultureller Kompetenz

Das Thema ist bekannt: Damit die Integration Geflüchteter in die Gesellschaft gelingt, muss auch ihre Integration in den Arbeitsmarkt gelingen. Neben den Aktivitäten der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit kommt es besonders darauf an, dass sich Menschen mit Fluchtgeschichte frühzeitig niederschwellig über den deutschen und regionalen Arbeitsmarkt, die Anerkennung von Berufsqualifikationen sowie Unterstützungsangebote informieren können. Wichtige Ansprechpersonen sind hierfür die Beschäftigten in der Migrationssozialarbeit, die Personen, die in den Aufnahmeeinrichtungen und dezentralen Unterbringung die Geflüchteten durch soziale Beratung und Begleitung unterstützen, und auf diesem Gebiet ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Die kostenlos angebotenen Fortbildungen des IQ Netzwerks zeigen rechtliche Aspekte auf, weisen auf Möglichkeiten und Restriktionen der Arbeitsmarktintegration hin, stellen Verfahren zur Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse vor und weisen auf finanzielle Fördermöglichkeiten hin. Auf diese Weise soll eine gute Erst- und Verweisberatung sichergestellt werden. Darüber hinaus können im Rahmen der Fortbildungen die sozialen und interkulturellen Kompetenzen der Teilnehmenden gestärkt und der Erfahrungsaustausch der Beteiligten gefördert werden.

Geplante Termine im Sommer/Herbst 2019

Für das zweite Halbjahr 2019 stehen für die ein- bis zweitägige Fortbildung “Grundlagen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und interkultureller Kompetenz” bereits folgende Termine fest: Am 13. August in Oranienburg, vom 27. bis zum 28. August in Fürstenwalde, vom 11. bis zum 12. September in Finsterwalde, am 21. September in Strausberg, vom 22. bis zum 23. Oktober in Schwedt, vom 12. bis zum 13. November in Potsdam.

Darüber hinaus bietet das IQ Netzwerk Brandenburg Inhouse-Fortbildungen für die betriebsnahe Weiterbildung an, ebenso bedarfsgerecht zugeschnittene Schulungen, die speziell nach den Wünschen der Auftraggeber konzipiert werden.

 

Weitere Informationen
Info-Flyer zu Fortbildungsangeboten des IQ Netzwerks Brandenburg (PDF)
Terminübersicht für geplante Fortbildungen inkl. Anmeldeschluss (PDF)

Kinder (Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com)

„Junge Brückenbauerin mit großem Herz“

Für ihren Einsatz für ein besseres Miteinander von Geflüchteten und Einheimischen in Potsdam ist die Schülerin Ellen Schultz heute von der Staatskanzlei als „Ehrenamtlerin des Monats“ ausgezeichnet worden. Seit drei Jahren engagiert sie sich im Begegnungscafé der Kirchengemeinde Babelsberg. Es ist Anlaufstelle für Geflüchtete und bietet seelsorgerische Gespräche, individuelle Begleitung und gemeinsame Workshops an. Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Martin Gorholt, nannte die Schülerin heute eine „junge Brückenbauerin mit großem Herz“ und gratulierte nachträglich zum 18. Geburtstag.

Ellen Schultz – langanhaltender und hochmotivierter Einsatz

Gorholt: „Die Initiative, für die sich Ellen Schultz engagiert, ist mit ihrem weit gefächerten und ehrenamtlich getragenen Integrationsangebot beispielgebend. Ohne den langanhaltenden und hochmotivierten Einsatz von Ehrenamtlichen wäre der beständige Erfolg nicht möglich. Ellen Schultz ist ein echtes Multitalent, das sich auf vielen Wegen einbringt. Wenn ich jungen Menschen wie Ellen Schultz begegne, werde ich darin bestärkt, dass unsere Zukunft in guten, sicheren Händen liegt. Ich danke ihr für all das, was sie in ihrem jungen Alter für das Gemeinwohl und den Frieden in unserer Gesellschaft schon geleistet hat.“

Ellen Schultz beteiligt sich regelmäßig an der Durchführung des Begegnungscafés, hilft Kindern bei den Hausaufgaben und betreut die gemeinsamen Ausflüge. Ein halbes Jahr hat sie Deutschkurse für Geflüchtete angeboten. Parallel hat sie bei dem Theaterprojekt „Brückenbauen“ mitgewirkt. Das mit Alt- und Neupotsdamern verschiedener Herkunftsländer und Altersstufen entwickelte Theaterstück wurde mehrfach öffentlich aufgeführt.

Hintergrund

Das Begegnungscafé der Kirchengemeinde Babelsberg ist seit 2016 jeden Sonntag Treffpunkt für Geflüchtete und Einheimische. Eine Gruppe von Ehrenamtlern initiiert Workshops sowie Bildungs- und Unterhaltungsprogramme. In dem Café kommen Potsdamer mit Menschen aus Syrien, Iran, afrikanischen Ländern und Afghanistan zusammen.

Die Auszeichnung „Ehrenamtler des Monats“ wird seit 2007 für herausragendes Engagement vergeben. Ellen Schultz ist die 132. Trägerin dieser Ehrung. Sie erhält eine Dankesurkunde des Ministerpräsidenten, die Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg und einen hochwertigen Füller der Marke Cleo.

Geregelte Arbeit für Flüchtlinge (Foto: pashmino/pixabay.com)

Bald 5.000 Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit

Die Integration von Geflüchteten in Brandenburg schreitet voran. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Arbeit und Ausbildung. Sie sind der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen, die aus ihrem Land nach Deutschland geflüchtet sind. Was Landesregierung, Arbeitsagenturen, Jobcenter, Unternehmen und Gewerkschaften zusammen mit vielen anderen Akteuren bisher erreicht haben und was geplant ist, stellten die Partner am Montag auf einer Pressekonferenz in Cottbus vor. Sie konnten eine erfreuliche Bilanz präsentieren: Zum Jahreswechsel 2018/19 waren rund 4.500 Geflüchtete im Land sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Drei Jahre zuvor lag diese Zahl noch unter 1.000. Die Steigerungsrate der Beschäftigung von Geflüchteten ist dabei höher als im Bundesdurchschnitt.

Beschäftigungszuwachs für Geflüchtete hält an

Es wird erwartet, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Geflüchteten im Land in den kommenden Monaten über die Marke von 5.000 steigt. Auch am Ausbildungsmarkt finden immer mehr junge Menschen eine Perspektive. Im September 2018 absolvierten 544 Personen eine duale Ausbildung. Das waren 236 mehr als ein Jahr zuvor.

Menschen mit Fluchthintergrund profitieren von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt im Land. Seit Jahren sinkt die Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen lag im April 2019 bei 76.700 und damit rund 32.000 niedriger als vor drei Jahren. Der Beschäftigungszuwachs hält an. Die Zahl der Beschäftigten ist seit 2016 um 45.000 auf zuletzt 846.000 gestiegen. Das Potenzial der Geflüchteten ist ein Beitrag, um Arbeits- und Fachkräfte zu sichern.

Gastgeber der Pressekonferenz war die WVG Wärmeversorgungsgesellschaft mbH als Teil der GEMAG-Gruppe in Cottbus. Unternehmensvertreter berichteten über ihre eigenen Aktivitäten, jungen Geflüchteten eine berufliche Chance als Anlagenmechaniker und Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement zu geben.

Integration auf gutem Weg

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg: „Die Zahlen sprechen für sich: Die Integration von Geflüchteten in Gesellschaft und Arbeit ist in Brandenburg auf einem guten Weg. Aber wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Integration erfordert Geduld und Ausdauer. Aber sie ist auch eine große Chance für unser Land. Viele Unternehmen in Brandenburg suchen Azubis und Fachkräfte. Hier müssen wir verstärkt ansetzen; dazu gehört die duale Ausbildung. Mit den Instrumenten der Einstiegsqualifizierung und der assistierten Ausbildung unterstützen wir die jungen Menschen und Betriebe, die Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen!“ Woidke appellierte an die Betriebe, jungen Geflüchteten eine Chance zu geben, zum Beispiel über ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung. „Mir ist bewusst, dass dies auch mit Schwierigkeiten verbunden sein kann. Aber es gibt viele gute Beispiele, dass es im gegenseitigen Interesse klappen kann. Es gilt, sich auf Neues einzulassen, Vorurteile abzubauen und gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu bieten. Der beste Weg führt über ´Fördern und Fordern` – und das ist bei einheimischen Auszubildenden nicht anders!“

Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Rund 150 Geflüchtete nehmen zurzeit jeden Monat eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Land Brandenburg auf. Das ist ein Erfolg, an dem viele Akteure ihren Anteil haben. Es zeigt, dass starke Kooperationen, Hilfsbereitschaft und Offenheit für Menschen aus dem Ausland in Brandenburg weit verbreitet sind. Das ist gut für das Land. Brandenburg braucht gerade wegen der Demografie und den vielen offenen Arbeits- und Ausbildungsstellen Arbeitskräfte und jede Hand. Wie wir sehen, haben viele Geflüchtete eine starke Motivation, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Wir wissen: Die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund ist kein Sprint, sondern ein Ausdauerlauf.  Und ich kann versichern: Wir haben den Atem dafür. Denn noch gibt es einiges zu tun. Derzeit sind rund 4.500 Geflüchtete in Qualifizierungsmaßnahmen. Auch sie stehen an der Schwelle zu Jobs und Ausbildungsplätzen. Deshalb werden die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Brandenburg diesen Prozess weiterhin engagiert unterstützen – mit Vermittlung, mit Qualifizierungen und anderen Fördermaßnahmen. Unser aller Engagement darf nicht nachlassen.“

Noch nicht am Ziel

Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB): „Die Integration von bald 5.000 geflüchteten Menschen in Ausbildung und Arbeit ist eine enorme Leistung der Unternehmen und aller beteiligten Akteure in Brandenburg. Die Wirtschaft lindert damit nicht nur den Mangel an Arbeitskräften, sie wird auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Wir sind aber noch nicht am Ziel – viele Menschen, die derzeit Sprach- und Vorbereitungskurse absolvieren, hoffen auf eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Wir rechnen damit, dass sich im kommenden Jahr erstmals mehr als 1.000 junge Menschen mit Fluchthintergrund um einen Ausbildungsplatz bewerben werden. Das wird zu einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt beitragen und hoffentlich den Nachwuchsmangel in vielen Betrieben lindern helfen. Generell bleibt die Integration ausländischer Fachkräfte eine Herausforderung für die Unternehmen in Brandenburg, vor allem angesichts des von der Bundesregierung angekündigten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes.“

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg: „Gute Arbeit und Ausbildung für Geflüchtete statt Verdrängung in schlechte Jobs und Schattenwirtschaft – das müssen wir erreichen. Ein gutes Arbeitsverhältnis ist der Schlüssel zur Integration in die neue Gesellschaft. Dass bald rund 5.000 Geflüchtete in Brandenburg eine sozialversicherungspflichtige Arbeit haben, ist darum eine gute Nachricht. Die Anstrengungen, auch zur Integration geflüchteter Frauen in Qualifizierung und Beschäftigung, dürfen nicht nachlassen. Um einen Schattenarbeitsmarkt mit Dumpinglöhnen zu verhindern, muss aber auch die Einhaltung des Arbeits- und Sozialrechts noch besser kontrolliert und durchgesetzt werden: da geht es um Mindestlohn-Kontrollen durch den Zoll, von Höchstarbeitszeiten und anderen Arbeitsschutzregeln durch die zuständige Behörde und auch um Sozialversicherungsbeiträge, damit Beschäftigte abgesichert sind.“

Sozialer Verpflichtung treu bleiben

Rainer Petzoldt, Bereichsleiter WVG Wärmeversorgungsgesellschaft mbH: „Als Teil der GEMAG-Gruppe in Cottbus ist die WVG regionaler Partner für mehr als 50 Handwerksunternehmen sowie hunderte private und kommunale Kunden. Unter unseren 215 Mitarbeitern, darunter 27 Auszubildende für ein halbes Dutzend Berufe, sind Menschen aus sieben Nationen in- und außerhalb Europas. Derzeit absolvieren eine junge deutsche Frau und ein junger Syrer eine Einstiegsqualifizierung, um im Sommer die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bzw. zum Anlagenmechaniker zu beginnen. Ein weiterer syrischer Praktikant wird ebenfalls im Sommer 2019 in ein Ausbildungsverhältnis zum Kaufmann für Büromanagement übernommen. Ihrer sozialen Verpflichtung wollen die GEMAG und die WVG auch in Zukunft treu bleiben. Dazu ist natürlich das wirtschaftliche Umfeld erforderlich und die beiden Unternehmen setzen – so wie viele Mittelständler – auf sinnvolle und funktionierende Entwicklungen bei dem durch den Kohleausstieg bedingten Strukturwandel.“

Quelle: Bundesagentur für Arbeit