Kooperationsvereinbarung zwischen GSE Protect und Tolerantes Brandenburg

GSE Protect erneuert Vereinbarung mit dem TBB/BfB

Starke Verbündete im Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassismus: Das Sicherheitsunternehmen GSE Protect hat seine Vereinbarung mit dem Toleranten Brandenburg (TBB) bekräftigt. Hierzu haben Staatssekretär Benjamin Grimm und GSE-Geschäftsführer Cornelis Dijkstra heute in Potsdam eine erneuerte Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die GSE ist schon seit 2013 Teil des aktuell 44 Partner umfassenden Kooperationspartner-Netzwerks des TBB.

Erneuerung der Kooperationsvereinbarung

Inhalt der Vereinbarung ist unter anderem die gegenseitige Unterstützung bei Aktivitäten zur Stärkung einer lebendigen und starken Demokratie. Hierzu gehört beispielsweise die gemeinsame Entwicklung von Fortbildungen oder Projekten, die zivilgesellschaftliches Engagement und Toleranz fördern.

Staatssekretär Grimm: „Rechtsextremisten versuchen nach wie vor, im Sicherheitsgewerbe Fuß zu fassen. Erst kürzlich setzte die Brandenburger Polizei eine Sicherheitskooperation mit einem Bewachungsunternehmen aus, weil dort der Verdacht zu Verbindungen ins rechtsextreme Milieu besteht. Und auch in Lausitz gibt es immer wieder Vermischungen zwischen Szene-Angehörigen und Sicherheitsdiensten. Rechte Tendenzen dürfen wir nicht hinnehmen, und hier hat auch die Branche selbst eine hohe Verantwortung. Es ist deshalb ein starkes politisches Signal und wertvoll, dass die GSE als eines der führenden Sicherheitsunternehmen bundesweit ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekräftigt. Ich freue mich darüber und bin mir sicher, dass dieses Signal in der Branche auch gesehen wird.“

Engagement für friedliches Zusammenleben

GSE-Geschäftsführer Dijkstra zur Erneuerung der Kooperationsvereinbarung: „Weltoffenheit und Toleranz gehören für unser Unternehmen zu den Grundwerten, die wir tagtäglich leben. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besitzen ausländische Wurzeln, einige Führungskräfte und Spezialisten haben Erfahrungen in Krisenregionen gesammelt, zum Beispiel als Angehörige der Bundeswehr. Daher wissen wir, was ein friedliches Zusammenleben wert ist, in dem niemand um sein Leben oder um sein Eigentum bangen muss. Wir schützen diese Werte und vertreten sie auch mit unserem gesellschaftlichen Engagement: Seit 2013 setzen wir uns zusammen mit dem TBB mit vielfältigen Aktivitäten für Gewalt- und Rechtsextremismusprävention ein. Ganz bewusst steht das Kürzel GSE für Glaubwürdig, Sympathisch und Engagiert.“

GSE Protect ist Teil einer internationalen Unternehmensgruppe, die weltweit tätig und mit seinen rund 1.550 Beschäftigten an 12 Standorten bundesweit einer der größten Sicherheitsdienstleister ist. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Potsdam. Die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/Bündnis für Brandenburg“ kooperiert seit 2005 mit Partnern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Grundlage für die vielfältige Zusammenarbeit zwischen den Partnern und der Koordinierungsstelle sind die Kooperationsverträge. Bei regelmäßigen Treffen wird die Zusammenarbeit konkretisiert.

Projekte für Vielfalt und Toleranz

In den vergangenen Jahren sind viele beispielhafte Projekte entstanden. Gemeinsam mit der AOK wurde der Fußballtag für Vielfalt und Toleranz ins Leben gerufen und mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg die Broschüre „Rechtsextremisten/innen nicht auf den Leim gehen: Ein Ratgeber für die Gastronomie und Hotellerie“ erstellt. Zudem werben die Koordinierungsstelle und die Kooperationspartner in regelmäßigen Erst- und Jungwählerkampagnen gemeinsam für eine breite Wahlbeteiligung unter Jugendlichen.

Integration von Frauen und Mädchen (Foto: picture alliance/dpa/Robert B. Fishman)

„Muslimas Netzwerk Brandenburg“ wirbt für Vielfalt

30 engagierte Frauen muslimischen Glaubens aus elf brandenburgischen Städten haben sich unter der Leitung von Razan Alshash, Projektleiterin im Projekt „Vernetzungsstelle muslimisches Gemeindeleben“ der Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA), zusammengefunden und gemeinsam das „Muslimas Netzwerk Brandenburg“ gegründet. Bei ihrem digitalen Treffen tauschten sich die Frauen aus zu Fragen der Integration, des muslimischen Lebens in Brandenburg, der Rolle von Frauen in den Gemeinschaften, Bildung der Kinder und über diskriminierende Erfahrungen, vor allem von Frauen, die ein Kopftuch tragen. Die Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier unterstützt die Arbeit dieses Netzwerks.

Starkes Zeichen für die gesamte Gesellschaft

Landesintegrationsbeauftragte Lemmermeier: „Die Frauen dürfen nicht unsichtbar bleiben. Es ist großartig, dass sich so viele engagierte Frauen muslimischen Glaubens zusammengeschlossen haben, um aktiv am Gesellschaftsleben teilzunehmen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Ich bin beeindruckt, wie aktiv die Frauen ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einfordern. Das ist ein starkes Zeichen für die gesamte Gesellschaft.“

Viele Muslimas, ob mit Kopftuch oder ohne, sind sehr aktiv. Sie wollen die Gesellschaft mitgestalten und haben eine wichtige Funktion bei der Integration. Sie bauen oft die Brücke zur Aufnahmegesellschaft und spielen in ihren Familien eine zentrale Rolle. Durch den Zusammenschluss wollen die Frauen ihre Interessen gemeinsam vertreten und einen Beitrag zur Akzeptanz der Musliminnen, aber auch der Muslime in Brandenburg leisten.

Kopftuch kein Zeichen von Unterdrückung

Razan Alshash, Initiatorin des Netzwerks: „Wir wollen zeigen, dass Musliminnen genauso engagiert und selbstbestimmt leben wie andere Frauen auch. Wir stehen für die gesellschaftliche Vielfalt und die Religionsfreiheit ein und möchten aktiv dazu beitragen, ein positives und friedliches Zusammenleben zu gestalten. Die Vorstellung, dass muslimische Frauen, vor allem wenn sie ein Kopftuch tragen, nicht aktiv sind und dass sie sich auf die Betreuung von Kindern oder Haushalt beschränken, entspricht nicht den Tatsachen. Das Kopftuch ist ein religiöses Bekenntnis, kein Zeichen von Unterdrückung oder Passivität. Musliminnen werden nicht nur häufig unterschätzt, sondern auch diskriminiert.“

 

Weitere Informationen
„Vernetzungsstelle muslimisches Gemeindeleben“ unterstützt muslimische Gemeinden beim Aufbau ihrer Vereinen

Studieren (Foto: Holger Dieterich/freeimages.com)

Studienvorbereitende Kurse an der Freien Universität für Geflüchtete

Studieninteressierte mit Fluchthintergrund können sich vom 30. April bis zum 15. Juni 2021 online für Deutschkurse und studienvorbereitende Kurse an der Freien Universität Berlin bewerben. Das Angebot findet im Rahmen des Programms Welcome@FUBerlin statt.

Wöchentliche Infoveranstaltungen

Teilnehmen können Personen, die in Berlin und Brandenburg als Geflüchtete registriert sind und über eine in Deutschland gültige Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Die Bewerbung findet über das Portal uni-assist im Studiengang „Deutsch und Vorbereitungskurse für Geflüchtete – Welcome@FU“ statt. Die Bewerbung ist kostenfrei. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Deutsch-Sprachniveau von A2 für die Sprachkurse beziehungsweise von B1 für die studienvorbereitenden Kurse im Studienkolleg. Kursbeginn des zweisemestrigen Angebots ist im September. Seit Mitte Mai finden dienstags von 13.00 bis 14.00 Uhr vier mehrsprachige Online-Infoveranstaltungen zum Programm und zur Bewerbung statt.

Jährlich mehr als 100 Teilnehmende

Das Programm Welcome@FUBerlin wurde 2015 von der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen und soll Geflüchteten in Berlin und Brandenburg ermöglichen, ein Studium aufzunehmen oder ein unterbrochenes Studium fortzusetzen. Jährlich nehmen mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Welcome@FUBerlin teil. Unterstützt wird das Programm vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und von der Berliner Senatsverwaltung.

Studienvorbereitende Kurse und kostenfreies Gaststudium möglich

Neben den Sprach- und Vorbereitungskursen bietet das Programm Welcome@FUBerlin ein Gaststudium für Geflüchtete an. Im Rahmen dieses Gaststudiums können sie kostenfrei an Lehrveranstaltungen teilnehmen und in Absprache mit Dozentinnen und Dozenten auch Leistungsnachweise erbringen, welche auf ein späteres Studium angerechnet werden können. Darüber hinaus bietet Welcome@FUBerlin ein Online-Tutorium an, das Studierende der Freien Universität mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Programms zusammenbringt und sich mit Themen rund um Studieneinstieg und Studium befasst, sowie Kurse des Hochschulsports.

 

Weitere Informationen
Mehrsprachige Beratung zum Programm und zur Bewerbung

Refugee Teachers Program wird fortgesetzt (Foto: zinkevych – stock.adobe.com)

“Refugee Teachers Program” wird fortgesetzt

Das “Refugee Teachers Program” an der Universität Potsdam wird fortgesetzt. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, Bildungsministerin Britta Ernst und Prof. Dr. Miriam Vock von der Universität Potsdam präsentieren die Details im Rahmen einer Online-Pressekonferenz.

Qualifizierungsprogramm “Refugee Teachers Program” wird erweitert

Das Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte wurde von der Universität Potsdam entwickelt und wird im Sommersemester 2021 in neuer und erweiterter Form fortgesetzt. An der Online-Pressekonferenz nehmen auch zwei Refugee Teachers teil, die das Programm gerade begonnen haben.

Bundesweit einzigartig

Mit dem ‘Refugee Teachers Program‘ hat die Universität Potsdam im Jahr 2016 ein bundesweit einzigartiges Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrer*innen gestartet, das diese befähigen soll, an Schulen zu unterrichten. Das Programm ermöglicht den Teilnehmer*innen den Erwerb der deutschen Sprache, Einblicke in das deutsche Bildungsverständnis und Schulsystem, Hospitationen an Schulen sowie den Austausch mit deutschen Studierenden und Lehrkräften. Das Programm wird vom Wissenschaftsministerium gefördert.

 

Wann
Montag, 26. April, 10.00 Uhr

Wo
online (Cisco Webex)
Die Pressekonferenz findet Corona-bedingt digital statt. Medienvertreter*innen, die an der Pressekonferenz teilnehmen wollen, melden sich bitte per Mail unter presse@mwfk.brandenburg.de an und bekommen anschließend die Zugangsdaten.

Internationaler Tag gegen Rassismus

Internationale Wochen gegen Rassismus starten

Vom 15. bis zum 28. März 2021 finden die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt. Sie stehen dieses Jahr unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos.“.

Star-Pianist als Botschafter

Geplant und koordiniert werden die Aktionswochen in Deutschland durch die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die auch in diesem Jahr vom Bündnis für Brandenburg unterstützt wird. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Rassismus zu schaffen und dazu beizutragen, rassistische Einstellungsmuster in der Gesellschaft abzubauen.

Botschafter der Internationalen Wochen gegen Rassismus ist in diesem Jahr der Pianist Igor Levit. Die Auftaktveranstaltung wird am 15. März 2021 um 17 Uhr in digitaler Form stattfinden.

Internationale Wochen gegen Rassismus in Brandenburg

Die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/ Bündnis für Brandenburg“ nutzt die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, um auch in Brandenburg auf das Phänomen Rassismus aufmerksam zu machen.

Die Themenreihe wird coronabedingt auf dem Facebook-Kanal des Toleranten Brandenburgs stattfinden. Während der zweiwöchigen Aktionswochen wird täglich ein Video rund um das Phänomen Rassismus gepostet, zusammen mit Lektüretipps zur vertieften Beschäftigung mit dem Thema.

 

Weitere Informationen
Auftaktveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Facebook-Aktion des “Toleranten Brandenburg” anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Ministerpräsident Woidke (Foto: Staatskanzlei)

Woidke ruft zu Engagement gegen Rassismus auf

Ministerpräsident Dietmar Woidke ruft Brandenburgerinnen und Brandenburger dazu auf, sich entschieden gegen Rassismus jeglicher Art zu stellen. Anlässlich der morgen startenden Internationalen Wochen gegen Rassismus betonte Woidke: „Rassismus geht jeden von uns an. Wir alle müssen uns für unsere Mitmenschen einsetzen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Die Internationalen Wochen helfen mit, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und rassistische Einstellungsmuster in der Gesellschaft abzubauen.”

Alarmierender Jahresbericht der Beratungsstelle Opferperspektive

Woidke betonte: „Die Anschläge von Halle und Hanau haben uns auf grausame Weise vor Augen geführt, wie verankert Rassismus zum Teil in unserer Gesellschaft ist. Diesen Hass müssen wir gemeinsam bekämpfen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind ein Baustein, um auch in Brandenburg auf das Problem aufmerksam zu machen und Menschen dafür zu sensibilisieren. Die Koordinierungsstelle ‚Tolerantes Brandenburg´ arbeitet derzeit an einem ‚Handlungskonzept der Landesregierung gegen Rassismus im Land Brandenburg‘.”

Alarmierend für Woidke ist der am Donnerstag vorgestellte Jahresbericht der Beratungsstelle Opferperspektive für das Jahr 2020, wonach die rassistische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Brandenburg weiterhin hoch ist. Woidke: „Diese Ergebnisse haben mich sehr beunruhigt. Es schafft ein Klima der Angst und vermittelt schon den Jüngsten, dass sie hier nicht willkommenen sind. Diese Strukturen müssen wir durchbrechen. Deswegen, liebe Brandenburgerinnen und Brandenburger, wann immer Sie Zeugen solcher Übergriffe werden, machen Sie sich stark für die Schwächeren, werden Sie laut, zeigen Sie Gesicht, rufen Sie Hilfe. Aber lassen Sie solche Dinge nicht einfach passieren.”

Hintergrund

Das ‚Tolerante Brandenburg‘ wird im Rahmen der Aktionswochen auf seinem Facebook-Kanal zwei Wochen lang täglich jeweils ein Video rund um das Thema Rassismus sowie Lektüretipps teilen. Zudem soll auf verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und Angebote von zivilgesellschaftlichen Organisationen aufmerksam gemacht werden.

Die von den Vereinten Nationen ausgerufenen Wochen vom 15. bis 28. März stehen unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos”. Deutschlandweit werden im Rahmen der Aktionswochen jährlich über 1.000 Projekte, Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Rassismus durchgeführt. Botschafter ist in diesem Jahr der Pianist Igor Levit. Die Auftaktveranstaltung findet aufgrund der Corona-Pandemie am 15. März digital statt.

 

Weitere Informationen
Stiftung gegen Rassismus

Fünf Jahre Begegnungscafé Babelsberg

In diesem Februar feierte das Begegnungscafé der Evangelischen Kirchengemeinde Babelsberg sein fünfjähriges Bestehen. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat es zu einem festen Treffpunkt zwischen Alt- und Neupotsdamerinnen und -potsdamern entwickelt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Begegnungscafé – ehrenamtliches Engagement für die Integrationsarbeit

Jeden Sonntagnachmittag bietet das Begegnungscafé Raum für gegenseitiges Kennenlernen, Austausch, Beratung und Unterstützung. Jede Woche steht dabei ein anderes Schwerpunktthema im Mittelpunkt. Im Rahmen des Begegnungscafés wurden bereits zahlreiche gemeinsame Exkursionen und Ausflüge organisiert, Patenschaften übernommen und Deutschkurse ermöglicht.

Mit großem ehrenamtlichen Engagement setzt das Team des Begegnungscafés mit seiner Integrations- und Vernetzungsarbeit ein deutliches Zeichen für Verständigung und gegen Ausgrenzung, Rassismus und Hass und leistet somit einen wichtigen Beitrag für ein weltoffenes, solidarisches und tolerantes Miteinander in Brandenburg.

Hintergrund

Im Jahr 2020 wurde das Begegnungscafé durch das Bündnis für Brandenburg unterstützt. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Angebote rund um das Begegnungscafé zurzeit leider nur eingeschränkt statt. Wer gerne mit den Koordinatoren des Begegnungscafés, Martina und Günther Kruse, in Kontakt treten oder sich engagieren möchte, kann sich per E-Mail an fluechtlingshilfe-kirche-babelsberg@gmx.de melden.

Transkulturelle Mediation für medizinische Rehabilitation

Menschen mit Migrationsbiografie sind häufig erhöhten physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt – transkulturelle Mediatorinnen oder Mediatioren können mit herkunftssprachlichen Informationen weiterhelfen.

Gesundheitszustand verbessern, Lebensqualität erhöhen

Schwere körperliche Arbeit, Kriegs- und Fluchterlebnisse und eine unzureichende Gesundheitsversorgung im Heimatland führen zu einer Häufung chronischer Erkrankungen. Dennoch werden die Rehabilitationsangebote der Deutschen Rentenversicherung (DRV) nur selten in Anspruch genommen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Insbesondere stellen Sprachbarrieren und Informationslücken große Hürden dar. Gleichzeitig fehlen häufig transkulturelle Kompetenzen seitens der beratenden Fachkräfte. Das Projekt MiMi-Reha Berlin-Brandenburg des Ethno-Medizinischen Zentrums e. V. (EMZ) verfolgt das Ziel, Zugangsbarrieren zu den Reha-Leistungen der DRV abzubauen. Dadurch kann eine langfristige Verbesserung des Gesundheitszustands, der Erhalt der Erwerbsfähigkeit und eine allgemeine
Erhöhung der Lebensqualität ermöglicht werden.

Das MiMi-Konzept

MiMi bedeutet „Mit Migrant*innen für Migrant*innen“ und soll die Eigenverantwortung für die Gesundheit stärken, wodurch langfristig gleiche Gesundheitschancen für Alle geschaffen werden. Hierzu werden engagierte Migrant*innen mit guten Deutschkenntnissen als transkulturelle Gesundheitsmediator*innen geschult und zertifiziert. Diese informieren Menschen im transkulturellen Setting zu Fragen rund um das Thema „Reha“. Gleichzeitig trägt der Aufbau eines „Transkulturellen Reha-Netzwerkes Berlin-Brandenburg“ mit verschieden Fachkräften und Institutionen zur Bündelung von Fachkenntnissen und einer nachhaltigen Entwicklung bei.

Schulung zum Mediator / zur Mediatorin für medizinische Rehabilitation

Mitte April soll die zweite Mediator*innen-Vollschulung stattfinden, in der gut integrierte Migrant*innen zu transkulturellen Gesundheitsmediator*innen geschult werden.

Die Vollschulung startet mit einem Informationsabend am 15. April 2021 und beinhaltet sieben weitere Abend- und drei Wochenendtermine. Im Moment wird davon ausgegangen, dass die Schulung online durchzuführen ist. Wenn die Situation im Frühsommer auch Präsenzveranstaltungen zulässt, soll davon Gebrauch gemacht werden. Eingeladen sind alle, die sich in Ihrer Herkunftssprache und in der deutschen Sprache wohl und sicher fühlen und Interesse am Thema „Reha für Alle“ haben.

 

Weitere Informationen
Zweite Vollschulung zum/zur interkulturellen Gesundheitsmediator*in

Band für Mut und Verständigung 2021

Auch im Jahr 2021 verleiht das Bündnis für Mut und Verständigung wieder seinen Preis für Engagement und Zivilcourage, das “Band für Mut und Verständigung”.

Ausschreibung “Band für Mut und Verständigung 2021”

Das Bündnis für Mut und Verständigung zeichnet Einzelpersonen und Initiativen aus Berlin und Brandenburg für ihre langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit oder ihr couragiertes Eingreifen aus. Gesucht werden dafür Menschen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise gegen Diskriminierung einsetzen, die hinsehen und sich einmischen, sich engagieren und Verantwortung übernehmen, Zivilcourage zeigen.

Das Band für Mut und Verständigung würdigt beispielhaftes Handeln gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt und den Einsatz für ein friedliches, respektvolles Miteinander. Es wird im Herbst 2021 von Ministerpräsident Dietmar Woidke vergeben.

Vorschläge können bis zum 30. April 2021 mit einer kurzen Begründung an vorschlag@band-mut-verständigung.de eingesandt werden.

Hintergrund

Die gewalttätigen Übergriffe auf Migrant*innen in Hoyerswerda im Jahr 1991 haben die gesellschaftlichen Kräfte in Berlin und Brandenburg auf Initiative des DGB, Landesbezirk Berlin-Brandenburg, dazu bewogen, ein gemeinsames Bündnis für Mut und Verständigung* zu gründen.

Als ständige Aktivität hat das Bündnis 1993 beschlossen, beispielhafte Aktionen in Berlin und Brandenburg mit dem „Band für Mut und Verständigung“ auszuzeichnen. Seit 2006 vergibt das Bündnis außerdem den Sonderpreis des „Bandes für Mut und Verständigung“. Dieser Sonderpreis ist eine Auszeichnung für außerordentliches Engagement vor allem junger Menschen und Initiativen im Bereich der interkulturellen Arbeit und Verständigung, die in ihrer Vorbildfunktion andere Menschen motivieren und bestärken können, sich aktiv gegen Rassismus und für ein friedliches Miteinander einzusetzen. Die Mitglieder des Bündnisses für Mut und Verständigung sind Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg Doris Lemmermeier, die Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration Katarina Niewiedzial, die Arbeiterwohlfahrt Landesverbände Berlin und Brandenburg, der Caritasverband für das Erzbistum Berlin, der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin, das Deutsche Rote Kreuz mit den Landesverbänden Berlin und Brandenburg, das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Erzbistum Berlin, die Jüdische Gemeinde zu Berlin und der Landessportbund Berlin.

Weiterbildungsangebote des FMI

Das Fachzentrum für Soziale Arbeit in den Bereichen Migration und Integration (FMI) hat Details zu seinen Seminar- und Weiterbildungsangeboten für das erste Quartal 2021 veröffentlicht.

Weiterbildungsangebote in Form von Online-Veranstaltungen und Online-Beratung

Da Präsenzveranstaltungen leider noch nicht wieder uneingeschränkt möglich sind, startet das FMI das erste Quartal 2021 mit einer Reihe von Online-Veranstaltungen. Darunter ist auch das neue Online-Beratungsformat “DigiDi mit dem FMI”. Mit dem DigiDi wird ein Format eingeführt, das angesichts der zunehmenden Komplexität der Problemlagen niedrigschwellig unterstützen soll. Es handelt sich um einen digitalen (Beratungs-)Dialog zu den aktuellen Herausforderungen in der Migrationssozialarbeit. Zum Thema der Woche führen FMI- Referent*innen jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr einen beteiligungsoffenen Dialog. Sie stellen Fragen, finden gemeinsam Lösungen für akute Probleme und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf. Verschwiegenheit, systemische Perspektive sowie Lösungs- und Ressourcenorientierung stehen dabei im Vordergrund.

Die weiteren Angebote hat das FMI auf Basis eine Umfrage optimiert, die zum Jahreswechsel durchgeführt wurde. Die Jahresplanung soll sich so noch besser an den Wünschen aller Interessierten orientieren.

Hintergrund

Neben regional- und themenspezifischen Beratungsangeboten bietet das FMI regelmäßig bedarfsgerechte Veranstaltungen zu migrations- und integrationsspezifischen Themen an. Im Vordergrund stehen dabei zum einen die Vermittlung migrationsspezifischer Kentnisse und Fähigkeiten, zum anderen der regional- und landesweite Fach- und Erfahrungsaustausch in den Tätigkeitsfeldern “Migration und Integration” Beschäftigten.

 

Weitere Informationen
Alle Informationen zu den Online-Veranstaltungen des FMI