Auslobung des "Steh-auf-Preis" 2019
F. C. Flick Stiftung

Auslobung des “Steh-auf-Preis” 2019

Die F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz lobt den “Steh-auf-Preis für Toleranz und Zivilcourage” 2019 aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Schirmherrschaft liegt bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Frau Franziska Giffey.

“Nicht nur zuschauen, selbst anpacken”

Mit diesem Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, möchte die Stiftung Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen auszeichnen, die sich in besonderer Weise für die Stiftungsziele einsetzen. Das Engagement für ein friedliches Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen, für Toleranz und Verständigung zwischen den Kulturen und für die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus soll so gewürdigt werden.

Anlässlich der Verleihung des Steh-auf-Preises 2017 forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Menschen dazu auf, sich zu bewegen, sich zu engagieren: „Deutschland braucht Menschen, die immer an ein bisschen mehr denken als an sich selbst. Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern selbst auf den Platz kommen und anpacken. Menschen, die gegen Vorurteile genauso entschlossen vorgehen wie gegen Naivität, die Probleme ausblendet, statt sie zu lösen.“

Östliche Bundesländer finden bei Steh-auf-Preis besondere Berücksichtigung

Die Ausschreibung erfolgt bundesweit, Initiativen in den fünf östlichen Bundesländern finden eine besondere Berücksichtigung. Es können Projekte, Einzelpersonen sowie Eigenbewerbungen vorgeschlagen bzw. eingereicht werden.

Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 15. Februar 2019. Die Bewerbungsunterlagen können an die F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, Schlossstraße 12, 14467 Potsdam oder per Mail an info@stiftung-toleranz.de gesandt werden.

Der Preis wird voraussichtlich im Sommer 2019 vergeben. Die Jury steht unter der Leitung von Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam.

 

Weitere Informationen
Webseite der F. C. Flick Stiftung

Deutscher Integrationspreis 2019
Ausschreibung

Deutscher Integrationspreis geht in eine neue Runde

Der Deutsche Integrationspreis geht in die dritte Runde! Bis zum 23. Januar 2019 sucht die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wieder nach innovativen Integrationsprojekten, die sich für Teilhabe engagieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Das Herzstück des Preises ist ein Crowdfunding-Contest auf der Plattform Startnext. Insgesamt werden 150.000 Euro Stiftungspreisgelder an die Projekte vergeben, die die meisten Menschen für Ihre Idee begeistern. Zusätzlich gibt es Jurypreise von insgesamt 50.000 Euro.

Deutscher Integrationspreis – Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können alle Projekte von und für Menschen mit Flucht- und/oder Migrationsgeschichte, ethnische, religiöse, kulturelle oder sonstige Minderheiten, sozial benachteiligte Menschen sowie Personen in herausfordernden Lebenslagen. Es können sich Projekte aller Trägerstrukturen bewerben, d.h. gemeinnützige Organisationen, Vereine, private Initiativen genauso wie Sozialunternehmen.

 

Weitere Informationen
Alle Details auf der Ausschreibungswebseite

SchulKinoWochen (Foto: mermyhh/pixabay.com)
Schule

SchulKinoWochen mit Film zur Seenotrettung im Mittelmeer

Vom 17. bis 31. Januar 2019 finden zum 13. Mal die SchulKinoWochen des Landes Brandenburg statt. 30 Filme werden auf 200 Veranstaltungen in 27 Orten gezeigt. Mit dabei ist auch der Film “Iuventa” zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer.

SchulKinoWochen 2019

Das Motto der SchulKinoWochen lautet dies Jahr „Sehend lernen – Die Schule im Kino“. Mit insgesamt 30 Spiel- Animations- und Dokumentarfilmen ist das Angebot erneut sehr umfangreich. Zum offiziellen Auftakt der SchulKinoWochen 2019 am 17. Januar in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow wird die romantische Musikkomödie „Das schönste Mädchen der Welt“ gezeigt. Für die jüngsten Kinobesucher gibt es mehrere großartige Literaturadaptionen wie „Die kleine Hexe“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. In den Filmen für die mittleren Jahrgänge stehen unter anderen die preisgekrönte Komödie „Thilda und die beste Band der Welt“ und der Familienfilm „Wintertochter“ auf dem Programm. Kapitel deutscher Zeitgeschichte, die zugleich ein Stück brandenburgische Regionalgeschichte erzählen, werden den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe in Filmen wie „Das schweigende Klassenzimmer“ und „Gundermann“ anschaulich gemacht.

“Iuventa” thematisiert Seenotrettung Geflüchteter im Mittelmeer

Der Film “Iuventa” eignet sich für die Fächer Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde oder Politik. Er handelt von den Rettungsaktionen des Schiffs “Iuventa”, das bereits nach seinem ersten Einsatz 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht hat. Danach sollte eigentlich Schluss sein, denn der NGO-Einsatz sollte nur ein Zeichen setzen, Druck machen auf die EU-Flüchtlingspolitik, Regierungshandeln forcieren. 2015 war der Verein “Jugend rettet” von zwei Abiturienten gegründet worden. Per Crowdfunding bringen sie 400.000 Euro zusammen, erwerben einen alten Fischkutter und bauen ihn für ihre Zwecke um. Im Juli 2016 stechen sie von Malta aus in See – learning by doing. Dem ersten Mittelmeer-Einsatz folgen etliche weitere, insgesamt retten sie 14.000 Menschen. Dann kommt das Aus: Die “Iuventa” wird von den italienischen Behörden beschlagnahmt wegen “Beihilfe zur illegalen Einwanderung”. Die Mission der Menschlichkeit – an der Realität gescheitert oder ein Sieg für die Zivilcourage?

Die SchulKinoWochen werden wie jedes Jahr filmpädagogisch begleitet. Zur Vor- und Nachbereitung können die begleitenden Unterrichtsmaterialien genutzt werden. Zudem gab es Vorbereitungsangebote für die Lehrkräfte. Die Veranstaltungsreihe wird organisiert in Kooperation von VISION KINO, Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, und FILMERNST. Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung des Medienboards Berlin-Brandenburg, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Filmförderungsanstalt (FFA). Die Filmvorführungen sind Teil des Unterrichts, zu erleben im außerschulischen Lernort Kino: zur Förderung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und allgemeiner Bildung. Der Eintrittspreis beträgt 3,50 EUR pro Schülerin/Schüler. Für zwei Begleitpersonen pro Klasse ist der Eintritt frei. Anmeldungen können online unter anmeldung@filmernst.de oder telefonisch im FILMERNST-Kinobüro im LISUM, Telefon (03378) 209 162, vorgenommen werden.

 

Weitere Informationen
Übersicht aller gezeigten Filme auf der Seite filmernst.de

Darf man das so sagen? (Foto: dpa – Daniel Lukac)
Interview

Darf man das so sagen?

Hat da etwa jemand »Asylant« gesagt? Und nun? Die Germanistin Prof. Dr. Heidrun Kämper beobachtet am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim den Diskurs über Geflüchtete. Ein Gespräch darüber, wann und wie wir reagieren sollten.

Asylant, Vertriebener, Flüchtling, …

Frau Kämper, wie bezeichnen Sie Menschen, die aus Krisengebieten zu uns kommen?

Heidrun Kämper (HK): Ich bemühe mich, »Geflüchtete« zu sagen.

Sie bemühen sich? Das heißt, Ihnen rutscht trotzdem manchmal ein anderes Wort heraus?

HK: »Flüchtling« ist einfach das gebräuchlichste Wort. Aber im Deutschen bringt man mit der Endung »-ling« eine gewisse Abschätzigkeit zum Ausdruck: Sträfling, Feigling, Schädling sind typische Beispiele. Aus diesem negativen Kontext will man »Flüchtlinge« herausnehmen.

Was halten Sie von »Refugee«?

HK: Ich wüsste nicht, warum man im Deutschen »Refugee« sagen sollte. Aber Deutschland ist ja nicht das einzige Land, in das Geflüchtete kommen. Wenn »Refugee« zu einem Ausdruck würde, bei dem international alle immer sofort wissen, was gemeint ist — das wäre ein gutes Argument dafür, »Refugee« zu sagen.

Es gab auch die Anregung, »Vertriebene« zu sagen, unter anderem, um eine Assoziation zu den 1950er Jahren zu wecken, als Deutsche auf der Flucht waren. Wie finden Sie diese Alternative?

HK: Treffend. Der Unterschied zur Adenauerzeit ist allerdings, dass nun keine Deutschen kommen, sondern Ausländer. Und das bringt Aggressivität in den Diskurs. Aber auch die Menschen, die heute fliehen, haben sich unter schwierigsten Verhältnissen auf den Weg gemacht. Dazu kommt die vollkommene Ungewissheit, was aus ihnen wird, welches Schicksal ihre Familien erleiden. Da kann doch keiner sagen, die kämen her, weil es ihnen Spaß macht.

Kriegsflüchtling, Wirtschaftsflüchtling

Wie es etwa bei der Unterscheidung zwischen Kriegsflüchtling und Wirtschaftsflüchtling mitschwingt.

HK: Der Ausdruck Wirtschaftsflüchtling ist unsäglich. Er drückt eine ganz große Arroganz gegenüber Menschen aus, die in Armut leben müssen. Jeder Mensch will die Verhältnisse, in denen er lebt, verbessern. Es ist ein schicksalhafter Zufall, dass wir in Deutschland leben und nicht gezwungen sind, uns mit existenzieller Armut auseinander zu setzen. Ein persönliches Verdienst ist das nicht.

Man könnte jetzt einwenden: Solange jemand kein Politiker oder Journalist ist, sei es reine Geschmackssache, welche Worte er verwendet. Sie fordern: Jeder ist verantwortlich für seine Sprache?

HK: Ja, auf jeden Fall. Sprache ist ein gesellschaftliches Phänomen. Und was wir bisher an sozialem Frieden im Land hatten, scheint nur eine ganz dünne Schicht gewesen zu sein. Redeweisen aus der aggressiven rechten Ecke machen sich in einer Massivität bemerkbar, dass man nicht mehr von einzelnen Meinungen sprechen kann.

Enthüllt Sprache jetzt, was viele Menschen immer schon gedacht haben?

HK: Die Unterscheidung zwischen dem »Eigenen« und dem »Fremden« ist eine anthropologische Universalie: Das Eigene ist keine Bedrohung. Vom Fremden weiß ich nicht, ob er mir nach dem Leben trachtet. Das ist archaisch, sitzt aber sehr tief. Mein Eindruck ist, dass im Moment das archaische Denken wieder aufbricht.

Und wer archaische Gefühle wie Angst oder Neid empfindet, sagt plötzlich Sachen, die er normalerweise nicht sagen würde?

HK: Viele Menschen haben Angst um ihren Job, um die Zukunft ihrer Kinder. Das kann man nicht einfach abtun. Aber diese Menschen müssen aufgeklärt werden. Niemand verliert seinen Arbeitsplatz oder seine Wohnung, weil wir Geflüchtete aufnehmen. Allerdings: Wenn extreme Rechte so etwas äußern, ist das keine Angst. Wenn die in dieser Weise über Geflüchtete sprechen, schaffen sie sich damit ein kleines Stückchen Macht. Nämlich über jene Menschen, die sie so abwerten.

Negatives Sprechen und physische Gewalt

Kann negatives Sprechen über Geflüchtete und Helfer physische Gewalt auslösen?

HK: Studien zeigen, dass Menschen, die sprachlich sehr aggressiv sind und ihr Gegenüber ständig beleidigen, eine niedrigere Schwelle haben zuzuschlagen. Mit Worten wie »Dreckspack« bringt man sich in eine bestimmte Disposition.

Viele Deutsche wollen keine Tabus brechen und niemanden beleidigen. Oft merkt man aber Unmut über die Unsicherheit, ob sie mit einem bestimmten Ausdruck jetzt danebengreifen. Und über die damit verbundene Verantwortung, sprachlich up to date zu bleiben.

HK: Den Diskurs zur Political Correctness kennzeichnet eine vehemente Sanktionierungsbereitschaft. Da werden Wörter in den Status der nicht-sagbaren Wörter erhoben. Gleichzeitig vermittelt man: Wenn du dieses Wort gebrauchst, bist du ganz böse. Aber Sprache ist unschuldig. Es sind die Sprecher, die Sprache zu aggressiven Zwecken verwenden.

Wenn jemand mit Sprache verletzen will, tut er das also unabhängig davon, welche Wörter er verwendet?

HK: Ja. Umgekehrt stimmt die Schlussfolgerung nicht: Wer »Neger« zu einem Dunkelhäutigen sagt, muss nicht zwangsläufig etwas gegen Schwarze haben. Vielleicht ist es einfach das Wort, das er seit seiner Kindheit kennt.

Trotzdem wäre es schön, wenn bestimmte Wörter aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwinden. Wie sollte ich denn reagieren, wenn jemand in meinem persönlichen Bekanntenkreis zum Beispiel das Wort »Asylant« benutzt?

HK: Erklären, was dieses Wort bedeutet. Thematisieren, was durch den Gebrauch passiert. Sobald ein Wort diskriminierend verwendet wird, kann man mit diesem Argument aufklären und ein Bewusstsein schaffen. Unsere Aufgabe sollte nicht sein, nach Wörtern zu jagen und sie zu verbieten.

Gibt es eine Grundregel, an die man sich halten kann?

HK: Wir reden über Menschen. Und wir haben den ersten Satz unseres Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber mit jeder diskriminierenden Aussage wird die Würde des Menschen angetastet. Wenn dieses Denken unser ständiger Begleiter ist beim Reden über Geflüchtete — ich glaube, dann kommen wir ein gutes Stück weiter.

 

Quelle: politische-bildung-brandenburg.de – zuerst erschienen unter dem Titel “unsäglich” in “leibniz – das Magazin der Leibniz-Gemeinschaft” (05. August 2016)

Kunstausstellung zum Thema Flucht
Staatskanzlei

Neue Kunstausstellung zum Thema Flucht

Eine neue Ausstellung in der Staatskanzlei zeigt beeindruckend farbige Kunstwerke zum Thema Flucht.

Mohamad Hesso mit Kunstausstellung zum Thema Flucht

Mohamad Hesso ist Syrer aus Aleppo mit kurdischen Wurzeln. Er ist mit Musik und Lyrik aufgewachsen und hatte in Aleppo ein eigenes Atelier als Designer. Aus dem Designer wurde ein Maler, der in beeindruckend farbigen Werken seine Kriegserlebnisse schildert. In seiner Zeit in Deutschland hat er schon über 100 Bilder gemalt. Einen Teil davon stellt er nun in der Staatskanzlei in Potsdam aus.

Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 9. Januar 2019 um 15:30 Uhr im ersten Obergeschoss vor Raum 150 statt. Herr Hesso und Vertreter des Vereins Pro Gruben e.V. werden anwesend sein. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die Eröffnung mit Herrn Hesso durch die Ausstellung zu gehen.

Ausstellungszeitraum

Die Ausstellung wird bis zum 28. Februar 2019 in der Staatskanzlei zu sehen sein.

Lottomittel zur Förderung von Projekten (Foto: ag visuell – stock.adobe.com)
Bilanz 2018

Projektförderung durch Lottomittel

Das Innenministerium hat im Jahr 2018 Lottomittel in Höhe von rund 540.000 Euro bewilligt. Diese Summe kam insgesamt 81 Projekten zugute. Das teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter in Potsdam mit. Schwerpunkte der Förderung waren die Jugendarbeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie die kommunale Kriminalprävention, auch Projekte zur Förderung der Integration und Willkommenskultur wurden unterstützt.

Förderung des Brand- und Katastrophenschutzes, der Integration und Willkommenskultur

Innenminister Karl-Heinz Schröter: „Lottomittel sind besonders wichtig, um Initiativen, Vereinen und engagierten Gruppen bei ihrer meist ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen. Sie sind ein verdientes Dankeschön für ein vorbildliches bürgerschaftliches Engagement. Ohne die Vergabe von Lottomitteln könnten viele wichtige Projekte nur unter Schwierigkeiten oder im schlimmsten Fall gar nicht verwirklicht werden. Besonders freut es mich, dass wir den Jugendfeuerwehren gegenüber dem Vorjahr das Zehnfache an finanzieller Unterstützung zukommen lassen konnten. Das Geld ist hier bestens angelegt, denn die Mädchen und Jungen sind unsere Einsatzkräfte von morgen.“

Vergleich mit Vorjahresfördersummen

Allein mehr als 430.000 Euro wurden für 68 Projekte im Brand- und Katastrophenschutz bereitgestellt (2017: 26 Projekte, 192.309 Euro). Das ist mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Davon erhielten unter anderem die Jugendfeuerwehren für 46 Projekte rund 360.000 Euro für die Beschaffung von Computertechnik und Bekleidung (2017: 11 Projekte, 39.714 Euro). Mehr als 20.000 Euro wurden an Hilfsorganisationen für deren Nachwuchsgewinnung und Projekte ausgezahlt.

Über den Landespräventionsrat wurden acht Projekte mit rund 77.000 Euro gefördert (2017: 10 Projekte, 81.833 Euro). Davon gingen beispielsweise rund 56.000 Euro an Projekte gegen Gewalt und Mobbing sowie rund 19.000 Euro an Vorhaben zur Förderung der Integration und Willkommenskultur.

 

Weitere Informationen
Pressemitteilung des Innenministeriums

Wanderausstellung Fremde in Brandenburg
Wanderausstellung

Fremde in Brandenburg – Integration gestern und heute

Die Wanderausstellung “Fremde in Brandenburg?”, die ab 02. Januar 2019 in der Rathaushalle Frankfurt (Oder) gastiert, zeigt, dass Migration in Brandenburg kein neues Thema ist. Brandenburg hat sich in seiner Geschichte sehr häufig mit der Integration von Fremden befasst.

Wie ist die Ausstellung aufgebaut?

Auf zwölf Tafeln wird  ein informatives Schlaglicht auf viele Flüchtlingsgruppen und Zuwanderer, die hierherkamen, geworfen sowie auf die Hintergründe ihrer Einwanderung.

So haben zum Beispiel Flamen, Holländer, Hugenotten, Schweizer, Böhmen und aktuell auch Polen hier jeweils eine neue Heimat gefunden – letztlich immer zum Vorteil Brandenburgs.

Klar wird auch: Schon die damalige Integration war keine leichte Aufgabe und sie brauchte ihre Zeit. Soll Integration gelingen, muss sie gemeinsam angegangen und von der Mehrheit der Gesellschaft getragen werden. Dann können aus Fremden Brandenburger werden.

Integration fordert Toleranz und respektvollen Umgang auf Augenhöhe aller Beteiligten. Sie fordert aber auch die Beachtung klarer Regeln, die das Grundgesetz als Fundament für eine freiheitliche Demokratie vorgibt.

Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, eigene Anregungen zu den behandelten Themen zu geben. Diese können auf ausliegenden Karten vermerkt werden. Außerdem können bei einem Quiz interessante Preise gewonnen werden.

Hintergrund

Schirmherr der Ausstellung ist Ministerpräsident Dietmar Woidke. Die Ausstellung wurde gefördert von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

 

Weitere Informationen
Ausstellungsinfos auf der Webseite der Landeszentrale für politische Bildung

IQ Netzwerk Brandenburg
Arbeitsmarkt

Netzwerk Integration durch Qualifizierung ist unverzichtbar für Menschen mit Migrationsgeschichte

Das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Adresse von Geflüchteten und Zuwanderern erwiesen, die in den Arbeitsmarkt vermittelt werden wollen. Das ergab die jetzt vorgelegte Bilanz über die Förderperiode 2015-2018.

Integration durch Qualifizierung: Bilanz, die sich sehen lassen kann

Für Brandenburgs Arbeitsministerin Susanna Karawanskij ist das IQ Netzwerk „unverzichtbar für Geflüchtete und Migranten, die sich um die Anerkennung ihrer Berufsqualifikationen bemühen.“ Auch das Angebot von Nachqualifizierungen werde gut angenommen. „Dieser Service ist zugleich enorm wichtig für Betriebe, die Fachkräfte suchen. 4.500 Beratungen in fünf Jahren und fast 1.700 Anerkennungsverfahren seit 2015 sind eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Wenn wir das Netzwerk nicht hätten, müssten wir es erfinden“, so die Ministerin.

Zu denen, die sich beraten ließen, gehörten vor allem Lehrerinnen und Lehrer, Ingenieurinnen und Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte, Gesundheit- und Krankenpflegerinnen und -pfleger. Sie kamen aus Syrien, Polen, der Russischen Föderation, der Ukraine, aus dem Iran und aus Afghanistan.

1.667 Personen haben in den letzten vier Jahren Anträge auf Anerkennung des Berufsabschlusses gestellt. Davon erhielten 666 Personen sozusagen im ersten Anlauf die volle Anerkennung, 250 haben eine Qualifizierungsmaßnahme des IQ Netzwerkes Brandenburg erfolgreich abgeschlossen. Weitere mussten einzelne Bestandteile, etwa fachliche oder sprachliche Inhalte, nachholen, um u. a. das erforderliche Sprachniveau zu erreichen.

Kompetenzfeststellungen, Beraterfortbildungen

Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete mit Berufserfahrung, die keinen formalen Berufsabschluss haben, konnten ihre Kompetenzen feststellen lassen und somit ihre beruflichen Möglichkeiten prüfen. Sie erhielten ein Zertifikat, das ihre Fähigkeiten aufführt. An einer Kompetenzfeststellung nahmen seit 2016 fast 200 Personen teil – hauptsächlich aus dem Handwerk.

Mehr als 300 Selbstständige mit Migrationsgeschichte unterstützte IQ seit 2015 mit Beratungen und Fortbildungen zu steuer- und arbeitsrechtlichen sowie betriebswirtschaftlichen Themen.

Immer mehr Betriebe stellen Menschen mit Migrationsgeschichte ein. IQ führte für mehr als 1.500 Multiplikatoren sowie Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen – besonders in der Pflege – Fortbildungen und Beratungen durch.

Das Netzwerk bildete darüber hinaus seit 2017 mehr als 150 Beschäftigte in der Migrationssozialarbeit interkulturell und zum Arbeitsmarkt fort. Diese Beschäftigten arbeiten in den Unterkünften direkt mit Geflüchteten zusammen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit war im Bilanzzeitraum auch die Schulung von mehr als 600 Ehrenamtlern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die über die Möglichkeiten zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse informieren. Fast 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die interkulturellen Fortbildungen und Beratungen in Brandenburger Jobcentern und Arbeitsagenturen. Im Jobcenter Oberhavel führt IQ einen Organisationsentwicklungsprozess im Sinne interkultureller Öffnung durch.

Sozialministerin Karawanskij und die Integrationsbeauftragte des Landes besuchen eine Weihanchtsfeier für geflüchtete Menschen (Foto: MASGF)
Adventsbesuch

Weihnachten mit geflüchteten Menschen

Sozialministerin Susanna Karawanskij und die Integrationsbeauftragte des Landes, Dr. Doris Lemmermeier, haben am Montag eine eine Adventsfeier in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Werder (Havel) (Potsdam-Mittelmark) besucht.

Gemeinsame Feste und Aktionen gute Gelegenheit, sich zu Hause zu fühlen

Die beiden überreichten Kindern kleine Geschenke, schmückten gemeinsam einen Weihnachtsbaum und sprachen mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer über ihre Integrationsarbeit.

Sozialministerin Susanna Krawanskij: „Ich danke allen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz für geflüchtete Menschen. Die Vorweihnachtszeit ist etwas ganz Besonderes. Und sie bietet Gelegenheiten zum gegenseitigen Kennerlernen, zum Beispiel bei Adventsfeiern. Geflüchtete sollen sich hier zu Hause fühlen und Freunde finden. Gemeinsame Feste und Aktionen bieten dafür gute Gelegenheiten. Das ist gelebte Integration.“

Integrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier: „Ich freue mich sehr, dass so viele Ehrenamtliche unser Weihnachtsprogramm für Begegnungen mit Geflüchteten nutzen. Das ist für uns Motivation, das Programm fortzusetzen.“

Hintergrund

Seit dem Jahr 2016 unterstützt die Landesintegrationsbeauftragte mit dem Förderprogramm „Weihnachten mit geflüchteten Menschen“ ehrenamtliche Willkommensinitiativen, Vereine, Religionsgemeinschaften oder Träger bei der Durchführung von weihnachtlichen Aktivitäten mit Geflüchteten. In 2018 wurden bisher 27 Projekte, darunter Bastel- und Geschenkwerkstätten für Kinder und Adventsfeiern, mit insgesamt 12.300 Euro gefördert.

Weihnachtsfeier in einem Wohnheim für geflüchtete Menschen in Werder (Havel)

Weihnachtsfeier in einem Wohnheim für geflüchtete Menschen in Werder (Havel)

Logo des rbb
Integration

Gonzaléz Olivo neue Vertreterin der ausländischen Bevölkerung im rbb-Rundfunkrat

Die Mexikanerin Diana Gonzaléz Olivo wird nächste Vertreterin der ausländischen Bevölkerung der beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg im Rundfunkrat des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Sie wird das Amt im März 2019 antreten, teilte die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Doris Lemmermeier, heute in Potsdam mit.

Engagierte Kandidatin für wichtige Aufgabe

„Mit Berlin besteht die Vereinbarung, dass die Auswahl abwechselnd erfolgt“, so die Integrationsbeauftragte, „ich freue mich sehr, dass mit Diana Gonzaléz Olivo eine so kompetente und engagierte Kandidatin für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung steht.“

Die Auswahl traf eine fünfköpfige Jury, in der Mitglieder des Landesintegrationsbeirats, kommunale Integrationsbeauftragte sowie der Vorsitzende des Dachverbands der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland mitgewirkt haben.

Diana Gonzaléz Olivo (Jahrgang 1980) ist verheiratet und hat 2 Kinder. Sie hat in ihrer Heimat Germanistik studiert und später an der BTU Cottbus ein Masterstudium Kultur und Technik absolviert. Seit 2014 engagiert sie sich ehrenamtlich im Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam.

Diana González Olivo: „Die Vertretung der ausländischen Bevölkerung im Rundfunkrat des rbb ist für mich ein sehr wichtiger Auftrag. Ich nehme dieses Amt mit großem Respekt davor an. Es geht weit über die lokale Arbeit in der Kommune hinaus, auf der ich bisher ehrenamtlich aktiv war. Ich freue mich sehr, die Möglichkeit bekommen zu haben, mich dieser Aufgabe zu widmen und werde mich für die Belange aller Ausländerinnen und Ausländer, aber auch der Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin und Brandenburg mit ganzer Kraft einsetzen.“

Hintergrund

In der zu Ende gehenden Amtszeit nahm die Position im Rundfunkrat auf Vorschlag Berlins Hasan Akyol wahr.

Kontakt zu Frau Gonzaléz Olivo über das Büro der Integrationsbeauftragten des Landes (Telefon: 0331 866-5035, -16, -13).