Einführungskurse in die Spracharbeit mit Geflüchteten

Das Goethe-Institut bietet kostenlose Einführungskurse in die Spracharbeit mit Geflüchteten an. Das Projekt FEELS (Flüchtlinge – Einführungskurs – Ehrenamtliche – Lernbegleitende -Spracharbeit) wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Das Goethe-Institut sieht in den Kursen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements und zur Förderung der Integration von Geflüchteten.

An wen richten sich die Einführungskurse?

Die Einführungskurse sind gedacht für ehrenamtlich Tätige, die alphabetisierte, erwachsene Geflüchtete unterrichten, die keine oder geringe Kenntnisse in der deutschen Sprache haben, weiterhin für Interessierte, die weder eine einschlägige Formalqualifikation besitzen noch über nennenswerte Unterrichtserfahrung verfügen, und Personen, deren Deutschkenntnisse auf B2-Niveau oder höher sind.

Ehrenamtliche Lernbegleitende können den Geflüchteten vor dem Besuch eines Integrationskurses einen positiven Erstkontakt mit der deutschen Sprache vermitteln, dadurch Neugierde auf Deutsch und Deutschland wecken und ihnen eine erste Orientierung im Land und in der neuen Sprache geben.

Was beinhalten die Einführungskurse?

Zentrale Themen sind die Auseinandersetzung mit den Aufgaben und der Rolle als Lernbegleitende, interkulturelle Sensibilisierung, Tipps für das Vermitteln einer neuen Sprache, der Überblick über Materialien für die Sprachvermittlung und das gemeinsame Studium von Best-Practice-Beispielen sowie die Einführung in die Nutzung eines Online-Kursraumes mit Informationen, Materialien und Praxisbeispielen aus den Tätigkeitsfeldern der ehrenamtlichen Lernbegleitenden.

Alle Kurse werden virtuell und kostenfrei angeboten. Freie Plätze gibt es noch am 28. November und am 12. Dezember.

 

Weitere Informationen
Anmeldung und weitere Informationen zum kostenlosen Einführungskurs FEELS

Ausstellung mit Fotoporträts von Geflüchteten

Sie sind buchstäblich das Gesicht von Flucht, Krieg und Vertreibung: Auf den Tag genau neun Monate nach dem Beginn des verbrecherischen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hat Integrationsministerin Ursula Nonnemacher heute im Foyer des Ministeriumsgebäudes in Potsdam eine Ausstellung mit insgesamt 44 großformatigen Fotoporträts von Geflüchteten aus der Ukraine, dem Iran und dem Kongo eröffnet. Die Schau mit dem Titel „An Gesicht“ wurde vom Ministerium mit rund 1.000 Euro aus Lottomitteln gefördert und ist bis zum 30. Juni 2023 zu sehen.

Begegnungen auf Augenhöhe – Fotoporträts im Integrationsministerium

Integrationsministerin Ursula Nonnemacher: „Der furchtbare Krieg in der Ukraine währt nun bereits neun Monate und verursacht Tag für Tag millionenfaches Leid. Von Beginn an stand Brandenburg fest an der Seite der Ukraine und ihrer Menschen, Tausende Geflüchtete haben hier eine neue Heimat gefunden und wurden beim Ankommen unterstützt. Diese Frauen, Männer, Kinder, diese Familien – längst sind sie unsere Nachbarn, werden zu Kolleginnen und Kollegen, Spielkameradinnen und Spielkameraden, kurz, sie werden unsere Freunde. Ich freue mich sehr, hier heute eine Ausstellung eröffnen zu können, die genau das repräsentiert – Begegnungen auf Augenhöhe, von Angesicht zu ,An Gesicht‘.“

Die Porträtfotos stammen von der in der Schweiz geborenen und heute in Kleinmachnow lebenden Fotografin und Architektin Corinne Holthuizen-Habermann. Sie zeigen Menschen, die aus ihrem Heimatland aufgrund von Kriegsgeschehnissen fliehen mussten und ein neues Zuhause in Brandenburg gefunden haben. Die großformatigen Fotos (A3) sind transparent und werden an den Fensterscheiben im Foyer des Ministeriumsgebäudes angebracht, sodass man sie sowohl von außen als auch von innen betrachten kann.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „An Gesicht“ im Foyer des Integrationsministeriums, Haus S, Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, ist bis zum 30. Juni 2023 werktags von 7:30 bis 17:00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Handlungskonzept "Tolerantes Brandenburg"

Kabinett verabschiedet Handlungskonzept gegen Rassismus

Brandenburgs Landesregierung will mit einem eigenen Handlungskonzept gegen Rassismus jeglichen Formen von Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit überall in der Gesellschaft entgegentreten. Das Kabinett billigte das Konzept heute unmittelbar, bevor es sich zur turnusmäßigen gemeinsamen Sitzung mit der Leitung der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz traf. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Wir müssen dem Rassismus mit der Kraft der ganzen Gesellschaft begegnen. Ich bin sehr froh, dass wir in der evangelischen Kirche, die seit Juni 2008 auch Kooperationspartner des Toleranten Brandenburgs ist, dabei einen starken und zuverlässigen Partner haben. Gerade in diesen Zeiten ist die wehrhafte Demokratie gefordert, sich jeglichen rassistischen Tendenzen entschieden entgegen zu stellen und dagegen vorzugehen.“

Neues Konzept für aktive Prävention

Das Konzept soll für die Auseinandersetzung mit dem Rassismus sensibilisieren, Maßnahmen dagegen aufzeigen, rassistische Diskriminierung abbauen und die Solidarität mit Betroffenen fördern. Dazu wurden zwölf Handlungsfelder – zum Beispiel Bildung, Wohnen, Gesundheit, aber auch Sport, Kunst und Kultur – definiert, auf denen mit konkreten Vorschlägen strategisch gegen Rassismus vorgegangen werden soll. Der Fokus liegt dabei u.a. auf Aus- und Fortbildungen, auf Maßnahmen schulischer und außerschulischer, politischer sowie kultureller Bildung, auf Medienbildung und -kompetenz sowie auf gezielten Kampagnen, um das Problem des Rassismus bewusst zu machen.

Woidke: „Mit dem neuen Konzept verfügen in Brandenburg zivilgesellschaftliche Organisationen, staatliche und nichtstaatliche Bildungsinstitutionen, Landesbehörden sowie Landkreise, Städte und Gemeinden über einen Handlungsrahmen zur aktiven Prävention und Bekämpfung von Rassismus. Das ist ein Meilenstein. Dabei konnten wir auf langer und erfolgreicher Arbeit aufbauen. Und, so verstehen wir das neue Konzept auch als Ergänzung zu unserem Handlungskonzept Tolerantes Brandenburg, mit dem wir 1998 bundesweit Neuland betreten haben. Es ergänzt ferner unser Konzept der Demokratiestärkung, die Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in Sicherheitsbehörden und im Bereich Politische Bildung sowie die Integrationsmaßnahmen des Sozialministeriums. Ich erinnere auch daran, dass heute auf den Tag genau vor neun Jahren der Begriff „Rasse“ aus Brandenburgs Landesverfassung gestrichen und die „Antirassismus-Klausel“ in Artikel 7a aufgenommen wurde. Das heute verabschiedete Konzept zeigt, dass wir den Verfassungsauftrag überaus ernst nehmen.“

Entstehung des neuen Handlungskonzepts

In die Erarbeitung des Handlungskonzepts gegen Rassismus waren alle Ressorts, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten der Rassismus-Forschung wie Elisabeth Kaneza (u.a. Wissenschaftlerin an der Universität Potsdam, Menschenrechtsaktivistin, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Kaneza Foundation for Dialogue & Empowerment e.V.), Peggy Piesche (Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereichsleiterin „Politische Bildung und plurale Demokratie“), der inzwischen verstorbene Sami Omar, (Autor, Moderator, Redner und Referent für Diskriminierungs- und Rassismusfragen) und Dr. Hendrik Cremer (Deutsches Institut für Menschenrechte, Bereich Menschenrechtspolitik Inland/Europa) eingebunden. Darüber hinaus wurde die Zivilgesellschaft beteiligt, u. a. das Beratungsnetzwerk des Toleranten Brandenburgs.

Hintergrund

Die jüngst veröffentlichte Leipziger Autoritarismus-Studie (publiziert am 09.11.2022) belegt, dass die Ressentiments gegen jene, die als „anders“ empfunden werden, zugenommen haben. Der Prozentsatz der laut Studie „manifest ausländerfeindlich Eingestellten“ ist im Vergleich zu 2020 in Ostdeutschland von 27,8 Prozent auf 31 Prozent gestiegen, in Westdeutschland ist er von 13,7 Prozent auf 12,6 Prozent gesunken. 40 Prozent der Ostdeutschen geben an, Deutschland sei aus ihrer Sicht „durch die vielen Ausländer überfremdet“, auch 23 Prozent der Westdeutschen stimmen dieser Aussage zu.

 

Weitere Informationen
Handlungskonzept der Landesregierung gegen Rassismus im Land Brandenburg

Zu Weihnachten mit Geflüchteten basteln oder singen (Foto: Rainer Fuhrmann – stock.adobe.com)

Weihnachten mit geflüchteten Menschen

Bereits zum achten Mal möchte die Integrationsbeauftragte des Landes dieses Jahr wieder Ehrenamtliche und Geflüchtete dabei  unterstützen, gemeinsam das Weihnachtsfest zu feiern, sich in dieser besonderen Zeit zu treffen und gemeinsam die stimmungsvolle vorweihnachtliche Atmosphäre zu erleben.

Förderprogramm “Weihnachten mit geflüchteten Menschen”

Für gemeinsame Erlebnisse und Aktionen für und mit Geflüchteten können von Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern jeweils bis zu
500 € beantragt werden, z. B. für

  • Bastel- und Geschenkwerkstätten für Kinder und ihre Eltern,
  • Ausflüge zu Adventskonzerten und Basaren,
  • Einsatz von Sprachmittlerinnen und –mittlern,
  • Technische Unterstützung für digitale Formate,
  • CDs und Bücher,
  • Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit, Fahrtkosten und vieles mehr.

Auch kreative Ideen sind willkommen, wichtig ist, dass die Ausgaben erstattungsfähig sind. Ausgeschlossen sind z. B. Kosten
für Geschenke, Lebensmittel, Getränke und freiwillige Versicherungen. Das Landesamt für Soziales und Versorgung hilft bei Fragen gerne weiter. Voraussetzung ist auch in diesem Jahr, dass ein Großteil der Beteiligten ehrenamtlich engagiert ist.
Angesprochen sind insbesondere Willkommensinitiativen, Vereine und Religionsgemeinschaften, aber auch weitere Interessierte.

Beantragung

Das Hinweisblatt zur Antragstellung ist auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg zu finden, auf Wunsch kann es auch zugesandt werden. Bei Rückfragen wenden Sie sich an integrationsbeauftragte@msgiv.brandenburg.de.

Hinweis: Bitte beachten Sie bei allen geplanten Veranstaltungen immer die jeweils gültigen Corona-Regelungen.

Preisverleihung in der Staatskanzlei: Band für Mut und Verständigung 2022

29. Verleihung des „Bandes für Mut und Verständigung“

Das Bündnis für Mut und Verständigung verleiht auch in diesem Jahr das „Band für Mut und Verständigung“ an fünf Menschen und Initiativen, die sich auf beispielhafte Weise gegen rassistische Gewalt eingesetzt haben oder durch ehrenamtliche Arbeit zur interkulturellen und sozialen Verständigung beigetragen haben.

Preisträgerinnen und Preisträger aus Brandenburg

Brandenburgs Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier zeigte sich sehr stolz über die Auszeichnungen, die nach Brandenburg gingen:

Marianne Ballé Moudoumbou aus Potsdam wird in Anerkennung ihres vielseitigen, langjährigen und inspirierenden Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung ausgezeichnet. Sie wird gewürdigt für ihr klares und mutiges Auftreten bei Missständen wie auch für die Einbindung, Motivation und Stärkung der migrantischen Community.

Rainer Max Lingk aus Meseberg erhält für sein kraftvolles, langjähriges, künstlerisches und politisches Engagement in der Stärkung u.a. von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte durch das Medium Musik die Auszeichnung. Gewürdigt wird sein kreativer, leidenschaftlicher Einsatz, Jugendliche zu ermutigen, von sich zu erzählen, Verbindungen zu knüpfen und gegen Missstände aufzutreten.

Die Gruppe Wir packen’s an e.V. aus Bad Freienwalde wird in Anerkennung ihres beispielhaften, innovativen, partizipativen und unermüdlichen Engagements in der Unterstützung von Menschen auf der Flucht an Orten unabhängig und oft weitab der medialen Aufmerksamkeit sowie für ihre Aufklärungsarbeit an Schulen und in der Öffentlichkeit unter Einbeziehung von Geflüchteten ausgezeichnet.

Mit Kreativität und Einsatz Zivilcourage zeigen

Doris Lemmermeier, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg: „Auch in diesem Jahr  konnten wir wieder sehr beeindruckende und engagierte Preisträgerinnen und Preisträger auszeichnen. Sie stehen stellvertretend für viele, die in Berlin und Brandenburg mit Kreativität und Einsatz Zivilcourage zeigen und gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung kämpfen. Mut und Verständigung, die Begriffe, die das gleichnamige Bündnis leiten, verkörpern die Preisträgerinnen und Preisträger in vorbildlicher und motivierender Weise.“

Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration: „Die Preisträger*innen setzen sich aktiv für eine offene und demokratische Gesellschaft ein, in der Geflüchtete und zugewanderte Menschen partizipieren und teilhaben. Sie sind mutig und kreativ und trotzen Hass und Diskriminierung. Die Ausgezeichneten ermutigen Andere, gegen Ausgrenzung und Gewalt zu kämpfen.“

Die Würdigung und die Übergabe der Urkunden erfolgte erstmals zusammen durch die Regierende Bürgermeisterin von Berlin und den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg im Brandenburg Saal der Staatskanzlei Potsdam. Im Anschluss lud der Ministerpräsident des Landes Brandenburg zu einem Empfang.

Hintergrund

2022 gingen 19 Vorschläge aus der Bevölkerung für mögliche Preisträgerinnen und Preisträger ein. Die Jury einigte sich auf je zwei Haupt- und drei Sonderpreise.

Vergeben wird das „Band für Mut und Verständigung“ an Personen oder Gruppen aus Berlin und Brandenburg durch das „Bündnis für Mut und Verständigung“. Es wurde nach den gewalttätigen Übergriffen auf Migrantinnen und Migranten in Hoyerswerda im Jahr 1991 gegründet.

Zur Jury gehören die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, der Brandenburger Ministerpräsident, die Integrationsbeauftragten der Länder Berlin und Brandenburg sowie zwölf Organisationen.

Ab dem 1. Januar können Vorschläge für das Jahr 2023 per E-Mail an vorschlag@band-mut-verständigung.de eingereicht werden. Ansprechpartner für Medien ist Jens Mätschke-Gabel: info@band-mut-verständigung.de.

 

Weitere Informationen
Webseite des Bandes für Mut und Verständigung

Flüchtlingsunterkunft (Foto: dpa/Bernd Settnik)

Kommunen haben 2022 bereits über 35.770 Geflüchtete aufgenommen

Die deutlich gestiegene Zahl von Geflüchteten stellt das Land Brandenburg und seine Kommunen vor große Herausforderungen. Zur aktuellen Situation bei der Aufnahme, Unterbringung und Betreuung Geflüchteter fand im Sozialministerium ein Austausch mit den Sozialdezernentinnen und Sozialdezernenten der Landkreise und kreisfreien Städte statt. In diesem Jahr wurden bislang insgesamt über 35.770 Geflüchtete, darunter viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, von den Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg aufgenommen (Stand: 19. Oktober). Damit wurde schon jetzt der letzte Höchststand aus dem gesamten Jahr 2015 um rund 10.000 aufgenommene Geflüchtete überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem landesweit insgesamt rund 3.960 Geflüchtete aufgenommen wurden, ist das eine Steigerung um mehr als 800 Prozent.

Flüchtlingszahlen steigen im Zusammenhang mit russischem Angriffskrieg

Sozialstaatssekretär Michael Ranft: „Wir sind mit einer Zugangssituation konfrontiert, die die Flüchtlingskrise 2015/2016 schon jetzt deutlich übertrifft. Hauptursache für die so deutlich gestiegene Zahl von Geflüchteten ist der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dass bislang von Unterbringungen in Notunterkünften nur sehr wenig Gebrauch gemacht werden musste, haben wir zum einen der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung zu verdanken. Schätzungsweise 70 Prozent der Menschen, die aus der Ukraine geflohen und in Brandenburg angekommen sind, sind in Privatwohnungen untergekommen. Aber auch die Kommunen haben mit großem Engagement schnell zusätzliche Kapazitäten für die Unterbringung geschaffen. Die Aufnahme und Unterbringung so vieler Menschen erfordert auch weiterhin eine solidarische Kraftanstrengung aller daran beteiligten Akteure, auch wenn es für alle Regionen immer schwieriger wird, weitere Unterbringungskapazitäten zu erschließen.“

Die Aufnahme und vorläufige Unterbringung von Geflüchteten ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte. Rechtliche Grundlage ist das Landesaufnahmegesetz (LAufnG). Die Verteilung erfolgt auf der Grundlage einer vorrangig die Einwohnerzahl berücksichtigenden Quote.

Aufnahmesoll für Landkreise bereits dreimal erhöht

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat das Land Brandenburg in diesem Jahr bereits dreimal das Aufnahmesoll für die Landkreise und kreisfreien Städte erhöht, von ursprünglich 4.390 auf 35.990 zu verteilende Personen. Mit Stand 19. Oktober haben die Kommunen zusammen insgesamt 35.772 ihnen zugeteilte Geflüchtete aufgenommen. Neun kreisfreie Städte bzw. Landkreise haben ihr jeweiliges Jahresaufnahmesoll bereits übererfüllt.

Nach Angaben der Landkreise und kreisfreien Städte betrug die Anzahl der Plätze in Unterkünften der kommunalen Aufgabenträger mit Stand 30. September insgesamt 39.413, von denen 31.396 Plätze in Einrichtungen der vorläufigen Unterbringung nach dem LAufnG belegt waren. Da aus verschiedenen Gründen nicht alle Platzkapazitäten vollständig belegt werden können (zum Beispiel kann zusammen mit einer Familie nicht noch eine weitere familienfremde Person untergebracht werden), standen zum Stichtag 30. September tatsächlich noch insgesamt 2.464 Plätze zur Verfügung. Die tatsächliche Platzkapazität in den Landkreisen, die ihr Aufnahmesoll noch nicht erfüllt haben, belief sich auf 1.740 Plätze.

Ferienwoche für geflüchtete ukrainische Familien mit Kahnfahrt im Spreewald (Foto: Edler von Rabenstein – stock.adobe.com)

Ferienwoche für geflüchtete ukrainische Familien in Dahme/Mark

Unfassbares Leid hat der seit mehr als einem halben Jahr andauernde russische Angriffskrieg in der Ukraine über die Menschen in dem osteuropäischen Land gebracht. Hunderttausende haben das Land verlassen, darunter viele Familien. Dank eines Projekts des AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V. können nun einige Familien aus der Ukraine eine Ferienwoche in Dahme/Mark verbringen und so etwas Abstand zu den in der Heimat erlebten Gräueln gewinnen. Das Projekt wurde vom Integrationsministerium mit 7.290 Euro aus Lottomitteln gefördert. Am heutigen Dienstag (25. Oktober) besuchte Ministerin Ursula Nonnemacher die Familien in ihrem Ferienort.

Seelische Wunden der geflüchteten ukrainischen Familien lindern

Integrationsministerin Ursula Nonnemacher: „Wegen eines Krieges aus seiner Heimat vertrieben zu werden, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die Menschen machen können. Brandenburg hat Zehntausende Geflüchtete solidarisch aufgenommen, sehr viele Menschen haben Unterstützung angeboten, viele Vereine und Initiativen engagieren sich ehrenamtlich. Neben Hilfe im Alltag ist es wichtig, auch die seelischen Wunden dieser Menschen zu lindern.“

Insgesamt nehmen an dem einwöchigen Aufenthalt in einer Unterkunft in Dahme/Mark 27 Geflüchtete teil, darunter zehn Erwachsene sowie 17 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 15 Jahren. Dabei wurde bewusst eine reizarme Umgebung auf dem Land gewählt, um den Teilnehmenden einen möglichst großen mentalen Abstand zu den Erlebnissen in der Heimat zu ermöglichen. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Kahnpartie im Spreewald mit anschließendem Besuch des Spreewelten Bades (mit Pinguinen), ein Besuch des AWO-Reha-Guts Kemlitz nebst Kremserfahrt, eine Spielaktion im Schloss Dahme/Mark, ein sportlicher Kegel-Wettkampf, ein Besuch eines Indoorspielplatzes sowie ein Grillabend.

Hintergrund

Der AWO Regionalverband Brandenburg Süd e. V. wurde 1990 gegründet. Mit Sitz in Lübbenau/Spreewald ist er in der kreisfreien Stadt Cottbus sowie den Landkreisen Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Teltow-Fläming in den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, soziale Hilfen und berufliche Bildung tätig. Der Regionalverband betreibt derzeit etwa 150 Einrichtungen und Dienste sowie sechs Tochtergesellschaften.

Johanniter-Unfall-Hilfe 45. Kooperations­partner von „Tolerantes Brandenburg“

Ein neuer Partner im Engagement für eine tolerante und engagierte Demokratie: Der Landesverband Berlin/Brandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) ist ab sofort Mitglied im Kooperationsnetzwerk „Tolerantes Brandenburg / Bündnis für Brandenburg“. Die Partnerschaft besiegelten die Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatssekretärin Jutta Jahns-Böhm, stellvertretend für die in der Staatskanzlei angesiedelte Koordinierungsstelle, und der Landesvorstand der JUH, David Kreuziger, heute in der Potsdamer Staatskanzlei.

Stärkung des Ehrenamts und der kulturellen Vielfalt

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung verpflichtet sich die JUH, im Rahmen des Handlungskonzepts „Tolerantes Brandenburg” am Aufbau und an der Stabilisierung demokratischer Strukturen sowie an der Zurückdrängung demokratiefeindlicher Einstellungen mitzuwirken. Im Gegenzug verpflichtet sich die Landesregierung, den Kooperationspartner zu beraten und bei seinem Engagement auf vielfältige Art und Weise zu unterstützen.

Staatssekretärin Jahns-Böhm begrüßte die neue Partnerschaft: „Mit dem Handlungskonzept ‚Tolerantes Brandenburg‘ hat sich die Landesregierung vor 24 Jahren auf den Weg gemacht, all diejenigen zu stärken, die sich gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Rassismus einsetzen. Mit dem Landesverband Berlin-Brandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe ist heute ein spannender und vor allem engagierter neuer Partner hinzugekommen, der sich in besonderem Maße für die Stärkung des Ehrenamts einsetzt und innerverbandlich partizipative Arbeitsprozesse und interkulturelle Vielfalt fördert.“

JUH Landesvorstand Kreuziger: „Wir setzen uns dafür ein, dass Demokratie, Vielfalt und Respekt erlebbar werden – in unserem Verband und darüber hinaus. Dafür engagieren sich unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden bereits an zahlreichen Stellen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Wir freuen uns, unsere Kräfte über die Kooperation mit dem ,Toleranten Brandenburg’ mit weiteren starken Partnern bündeln zu können. So gestalten wir die Gesellschaft im Sinne unseres Leitbildes vielfältig mit!”

Hintergrund

Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) ist eine der großen Hilfsorganisationen im Land. Im Landesverband Berlin/Brandenburg engagieren sich über 61.000 Fördermitglieder, rund 3.000 ehrenamtlich Aktive und mehr als 1.900 Festangestellte. Die JUH bietet alle Leistungen einer großen Hilfsorganisation an. Sie leistet zudem Hospizdienste, engagiert sich für sozial Schwache, betreut und pflegt ältere Menschen, Kranke und Menschen mit Behinderung, betreibt Kindertagesstätten, leistet Jugendarbeit und humanitäre Hilfe im Ausland.

Der Landesverband ist Träger des Projektes „#AusLiebeZurVielfalt“. Es qualifiziert JUH-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um bei innerverbandlichen demokratiefeindlichen und diskriminierenden Vorfällen zeitnah und vor Ort intervenieren zu können. Im Projekt „Voll mein Ding – ehrenamtlich engagiert in Templin“ macht der Regionalverband Nordbrandenburg der JUH Ehrenamt in Templin sichtbar und hörbar. Es geht um die menschlichen Erfahrungen im Einsatz für die gute Sache. Hierüber berichten ehrenamtlich Engagierte in mittlerweile 8 Podcast-Folgen.

Die Koordinierungsstelle für „Tolerantes Brandenburg / Bündnis für Brandenburg“ kooperiert seit 2005 mit Partnern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Mit gemeinsamen Projekten, wie „#Deine Stimme zählt“ anlässlich der Bundestagswahl 2021, den „Bänken gegen Rassismus“ und Initiativen wie „Brandenburg zeigt Haltung“ und „Brandenburg hilft“, wurden wichtige Zeichen für Solidarität, Hilfsbereitschaft und Offenheit gesetzt. Mit dem Landesverband der JUH besteht das Kooperationspartner-Netzwerk der Koordinierungsstelle zur Förderung lebendiger Teilhabe und Vielfalt in Brandenburg nunmehr aus 45 Partnern.

 

Weitere Informationen
Webseite des Handlungskonzepts “Tolerantes Brandenburg”

Integration (Quelle: pixabay.com/geralt)

Bewerbungsstart für Landesintegrationspreis 2022

Bereits zum 15. Mal wird in Brandenburg der Landesintegrationspreis vergeben. Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen, Unternehmen und Kommunen können sich ab sofort bewerben oder dafür vorgeschlagen werden.

Landesintegrationspreis – Stolz auf 15 Jahre

Die Integrationsbeauftragte des Landes, Dr. Doris Lemmermeier: „Auf 15 Jahre Landesintegrationspreis können wir alle stolz sein. Die Bewerbungen. die Preisträgerinnen und die Preisträger zeigen jedes Jahr wieder, wie lebendig und kreativ die Integrationslandschaft in Brandenburg ist. Ich bin überzeugt, dass wir auch in diesem Jahr spannende Bewerbungen erhalten und ermutige alle, sich zu bewerben oder jemanden vorzuschlagen.“

Mit dem Integrationspreis werden Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich haupt- oder ehrenamtlich besonders engagiert für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte im Land Brandenburg einsetzen. Kreative Ansätze, Nachhaltigkeit, Innovation, Vernetzung und Wirkung hinein in die jeweilige Gemeinde oder Region sind wichtige Kriterien für die Auswahl.

Hintergrund

Bewerbungen sind bis zum 15. Oktober 2022 möglich. Der Preis ist mit einer Gesamtsumme von 6.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet Anfang 2023 statt.

Die Auswahl erfolgt durch eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Landtages, des Landkreistages, des Städte- und Gemeindebundes, des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Integrationsbeauftragten im Land Brandenburg, von Migrantenorganisationen sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg zusammensetzt.

Bewerbungen können gerichtet werden an: Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, 14467 Potsdam, integrationsbeauftragte@msgiv.brandenburg.de.

 

Weitere Informationen
Aufruf auf der Webseite des Sozialministeriums

Flucht, Grundsicherung, Arbeit: Wege geflüchteter Menschen aus der Ukraine

Seit dem 1. Juni 2022 werden die Hilfen und Sozialleistungen für hilfebedürftige Geflüchtete aus der Ukraine nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sondern nach dem Sozialgesetzbuch geleistet. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Jobcenter Cottbus berichten Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg und Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit sowie Eike Belle, Geschäftsführerin des Jobcenters Cottbus über die praktische Umsetzung vor Ort. Für einen Großteil der geflüchteten Menschen aus der Ukraine ist der Zugang in den Arbeitsmarkt und den Dienstleistungen wie Beratung, Fortbildungen sowie Förderungen von Arbeitsplätzen ermöglicht worden.

Perspektiven am Arbeitsmarkt für Menschen aus der Ukraine

Eike Belle, Geschäftsführerin des Jobcenters Cottbus: „Den Auftrag, die uns die Politik gegeben hat, haben wir mit aller Kraft umgesetzt. Jetzt arbeiten wir daran, auch unseren neuen Kunden die Perspektiven am Arbeitsmarkt aufzuzeigen und sie dafür fit zu machen.“

Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Mich beeindrucken die Schaffenskraft und der große Wunsch nach sinnvoller Beschäftigung und Arbeit bei den geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Und dies ungeachtet der noch unklaren Aufenthaltsdauer für die meisten. Oft stellen die Sprachkenntnisse noch eine Barriere dar. Neben der Absicherung für den Lebensunterhalt, beraten die Jobcenter ganz gezielt in Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich sehr schnell und mit großem Engagement auf die neue Kundengruppe aus der Ukraine eingestellt.“

Umfassende Hilfen aus einer Hand

Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg: „Mit dem Anfang Juni erfolgten Übergang der Leistungsbearbeitung zum Lebensunterhalt, zur Gesundheitsversorgung und zur Arbeitsmarktintegration auf die Jobcenter erhalten Geflüchtete nun umfassende Hilfen aus einer Hand. Damit wird ihnen unter anderem auch der Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich erleichtert. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber möchte ich daher ermuntern, das Arbeitskräftepotenzial ukrainischer Geflüchteter noch stärker zu nutzen. Hierfür stehen ihnen die arbeitgeberbezogenen Beratungsangebote der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Für die erfolgreiche Bewältigung des mit enormen Kraftanstrengungen verbundenen Rechtskreiswechsels danke ich ausdrücklich allen Beteiligten, insbesondere in den Sozialämtern, Ausländerbehörden und Jobcentern.“