Lehrkräfte mit herausragendem Engagement

Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsministerin Britta Ernst haben am Donnerstag 18 Lehrerinnen und Lehrer sowie erstmals auch Lehrkräfte-Teams aus allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes für ihre herausragende Arbeit mit dem diesjährigen „Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis“ geehrt. Die Preise wurden im Rahmen einer Festveranstaltung in Potsdam vergeben.

Insgesamt waren 54 Lehrkräfte und Lehrkräfte-Teams für den „Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis 2018“ nominiert. Pro Landkreis bzw. kreisfreier Stadt wurde eine Lehrkraft bzw. ein Lehrkräfte-Team ausgezeichnet.

Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich einige, die sich u.a. auch um die Integration von Flüchtlingen verdient gemacht haben.

Mit dem Lehrerpreis 2018 geehrte Lehrkräfte, die sich im Bereich Integration engagieren

Britta Dunker
Oberschule am Rollberg in Bernau (Barnim)
Britta Dunker unterrichtet Deutsch und Sport am Grundschulteil und die Schulkonferenz hat ihr ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt: Sie differenziert im Unterricht, fördert exzellent weniger kreative Kinder und unterstützt hervorragend das Durchhaltevermögen von Kindern mit Lernschwierigkeiten. Die individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden in höchstem Maß gestärkt, die Leistungsfortschritte erreichen höchstes Niveau. Für emotional und sozial verhaltensauffällige Kinder erarbeitet sie mit externen Partnern Förderpläne, Kindern mit Lese-Rechtschreibschwächen gibt sie wertvolle Hilfe und Unterstützung. Bei ihren Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund achtet sie sehr auf die Vermittlung der deutschen Sprache und ist mit deren Eltern im engen Kontakt. Britta Dunker nimmt ihren Unterrichts- und Erziehungsauftrag in herausragender Weise wahr.

Sylvia Harms
OSZ 2 Wirtschaft und Verwaltung – Europaschule (Potsdam)
Die Schülerinnen und Schüler haben die Lehrerin für Wirtschafts- und Sozialkunde, Geschichte und Deutsch nominiert. Sie sagen – Zitat – „Ihr Unterricht ist aktionsreich und humorvoll. Sie gibt jedem die Chance, sich auf seinem eigenen Level zu beweisen und seine Stärken und Schwächen unter Beweis zu stellen. Sie motiviert uns, uns mit politischen Themen auseinanderzusetzen, beispielsweise nach dem Besuch des Stasigefängnisses in Potsdam. Und sie merkt sich jeden Namen, jeden Schülers! Und das bei 25 OSZ-Klassen mit jeweils nur einer Unterrichtsstunde …“. Das Herzensanliegen von Sylvia Harms: alle Azubis für Politik zu begeistern, sich fundierte Meinungen zu aktuell politischen Fragen und Problemen zu bilden und sie auch zu vertreten. Im Projekt „Schule ohne Rassismus“ engagiert sie sich für das Leitbild „Einheit in Vielfalt“, organisiert Politikertalks mit Europa- oder Bundestagsabgeordneten sowie Botschaftern. Sie steht für die Juniorwahlen wenn „echte“ Wahlen anstehen und das Projekt „Grenzenlose Schule“, bei dem ausländische Studierende mit ihren Klassen zu weltwelt bewegenden Fragen ins Gespräch kommen. Wenn das OSZ am Europatag 2018 voraussichtlich mit dem Titel „Grenzenlose Schule“ ausgezeichnet wird, ist das maßgeblich ihr zu verdanken.

Britta Klauck
Liuba-Grundschule Lübben (Dahme-Spreewald)
Die Kinder und Eltern der Klasse 4a schlagen ihre Klassenlehrerin vor. Sie geht einfühlsam auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen ein, differenziert den Unterricht und fördert und stärkt die sozialen Fähigkeiten der Kinder. Teamgeist und freundschaftliches Miteinander stehen dabei im Vordergrund. Durch fächerübergreifenden und projektbezogenen Unterricht schafft sie es immer wieder, dass ihre Schülerinnen und Schüler begeistert am Unterricht teilnehmen und gern zur Schule gehen, auch die vier Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie ein syrisches Flüchtlingskind, das anfangs kein Wort Deutsch sprach. Sie kreiert unvergessliche Projekttage, organisiert alljährlich eine Theaterfahrt, eine Lesenacht und eine Schuljahresabschlussparty – schöne Höhepunkte, die den Zusammenhalt der Kinder fördern. Britta Klauck arbeitet eng und vertrauensvoll mit den Eltern zusammen. Der syrische Mitschüler ist inzwischen sehr anerkannt, auch dank ihrer verständnis- und achtungsvollen Gespräche mit seinen Eltern.

Beatrix Hoch
Oberstufenzentrum Lausitz (Standort Lauchhammer) (OSL)
Die Schülerinnen und Schüler zweier BFS-G-Plus-Klassen – Mädchen und Jungen aus Afghanistan –haben ihre Klassenleiterin vorgeschlagen. Sie unterrichtet sie mit hoher fachlicher und methodischer Kompetenz, mit Engagement, Hingabe und Leidenschaft in den Fächern Deutsch und Metall, gibt hervorragenden, praxisorientierten und schülerbezogenen Unterricht. Sie unterstützt die Jugendlichen bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten, hält Kontakt zu den Eltern sowie Betreuern und ist Ansprechpartnerin für andere Lehrkräfte. Beatrix Hoch weiß, dass ausreichende Deutschkenntnisse die Integration erst möglich machen. Deshalb besucht die Maschinenbau-Ingenieurin und Lehrerin für Metalltechnik eine Fortbildung „Deutsch als Zweitsprache“ und bereitet derzeit ihre Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom vor. Integration ist für die engagierte Lehrerin keine Worthülse, sondern gelebter Alltag: Beatrix Hoch schickt ihre Schülerinnen und Schüler auf Exkursionen in die ihnen noch fremde Stadt Lauchhammer. Dabei lernen sie, sich zu orientieren, andere nach dem Weg zu fragen oder in Geschäften kleine Aufgaben zu lösen. Privat bereut sie zwei syrische Familien. Und sie erlebt Dinge wie diese: Als die afghanischen Mädchen und Jungen im Unterricht gemeinsam ein Vogelhaus bauten, bewiesen die Mädchen ausgesprochenes handwerkliches Geschick, ihr Selbstbewusstsein stieg. Die Jungs staunten nicht schlecht; in ihrer Heimat ist die Rolle der Mädchen anders definiert.

Jörg Kerner
Waldhofschule Templin – Eine Schule für alle – staatlich anerkannte Ersatzschule (Uckermark)
Jörg Kerner ist Pädagoge, Sozialarbeiter, Mediator und Diakon. Als Pädagoge unterstützt er den Fachbereich Religion, den WAT-Unterricht und die „dritten Räume“ – ein Projekt für Kinder und Jugendliche, die schulmüde sind oder besondere Bedingungen zum Lernen, Leben und Arbeiten benötigen. Als Sozial-arbeiter ist er in vielen schwierigen Situationen kompetenter und geschätzter Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegen. Als Mediator vermittelt und berät er professionell und kompetent, auch außerhalb der Schule im Familienkompetenz-Zentrum Templin. Und als Diakon begleitet er alle Gottesdienste und Andachten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern. Außerdem leitet Jörg Kerner das Schülerparlament und hilft so, die Belange der Schülerinnen und Schüler durchzusetzen. Er unterstützt insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche, engagiert sich stark in Nachmittags- und Freizeitangeboten, seiner Arbeitsgemeinschaft und seit 30 Jahren für eine Schule in Afrika.

Lehrer mit Leidenschaft und Hingabe

Ministerpräsident Woidke sagte anlässlich der Preisverleihung: „Unsere Lehrerinnen und Lehrer prägen mit Leidenschaft und Hingabe in den Klassenzimmern das Leben junger Menschen. Sie geben ihr Bestes, damit sich möglichst alle Schülerinnen und Schüler gut entwickeln und aufs Leben vorbereitet werden. Sie fördern Stärken, ohne in Schwächen etwas Schlechtes zu sehen. Sie bringen ihnen Eigenverantwortung bei, ohne dabei den Gemeinschaftssinn zu vernachlässigen und legen damit den Grundstein für ein gelingendes Miteinander. Für dieses Engagement zeichnen wir heute besonders gute Lehrkräfte aus.“

Bildungsministerin Ernst: „Mit diesem Preis wollen wir, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulleitungen ‚Danke‘ sagen. Danke für das Engagement, die Ausdauer und die Leidenschaft herausragender Lehrerinnen und Lehrer und von Lehrkräfte-Teams. Sie alle haben einen der verantwortungsvollsten und anstrengendsten, mit Sicherheit aber auch einen der schönsten Berufe.“

Hintergrund zum Lehrerpreis

Der „Brandenburgische Lehrerinnen- und Lehrerpreis“ wurde zum siebten Mal verliehen. Mit ihm werden – stellvertretend für viele sehr gute Lehrkräfte im Land Brandenburg – alljährlich besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer ausgezeichnet. Die Vorschläge kamen von Schülerinnen und Schülern, Eltern oder Schulleitungen. Die Schulkonferenz als Gesamtvertretung der Schüler, Eltern und Lehrer reicht den jeweiligen Vorschlag beim zuständigen Schulamt ein.

Nach einer Vorauswahl durch die staatlichen Schulämter entschied sich eine Jury des Bildungsministeriums mit Vertretern des Landesschüler- und Landeselternrates für je eine Preisträgerin oder einen Preisträger pro Landkreis und kreisfreier Stadt. Geehrt wurden Lehrerinnen und Lehrer, die sich weit über ihre reguläre Unterrichtsverpflichtung hinaus für ihre Schülerinnen und Schüler engagieren.

 

Weitere Informationen
Bildergalerie und Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport

Staatssekretärin besucht Übergangswohnheim Bernau

Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski war am Mittwoch zu Besuch im Übergangswohnheim in Bernau. Im Gespräch mit Geflüchteten ging es auch um die aktuellen Themen der Menschen vor Ort. Der Landkreis Barnim hatte 2015 im Bernauer Ortsteil Waldfrieden zwei Übergangswohnheime eingerichtet. 2016 wurde noch ein Erweiterungsgebäude gebaut, das im Dezember 2016 bezogen wurde und jetzt 110 Menschen beherbergt.

Hintergrund

Im Vorfeld hatte sich Daniela Trochowski mit dem Bernauer Bürgermeister, Andre Stahl, zu einem Arbeitsgespräch zu den kommunalen Finanzen getroffen. Stahl führte die Staatssekretärin an die Schwerpunkte der Bernauer Stadtentwicklung.

Ehrenamtlerin des Monats: Die 19-jährige Luckenwalderin Claudia Wendt (Mitte)

19-jährige Luckenwalderin ist „Ehrenamtlerin des Monats“ Mai

Die erst 19-jährige Claudia Wendt ist heute für ihr vielfältiges freiwilliges Engagement für die Luckenwalder Jugend als „Ehrenamtlerin des Monats“ Mai ausgezeichnet worden. Damit gehört sie zu den jüngsten unter den mittlerweile mehr als 120 Geehrten. Der Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatssekretär Martin Gorholt, dankte Claudia Wendt, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, für deren Einsatz im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum KLAB in Luckenwalde.

Ehrenamtlerin des Monats: Schon mit 13 freiwillig engagiert

Gorholt: „Claudia Wendt hat schon mit 13 Jahren angefangen, sich für ihre Altersgenossen und Jüngere zu engagieren. Ob zunächst im Sport und später im sozialen und politischen Bereich – sie will, dass möglichst viele Jungsein als Chance begreifen und ihre Möglichkeiten dann auch voll ausschöpfen können.“

Claudia Wendt hilft unter anderem bei Hausaufgaben, gibt Deutschunterricht, organisiert Workshops für Jugendliche und Puppentheateraufführungen für Kinder. Darüber hinaus war sie zwischenzeitlich auch im Klub Buntes Luckenwalde aktiv, wirkte bei Straßenfesten und der Integration von Neu-Brandenburgern mit und betreute selbst einen Geflüchteten.

Gorholt weiter: „Jugendklubs wie das KLAB sind auf fleißige Mithelferinnen und Mithelfer wie Claudia Wendt angewiesen, die sich hilfsbereit und aufopfernd um andere Menschen kümmern. Mit ihrem Engagement setzen junge Freiwillige in  unserem Land ein wichtiges Zeichen: Alle Menschen haben Chancen verdient – unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Herkunft.“

Hintergrund

KLAB ist ein offenes Kinder- und Jugendfreizeitzentrum des parteipolitisch unabhängigen Jugendverbandes „Sozialistische Jugend Deutschlands e.V. – Die Falken“. Ziel des Verbandes ist es, die Jugendliche für politische, gesellschaftliche und soziale Missstände zu sensibilisieren. Täglich werden 20 bis 30 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 20 Jahren kostenlos betreut.

Bundespräsident ehrt Brandenburgerinnen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag in Berlin Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich um die Förderung der Demokratie in Deutschland verdient gemacht haben. Unter den Augezeichneten der Ordensveranstaltung „Demokratie der Zukunft” waren auch zwei Brandenburgerinnen. Die Cottbuser Kommunalpolitikerin Gudrun Breitschuh-Wiehe und die Autorin Juli Zeh aus Barnewitz erhielten aus den Händen des Staatsoberhaupts das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Verdienstkreuz: Die Preisträgerinnen aus Brandenburg

Gudrun Breitschuh-Wiehe ist seit 1998 in der Lausitzmetropole kommunalpolitisch aktiv. Seit fast 20 Jahren engagiert sie sich im überparteilich agierenden Bündnis „Cottbuser Aufbruch” für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Als Initiatorin der Aktion „Stolpersteine” in Cottbus setzt sie sich dafür ein, die Erinnerung an die während der Zeit des Nationalsozialismus verschleppten, drangsalierten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger wachzuhalten.

Juli Zeh setzt sich als eine der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart immer wieder mit den Grenzen von Recht und Unrecht, von Freiheit und Verantwortung auseinander. Sie mischt sich offensiv in gesellschaftspolitische Debatten ein und wirbt für demokratisches Engagement sowie die Übernahme politischer Verantwortung. Sie engagiert sich besonders für den Schutz bürgerlicher Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter.

Hintergrund

Unter den weiteren Preisträgern befand sich auch die Fernsehjournalistin Dunja Hayali, die im vergangenen November die Festveranstaltung zum 2-jährigen Bestehen des “Bündnis für Brandenburg” moderiert hatte.

“Zu Hause, eine Bank im Grünen” bringt Menschen zusammen

Am 21. Mai ist der UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt. Brandenburgs Integrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier sagt dazu heute in Potsdam: „Kulturelle Vielfalt ist auch in Brandenburg – nicht nur durch die Geflüchteten – längst Realität geworden, aber trotzdem noch keine Selbstverständlichkeit. Kulturelle Vielfalt ist ein Gewinn und eine große Bereicherung für die ganze Gesellschaft.“ Anlässlich des Welttages macht Lemmermeier beispielhaft auf das neue Projekt „Zu Hause, eine Bank im Grünen“ der Stiftung für Engagement und Bildung e.V. aufmerksam, das aus Mitteln des “Bündnis für Brandenburg” mit 29.900 Euro gefördert wird.

Praktische Integrationsarbeit direkt vor Ort

Dr. Lemmermeier: „Das Projekt leistet ganz praktische Integrationsarbeit direkt vor Ort. Es bringt Menschen mit unterschiedlicher Herkunft zusammen und fördert den Austausch. So kann ein auf gegenseitigem Respekt beruhendes Zusammenleben von Brandenburgerinnen und Brandenburgern unterschiedlicher Nationalität und Religion gelingen und kulturelle Vielfalt gelebt werden. Gemeinsames ehrenamtliches Engagement von Einheimischen und Migrantinnen und Migranten trägt zu einer Verbesserung der interkulturellen Verständigung bei und kann Ängste und Vorurteile abbauen. Menschen treffen sich, tauschen sich aus und lernen sich so besser kennen.“

Dr. Katja Böhler, Vorstand der Stiftung für Engagement und Bildung e.V.: „Sie wohnen in derselben Stadt, gehen zum selben Supermarkt und wandern mit ihren Kindern durch denselben Park. Dennoch gehen Menschen aus Brandenburg und Geflüchtete aus der unmittelbaren Nachbarschaft noch nicht selbstverständlich aufeinander zu und fühlen sich oft unsicher im Umgang miteinander. Eigentlich, so zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, seit viele Menschen nach Deutschland gelangten, möchten alle dasselbe: In Frieden und ohne Angst vor Verfolgung und Krieg leben, ihre und die Zukunft ihrer Kinder aufbauen und aktiv gestalten.“

Bank im Grünen – gemeinsam aufgestellt, mit persönlicher Widmung

Das Kennenlernen und die Förderung des harmonischen Zusammenlebens verschiedener Menschen stehen im Mittelpunkt des neuen Projektes „Zu Hause, eine Bank im Grünen“. Um einen schönen Platz zum Austausch zu schaffen, stellen die Anwohnerinnen und Anwohner, Deutsche und Geflüchtete gemeinsam eine Bank im Grünen auf. Sie erzählen von sich, von ihrem Leben und warum sie sich wohl fühlen in Brandenburg. Auf der Bank wird eine persönliche Widmung an den gemeinsamen Tag erinnern.

Die seit 2009 bestehende und in Potsdam ansässige Stiftung für Engagement und Bildung e.V. ist als Nichtregierungsorganisation bundesweit aktiv. Für die Umsetzung des Projekts arbeitet die Stiftung mit dem deutsch-französischen Theater- und Filmregisseur Thierry Brühl zusammen. Geplante Stationen sind Nauen, Brandenburg a.d.H. und Lübbenau/Spreewald. Bereits ab Juni soll der Austausch beginnen, dass gemeinsame Aufstellen der Bänke findet im September statt.

Ausführliche Informationen zum Projekt erhalten Sie von Dr. Katja Böhler (Kontakt: 0179 70 35 758 oder Anne-Kathrin.Krauel@german-african-partnership.org).

Hintergrund

Im November 2001 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 21. Mai zum „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“ ausgerufen. Der Welttag soll das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt stärken und die Werte kultureller Vielfalt besser verständlich machen.

Vom Nutzen der Sprachenvielfalt in Grundschulen

Der irische Sprachwissenschaftler Prof. Dr. David Little hält Ende Mai einen Vortrag über das Thema “Integration in Grundschulen” an der Europa-Universität Viadrina.

Gastvortrag zur Sprachenvielfalt

Wie Schülerinnen und Schüler schon an Grundschulen von ihren vielfältigen Migrationshintergründen profitieren können, erläutert der irische Sprachwissenschaftler Prof. Dr. David Little in einem Gastvortrag am Donnerstag, dem 31. Mai, 17.15 Uhr, an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Am Beispiel der Sprachenvielfalt zeigt der ehemalige Leiter der „School of Linguistic, Speech and Communication Sciences“ am Trinity College in Dublin, wie vermeintliche Hürden der Integration überwunden werden können.

Interessierte sind herzlich eingeladen zu dem Vortrag in englischer Sprache „One school, fifty languages: How an Irish primary school converts linguistic diversity into educational capital“ in das Auditorium Maximum, Logenstraße 4, Raum 05.

Im Zentrum des Vortrages steht die Grundschule „St. Bridgid’s Schools for Girls“ in Dublin, deren 320 Schülerinnen 50 verschiedene Muttersprachen sprechen. 80 Prozent der Schülerinnen haben einen Migrationshintergrund – viele von ihnen verfügen bei der Einschulung über gar keine oder nur geringe Englischkenntnisse. Die Schule reagiert darauf mit innovativen Konzepten und vermittelt Lesen und Schreiben nicht nur in englischer Sprache, sondern u. a. auch in französischer Sprache, was sich – so die These von Prof. Dr. David Little – positiv auf die Sprachlernfähigkeiten aller Schülerinnen auswirkt.

Zur Person

Prof. Dr. David Little forscht zur Autonomie von Schülerinnen und Schülern beim Fremdsprachenlernen und zum Umgang von Schulen mit Mehrsprachigkeit. Von 1998 bis 2008 leitete der Sprachwissenschaftler das von der irischen Regierung geförderte Nonprofit-Unternehmen „Integrate Ireland Language and Training“, das Grund- und weiterführende Schulen bei der Vermittlung von Englisch als Fremdsprache unterstützt. Seit 2006 entwickelt er mit dem Europarat Lösungen zur sprachlichen Integration von Migrantinnen und Migranten.

Europaschule Schildow erhält Auszeichnung der KMK

Die Europaschule am Fließ in Schildow erhält vom Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (KMK) die Auszeichnung „Projekt des Monats“. Bildungsministerin Britta Ernst würdigt das Engagement der Schule und deren Beschäftigung mit kultureller Vielfalt.

Europaschule Schildow: Die Welt ist bunt

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter, hat heute in Weimar der Europaschule am Fließ in Schildow (Oberhavel) die Urkunde „Projekt des Monats“ übergeben. Damit würdigt der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz das Erasmus+ Projekt „Die Welt ist bunt – Die Kunst zusammen zu leben“, das die Schule seit 2016 gemeinsam mit dem Thomas-Mann-Gymnasium Prag (Tschechien) und der Volksschule Neder (Tirol/Österreich) durchführte.

In dem Projekt hatten sich die Kinder mit angestammten Bräuchen ihres kulturellen Umfeldes, aber auch denen ihrer Mitschülerinnen und -mitschüler mit Migrationshintergrund auseinandergesetzt. Die Kinder hatten unter anderem Flüchtlinge getroffen und diese nach ihren Gründen für Migration und Flucht befragt. Ziel war es, kulturelle Vielfalt erlebbar zu machen und die Angst vor Unbekanntem abzubauen.

Bildungsministerin Britta Ernst: „Mein Glückwunsch geht an die Europaschule am Fließ in Schildow für ihr Projekt über kulturelle Vielfalt und Wege des guten Zusammenlebens. Hier zeigt sich sehr anschaulich, wie das Programm Erasmus+ unseren Schulen die Möglichkeit bietet, internationale Kontakte aufzubauen und Europa für die Schüler erlebbar zu machen.“

Hintergrund

Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) stellt jeden Monat auf seiner Website ein „Projekt des Monats“ vor. Es zeigt beispielhaft, wie internationaler Austausch im Schulbereich gelingen kann. Die beteiligten Einrichtungen erhalten auf diese Weise Anerkennung für ihr Engagement.

Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ fördert europäische Schulpartnerschaften und gemeinsame Fortbildungsprojekte von Lehrkräften. Im Schuljahr 2017/2018 erhalten 30 Brandenburger Schulen mit insgesamt 35 Projekten eine Förderung.

 

Weitere Informationen
Beitrag auf der Webseite des Pädagogischen Austauschdiensts der Kultusministerkonferenz

Europaurkunden für engagierte Brandenburger

Neun Brandenburgerinnen und Brandenburger sind für ihr ehrenamtliches Engagement mit einer Europaurkunde geehrt worden. Drei von ihnen haben sich in den vergangenen Jahren um die Integration von Flüchtlingen verdient gemacht. Europastaatssekretärin Anne Quart sagte bei der Auszeichnung: „Wir verleihen die Europaurkunden traditionell jedes Jahr an Brandenburgerinnen und Brandenburger, die durch ihre Tätigkeiten in Kommunen die europäische Idee durch vielfältige Projekte für alle Menschen erlebbar machen.“

Europaurkunden für Flüchtlingsarbeit

Geehrt wurde der Diakon Peter Dudyka aus Wandlitz, der 2013 die Willkommensinitiative in seinem Ort mit aufgebaut hat und leitet. Er warb bei vielen Einwohnerversammlungen um Verständnis für Flüchtlinge und Toleranz. In Deutschland und anderen Ländern entwickelt er Projekte zur Integration von Menschen.

Kathleen Conrad aus Prenzlau steht Flüchtlingen im Alltag zur Seite. Sie begleitet die Betroffenen beim Gang zu Behörden. Außerdem hilft sie bei der Suche nach einer Wohnung, einem Ausbildungs- oder Studienplatz sowie einem Job.

Die Künstlerin Hella Meyer-König leitet in Königs Wusterhausen die Initiative „Willkommen in KW“. Sie bietet unter anderem Malworkshops an, an denen bisher 32 Flüchtlinge teilnahmen. Daneben gibt sie ehrenamtlich Deutschkurse, besonders für Frauen, und hilft in Alltagsfragen.

 

Weitere Informationen
Pressemitteilung des MdJEV

Integrationskurse (Foto: stokpic/pixabay.com)

BAMF legt Bericht zu Integrationskursen vor

Im Jahr 2017 wurden insgesamt über 376.000 Berechtigungen zum Integrationskurs erteilt. Davon sind ca. 154.000 Berechtigungen von den Ausländerbehörden ausgestellt worden, rund 98.000 von den Trägern der Grundsicherung und ca. 99.000 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (hierzu zählen vor allem Personen aus der Zielgruppe der Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, Geduldete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 60 a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 Auf-enthG).

Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Anzahl der von den Ausländerbehörden und vom Bundesamt ausgestellten Berechtigungen gesunken (-31 % bzw. -55 %). Die Träger der Grundsicherung haben dagegen deutlich mehr Berechtigungen als im Vorjahr ausgestellt (+26 %). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Verkürzung der Asylverfahren bei Neuzuwanderern zurückzuführen, sodass diese zeitnah von den Trägern der Grundsicherung zum Integrationskurs verpflichtet werden können.
Die Anzahl der neuen Kursteilnehmenden ist mit rd. 292.000 Personen aufgrund des abnehmenden Teilnehmendenpotenzials leicht um rd. 14 % gegenüber dem Jahr 2016 gesunken (2016: 339.500 Personen). Abgenommen haben dabei die Teilnehmendenzahlen vor allem bei den vom Bundesamt zugelassenen Personen (- 37%) sowie bei den von den Ausländerbehörden berechtigten Neuzugewanderten (- 23%), wohingegen die Teilnehmendenzahlen bei den von den Trägern der Grundsicherung berechtigten Neuzugewanderten deutlich zugenommen haben (+ 60%).

Nach wie vor hohe Kapazitäten im Integrationskurssystem

Mit rd. 18.900 begonnenen Kursen im Jahr 2017 wurden annähernd viele Kurse gestartet wie im Vorjahr. Zudem wurden im Jahr 2017 über 15.400 Kurse beendet (+ 54% gegenüber 2016). Mit 1.736 zugelassenen Kursträgern ist die Anzahl gegenüber 2016 gleich geblieben.

Bei den neuen Kursteilnehmern belegt Syrien weiterhin die Spitzenposition

Mit einem Anteil von 34,6 % an allen neuen Kursteilnehmenden liegt Syrien weiterhin mit deutlichem Abstand auf Platz 1 der häufigsten Staatsangehörigkeiten, wenngleich die Teilnehmendenzahlen aus Syrien abnehmen (2016: 46,9%). Auf Platz 2 (9,4 %) folgt die Gruppe der Iraker (2016 ebenfalls auf Platz 2). Afghanistan nimmt mit einem Anteil von 6,9 % den 3. Platz der häufigsten Staatsangehörigkeiten ein (2016 nicht unter den TOP 10).

Integrationskurse für EU-Bürger nach wie vor attraktiv

Die Zahl der neuen Kursteilnehmenden aus den EU-Mitgliedstaaten befindet sich mit rund 50.200 Personen auf einem weiterhin hohen Niveau – gegenüber 2016 allerdings leicht rückläufig (- 16 %).

Alphabetisierungskurse nehmen zu

Mit einem Anteil von 63,0 % bleibt der allgemeine Integrationskurs die am stärksten besuchte Kursart (2016: 73,5%). Auf Platz 2, mit einem Anteil von 26,3 %, folgt der Alphabetisierungskurs – gegenüber 2016 liegt eine Zunahme von über 8 Prozentpunkten vor.

Mehr Männer als Frauen in Integrationskursen

Der Anteil der Männer in Integrationskursen lag 2017 bei 56,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt eine Verringerung von rund 8 Prozentpunkten vor. Allerdings ist der noch immer leicht höhere männliche Anteil in Integrationskursen im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die größte Teilnehmendengruppe nach wie vor aus dem Bereich der humanitären Zuwanderung stammt und aus diesen Herkunftsländern ganz überwiegend Männer zuwandern.

Teilnehmer Sprachprüfung (DTZ)

2017 schlossen 48,7 % der Teilnehmenden (einschließlich Kurswiederholer) den Deutsch-Test für Zuwanderer mit dem B1 Niveau ab (2016: 58,5 %). Das A2 Niveau erreichten 2017 40,8 % der Teilnehmenden (einschließlich Kurswiederholende); im Vorjahr lag der entsprechende Anteil bei 33,5 %.

Quelle: BAMF

Logo der Ausstellung "Hass bringt Dir nix!"

“Hass bringt Dir nix!”

Am 08. Mai wird im Landtag die Ausstellung “Hass bringt Dir nix!” eröffnet. Die Ausstellung rückt die Landesverfassung und ihren Artikel 12 zum Thema Gleichheit in den Fokus seiner Aufmerksamkeit.

“Hass bringt Dir nix!” – Eröffnung im Rahmen des Potsdamer CSD 2018

Gestaltet wurde das Projekt von dem 23-jährigen Künstler Dan Henrikas. Er kommt ursprünglich aus Indonesien. Mit dabei waren auch die Bundesfreiwilligendienstleistenden der qu.Factory von Katte e. V. Der Künstler und die Jugendgruppe möchten zeigen, dass jeder Mensch einen ganz eigenen Charakter besitzt und für alle die gleichen Rechte herrschen, unabhängig davon, ob jemand schwul, lesbisch oder hetero ist. Wenn man die Bilder betrachtet, kann man feststellen, dass heterosexuelle Menschen gleich schön, gleich toll und gleich großartig sind wie homosexuelle Menschen. Es geht darum, den Fokus auf den Charakter des Menschen zu legen und nicht auf den Sex, auf den er steht.

Das Projekt “Hass bringt Dir nix!” wurde organisiert von Katte e.V. Es unterstützt über die Ausstellung hinaus “Potsdam bekennt Farbe” und will damit einen aktiven Beitrag für eine menschenfreundliche und solidarische Gesellschaft leisten und sich insbesondere gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit positionieren.

Grußworte zur Ausstellungseröffnung sprechen Sozialministerin Diana Golze, der Bürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam Burghard Exner und
Diana Bader, Mitglied des Landtags und Gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Hintergrund

Gefördert wurde das Projekt durch das Sozialministerium des Landes Brandenburg und aus dem Regionalbudget des Bündnisses für Brandenburg und der Landeshauptstadt Potsdam.

 

Weitere Informationen
Um Anmeldung wird gebeten unter veranstaltungen@linksfraktion-brandenburg.de