Kommunales Integrationszentrum in Frankfurt (Oder): Annette Stolze, Migrationssozialarbeiterin der Stadt, unterhält sich mit einem jungen Flüchtling aus dem Iran. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)

Migrationssozialarbeit kann fortgeführt werden

Die soziale Unterstützung von Geflüchteten durch Migrationssozialarbeit kann fortgeführt werden. Einem entsprechenden Entwurf zur Änderung des Landesaufnahmegesetzes von Sozialministerin Ursula Nonnemacher hat das Kabinett gestern zugestimmt. Das Angebot soll zunächst um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2023 verlängert werden. „Es ist eine sehr gute Nachricht, dass ein Kernstück der Brandenburger Integrationspolitik nahtlos weitergeführt wird. Damit erhalten die Kommunen Planungssicherheit für die kommenden Jahre, um ihre Integrationsangebote auszubauen und geflüchteten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Brandenburg zu ermöglichen“, so Nonnemacher. Der Gesetzentwurf wird nun in den Landtag eingebracht.

Migrationssozialarbeit nah bei den Menschen

Das Angebot der Migrationssozialarbeit (MSA) richtet sich an geflüchtete Menschen, die aufgrund zügiger Asylverfahren schon nach kurzer Zeit in den SGB II-Leistungsbezug übergehen können. Um diesen Übergang zu erleichtern, erhalten die nach dem Landesaufnahmegesetz zuständigen kommunalen Aufgabenträger befristet eine freiwillige Erstattungsleistung des Landes für das Angebot der Migrationssozialarbeit für schutzberechtigte Personen. Migrationssozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter unterstützen bei Fragen wie Wohnen und Mietverhältnisse bis zu Arbeitsmarktintegration und Familiennachzug.

Sozialministerin Nonnemacher: „Grundlage für eine gelingende Integration ist die zügige soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe der zu uns geflüchteten Menschen. Die Migrationssozialarbeit holt die Menschen dort ab, wo sie leben, mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten in den Wohnquartieren.“

Finanzplanerische Vorsorge der Migrationssozialarbeit für kommende Jahre getroffen

Das Angebot der Migrationssozialarbeit für anerkannte Schutzberechtigte (sogenannte MSA II) wurde im Jahr 2018 als ein Schwerpunkt der Brandenburger Integrationspolitik als freiwillige Erstattungsleistung des Landes an die Landkreise und kreisfreien Städte eingeführt. Mit der Fortführung wird ein Ziel des Koalitionsvertrages umgesetzt. Im Haushaltsentwurf für 2022 sind dafür rund neun Millionen Euro veranschlagt. In der Finanzplanung wurde Vorsorge für das Jahr 2023 in Höhe von rund 9,1 Millionen Euro und für 2024 in Höhe von rund 9,2 Millionen Euro getroffen. Das Kabinett verständigte sich darauf, dass die vereinbarte Überprüfung des Landesaufnahmegesetzes (einschließlich der MSA-II-Pauschale) so rechtzeitig abgeschlossen sein soll, dass das Ergebnis der Überprüfung in die Hausverhandlungen für das Haushaltsjahr 2024 einfließen kann.

Screenshot eines Einladungsschreibens vom FMI

Veranstaltungen mit Afghanistan-Schwerpunkt

Das Fachzentrum für Soziale Arbeit in den Bereichen Migration und Integration (FMI) widmet sich in zwei Veranstaltungen den aktuellen Entwicklungen in Afghanistan.

Auswirkungen auf den Unterstützungsbedarf in Brandenburg

Der Online-Praxisdialog “Afghanistan – Was jetzt?” will eine Einordnung der aktuellen Situation für die Soziale Arbeit in Brandenburg geben. Im Gespräch mit Stephanie Reuter (Referentin für die Beratungsstelle der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg, MSGIV), Fereshta Hussain (Vorsitzende des Migrantenbeirats der Landeshauptstadt Potsdam) und Nadine Abdel Baghy (Sozialarbeiterin im Fachberatungsdienst des Internationalen Bunds in Elbe-Elster) wollen sich die Teilnehmenden einen Überblick über die momentane Situation und die erweiterten Beratungs- und Unterstützungsbedarfe von Afghaninnen und Afghanen in Brandenburg verschaffen.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, dem 7. September 2021 von 9-12 Uhr statt. Bis zum Vortag ist eine formlose Anmeldung ist unter k.struebing@isa-brb.de möglich. Im Anschluss an die Anmeldung werden Zoom-Einwahldaten per E-Mail verschickt.

Austausch in der kollegialen Fallbesprechung

Auch eine kollegiale Fallbesprechung widmet sich dem Thema “Aktuelle Auswirkungen auf die Arbeit mit Schutzsuchenden aus Afghanistan”. In der kollegialen Fallbesprechung werden konkrete Beispiele aus dem Berufsalltag im kollegialen Austausch und unter professionellerpsychologischer Anleitung reflektiert und diskutiert. Ziel ist es, in geschützter Atmosphäre, gemeinsam Strategien und Lösungsansätze zu erarbeiten, um belastende Situationen besser zu bewältigen und in der alltäglichen Begleitung und Beratung handlungsfähig zu bleiben. Die Veranstaltung mit Diplom-Psychologin und Supervisorin Sibylle Rothkegel findet am Freitag, 10. September 2021 von 9-15 Uhr in der Außenstelle des Landkreises Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen statt (Brückenstr. 41).

Möglichkeiten der Anmeldung können Sie über veranstaltungen@isa-brb.de in Erfahrung bringen.

 

Weitere Informationen
Webseite des Fachzentrums für Soziale Arbeit in den Bereichen Migration und Integration (FMI)

Bewerbungsstart für Landesintegrationspreis 2021

Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen, Unternehmen und Kommunen können sich ab sofort für den Integrationspreis 2021 bewerben oder dafür vorgeschlagen werden.

Integration gelingt nur durch Engagement

Die Integrationsbeauftragte des Landes, Dr. Doris Lemmermeier, freut sich auf viele interessante Bewerbungen: „Mit dem Integrationspreis werden Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit besonderem Engagement und mit guten Ideen für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte im Land Brandenburg einsetzen. Integration gelingt nur durch das vielfältige Engagement vieler Menschen. Das wollen wir würdigen.“

Bewerbungen sind bis zum 15. Oktober 2021 möglich. Der Preis ist mit einer Gesamtsumme von 6.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird Anfang des Jahres 2022 stattfinden.

Hintergrund

Der Brandenburger Integrationspreis wird seit 2008 vergeben. Die Integrationsmaßnahmen sollen sich insbesondere durch kreative Ansätze, Innovation, Nachhaltigkeit, Vernetzung und Wirkung in das Gemeinwesen auszeichnen.

Die Auswahl erfolgt durch eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Landtages, des Landkreistages, des Städte- und Gemeindebundes, des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Integrationsbeauftragten im Land Brandenburg, von Migrantenorganisationen sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg zusammensetzt.

Bewerbungen können gerichtet werden an: Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, 14467 Potsdam

 

Weitere Informationen
Informationen auf der Webseite des Integrationsministeriums

Präventionsstrategie gegen Islamismus (Symbolbild)

Radikalisierung frühzeitig erkennen und verhindern

Die Landesregierung will mit einer eigenen Präventionsstrategie islamischem Extremismus in Brandenburg umfassend vorbeugen. Sie wurde heute vom Kabinett in Potsdam verabschiedet. Die Strategie zielt darauf ab, frühzeitig auf islamistische Radikalisierung zu reagieren sowie Maßnahmen der Prävention und Intervention zu bündeln und auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen.

Querschnittsaufgabe aller Ressorts

Die von der Staatskanzlei erarbeitete Präventionsstrategie soll dazu beitragen, für islamischen Extremismus zu sensibilisieren und Radikalisierungsprozessen bei zugewanderten Musliminnen und Muslimen, aber auch bei Konvertitinnen und Konvertiten ohne Migrationsgeschichte, vorzubeugen. Eine erfolgreiche Islamismus-Prävention soll gleichzeitig auch die hier lebenden Musliminnen und Muslime vor ungerechtfertigten Diffamierungen schützen. Wichtige Arbeitsfelder sind dabei insbesondere Inneres und Bildung, sowohl im Bereich der Jugend- wie auch der Erwachsenenbildung.

Der für das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ zuständige Staatssekretär Benjamin Grimm: „Wo Menschen gegen unsere freiheitlich-demokratischen Werte verstoßen oder das demokratische und vielfältige Miteinander untergraben wollen, müssen wir entschlossen handeln. Es muss alles dafür getan werden, islamistischen Gruppen und Personen in Brandenburg den Zugang zu den hier lebenden muslimischen Menschen zu erschweren. Ziel ist, ihren aktuell geringen Einfluss weiterhin niedrig zu halten und nach Möglichkeit weiter zu verringern. Die Umsetzung der Präventionsstrategie betrachtet die Landesregierung als Querschnittsaufgabe aller Ressorts. Inneres, Jugend und Bildung spielen dabei die zentralen Rollen. Wie bereits bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus misst die Landesregierung auch bei der Islamismus-Prävention der Zivilgesellschaft eine große Bedeutung zu.“

Innenstaatssekretär Uwe Schüler betonte die Bedeutung von präventiven Maßnahmen. Jede verhinderte Fehlentwicklung sei ein sicherheitspolitischer Erfolg: „Umfassende Präventionsarbeit ist der erste wichtige Schutz vor extremistischen Bestrebungen gegen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung. Nach dem Prinzip ‚Wehret den Anfängen‘ ist es unser Ziel, gefährlichen Entwicklungen frühzeitig entgegenzutreten. Dafür stehen unsere Sicherheitsbehörden, daran hat aber auch die Zivilgesellschaft einen unschätzbar wichtigen Anteil. Mit dem Handlungskonzept ‚Tolerantes Brandenburg‘ verfügt Brandenburg über große Erfahrungen in der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Auf dieser Expertise baut nun auch die Präventionsstrategie gegen islamischen Extremismus auf. Bisher haben wir in Brandenburg kaum nennenswerte islamistische Bestrebungen zu verzeichnen. Mit der neuen Strategie sorgen wir dafür, dass Brandenburg auch in Zukunft davor geschützt bleibt.“

Brandenburg bislang nur geringfügig von islamischem Extremismus betroffen

Anders als beim Rechtsextremismus zählt Brandenburg laut jüngstem Verfassungsschutzbericht zu den Regionen in Deutschland, die bislang nur geringfügig vom islamischen Extremismus betroffen sind. Nur ein äußerst geringer Teil der hiesigen muslimischen Gesamtbevölkerung sympathisiert mit islamistischen Überzeugungen. Dennoch versuchen islamistische Gruppen auch hier an Einfluss zu gewinnen.

Die in der Präventionsstrategie vorgesehenen Handlungsansätze umfassen u.a. die Demokratie- und Wertevermittlung, die Aufklärung über den Islam einerseits und islamischen Extremismus andererseits wie durch die Fachstelle Islam, die Stärkung der Medienkompetenz sowie die Qualifizierung aller beteiligten Akteure. Muslimische Gemeinden sollen eingebunden, Beratungsstrukturen ausgebaut und die enge Vernetzung aller Beteiligter vorangebracht werden. Enthalten sind auch Maßnahmen der Prävention, Intervention und Deradikalisierung im Strafvollzug und nach der Haftentlassung sowie konsequente sicherheitsbehördliche Maßnahmen.

Die Präventionsstrategie ist das Produkt eines langen Erarbeitungsprozesses, in dem unterschiedliche Blickwinkel berücksichtigt und diskutiert wurden. Begleitet wurde der Prozess von Expertinnen und Experten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern der Prävention und Deradikalisierung.

 

Weitere Informationen
„Präventionsstrategie der Landesregierung Brandenburg gegen islamischen Extremismus im Land Brandenburg. Radikalisierung erkennen, verhindern und bekämpfen – Demokratie, Werte und Normen verteidigen“ (PDF)

 

Kooperationsvereinbarung zwischen GSE Protect und Tolerantes Brandenburg

GSE Protect erneuert Vereinbarung mit dem TBB/BfB

Starke Verbündete im Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassismus: Das Sicherheitsunternehmen GSE Protect hat seine Vereinbarung mit dem Toleranten Brandenburg (TBB) bekräftigt. Hierzu haben Staatssekretär Benjamin Grimm und GSE-Geschäftsführer Cornelis Dijkstra heute in Potsdam eine erneuerte Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die GSE ist schon seit 2013 Teil des aktuell 44 Partner umfassenden Kooperationspartner-Netzwerks des TBB.

Erneuerung der Kooperationsvereinbarung

Inhalt der Vereinbarung ist unter anderem die gegenseitige Unterstützung bei Aktivitäten zur Stärkung einer lebendigen und starken Demokratie. Hierzu gehört beispielsweise die gemeinsame Entwicklung von Fortbildungen oder Projekten, die zivilgesellschaftliches Engagement und Toleranz fördern.

Staatssekretär Grimm: „Rechtsextremisten versuchen nach wie vor, im Sicherheitsgewerbe Fuß zu fassen. Erst kürzlich setzte die Brandenburger Polizei eine Sicherheitskooperation mit einem Bewachungsunternehmen aus, weil dort der Verdacht zu Verbindungen ins rechtsextreme Milieu besteht. Und auch in Lausitz gibt es immer wieder Vermischungen zwischen Szene-Angehörigen und Sicherheitsdiensten. Rechte Tendenzen dürfen wir nicht hinnehmen, und hier hat auch die Branche selbst eine hohe Verantwortung. Es ist deshalb ein starkes politisches Signal und wertvoll, dass die GSE als eines der führenden Sicherheitsunternehmen bundesweit ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekräftigt. Ich freue mich darüber und bin mir sicher, dass dieses Signal in der Branche auch gesehen wird.“

Engagement für friedliches Zusammenleben

GSE-Geschäftsführer Dijkstra zur Erneuerung der Kooperationsvereinbarung: „Weltoffenheit und Toleranz gehören für unser Unternehmen zu den Grundwerten, die wir tagtäglich leben. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besitzen ausländische Wurzeln, einige Führungskräfte und Spezialisten haben Erfahrungen in Krisenregionen gesammelt, zum Beispiel als Angehörige der Bundeswehr. Daher wissen wir, was ein friedliches Zusammenleben wert ist, in dem niemand um sein Leben oder um sein Eigentum bangen muss. Wir schützen diese Werte und vertreten sie auch mit unserem gesellschaftlichen Engagement: Seit 2013 setzen wir uns zusammen mit dem TBB mit vielfältigen Aktivitäten für Gewalt- und Rechtsextremismusprävention ein. Ganz bewusst steht das Kürzel GSE für Glaubwürdig, Sympathisch und Engagiert.“

GSE Protect ist Teil einer internationalen Unternehmensgruppe, die weltweit tätig und mit seinen rund 1.550 Beschäftigten an 12 Standorten bundesweit einer der größten Sicherheitsdienstleister ist. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Potsdam. Die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/Bündnis für Brandenburg“ kooperiert seit 2005 mit Partnern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Grundlage für die vielfältige Zusammenarbeit zwischen den Partnern und der Koordinierungsstelle sind die Kooperationsverträge. Bei regelmäßigen Treffen wird die Zusammenarbeit konkretisiert.

Projekte für Vielfalt und Toleranz

In den vergangenen Jahren sind viele beispielhafte Projekte entstanden. Gemeinsam mit der AOK wurde der Fußballtag für Vielfalt und Toleranz ins Leben gerufen und mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg die Broschüre „Rechtsextremisten/innen nicht auf den Leim gehen: Ein Ratgeber für die Gastronomie und Hotellerie“ erstellt. Zudem werben die Koordinierungsstelle und die Kooperationspartner in regelmäßigen Erst- und Jungwählerkampagnen gemeinsam für eine breite Wahlbeteiligung unter Jugendlichen.

Integration von Frauen und Mädchen (Foto: picture alliance/dpa/Robert B. Fishman)

„Muslimas Netzwerk Brandenburg“ wirbt für Vielfalt

30 engagierte Frauen muslimischen Glaubens aus elf brandenburgischen Städten haben sich unter der Leitung von Razan Alshash, Projektleiterin im Projekt „Vernetzungsstelle muslimisches Gemeindeleben“ der Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA), zusammengefunden und gemeinsam das „Muslimas Netzwerk Brandenburg“ gegründet. Bei ihrem digitalen Treffen tauschten sich die Frauen aus zu Fragen der Integration, des muslimischen Lebens in Brandenburg, der Rolle von Frauen in den Gemeinschaften, Bildung der Kinder und über diskriminierende Erfahrungen, vor allem von Frauen, die ein Kopftuch tragen. Die Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier unterstützt die Arbeit dieses Netzwerks.

Starkes Zeichen für die gesamte Gesellschaft

Landesintegrationsbeauftragte Lemmermeier: „Die Frauen dürfen nicht unsichtbar bleiben. Es ist großartig, dass sich so viele engagierte Frauen muslimischen Glaubens zusammengeschlossen haben, um aktiv am Gesellschaftsleben teilzunehmen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Ich bin beeindruckt, wie aktiv die Frauen ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einfordern. Das ist ein starkes Zeichen für die gesamte Gesellschaft.“

Viele Muslimas, ob mit Kopftuch oder ohne, sind sehr aktiv. Sie wollen die Gesellschaft mitgestalten und haben eine wichtige Funktion bei der Integration. Sie bauen oft die Brücke zur Aufnahmegesellschaft und spielen in ihren Familien eine zentrale Rolle. Durch den Zusammenschluss wollen die Frauen ihre Interessen gemeinsam vertreten und einen Beitrag zur Akzeptanz der Musliminnen, aber auch der Muslime in Brandenburg leisten.

Kopftuch kein Zeichen von Unterdrückung

Razan Alshash, Initiatorin des Netzwerks: „Wir wollen zeigen, dass Musliminnen genauso engagiert und selbstbestimmt leben wie andere Frauen auch. Wir stehen für die gesellschaftliche Vielfalt und die Religionsfreiheit ein und möchten aktiv dazu beitragen, ein positives und friedliches Zusammenleben zu gestalten. Die Vorstellung, dass muslimische Frauen, vor allem wenn sie ein Kopftuch tragen, nicht aktiv sind und dass sie sich auf die Betreuung von Kindern oder Haushalt beschränken, entspricht nicht den Tatsachen. Das Kopftuch ist ein religiöses Bekenntnis, kein Zeichen von Unterdrückung oder Passivität. Musliminnen werden nicht nur häufig unterschätzt, sondern auch diskriminiert.“

 

Weitere Informationen
„Vernetzungsstelle muslimisches Gemeindeleben“ unterstützt muslimische Gemeinden beim Aufbau ihrer Vereinen

Studieren (Foto: Holger Dieterich/freeimages.com)

Studienvorbereitende Kurse an der Freien Universität für Geflüchtete

Studieninteressierte mit Fluchthintergrund können sich vom 30. April bis zum 15. Juni 2021 online für Deutschkurse und studienvorbereitende Kurse an der Freien Universität Berlin bewerben. Das Angebot findet im Rahmen des Programms Welcome@FUBerlin statt.

Wöchentliche Infoveranstaltungen

Teilnehmen können Personen, die in Berlin und Brandenburg als Geflüchtete registriert sind und über eine in Deutschland gültige Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Die Bewerbung findet über das Portal uni-assist im Studiengang „Deutsch und Vorbereitungskurse für Geflüchtete – Welcome@FU“ statt. Die Bewerbung ist kostenfrei. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Deutsch-Sprachniveau von A2 für die Sprachkurse beziehungsweise von B1 für die studienvorbereitenden Kurse im Studienkolleg. Kursbeginn des zweisemestrigen Angebots ist im September. Seit Mitte Mai finden dienstags von 13.00 bis 14.00 Uhr vier mehrsprachige Online-Infoveranstaltungen zum Programm und zur Bewerbung statt.

Jährlich mehr als 100 Teilnehmende

Das Programm Welcome@FUBerlin wurde 2015 von der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen und soll Geflüchteten in Berlin und Brandenburg ermöglichen, ein Studium aufzunehmen oder ein unterbrochenes Studium fortzusetzen. Jährlich nehmen mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Welcome@FUBerlin teil. Unterstützt wird das Programm vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und von der Berliner Senatsverwaltung.

Studienvorbereitende Kurse und kostenfreies Gaststudium möglich

Neben den Sprach- und Vorbereitungskursen bietet das Programm Welcome@FUBerlin ein Gaststudium für Geflüchtete an. Im Rahmen dieses Gaststudiums können sie kostenfrei an Lehrveranstaltungen teilnehmen und in Absprache mit Dozentinnen und Dozenten auch Leistungsnachweise erbringen, welche auf ein späteres Studium angerechnet werden können. Darüber hinaus bietet Welcome@FUBerlin ein Online-Tutorium an, das Studierende der Freien Universität mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Programms zusammenbringt und sich mit Themen rund um Studieneinstieg und Studium befasst, sowie Kurse des Hochschulsports.

 

Weitere Informationen
Mehrsprachige Beratung zum Programm und zur Bewerbung

Refugee Teachers Program wird fortgesetzt (Foto: zinkevych – stock.adobe.com)

“Refugee Teachers Program” wird fortgesetzt

Das “Refugee Teachers Program” an der Universität Potsdam wird fortgesetzt. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, Bildungsministerin Britta Ernst und Prof. Dr. Miriam Vock von der Universität Potsdam präsentieren die Details im Rahmen einer Online-Pressekonferenz.

Qualifizierungsprogramm “Refugee Teachers Program” wird erweitert

Das Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte wurde von der Universität Potsdam entwickelt und wird im Sommersemester 2021 in neuer und erweiterter Form fortgesetzt. An der Online-Pressekonferenz nehmen auch zwei Refugee Teachers teil, die das Programm gerade begonnen haben.

Bundesweit einzigartig

Mit dem ‘Refugee Teachers Program‘ hat die Universität Potsdam im Jahr 2016 ein bundesweit einzigartiges Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrer*innen gestartet, das diese befähigen soll, an Schulen zu unterrichten. Das Programm ermöglicht den Teilnehmer*innen den Erwerb der deutschen Sprache, Einblicke in das deutsche Bildungsverständnis und Schulsystem, Hospitationen an Schulen sowie den Austausch mit deutschen Studierenden und Lehrkräften. Das Programm wird vom Wissenschaftsministerium gefördert.

 

Wann
Montag, 26. April, 10.00 Uhr

Wo
online (Cisco Webex)
Die Pressekonferenz findet Corona-bedingt digital statt. Medienvertreter*innen, die an der Pressekonferenz teilnehmen wollen, melden sich bitte per Mail unter presse@mwfk.brandenburg.de an und bekommen anschließend die Zugangsdaten.

Internationaler Tag gegen Rassismus

Internationale Wochen gegen Rassismus starten

Vom 15. bis zum 28. März 2021 finden die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt. Sie stehen dieses Jahr unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos.“.

Star-Pianist als Botschafter

Geplant und koordiniert werden die Aktionswochen in Deutschland durch die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die auch in diesem Jahr vom Bündnis für Brandenburg unterstützt wird. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Rassismus zu schaffen und dazu beizutragen, rassistische Einstellungsmuster in der Gesellschaft abzubauen.

Botschafter der Internationalen Wochen gegen Rassismus ist in diesem Jahr der Pianist Igor Levit. Die Auftaktveranstaltung wird am 15. März 2021 um 17 Uhr in digitaler Form stattfinden.

Internationale Wochen gegen Rassismus in Brandenburg

Die Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg/ Bündnis für Brandenburg“ nutzt die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, um auch in Brandenburg auf das Phänomen Rassismus aufmerksam zu machen.

Die Themenreihe wird coronabedingt auf dem Facebook-Kanal des Toleranten Brandenburgs stattfinden. Während der zweiwöchigen Aktionswochen wird täglich ein Video rund um das Phänomen Rassismus gepostet, zusammen mit Lektüretipps zur vertieften Beschäftigung mit dem Thema.

 

Weitere Informationen
Auftaktveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Facebook-Aktion des “Toleranten Brandenburg” anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Ministerpräsident Woidke (Foto: Staatskanzlei)

Woidke ruft zu Engagement gegen Rassismus auf

Ministerpräsident Dietmar Woidke ruft Brandenburgerinnen und Brandenburger dazu auf, sich entschieden gegen Rassismus jeglicher Art zu stellen. Anlässlich der morgen startenden Internationalen Wochen gegen Rassismus betonte Woidke: „Rassismus geht jeden von uns an. Wir alle müssen uns für unsere Mitmenschen einsetzen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Die Internationalen Wochen helfen mit, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und rassistische Einstellungsmuster in der Gesellschaft abzubauen.”

Alarmierender Jahresbericht der Beratungsstelle Opferperspektive

Woidke betonte: „Die Anschläge von Halle und Hanau haben uns auf grausame Weise vor Augen geführt, wie verankert Rassismus zum Teil in unserer Gesellschaft ist. Diesen Hass müssen wir gemeinsam bekämpfen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind ein Baustein, um auch in Brandenburg auf das Problem aufmerksam zu machen und Menschen dafür zu sensibilisieren. Die Koordinierungsstelle ‚Tolerantes Brandenburg´ arbeitet derzeit an einem ‚Handlungskonzept der Landesregierung gegen Rassismus im Land Brandenburg‘.”

Alarmierend für Woidke ist der am Donnerstag vorgestellte Jahresbericht der Beratungsstelle Opferperspektive für das Jahr 2020, wonach die rassistische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Brandenburg weiterhin hoch ist. Woidke: „Diese Ergebnisse haben mich sehr beunruhigt. Es schafft ein Klima der Angst und vermittelt schon den Jüngsten, dass sie hier nicht willkommenen sind. Diese Strukturen müssen wir durchbrechen. Deswegen, liebe Brandenburgerinnen und Brandenburger, wann immer Sie Zeugen solcher Übergriffe werden, machen Sie sich stark für die Schwächeren, werden Sie laut, zeigen Sie Gesicht, rufen Sie Hilfe. Aber lassen Sie solche Dinge nicht einfach passieren.”

Hintergrund

Das ‚Tolerante Brandenburg‘ wird im Rahmen der Aktionswochen auf seinem Facebook-Kanal zwei Wochen lang täglich jeweils ein Video rund um das Thema Rassismus sowie Lektüretipps teilen. Zudem soll auf verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und Angebote von zivilgesellschaftlichen Organisationen aufmerksam gemacht werden.

Die von den Vereinten Nationen ausgerufenen Wochen vom 15. bis 28. März stehen unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos”. Deutschlandweit werden im Rahmen der Aktionswochen jährlich über 1.000 Projekte, Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Rassismus durchgeführt. Botschafter ist in diesem Jahr der Pianist Igor Levit. Die Auftaktveranstaltung findet aufgrund der Corona-Pandemie am 15. März digital statt.

 

Weitere Informationen
Stiftung gegen Rassismus