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Archiv für die Kategorie: Aktuelles

Band für Mut und Verständigung

Brandenburg und Berlin verleihen „Band für Mut und Verständigung“

11. September 2026/0 Kommentare

Sie engagieren sich in herausragender Weise für eine offene, demokratische Gesellschaft und gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung: Fünf Einzelpersonen und zwei Initiativen aus Brandenburg und Berlin sind in der Staatskanzlei in Potsdam mit dem „Band für Mut und Verständigung“ geehrt worden, der gemeinsamen Auszeichnung beider Länder für ein Engagement gegen Gewalt und Rassismus. René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, übergab in Vertretung von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die Auszeichnungen am heutigen Freitag gemeinsam mit Berlins Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt, Max Landero, im Beisein der Integrationsbeauftragten Brandenburgs und Berlins, Diana Gonzalez Olivo und Katarina Niewiedzial. Das „Band für Mut und Verständigung“ wurde bereits zum 33. Mal verliehen. Insgesamt wurden 156 Vorschläge eingereicht, so viele wie nie zuvor.

Band für Mut und Verständigung: Ausgrenzungen nicht hinnehmen

René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Angesichts eines erstarkenden Rechtsextremismus sind Zivilcourage und ein entschlossenes Auftreten gegen Rassismus besonders wichtig. Das erfordert Einsatz und oftmals auch großen persönlichen Mut. Menschen, die diesen Mut und dieses Engagement aufbringen, ehren wir heute mit dem ,Band für Mut und Verständigung‘. Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger sorgen mit ihrem Einsatz für ein friedliches, bereicherndes, interkulturelles Miteinander in unserer Gesellschaft. Als Landesregierung ermutigen und würdigen wir dieses Engagement gemeinsam mit Berlin inzwischen seit 33 Jahren. Damit setzen wir ein starkes und deutliches Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz!“

Max Landero, Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt: „Es betrifft uns alle, wenn Menschen mit Kippah, Kopftuch oder schwarzer Hautfarbe Angst haben, wenn queeres Leben bedroht wird und wenn Menschen mit einer Behinderung ausgegrenzt werden. Das werden wir nicht hinnehmen. Und darum ist es gerade jetzt so wichtig, dass es engagierte Menschen gibt, die aktiv sind und unsere Demokratie verteidigen. Die heute Ausgezeichneten zeigen: Demokratie lebt davon, dass wir Verantwortung füreinander übernehmen. Schon 1991 hat sich das Bündnis für Mut und Verständigung gegründet. Wir brauchen dieses Bündnis heute dringender denn je!“

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Einzelnen

Hauptpreis Brandenburg
Mahmood Alizadeh
verbindet Menschen auf dem Sportplatz und schafft Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Er erhält die Auszeichnung in Anerkennung seines herausragenden Einsatzes für Integration durch Sport im ländlichen Raum, seines engagierten Wirkens in der Arbeit mit Kindern, Geflüchteten und Menschen mit Behinderung sowie seines verbindenden Beitrags zur Teilhabe im Vereins- und Gemeinschaftssport.

Hauptpreis Berlin
Ceren Türkmen
ordnet gesellschaftliche Ungleichheiten analytisch ein und macht Machtverhältnisse in öffentlichen Debatten verständlich. Das „Band für Mut und Verständigung“ erhält sie In Anerkennung ihres langjährigen, klaren und beharrlichen Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung sowie ihres verbindenden Wirkens zwischen Wissenschaft, Politik und migrantischer Selbstorganisation.

Sonderpreis Brandenburg
Fereshta Hussain
bringt politische Themen, Menschen und Perspektiven in Bewegung und gibt migrantischen Stimmen öffentliche Präsenz. Geehrt wird sie in Anerkennung ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements als politische Stimme migrantischer Perspektiven, ihrer prägenden Arbeit im Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam sowie ihres öffentlichen Einsatzes für Menschenrechte, Gleichberechtigung und demokratische Teilhabe.

Sonderpreis Brandenburg
Women in Exile e.V.
durchbricht die Isolation in Unterkünften und engagiert sich für die Ermächtigung von Frauen, die Diskriminierung erfahren haben. Die von geflüchteten Frauen gegründete Initiative macht damit Menschen in ihren Lebenslagen politisch sichtbar und setzt sich aktiv gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung ein. Der Verein wird in Anerkennung seines langjährigen Engagements sowie des konsequenten Einsatzes für Selbstvertretung und Rechte, insbesondere von BPoC (Black and People of Color)-Menschen, ausgezeichnet.

Sonderpreis Berlin
Zahra Gholamhosseini
baut Räume auf, in denen die Hazara-Community in Berlin Selbstorganisation entwickelt und sichtbar wird. Der Preis wird ihr in Anerkennung ihres beharrlichen ehrenamtlichen Engagements für migrantische Selbstvertretung, ihres konsequenten Einsatzes gegen Diskriminierung sowie ihres Wirkens für selbstorganisierte Teilhabe und gestärkte Community-Strukturen verliehen.

Sonderpreis Berlin
Die Initiative Kwitne Queer ermöglicht es queeren ukrainischen Geflüchteten, ihre Identität sichtbar und selbstbestimmt zu leben. Sie erhält das „Band für Mut und Verständigung“ in Anerkennung ihres mutigen ehrenamtlichen Engagements für Schutz, Empowerment und Selbstbestimmung von Menschen in Situationen von Flucht und Ankommen, ihres konsequenten Einsatzes für Sichtbarkeit und gegen Ausgrenzung.

Sonderpreis Berlin
Franz-Josef Esser
hält den öffentlichen Dialog auf dem Marktplatz lebendig – im direkten Gespräch und auch bei kontroversen Positionen. Er wird in Anerkennung seines langjährigen ehrenamtlichen Einsatzes für demokratische Kultur im öffentlichen Raum, seines prägenden Wirkens durch die Mahnwache für Toleranz sowie seines maßgeblichen Beitrags zum Aufbau eines breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerks in Spandau geehrt.

Hintergrund

Das „Band für Mut und Verständigung“ wird seit 1993 vom berlin-brandenburgischen „Bündnis für Mut und Verständigung“ verliehen. Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen neben dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin sowie den Integrationsbeauftragten bei der Länder folgende Verbände und Institutionen: AWO Berlin, Caritas im Erzbistum Berlin, DRK Berlin und Brandenburg, DGB Berlin-Brandenburg, DWBO, EKBO, Erzbistum Berlin, HVD (Humanistischer Verband) Berlin-Brandenburg, Jüdische Gemeinde zu Berlin, LJR (Landesjugendring) Berlin und Brandenburg, LSB (Landessportbund) Berlin und Brandenburg sowie Paritäter Berlin und Brandenburg.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/band-fuer-mut-und-verstaendigung-aufruf-2019.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-09-11 11:52:192026-09-11 11:53:16Brandenburg und Berlin verleihen „Band für Mut und Verständigung“
Dialog und Austausch (Grafik: aeroking – stock.adobe.com)aeroking – stock.adobe.com

Staatssekretär würdigt Gemeindedolmetschdienst Brandenburg

10. September 2026/0 Kommentare

Sie helfen Zugewanderten unter anderem bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Terminen in Schulen und Kitas: Der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg vermittelt bei Bedarf ehrenamtliche Sprachmittelnde im Land Brandenburg. Am heutigen Donnerstag feiert das Projekt in Trägerschaft des Vereins Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. (ISA e.V.), das seit seiner Gründung vom Sozialministerium gefördert wird, sein zehnjähriges Bestehen. Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner würdigte den Gemeindedolmetschdienst bei der Jubiläumsveranstaltung in Potsdam als wichtigen Beitrag zur Integration und zum Zusammenhalt im Land Brandenburg.

Zehn Jahre gute Verständigung

Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner: „Sprache dient der Verständigung. Wer versteht und verstanden wird, integriert sich leichter. Insofern ist der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg gleich in doppelter Hinsicht ein gelungenes Integrationsprojekt: Zum einen hilft es Neuankömmlingen in Brandenburg, sich zurechtzufinden und einzuleben, zum anderen profitieren auch die Sprachmittelnden selbst, haben sie doch meist selbst eine Einwanderungs-, Flucht- oder Migrationsgeschichte. Oft entwickeln sich daraus auch weiterführende berufliche Chancen. Das fördert Integration auf allen Ebenen und stärkt auf diese Weise den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Dafür möchte ich bei den ehrenamtlichen Sprachmittelnden herzlich bedanken!“

Durch den Gemeindedolmetschdienst Brandenburg werden Sprach- und Kulturmittelnde in Brandenburg für öffentliche und private Einrichtungen des Gesundheits-, Bildungs- sowie Sozialwesens für das persönliche Dolmetschen vor Ort vermittelt. Innerhalb des Projekts werden die Sprachmittelnden vor ihrem Einsatz in einem zertifizierten Kurs entsprechend qualifiziert. Aktuell befinden sich 85 ehrenamtliche Sprachmittelnde im Vermittlungspool, ihr Einsatz wird durch eine Vermittlungszentrale koordiniert.

Hilfe im Bereich Gesundheit, Bildung und Behörden

Im vergangenen Jahr wurde der Gemeindedolmetschdienst rund 1.500-mal angefragt, am häufigsten aus dem Gesundheitsbereich (42,2 Prozent), gefolgt vom Bildungssektor mit 24,9 Prozent und von Behörden mit 14,7 Prozent. Die meisten Anfragen im Jahr 2025 stammten mit 44 Prozent aus Potsdam. Auf den Plätzen zwei und drei standen Cottbus (26,4 Prozent) und der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 13,1 Prozent. Die am häufigsten angefragten Sprachen waren Arabisch, Russisch und Dari/Farsi.

Bei 14 ehrenamtlichen Sprachmittelnden mündete ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr in eine Arbeit, Ausbildung oder ein Studium, zum Beispiel als Hebamme, Behördensachbearbeiterin, Musiklehrkraft oder selbstständige Dolmetscherin. In diesem Jahr konnten bereits sieben Personen neue Tätigkeiten aufnehmen, darunter ein Medizinstudium, eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten oder eine Tätigkeit als Lokführerin.

Hintergrund

Die Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. wurde 2004 von einer kleinen Gruppe zugewanderter Brandenburgerinnen und Brandenburger in Potsdam gegründet. Der Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins liegt auf der Sozialen Arbeit in den Bereichen Migration und Integration.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/dialogforen-dialogforum-integration-und-ehrenamt-2018-eberswalde-brandenburg.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-09-10 18:36:092026-09-10 18:36:09Staatssekretär würdigt Gemeindedolmetschdienst Brandenburg
Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Mareike Sabl, Nadia Karol, Martina Fähling, Tina Vogel und Annette Flade (Marthas Tisch), Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo und Brandenburgs Integrationsminister René Wilke (Foto: Stadt Wittenberge / Martin Ferch)

Minister Wilke und Integrationsbeauftragte Gonzalez Olivo verleihen Landesintegrationspreis

24. August 2026/0 Kommentare

Ehrung für herausragendes Engagement bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund: Eine Initiative, ein Verein und zwei Einzelpersonen sind in Wittenberge (Prignitz) von Integrationsminister René Wilke und der Landesintegrationsbeauftragten Diana Gonzalez Olivo mit dem Landesintegrationspreis 2026 ausgezeichnet worden. Geehrt wurden das Projekt „Marthas Tisch – fair zusammen“ aus Wittenberge, Gideon Gichiri Githua aus Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster), der Potsdamer Verein ESCALA e.V. mit dem Projekt KARAWANSEREI und Wolfgang Frick aus Eberswalde (Barnim). Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

Integration: „Eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit“

Minister René Wilke: „Integration ist eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Damit sie gelingt, bedarf es großer gemeinschaftlicher Anstrengungen. Heute ehren wir beispielhaft vier Projekte und Personen, die in vorbildhafter Weise zu diesem Gelingen beigetragen und damit unser Leben, unsere Gesellschaft gestärkt, bunter gemacht und bereichert haben.  Das Engagement reicht von Menschen, die hier geboren sind, hin zu Neubürgern, die erst einige Jahre in Brandenburg leben. Dass wir in Wittenberge diese Verleihung feiern, freut mich ganz besonders. Die Stadt ist ein Beispiel für Innovation in ländlichen Räumen, und Marthas Tisch steht hier exemplarisch für den sozialen Zusammenhalt.“

Diana Gonzalez Olivo, Landesintegrationsbeauftragte: „Aus über 30 beeindruckenden Bewerbungen hat die Jury zwei Projekte und zwei Einzelpersonen ausgewählt, die sich in besonderem Maße für die Teilhabe von Geflüchteten und Zugewanderten in Brandenburg einsetzen. Es freut und beeindruckt mich sehr, wie Menschen ihr ehrenamtliches Engagement trotz schwieriger politischer Entwicklungen mutig und mit großer Überzeugung fortsetzen oder sogar neu beginnen – ihre Haltung verdient Respekt und Anerkennung.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Marthas Tisch – fair zusammen
„Marthas Tisch“ in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Wittenberge ist ein offener Treffpunkt für alle Menschen im Ort: konsumfrei, barrierearm und lebendig – ein soziales Zuhause mitten in Wittenberge.  Integration passiert dort im gemeinsamen Erleben und Tun: Menschen mit Migrationsgeschichte und mit Einschränkungen übernehmen Verantwortung, helfen beim Service, bei der Organisation, leiten Projekte oder moderieren Veranstaltungen. Es gibt vielfältige Aktivitäten: Mittagstisch, offene Spielabende, Internet-Sprechstunden, Kreativworkshops, Eltern-Kind-Treffen – aber auch Themen- und Filmabende zu brisanten Fragen unserer Zeit: globale Gerechtigkeit, fairer Handel, Demokratie, Gesundheit, Klima. Außerdem wurde ein Sprachclub für ältere Menschen ab 60 aufgebaut, die keinen Zugang zu klassischen Integrationskursen, aber den großen Wunsch haben, sich besser integrieren zu können.
Weitere Informationen: marthastisch.de

Gideon Gichiri Githua
Der gebürtige Kenianer Githua lebt mit seiner Familie in Doberlug-Kirchhain und gestaltet dort aktiv das Gemeindeleben der evangelischen Kirchengemeinde mit. Im August 2025 hat er ein neues Projekt initiiert: Ein Sprachcafé, das einmal wöchentlich (dienstagabends) im evangelischen Gemeindehaus Kirchhain stattfindet. Hier kommen Deutsche und Menschen mit Migrationsgeschichte miteinander ins Gespräch. Githua kümmert sich um die Teilnehmenden, ihre Anreise (manche Geflüchtete können aufgrund des fehlenden ÖPNV in den Abendstunden nicht aus der Gemeinschaftsunterkunft hin- und wieder zurückkommen) und das Programm. Für die Kirchengemeinde ist diese Veranstaltung ein großer Gewinn, da es jenseits des wöchentlichen Gottesdienstes eine besonders niedrigschwellige Veranstaltung ist, an der alle teilnehmen und im Gespräch zusammenfinden können.

ESCALA e.V. KARAWANSEREI
Der Verein ESCALA e.V. (Kunst und Kultur im interkulturellen Kontext) ist der Trägerverein des Netzwerks KARAWANSEREI, das 2014 durch das Potsdamer interkulturelle Frauentheaterprojekt enstand. Seitdem sind sowohl in Brandenburg/Havel (2023) als auch in Eberswalde (2025) weitere wöchentliche, interkulturelle Frauentheaterprojekte entstanden. Seit 2024 existiert eine Workshopreihe zu Bewegung und Theater, an der alle Frauen (egal ob Deutsche oder Migrantinnen) kostenfrei teilnehmen können. Die im Projekt mitwirkenden Frauen gestalten aktiv Theaterstücke oder leiten Workshops für andere. Die wöchentlichen KARAWANSEREI-Gruppen bieten eine Begegnungsplattform für Frauen aus der ganzen Welt. Sie treffen sich einmal wöchentlich und gestalten gemeinsam ein Theaterstück. Die Arbeitssprache ist Deutsch und das vordergründige Ziel sind mindestens zwei öffentliche Aufführungen pro Jahr. Die Projektteilnehmerinnen sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Viele Frauen nehmen bereits seit mehreren Jahren aktiv. Insgesamt spielten bisher Frauen aus rund 25 verschiedenen Nationen bei den Aufführungen mit, darunter aus Afghanistan, Irak, Iran, der Ukraine und Syrien, denen die Frauentheatergruppen nach ihren Fluchterfahrungen Halt geben.
Weitere Informationen: karawanserei-theater.eu

Wolfgang Frick
Seit seiner Pensionierung im Jahr 2015 engagiert sich Wolfgang Frick in der Kleiderkammer der evangelischen Stadtgemeinde Eberswalde, deren Leitung er seit sieben Jahren innehat. Unter seiner Verantwortung wurde die Einrichtung zu einem offenen Begegnungsort weiterentwickelt – mit neuen Angeboten für Studierende, Geflüchtete und sozial Benachteiligte. Er initiierte Upcycling- und Nähprojekte für Kinder, die Nachhaltigkeit, Teilhabe und gemeinsames Lernen verbinden. Seit nunmehr zehn Jahren ist Frick zudem Ansprechpartner und Begleiter für Geflüchtete in Eberswalde. Er hilft bei Behördengängen, vermittelt Kontakte und fördert Begegnungen zwischen alteingesessenen und neuen Bürgerinnen und Bürgern. Darüber hinaus absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Demokratiebotschafter der evangelischen Kirche und wirkt seither in Bildungs- und Begegnungsprojekten mit, die demokratische Werte und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Frick war über vier Jahrzehnte im Polizeidienst tätig, zuletzt als Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminaltechnik in der Polizeidirektion Ost. Seit 1993 ist er aktives Mitglied der Gewerkschaft der Polizei, heute Landesseniorenvorsitzender der GdP Brandenburg.

Hintergrund

Mit dem Integrationspreis werden seit 2008 Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich haupt- oder ehrenamtlich besonders engagiert für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte im Land Brandenburg einsetzen. Kreative Ansätze, Nachhaltigkeit, Vernetzung und Wirkung in das Gemeinwesen sind wichtige Kriterien für die Auswahl. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Landtags, des Landkreistags, des Städte- und Gemeindebundes, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Integrationsbeauftragten im Land Brandenburg, des Vereins Viet Hong e.V. sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg ausgewählt.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/landinpr2026_833x317.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-24 12:12:132026-08-26 10:29:23Minister Wilke und Integrationsbeauftragte Gonzalez Olivo verleihen Landesintegrationspreis
Landeshauptstadt Potsdam

Bewerben für das Integrationsbudget der Landeshauptstadt

11. August 2026/0 Kommentare

Auch im kommenden Jahr werden von der Landeshauptstadt Potsdam wieder Projekte zur sozialen Integration von Geflüchteten gefördert. Die Antragsfrist für die Förderung von Projekten im Jahr 2027 wurde um einen Monat vorverlegt auf den 30. September 2026. Das soll helfen, den Entscheidungsprozess adäquater zu gestalten. Gegenstand und Ziele der Förderung sind unter anderem der Abbau und das aktive Eintreten gegen Rassismus und Diskriminierung, der Ausbau zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements der Stadtgesellschaft sowie die Entwicklung des nachbarschaftlichen Zusammenhaltes.

Bereits 30 Prozent des Integrationsbudgets für migrantische Selbstorganisationen

Das Integrationsbudget ist ein wichtiger Baustein für die Förderung integrativer Angebote und Nachbarschaftsinitiativen. Es trägt zur Sicherung der Infrastruktur dezentral in allen Stadtteilen bei und unterstützt eine Vielfalt an Projekten und Angeboten. Zu den im Integrationskonzept 2024-2028 der Landeshauptstadt Potsdam formulierten Zielstellungen gehört insbesondere, auch migrantische Organisationen zu fördern.

„Ich freue mich, dass in den letzten Jahren immer mehr migrantische Selbstorganisationen über das Integrationsbudget gefördert werden konnten. Fast 30 Prozent der abgerufenen Mittel gingen im Förderjahr 2025 an Projekte, die von Migrantinnen und Migranten selbst auf die Beine gestellt werden. Das ist toll, da sie Integrationsprozesse so aktiv mitgestalten und wichtige Bedarfe abdecken“, sagt Dr. Amanda Palenberg, Migrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam.

Förderrichtlinie und Formular überarbeitet

Für die kommende Förderperiode 2027 wurde die Richtlinie selbst sowie das Antragsformular überarbeitet. Neben der Effizienzsteigerung der Verwaltungsarbeit erhält die Erfolgsmessbarkeit und zukunftsorientierte Bedarfsdeckung für die geförderten Projekte eine stärkere Relevanz auch im Sinne einer höheren Transparenz. So wurden nicht nur Dokumente zum Antrag zusammengeführt, sondern auch Ziele und Indikatoren für die Förderprojekte stärker im Prozess integriert.

„Damit die Integration in den Nachbarschaften gelingt, braucht es auch dezentrale und kleinteilige Angebote der Begegnung und Unterstützung. Aber Bedarfe und Themen ändern sich mit der Zeit. Wir wollen die Projektinitiativen darin unterstützen, dass sie die Förderangebote darauf einstellen und gemeinsam mit den Entscheidungsgremien transparent machen, wie dies gelingt“, so Gregor Jekel, Fachbereichsleiter Wohnen, Arbeit und Integration.

Hintergrund

Die Landeshauptstadt Potsdam fördert Maßnahmen bis 15.000 Euro für projektbezogene Honorar-, Personal- oder Sachkosten. Die Projektlaufzeit beläuft sich auf maximal 12 Monate. Antragsberechtigt sind anerkannte juristische Personen, z. B. gemeinnützige Vereine und Institutionen. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung entscheidet im Dezember dieses Jahres, welche Projekte im nächsten Jahr gefördert werden.

Vereine und Initiativen können sich mit einem Antrag auf Gewährung einer Zuwendung ab sofort und bis spätestens zum 30. September bei der Landeshauptstadt Potsdam zur Förderung ihrer Projektidee(n) für das Jahr 2027 bewerben. Die neue Richtlinie und die neuen Antragsunterlagen sind auf den Seiten des Verwaltungsportals der Landeshauptstadt Potsdam abrufbar.

Für interessierte Trägerinnen und Träger bietet der Bereich Sozial-kulturelle Stadtteilarbeit am 1. September 2026, um 16 Uhr, eine digitale Veranstaltung zur Vorstellung der neuen Richtlinie an. Hier erhalten Sie Informationen zum Antrags- und Förderprozess. Der Bereich bittet um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse Integrationsbudget@Rathaus.Potsdam.de und sammelt unter dieser Mailadresse auch vorab Fragen der Träger.

 

Weitere Informationen
Überblicksseite zum Integrationsbudget auf der Webseite der Stadt Potsdam

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/integrationspreis-der-landeshauptstadt-potsdam.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-11 09:34:312026-08-11 09:34:31Bewerben für das Integrationsbudget der Landeshauptstadt
Innenminister René Wilke (Foto: MIK)

Lagebild zu Zuwanderung und Integration in Brandenburg veröffentlicht

4. August 2026/0 Kommentare

Erstmalig hat das Land Brandenburg eine datenbasierte Analyse des Migrations- und Integrationsgeschehens bei der Minor Wissenschaft GmbH in Auftrag gegeben. Ergebnisse und abzuleitende Handlungserfordernisse werden innerhalb der Landesregierung beraten, um im Anschluss ein Landesintegrationsgesetz auf den Weg zu bringen.

„Integrationspolitik braucht eine belastbare Grundlage. Mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbericht 2025 wissen wir, was in Brandenburg funktioniert, wo Handlungsbedarf besteht und welche Weichen wir stellen müssen“, betont der für Migration und Integration zuständige Minister René Wilke. „Die Zahlen zeigen: Zuwanderung ist für Brandenburgs Gesellschaft und Wirtschaft längst kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Fundament.“

Zentrale Erkenntnisse aus dem Lagebild werden im Folgenden vorgestellt. Der komplette Bericht kann beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) heruntergeladen werden.

Brandenburg ist ein Einwanderungsland

Die Daten machen deutlich, dass sich die ausländische Bevölkerung in Brandenburg im vergangenen Jahrzehnt mehr als verdreifacht hat. Dennoch lag ihr Anteil im Jahr 2024 mit 7,2 Prozent weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 14,8 Prozent. Besonders kennzeichnend für Brandenburg ist die Vielfalt der zugewanderten Bevölkerung: Sie umfasst polnische Arbeitnehmerinnen und -nehmer mit einer Beschäftigungsquote von 71,5 Prozent – höher als die der deutschen Bevölkerung –, ukrainische Arbeitskräfte, deren Zahl in der Metall- und Elektroindustrie allein zwischen 2022 und 2024 um mehr als 400 Prozent gestiegen ist, sowie internationale Studierende, die mit einem Anteil von 26,2 Prozent bundesweit den Spitzenwert bilden.

Zahlen entkräften gängige Vorurteile

Der Bericht widerlegt verbreitete Annahmen: So zeigt er, dass Geflüchtete keineswegs dauerhaft im Sozialleistungsbezug verbleiben. Die Arbeitslosenquote unter Personen aus Asylherkunftsländern sank von einem Höchststand von 75,6 Prozent im April 2016 auf 33,1 Prozent im Jahr 2021 – und das trotz Corona-Pandemie. Die Beschäftigungsquote ukrainischer Staatsangehöriger hat sich seit Kriegsbeginn 2022 mehr als verdoppelt. Auch das Vorurteil eines mangelnden Integrationswillens wird durch die Daten widerlegt: Die Zahl der Teilnehmenden an Integrationskursen stieg in Brandenburg von 1.437 im Jahr 2021 auf 8.676 im Jahr 2023 – die Nachfrage nach Deutschkursen überstieg zeitweise sogar das Angebot.

Zuwanderung stabilisiert Brandenburgs Arbeitsmarkt

Ausländische Beschäftigte machen bereits 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Brandenburg aus – ein Anteil, der über ihrem Bevölkerungsanteil liegt. Der demografisch bedingte Rückgang deutscher Beschäftigter wird nahezu vollständig durch den Zuwachs ausländischer Arbeitskräfte ausgeglichen. In einzelnen Branchen ist diese Bedeutung besonders ausgeprägt: In der Arbeitnehmerüberlassung stellen ausländische Staatsangehörige mit 66,2 Prozent bereits die Mehrheit der Beschäftigten. In der Metall- und Elektroindustrie stieg die Zahl der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern zwischen 2022 und 2024 um 127,8 Prozent.

Gleichzeitig weist der Bericht auf strukturelle Schwächen hin: Ausländische Vollzeitbeschäftigte verdienen im Median rund 550 Euro weniger als der brandenburgische Durchschnitt, und ein erheblicher Teil ist in konjunkturanfälligen Branchen tätig.

Bildung: Brandenburgs Universitäten mit bundesweit einzigartiger Stellung

Im Bildungsbereich liefert der Bericht bemerkenswerte Ergebnisse: Brandenburg hat mit 26,2 Prozent den höchsten Anteil ausländischer Studierender aller deutschen Bundesländer. Fast die Hälfte von ihnen studiert Ingenieurwissenschaften. Ohne den wachsenden Anteil ausländischer Bewerberinnen und Bewerber wären zudem die Ausbildungszahlen im Land rückläufig– Zugewanderte stabilisieren auch das duale Ausbildungssystem. Zugleich zeigt sich im Schulbereich eine deutliche Schere: Während der Anteil zugewanderter Schülerinnen und Schüler an Oberschulen bei 12,9 Prozent liegt, beträgt er an Gymnasien nur 5,4 Prozent.

Differenzierte Analyse als Voraussetzung für zielgenaue Integrationspolitik

Der Bericht analysiert das Migrationsgeschehen differenziert nach Herkunftsgruppen und deren jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen – von der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit über Fluchtmigration bis zur Bildungszuwanderung. Damit wird deutlich: Zuwanderung nach Brandenburg ist kein einheitliches Phänomen, sondern umfasst sehr unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Bedarfen. Diese Differenzierung ist die Voraussetzung für eine sachliche und zielgenaue Integrationspolitik.

 

Weitere Informationen
Das komplette Lagebild „ZIB 2025“ zum Download

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/rwilke-833x317-1.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-04 13:25:592026-08-04 13:27:24Lagebild zu Zuwanderung und Integration in Brandenburg veröffentlicht
Integration in den Arbeitsmarkt (Foto: dpa-Zentralbild / Monika Skolimowska)

Brandenburg unterstützt bei der Arbeitsmarktintegration

31. März 2026/0 Kommentare

Die Arbeitslosenquote ist im März im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken und liegt nun bei 6,5 Prozent, der Arbeitsmarkt zeigt sich robust. In Brandenburg sieht Arbeitsminister René Wilke in Menschen mit Berufsbildung und Studienabschlüssen aus dem Ausland eine besondere Chance. Dafür engagiert sich das Land für weitere drei Jahre im „Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung“. Ziel des aus ESF-, Bundes und Landesmitteln finanzierten Programms ist die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit ausländischer Qualifikation.

Arbeitsminister unterstreicht Bedeutung internationaler Arbeitskräfte

Arbeitsminister René Wilke: „Internationale Arbeits- und Fachkräfte sind ein unverzichtbarer Pfeiler für den Arbeitsmarkt in Brandenburg. Gerade in den Gesundheitsfachberufen, den akademischen Heilberufen und den sozialen Berufen wird der Bedarf an Fach- und Arbeitskräften aus dem Ausland auch künftig hoch bleiben. Deshalb engagieren wir uns als Land mit Nachdruck dafür, die Arbeitsmarktintegration vor Ort auf beiden Seiten erfolgreich zu begleiten – indem wir die Menschen, die zu uns kommen ebenso unterstützen wie die Unternehmen, in denen die Menschen Anstellung finden.“

Fünf der sieben IQ-Projekte in Brandenburg bieten Beratung, Begleitung und Qualifizierung für Menschen mit ausländischer Qualifikation: „IQ Kompass“ und „Station: Fachkraft“ begleiten zum Beispiel auf dem Weg zur Anerkennung in den Gesundheitsfachberufen, den akademischen Heilberufen und den sozialen Berufen oder zur vollen Gleichwertigkeit im dualen Bereich. Für unterhalb ihrer ausländischen Qualifikation Beschäftigte gibt es neue Mikroqualifizierungen bei „Next Step“ in den Tätigkeiten der Gastronomie und Service, Metall- und Elektrotechnik sowie für kaufmännische Berufe. Die Projekte „Skill UP“ und „Zukunft gestalten“ adressieren Menschen mit ausländischen akademischen Abschlüssen im nicht-reglementierten Bereich. Erstgenanntes bereitet mit einer fünfmonatigen Gruppenqualifizierung auf betriebswirtschaftliche Tätigkeiten vor. Das zweite Projekt bietet ein modulares Angebot mit fachspezifischen Qualifizierungen für eine Tätigkeit mit Kompetenzen in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Rechts- und Verwaltungswissenschaften oder in MINT-Bereichen. Die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungstellen in Brandenburg haben in den vergangenen drei Jahren über 6.500 Personen mit ausländischer Qualifikation beraten.

Auch Unternehmen erhalten Unterstützung durch verschiedene Angebote: „Starke Betriebe. Gelebte Vielfalt Nord und Süd“ bietet für Unternehmen künftig landesweit Beratung zum Suchen, Finden und langfristigen Binden internationaler Arbeitnehmender. Belegschaften sowie Berufsschulen und Oberstufenzentren erhalten zudem Workshops im Rahmen der betrieblichen Demokratiebildung. Die Arbeit in internationalen Teams steht dabei im Fokus.

Hintergrund

Das „Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit ausländischen Qualifikationen. Es wird aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Brandenburg finanziert.

Aus dem Arbeitsmarktbericht

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März 2026 in Brandenburg 88.967 Menschen arbeitslos, davon 37.670 Frauen (42,3 Prozent) und 51.297 Männer (57,7 Prozent). Das sind 1.630 Personen weniger als im Februar und 1.331 mehr als im März 2025.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der jungen Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren um 3,6 Prozent auf 1.997 gesunken. Die Zahl der älteren Arbeitslosen im Alter von 50 Jahren und älter ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 31.761 gestiegen.

Weiteren Informationen:
Webseite des IQ Netzwerks Brandenburg

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Logo der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Auftakt für Internationale Wochen gegen Rassismus

11. März 2026/0 Kommentare

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) mit bundesweit bis zu 5.000 Veranstaltungen werden in diesem Jahr erstmals in Brandenburg eröffnet. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hält bei der Auftaktveranstaltung am Montag (16. März) eine Rede.

Am Nachmittag informiert er gemeinsam mit Dr. Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, und Prof. Dr. Matthias Quent, Rechtsextremismusforscher und diesjähriger Botschafter der bundesweiten Veranstaltungsreihe, in einem Pressegespräch über das Programm.

Motto: 100 % Menschenwürde

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Eine Anmeldung bis Freitag, 13. März, 12.00 Uhr, unter presseamt@stk.brandenburg.de ist erforderlich.

Pressekonferenz

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit:   
14:00 Uhr

Ort: 
Staatskanzlei, Presseraum 150,
Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Livestream:
landesregierung-brandenburg.de/live

 

Auftaktveranstaltung

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit: 
17:00 Uhr

Ort: 
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Haus 1,
Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam

Die Auftaktveranstaltung zur IWgR 2026 ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung gegen Rassismus, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Filmuniversität sowie der Staatskanzlei Brandenburg mit der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg.

 

Weitere Informationen
Webseite der Stiftung gegen Rassismus

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo-internationale-wochen-gegen-rassismus.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-03-11 16:16:302026-03-11 16:16:30Auftakt für Internationale Wochen gegen Rassismus
Schule mit Courage (Foto: STK / Lange)STK / Lange

Geschwister-Scholl-Grundschule Bad Belzig ist 5 000. Schule mit Courage

23. Februar 2026/0 Kommentare

Das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat mit der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig sein 5 000. Mitglied aufgenommen. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke nahm an den Feierlichkeiten teil und überreichte der Schulgemeinschaft eine „Bank ohne Rassismus“ – eine Holzbank mit verkürzter Sitzfläche und der Prägung „Kein Platz für Rassismus“. Woidke gratulierte dem Netzwerk zu seiner erfolgreichen Arbeit und hob die Bedeutung der Schulen für die Demokratiebildung hervor. In Brandenburg gehören bereits 119 Schulen Mitglied zum Netzwerk.

Für ein friedliches Miteinander: Schule mit Courage

Woidke betonte: „Schulen sind zentrale Orte, an denen Kinder und Jugendliche lernen, für ein friedliches Miteinander einzustehen, Verantwortung zu übernehmen und sich klar gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit zu stellen. Wer Ausgrenzung entgegentritt und Vielfalt verteidigt, schützt die Grundlagen unserer Demokratie. Mein Dank gilt deshalb den Schülerinnen und Schülern, der gesamten Schulgemeinschaft und dem Netzwerk für ihr klares und entschlossenes Engagement.“

Bildungsminister Steffen Freiberg sagte anlässlich der Urkundenverleihung: „Die Geschwister-Scholl-Grundschule stellt ganz bewusst Werte wie Toleranz und ein friedliches Miteinander in den Mittelpunkt ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Das ist wichtig in einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus vor allem von rechts unsere Demokratie schwächen wollen. Wer queere Menschen oder People of Color angreift, der greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an. Unsere Antwort ist: Mitbestimmung, Solidarität und Vielfalt. Hier setzt das Netzwerk ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ an.“

Demokratiebildung früh beginnen

Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V., Trägerverein von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Demokratiebildung kann nicht früh genug anfangen. Niemand ist zu jung, um sich mit Themen wie Vielfalt, Respekt und Kinderrechten zu befassen und sich aktiv an der Gestaltung der Schulkultur zu beteiligen. Es ist wichtig, dass Demokratie bereits von der ersten Klasse an gelernt und gelebt wird. Deshalb freut es mich besonders, dass unsere 5000. Schule eine Grundschule ist.“

Carsten Völtzke, Geschäftsführer Struktur und Qualität: „Die Geschwister Scholl stehen für Courage. Dafür, nicht wegzusehen und gegen Unrecht aktiv zu werden. Jede Courage-Schule verpflichtet sich, bei Ausgrenzung und Benachteiligung hinzusehen und einzuschreiten. Die Grundschule ‚Geschwister Scholl‘ zeigt mit ihrem jährlichen Gedenken, dass sie diese Verantwortung übernimmt. Das ist es, was eine Courage-Schule ausmacht und eine gute Grundlage für das Engagement und ein respektvolles Miteinander der Schülerinnen und Schüler in der Zukunft bildet.“

Hintergrund

Am 25. August 1995 stellten Cem Özdemir von Aktion Courage e. V., Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, und der Rap-Musiker Smudo (Die fantastischen Vier) das Projekt „Schule ohne Rassismus“ erstmals vor. Entstanden als Reaktion auf rassistische Gewalt in den 1990er Jahren, ist es heute eine Bewegung mit rund drei Millionen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Seit 2000 erweiterte es seine Schwerpunktarbeit auf die Themen Demokratie, Gleichwertigkeit, Respekt und Zivilcourage. Jede Schule verpflichtet sich, Diskriminierung nicht hinzunehmen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Die Aktivitäten – von Theater, Ausstellungen bis Diskussionen – entstehen vor Ort durch das Engagement der Beteiligten. Die Nachhaltigkeit wird durch hunderte Mitarbeitende in 130 Koordinierungsstellen bundesweit unterstützt. Brandenburg beteiligt sich seit 1998. Die inzwischen sechs Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) unterstützen die Schulen vor Ort.

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Diana Gonzalez Olivo (Foto: dpa / Jens Kalaene)

Integrationsbeauftragte erinnert an 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine

23. Februar 2026/0 Kommentare

Anlässlich des vierten Jahrestages der umfassenden russischen Invasion und des Beginns des Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar hat Brandenburgs Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo zum gemeinsamen Gedenken und zu anhaltender Solidarität aufgerufen. Zugleich würdigte sie das Engagement ukrainischer migrantischer Organisationen in Brandenburg, die seit Beginn des Krieges wichtige Brücken zwischen der ukrainischen Community und der Aufnahmegesellschaft bilden.

Jahrestag: Gedenken und Aufruf zu Solidarität

Diana Gonzalez Olivo: „Der Jahrestag erinnert uns daran, dass Kriege auch mit schweren Folgen für all die Menschen einhergehen, die deshalb ihr Land verlassen und woanders Schutz suchen müssen. Die Hoffnung, in die Ukraine zurückzukehren und Angehörige wieder sehen zu können, schwindet von Tag zu Tag. Ein unvorstellbares Schicksal. Umso mehr würdigen wir an diesem Tag die Integrationsbemühungen ukrainischer Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, sowie das Engagement der zahlreichen ukrainischen Organisationen, die sich seit Beginn des Krieges hier im Land Brandenburg für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt starkmachen. Wir stehen weiterhin an der Seite der Menschen, die hier Schutz gesucht haben, und unterstützen sie auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.“

Dr. Volodymyr Kokhan von PUSH UA betont die Perspektive der ukrainischen Community: „Seit nunmehr zwölf Jahren kämpfen die Menschen in der Ukraine für Freiheit, Unabhängigkeit und ein demokratisches Europa. Trotz schwerer Angriffe auf die Energieinfrastruktur und eines besonders harten Winters halten viele Menschen an ihrem Alltag fest und setzen auf internationale Solidarität. Die Unterstützung aus Deutschland und insbesondere aus Brandenburg gibt vielen Hoffnung.“

Dan Grabov von Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstreicht die lokale Dimension: „Der Krieg darf nicht zur bloßen Nachricht werden. In Potsdam erleben wir täglich, dass die Folgen des Krieges Teil unseres Zusammenlebens sind. Die Unterstützung der Partnerstadt Iwano-Frankiwsk und das Engagement vieler Initiativen zeigen, wie gelebte Solidarität vor Ort aussehen kann. Die Opfer des Krieges sind unsere Nachbarn – sie brauchen weiterhin Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit.“

Gedenkveranstaltungen im Land Brandenburg

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Potsdam:

16:45 Uhr, Alter Markt
Solidaritätskundgebung mit der Ukraine

18:30 Uhr, Thalia-Programmkino, Rudolf-Breitscheid-Straße 50
Vorführung des Dokumentarfilms „2000 Meters to Andriivka“ von Mstyslav Chernov

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Frankfurt (Oder):

17:00 Uhr, Start am Rathaus
„Licht in der Dunkelheit“ Kundgebung in Solidarität mit der Ukraine

Hintergrund

Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstützt Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind und in Potsdam oder Brandenburg leben, unabhängig von Sprache, Herkunft, Religion oder Nationalität. Der Schwerpunkt liegt auf Integrationsberatung, Bildungs- und Berufsorientierung, Sprach- und Lernangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien sowie auf Begegnung, gesellschaftlicher Teilhabe, politischer Bildung und humanitärer Hilfe vor Ort und für die Ukraine.

PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.
PUSH-UA bringt ukrainische Kultur, Information und zivilgesellschaftliches Engagement in Potsdam zusammen. Der Verein organisiert Demonstrationen, Ausstellungen, Filmabende, Leseclubs, Workshops, Theater- und Kinderveranstaltungen, fördert den Austausch zwischen ukrainischer Community und deutscher Öffentlichkeit und leistet zugleich Aufklärungsarbeit sowie humanitäre Unterstützung für die Ukraine. Regelmäßige Treffen, Informationsformate und eine ukrainischsprachige Bibliothek schaffen einen offenen Raum für Begegnung, Bildung und neue Initiativen.

Weitere Informationen
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/integrationsbeauftragte-brandenburg-oliva.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-02-23 12:23:522026-02-23 12:23:52Integrationsbeauftragte erinnert an 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine
Kontrolle an der polnischen Grenze zu Brandenburg (Foto: dpa / Patrick Pleul)dpa / Patrick Pleul

Europaminister fordert Aufhebung der Grenzkontrollen zum Sommer

19. Februar 2026/0 Kommentare

Anlässlich des Fachgesprächs zur Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im heutigen Ausschuss für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik stellt Europaminister Crumbach zur europäischen Grenzpolitik folgendes fest: „Die weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen, der Kampf gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein gemeinsames Vorgehen in Europa wichtig ist und insbesondere, dass es eines besseren Schutzes der EU-Außengrenzen bedarf.“

Offene Binnengrenzen sind herausragende Errungenschaft

„Offene Grenzen innerhalb der EU sind allerdings eine herausragende Errungenschaft des europäischen Einigungsprozesses. Die wiederholt verlängerten Binnengrenzkontrollen vieler Mitgliedstaaten gefährden diese Errungenschaft, sind europarechtlich problematisch und beeinträchtigen die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger“, so Crumbach weiter. „Zusätzlich hemmen sie in erheblichem Maße die regionale und wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregionen. Deshalb ist es spätestens mit Anwendung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems im Juni 2026 an der Zeit, die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen spätestens im Sommer auslaufen zu lassen – zumal die Zahl der Asylanträge seit 2023 bereits stark rückläufig ist.“

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/grenzk-833-317.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-02-19 15:28:592026-03-09 13:34:59Europaminister fordert Aufhebung der Grenzkontrollen zum Sommer
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