Kinder, Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com
„Ehrenamtlerin des Monats“

„Junge Brückenbauerin mit großem Herz“

Für ihren Einsatz für ein besseres Miteinander von Geflüchteten und Einheimischen in Potsdam ist die Schülerin Ellen Schultz heute von der Staatskanzlei als „Ehrenamtlerin des Monats“ ausgezeichnet worden. Weiterlesen

Integrationsspiel "Leben in Deutschland" (Foto: lid-integration.de)
"Leben in Deutschland – spielend integrieren"

Integrationsspiel in zweiter Auflage erhältlich

Neuankömmlingen in leichter Sprache das Leben in Deutschland näherzubringen, ist das Ziel des Gesellschaftsspiels “Leben in Deutschland – spielend integrieren”, das gerade in zweiter Auflage erscheint.

Integrationsspiel – mit 300 Fragen durch Deutschland

Das Integrationsspiel versteht sich als Beitrag zur Integrationshilfe und kulturellen Bildung. Es will das Miteinander in unserer Gesellschaft fördern und ein konstruktiver Beitrag zur Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Auf einer Rundreise durch Deutschland werden mit Hilfe von 300 Frage- und Antwortkarten Grundkenntnisse über Deutschland zu ganz unterschiedlichsten Themen vermittelt: Demokratie, Geografie, Kunst, Kultur, Umgangsformen, Rechte und Pflichten, Hilfestellungen im Alltag, Mietangelegenheiten, Land und Leute u.v.m.

Zum Spiel gehört auch das Begleitheft “Leben in Deutschland”, das bereits im Jahr 2015 ins Leben gerufen wurde und Geflüchteten in Illustrationen eine Verständigung und Erklärung typisch deutscher Verhaltensformen bietet, auch wenn man die Sprache noch nicht versteht.

Das Integrationsspiel ist derzeit erhältlich auf Deutsch/Arabisch, weitere Sprachen sind geplant und hängen von den zusammenkommenden finanziellen Mitteln ab.

Hintergrund

Damit sich das Projekt selbst finanzieren kann wird das Spiel zu einem Preis von 39,90 Euro angeboten. Wer das Spiel für 49,90 EUR erwirbt, ermöglicht es, dass jedes vierte Spiel gratis an geflüchtete Familien, Übergangswohnheime, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer abgegeben werden kann.

 

Weitere Informationen
Webseite des Spieleprojekts mit Bezugsmöglichkeit

Frankfurt (Oder) – Stadt der Zuflucht? (Foto: edan – stock.adobe.com)
Diskussionsrunde

Frankfurt (Oder) – Stadt der Zuflucht?

Können Kommunen zur Problemlösung in der europäischen Migrationspolitik beitragen, wenn sie Geflüchtete aus eigener Initiative aufnehmen und integrieren? Weltweit vertreten viele Kommunen diese Ansicht und haben sich im internationalen Netzwerk „Städte der Zuflucht“ verbunden. Die bisherigen Erfahrungen und mögliche Chancen dieser Initiative stehen im Zentrum einer Podiumsdiskussion an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit Oberbürgermeister René Wilke.

Stadt der Zuflucht?

„Stadt der Zuflucht? Aufnahme von Geflüchteten in Frankfurt (Oder)“ lautet der Titel der Veranstaltung, zu der das Forschungszentrum B/ORDERS IN MOTION am Mittwoch, dem 8. Mai 2019 um 18.15 Uhr, einlädt. Interessierte sind herzlich willkommen im Senatssaal, Raum 109, im Viadrina-Hauptgebäude, Große Scharrnstraße 59.

Es diskutieren: René Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Prof. Dr. Harald Bauder, Migrations- und Grenzforscher von der Ryerson University Toronto und Dr. Malisa Zobel von der Humboldt-Viadrina Governance Platform, Berlin.

Die Europäische Union ist in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen tief gespalten. Immer wieder weigern sich nationale Regierungen, Gestrandete aufzunehmen. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Kommunen, die ihre flüchtlingspolitischen Handlungsmöglichkeiten nutzen und erweitern wollen. Die Podiumsdiskussion wirft die Fragen auf, wie diese Bereitschaft koordiniert werden kann und welche Bedeutung das Konzept für Frankfurt (Oder) hat. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Norbert Cyrus.

Zu den Personen

René Wilke ist seit Mai 2018 Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder). Der Politiker der Linken und frühere Landtagsabgeordnete geriet mit seinem Vorstoß in die Schlagzeilen, straffällig gewordene Asylsuchende ausweisen zu lassen. In der Stadt Frankfurt (Oder) mit knapp 60.000 Einwohnern, leben circa 6.000 ausländische Menschen, etwa 1.370 von ihnen haben eine Fluchtgeschichte.

Der Migrations- und Grenzforscher Prof. Dr. Harald Bauder lehrt am Department of Geography and Environmental Studies der Ryerson University Toronto, derzeit ist er als Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies zu Gast. Er untersucht, wie die „Städte der Zuflucht“ aufgrund unterschiedlicher nationaler, historischer und geopolitischer Kontexte verschieden ausgestaltet werden. Insbesondere beschäftigt er sich mit der Frage, ob es grundlegende Gemeinsamkeiten für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Zufluchtsangebote auf kommunaler Ebene und ihrer Koordinierung auf globaler Ebene gibt.

Dr. Malisa Zobel koordiniert das Projekt „Europäische Flüchtlingsintegration als kommunale Entwicklung“ der Humboldt-Viadrina Governance Platform, Berlin. Sie promovierte und lehrte am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft der Europa-Universität Viadrina im Bereich Parteienforschung und Einwanderungs- und Integrationspolitik.

Hinweise

Vor der Podiumsdiskussion hält Prof. Dr. Harald Bauder am Mittwoch, dem 8. Mai, ab 16.15 Uhr, im Stephan-Saal, Raum 257 im Postgebäude, Logenstraße 9 – 10, einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Städte der Zuflucht – wie Kommunen in verschiedenen Ländern die Ausgrenzung irregulärer Migrant*innen überwinden“. Auch hierzu sind Interessierte herzlich willkommen.

Vor der Diskussion steht für Medienvertreter bei Interesse der Migrationsexperte Dr. Norbert Cyrus von der Europa-Universität Viadrina für Interviews zur Verfügung.

Ferienaktivitäten für geflüchtete Kinder (Quelle: strichfiguren.de – stock.adobe.com)
Kindersommer 2019

Fördermöglichkeit für Ferienaktivitäten mit geflüchteten Kindern

Endlich Ferien! Nach einem ganzen Schuljahr freuen sich alle Kinder und Jugendlichen auf die Sommerferien. Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg möchte ehrenamtlich tätige Menschen im Land dabei unterstützen, Kindern aus geflüchteten Familien im Sommer Angebote für Unternehmungen zu machen. Gern gesehen sind gemeinsame Aktivitäten von Gruppen, an denen auch Kinder aus Brandenburg teilnehmen. Zusammen macht alles doch viel mehr Spaß!

Bis zu 500 Euro für Tagesausflüge und Co.

Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg stellt unbürokratisch bis zu 500 € bereit. Damit können Ideen verwirklicht werden, wie z. B. Tagesausflüge in die Umgebung, ins Freibad
und vieles mehr, sportliche Betätigungen, Bastelaktionen und kreative Aktivitäten, Singen und Musizieren, gemeinsame Spiele und was Kinder sonst noch gerne unternehmen würden.

Unterstützt wird das ehrenamtliche Engagement im Flüchtlingsbereich. Angesprochen sind insbesondere Willkommensinitiativen, Vereine und alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit mit geflüchteten Menschen aktiv sind. Gefördert werden können beispielsweise Mietkosten für externe Räume, Eintrittskarten, der Einsatz von Sprachmittlerinnen und -mittlern, Fahrtkosten sowie Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit etc.

Ferienaktivitäten mit geflüchteten Kindern – Hinweise

Ausgeschlossen von der Förderung sind Ferienlager, Urlaubsreisen, Kosten für Lebensmittel, Getränke und freiwillige Versicherungen. Das Antragsformular und das Hinweisblatt zur Antragstellung werden zeitnah auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg ergänzt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gern an integrationsbeauftragte@masgf.brandenburg.de.

 

Weitere Informationen
Ansprechpartner Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

Kommunales Integrationszentrum in Frankfurt (Oder): Annette Stolze, Migrationssozialarbeiterin der Stadt, unterhält sich mit einem jungen Flüchtling aus dem Iran. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)
Frankfurt (Oder)

Kommunales Integrationszentrum eröffnet

Die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) hat heute ein Kommunales Integrationszentrum eröffnet. Arbeits- und Sozialstaatssekretär Andreas Büttner lobte das Projekt bei der Eröffnung: „Frankfurt (Oder) als weltoffene Stadt ohne Grenzen bündelt unter einem Dach alle Angebote für die erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Migranten. Ob Unterbringung, Bildung, Sprache, Arbeitssuche, Gesundheit oder gesellschaftliche Teilhabe und Ehrenamt – kurze Abstimmungswege und eine enge Verzahnung der verschiedenen Behörden werden diese wichtige Arbeit spürbar erleichtern und ihre Ergebnisse verbessern. Das ist ein beispielgebendes Projekt.“

Kommunales Integrationszentrum – Vielfalt als Chance

Staatssekretär Büttner sagte weiter: „Integration bietet viele Chancen für unsere Gesellschaft. Und Brandenburg ist aufgrund unserer demografischen Entwicklung – wir werden weniger und immer älter – mehr denn je auf Zuwanderung angewiesen. Für unsere Zukunft wird es entscheidend sein, dass wir noch viel einwanderungsfreundlicher werden. Der Fachkräftebedarf steigt deutlich. So ist es ein starkes Signal, wenn das neue Kommunale Integrationszentrum im gleichen Haus wie das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und die Jugendberufsagentur untergebracht ist. Aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Sportvereine oder Freiwillige Feuerwehren brauchen wir Nachwuchskräfte. Auch hier kann Integration ein Gewinn für alle sein.“

Hintergrund

Das Arbeitsministerium unterstützt die Einrichtung des Kommunalen Integrationszentrums in Frankfurt (Oder) über seine Förderrichtlinie „Vielfalt als Chance“ – Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Gebieten des Stadt-Umland-Wettbewerbs mit rund 500.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Religionssensible Migrationssozialarbeit – Symbolfoto (Foto: Jale Ibrak – stock.adobe.com)
Konferenz

Wie gestaltet sich religionssensible Migrationssozialarbeit?

Bei der Begleitung und Betreuung geflüchteter Menschen kann das Thema Religion eine große Rolle spielen. Die Fachkonferenz “Wie gestaltet sich religionssensible Migrationssozialarbeit?” des Fachzentrums Migrationssozialarbeit möchte sich gezielt dieser Thematik zuwenden.

Psychosoziale Aspekte muslimischer Religiosität bei der Beratung Geflüchteter

Folgende Fragen sollen dabei im Fokus stehen: Welche Bedeutung hat Religion im Alltag von geflüchteten Menschen? Was bedeutet überhaupt religionssensible Migrationssozialarbeit und wie wird sie in die Praxis umgesetzt? Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich aus der oft ausgeprägten Religiosität vor allem muslimischer Menschen mit Fluchthintergrund? Wie kann dies als Ressource in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten genutzt werden? Wann und unter welchen Bedingungen kann Religion die Integration und die psychische Stabilisierung geflüchteter Menschen fördern und wann wirkt sie vielleicht auch hemmend?

Ansätze für religionssensible Migrationssozialarbeit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über diese Fragen am 8. Mai von 9 bis 16 Uhr am Alten Markt 9 in Potsdam in den Austausch kommen und gemeinsam nach Antworten suchen. Auf der Konferenz werden außerdem Ansätze religionssensibler Migrationssozialarbeit aufgezeigt und die unterschiedlichen Erfahrungen von Expertinnen und Experten der psychosozialen Beratung und Seelsorge im muslimischen Kontext vorgestellt und diskutiert.

 

Weitere Informationen
Detailprogramm und Anmeldeformular auf der FaZIT-Webseite

Saber Hajo ist der neue Azubi des Monats (Foto: Handwerkskammer Potsdam)
Potsdam

Syrischer Friseurlehrling ist Azubi des Monats der Handwerkskammer

„Wie die Jungfrau zum Kinde“ sei sie vor gut zwei Jahren zu ihrem jetzigen Auszubildenden gekommen, erinnert sich Friseurmeisterin Monika Nowotny. Die HAIRTEAM-Friseursalonchefin und Ausbilderin meint dabei Saber Hajo, einen junger Syrer, der eines Tages unangekündigt in ihrem Salon stand und mit Hilfe eines ehrenamtlichen Mitarbeiters des DRK nach einer Ausbildungsstelle fragte. Sein Deutsch war spärlich, trotz der absolvierten Deutschkurse. Doch die Eigeninitiative des jungen Mannes beeindruckte sie. Mit Hilfe eines Dolmetschers, der vor der Tür wartete, machte man nach 10 Minuten sogleich „Nägel mit Köpfen“.

Azubi des Monats: Mit viel Eigeninitiative zum Erfolg

Heute lernt der 29-Jährige bereits im zweiten Lehrjahr und wurde am vergangenen Wochenende für sein vorbildliches Ausbildungsengagement als Azubi des Monats April durch die Handwerkskammer Potsdam geehrt.

Die Gründe für den Auszeichnungsvorschlag sind aus Sicht von Chefin Monika Nowotny vielfältig. „Gleich am nächsten Tag kam er zum Probearbeiten. Da merkte ich schon, das kann was werden. Er half sofort, wo er zugreifen konnte, beobachtete genau und war bei der Sache. Das überzeugte mich, es mit ihm zu versuchen“. Bis heute bereut sie die Entscheidung nicht.

Mit Hilfe des Willkommenslotsen der Handwerkskammer Potsdam meisterte er zunächst den Weg der Einstiegsqualifizierung, der dann in einen Ausbildungsvertrag mündete. Die Zeit im Salon nutzte er intensiv, sein Deutsch zu verbessern. Dank „learning by doing“ beherrscht er die Sprache heute beeindruckend. So manche deutsche Redewendung seiner Kolleginnen wird natürlich hinterfragt, wie etwa: „Ihr Deutschen sagt immer ‘zack-zack’. Was ist damit gemeint?“ Umgekehrt ‘lernen’ die Kolleginnen ganz selbstverständlich die arabische und kurdische Sprache kennen, so sind wir Multikulti“, schmunzelt die Salonchefin.

Weg als Team gegangen

Saber arbeitete bereits in Syrien als Herrenfriseur. Mit der Ausbildung hier schafft er sich die entsprechende Basis für die Zukunft, denn in Syrien ist dies kein Lehrberuf. Entsprechend imponieren ihm auch die Ausbildungsinhalte. „Manchmal denke ich, ich studiere Chemie und Medizin, so vielfältig sind die Themen“, lacht er. Auch in der Berufsschule beißt er sich durch, die theoretische Prüfung ist bereits absolviert. Vor wenigen Tagen legte er auch den ersten Teil der praktischen Gesellenprüfung im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz ab.

Nowotny, die in ihrem Salon seit 15 Jahren junge Menschen ausbildet, lobt ihren Azubi mit den vielen Talenten. Dabei schwingt auch Stolz mit, bis hierher mit ihm und ihrem Team diesen Weg gegangen zu sein. Sein Kundenstamm reiche mittlerweile sogar bis Berlin, erzählt Monika Nowotny. Seine Wissbegierde, Akribie, seine Auffassungsgabe schätzen sie und die Kolleginnen sehr. „Er ist ein guter Beobachter, er fragt nach, schaut genau hin, lernt auch mit den Augen. Ob Lockwelle oder Dauerwelle – er ist ein unglaublicher Perfektionist, Saber lebt seinen Beruf. Und das macht ihn besonders“, beschreibt sie den jungen Mann und ergänzt lachend „Auch mit seinen Kochkünsten hat er uns bereits bezaubert.“

Mittlerweile ist Saber Hajo drei Jahre in Deutschland, wohnt in einer eigenen Wohnung, auch seine Frau konnte inzwischen nachziehen. Mit seinem kleinen einjährigen Sohn freut sich die Stadt nun auch über einen weiteren Neu-Brandenburger, für den die junge Familie aktuell auf der Suche nach einem Kitaplatz ist. Der angehende Friseur fühlt sich in „seiner“ Handwerksfamilie wohl, er schätzt das Miteinander. Einen großen Traum möchte er sich nach der Ausbildung übrigens noch erfüllen – den der Meisterausbildung.

Hintergrund

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Potsdam sind aktuell rund 770 freie Lehrstellen und rund 100 Praktika-Angebote in 62 Ausbildungsberufen zu vergeben. Auf das Friseurhandwerk entfallen davon 44 Ausbildungsangebote.

Seit Juli 2014 ehrt die Handwerkskammer Potsdam monatlich einen Lehrling als „Azubi des Monats“. Vorgeschlagen werden die „Azubis des Monats“ von ihren Ausbildungsbetrieben, denn sie können am besten einschätzen, wer diese Auszeichnung verdient.

Quelle: Handwerkskammer Potsdam

 

Weitere Informationen
Lehrstellenplätze der Handwerkskammer

Mitglieder der 14. Integrationsministerkonferenz in Berlin (Foto: Thomas Platow)
14. Integrationsministerkonferenz

Länder fordern weiterhin Flüchtlingsfinanzierung durch Bund

Am 11. und 12. April 2019 kamen die Ministerinnen und Minister sowie die Senatorinnen und Senatoren der Länder auf der 14. Integrationsministerkonferenz in Berlin zusammen. Für zwei Tage diskutierten sie die Zukunftsfragen der Integration unter dem diesjährigen Motto „Ankommen.Teilhaben.Bleiben.“. Die Länder bekennen sich dazu, dass Menschen mit Migrationshintergrund Teil der deutschen Gesellschaft sind und stellen sich gegen Positionen, die zwischen „Wir“ und „Ihr“ unterscheiden.

Forderung: Auch nach 2019 Flüchtlingsfinanzierung durch den Bund

Auf der Konferenz wurde auch die Flüchtlingsfinanzierung des Bundes diskutiert. Alle Länder fordern, dass sich der Bund auch nach 2019 an der Finanzierung von Unterbringung, Betreuung und Integration von Geflüchteten ohne Absenkungen beteiligt. Die Vorsitzende der Integrationsministerkonferenz und Berliner Integrationssenatorin Elke Breitenbach begründet, der Bund dürfe sich hier nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Unter allen Ländern besteht Einigkeit darin, dass die Integrationsarbeit der Länder und Kommunen auch weiterhin die Unterstützung des Bundes braucht. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland muss die Integration bundesweit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gelingen.

Sprachförderung: Mehr Qualität durch Neustrukturierung

Die Integrationsministerkonferenz drängt des Weiteren auf eine Neustrukturierung der Sprachförderung für Eingewanderte. Die Kurse sollen besser aufeinander abgestimmt sowie in Modulen aufgebaut sein und es sollen mehr Lernstunden für bildungsfernere Migrantinnen und Migranten angeboten werden. Die Neustrukturierung ist notwendig, um die Qualität der Kurse anzuheben. Aktuell bestehen nur circa 50 % der Prüfungsteilnehmenden ihre B1 Kurse. Bei A2 sind es sogar nur 40 %. Während man mit einem Sprachniveau A2 grundlegende Aufgaben im Alltag wahrnehmen kann, wird B1 oftmals als Voraussetzung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Arbeit gesehen. Die Länder wollen auch die berufsbezogenen Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten öffnen, die arbeiten und ihre Kurse selbst bezahlen können.

Bessere Arbeitsmarktintegration für Unionsbürger

Unionsbürgerinnen und Unionsbürger als größte Einwanderungsgruppe sollen einen problemlosen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten und vor Diskriminierung und Arbeitsausbeutung geschützt werden. Hierfür sollte die Bundesagentur für Arbeit mehrsprachig arbeiten und ihre Fördermaßnahmen zielgruppengerecht ausrichten. Die Integrationskonferenz will die interkulturelle Öffnung weiter voranbringen und sich für gleichberechtigte Entwicklungs- und Aufstiegschancen für Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen.

Quelle: Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Berlin

Interview zur Integrationsministerkonferenz im ZDF-Morgenmagazin (Foto: Screenshot zdf.de)
Ankommen. Teilhaben. Bleiben.

14. Integrationsministerkonferenz in Berlin gestartet

Heute hat die 14. Integrationsministerkonferenz (IntMK) begonnen. Auf der alljährlichen Konferenz der für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der 16 Länder werden grundsätzliche und länderübergreifende Angelegenheiten der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beraten und beschlossen. Das Gastgeberland Berlin hat als diesjähriges Motto „Ankommen. Teilhaben. Bleiben.” gewählt.

Interview zur Integrationsministerkonferenz

Im ZDF-Morgenmagazin gab Senatorin Erlke Breitenbach, Vorsitzende der 14. Integrationsministerkonferenz, dazu ein Interview. “Alle Menschen, die hier leben und hier bleiben, müssen die Chance haben, schnell die deutsche Sprache zu lernen”, ist eine Forderung der Senatorin.

Das komplette Interview ist auf der Webseite des ZDF abrufbar.

 

Weitere Informationen
Video: Senatorin Elke Breitenbach im ZDF-Morgenmagazin-Interview

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften (Foto: maho – stock.adobe.com)
IQ Projekt

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg startet wieder das IQ Projekt „Brückenmaßnahme für die Akademikerinnen und Akademiker in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften“. Ziel der Maßnahme ist es, den Teilnehmenden einschlägiges Fachwissen, überfachliche Qualifikationen und Kontakte zu vermitteln, die einen (Wieder-)einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

Brückenmaßnahme in Ingenieurs- und Naturwissenschaften will Arbeitsmarktintegration verbessern

Teilnahmevoraussetzungen sind ein ausländischer akademischer Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) in den Fachbereichen Ingenieurs- oder Naturwissenschaften, ein Wohnsitz in Deutschland im Land Brandenburg und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2.

Die Bückenmaßnahme besteht aus vier Säulen: Erstens, aus einer fachspezifischen Qualifizierung in Form von kursbasierten Fachmodulen in geschlossenen Gruppen, zweitens, aus einer fachübergreifenden Qualifizierung mittels Coaching und Soft-Skill-Seminaren, drittens, aus einem integriertem Fach-  und Sprachlernen und, viertens, aus einem Fachpraktikum als abschließendem Modul.

Fünf Monate ab Mai 2019

Die universitäre Qualifizierung findet in Vollzeit statt, Präsenzzeiten sind Montag bis Freitag. Die Dauer der Maßnahme beträgt ca. fünf Monate, als Start ist der 13. Mai 2019 angepeilt. Maximal stehen 20 Plätze zur Verfügung. Alle Veranstaltungen finden an der BTU im Lehrgebäude 10 in Cottbus statt.

Als Ansprechpartnerin, auch für die Zusendung von Bewerbungsunterlagen, steht Frau Elena Sviridova (E-Mail: elena.sviridova@b-tu.de, Telefon 0355 69 3728) zur Verfügung.

 

Weitere Informationen
Anmeldefragebogen und weitere Details