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Archiv für die Kategorie: Aktuelles

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Mareike Sabl, Nadia Karol, Martina Fähling, Tina Vogel und Annette Flade (Marthas Tisch), Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo und Brandenburgs Integrationsminister René Wilke (Foto: Stadt Wittenberge / Martin Ferch)

Minister Wilke und Integrationsbeauftragte Gonzalez Olivo verleihen Landesintegrationspreis

24. August 2026/0 Kommentare

Ehrung für herausragendes Engagement bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund: Eine Initiative, ein Verein und zwei Einzelpersonen sind in Wittenberge (Prignitz) von Integrationsminister René Wilke und der Landesintegrationsbeauftragten Diana Gonzalez Olivo mit dem Landesintegrationspreis 2026 ausgezeichnet worden. Geehrt wurden das Projekt „Marthas Tisch – fair zusammen“ aus Wittenberge, Gideon Gichiri Githua aus Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster), der Potsdamer Verein ESCALA e.V. mit dem Projekt KARAWANSEREI und Wolfgang Frick aus Eberswalde (Barnim). Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

Integration: „Eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit“

Minister René Wilke: „Integration ist eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Damit sie gelingt, bedarf es großer gemeinschaftlicher Anstrengungen. Heute ehren wir beispielhaft vier Projekte und Personen, die in vorbildhafter Weise zu diesem Gelingen beigetragen und damit unser Leben, unsere Gesellschaft gestärkt, bunter gemacht und bereichert haben.  Das Engagement reicht von Menschen, die hier geboren sind, hin zu Neubürgern, die erst einige Jahre in Brandenburg leben. Dass wir in Wittenberge diese Verleihung feiern, freut mich ganz besonders. Die Stadt ist ein Beispiel für Innovation in ländlichen Räumen, und Marthas Tisch steht hier exemplarisch für den sozialen Zusammenhalt.“

Diana Gonzalez Olivo, Landesintegrationsbeauftragte: „Aus über 30 beeindruckenden Bewerbungen hat die Jury zwei Projekte und zwei Einzelpersonen ausgewählt, die sich in besonderem Maße für die Teilhabe von Geflüchteten und Zugewanderten in Brandenburg einsetzen. Es freut und beeindruckt mich sehr, wie Menschen ihr ehrenamtliches Engagement trotz schwieriger politischer Entwicklungen mutig und mit großer Überzeugung fortsetzen oder sogar neu beginnen – ihre Haltung verdient Respekt und Anerkennung.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Marthas Tisch – fair zusammen
„Marthas Tisch“ in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Wittenberge ist ein offener Treffpunkt für alle Menschen im Ort: konsumfrei, barrierearm und lebendig – ein soziales Zuhause mitten in Wittenberge.  Integration passiert dort im gemeinsamen Erleben und Tun: Menschen mit Migrationsgeschichte und mit Einschränkungen übernehmen Verantwortung, helfen beim Service, bei der Organisation, leiten Projekte oder moderieren Veranstaltungen. Es gibt vielfältige Aktivitäten: Mittagstisch, offene Spielabende, Internet-Sprechstunden, Kreativworkshops, Eltern-Kind-Treffen – aber auch Themen- und Filmabende zu brisanten Fragen unserer Zeit: globale Gerechtigkeit, fairer Handel, Demokratie, Gesundheit, Klima. Außerdem wurde ein Sprachclub für ältere Menschen ab 60 aufgebaut, die keinen Zugang zu klassischen Integrationskursen, aber den großen Wunsch haben, sich besser integrieren zu können.
Weitere Informationen: marthastisch.de

Gideon Gichiri Githua
Der gebürtige Kenianer Githua lebt mit seiner Familie in Doberlug-Kirchhain und gestaltet dort aktiv das Gemeindeleben der evangelischen Kirchengemeinde mit. Im August 2025 hat er ein neues Projekt initiiert: Ein Sprachcafé, das einmal wöchentlich (dienstagabends) im evangelischen Gemeindehaus Kirchhain stattfindet. Hier kommen Deutsche und Menschen mit Migrationsgeschichte miteinander ins Gespräch. Githua kümmert sich um die Teilnehmenden, ihre Anreise (manche Geflüchtete können aufgrund des fehlenden ÖPNV in den Abendstunden nicht aus der Gemeinschaftsunterkunft hin- und wieder zurückkommen) und das Programm. Für die Kirchengemeinde ist diese Veranstaltung ein großer Gewinn, da es jenseits des wöchentlichen Gottesdienstes eine besonders niedrigschwellige Veranstaltung ist, an der alle teilnehmen und im Gespräch zusammenfinden können.

ESCALA e.V. KARAWANSEREI
Der Verein ESCALA e.V. (Kunst und Kultur im interkulturellen Kontext) ist der Trägerverein des Netzwerks KARAWANSEREI, das 2014 durch das Potsdamer interkulturelle Frauentheaterprojekt enstand. Seitdem sind sowohl in Brandenburg/Havel (2023) als auch in Eberswalde (2025) weitere wöchentliche, interkulturelle Frauentheaterprojekte entstanden. Seit 2024 existiert eine Workshopreihe zu Bewegung und Theater, an der alle Frauen (egal ob Deutsche oder Migrantinnen) kostenfrei teilnehmen können. Die im Projekt mitwirkenden Frauen gestalten aktiv Theaterstücke oder leiten Workshops für andere. Die wöchentlichen KARAWANSEREI-Gruppen bieten eine Begegnungsplattform für Frauen aus der ganzen Welt. Sie treffen sich einmal wöchentlich und gestalten gemeinsam ein Theaterstück. Die Arbeitssprache ist Deutsch und das vordergründige Ziel sind mindestens zwei öffentliche Aufführungen pro Jahr. Die Projektteilnehmerinnen sind zwischen 20 und 60 Jahre alt. Viele Frauen nehmen bereits seit mehreren Jahren aktiv. Insgesamt spielten bisher Frauen aus rund 25 verschiedenen Nationen bei den Aufführungen mit, darunter aus Afghanistan, Irak, Iran, der Ukraine und Syrien, denen die Frauentheatergruppen nach ihren Fluchterfahrungen Halt geben.
Weitere Informationen: karawanserei-theater.eu

Wolfgang Frick
Seit seiner Pensionierung im Jahr 2015 engagiert sich Wolfgang Frick in der Kleiderkammer der evangelischen Stadtgemeinde Eberswalde, deren Leitung er seit sieben Jahren innehat. Unter seiner Verantwortung wurde die Einrichtung zu einem offenen Begegnungsort weiterentwickelt – mit neuen Angeboten für Studierende, Geflüchtete und sozial Benachteiligte. Er initiierte Upcycling- und Nähprojekte für Kinder, die Nachhaltigkeit, Teilhabe und gemeinsames Lernen verbinden. Seit nunmehr zehn Jahren ist Frick zudem Ansprechpartner und Begleiter für Geflüchtete in Eberswalde. Er hilft bei Behördengängen, vermittelt Kontakte und fördert Begegnungen zwischen alteingesessenen und neuen Bürgerinnen und Bürgern. Darüber hinaus absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Demokratiebotschafter der evangelischen Kirche und wirkt seither in Bildungs- und Begegnungsprojekten mit, die demokratische Werte und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Frick war über vier Jahrzehnte im Polizeidienst tätig, zuletzt als Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminaltechnik in der Polizeidirektion Ost. Seit 1993 ist er aktives Mitglied der Gewerkschaft der Polizei, heute Landesseniorenvorsitzender der GdP Brandenburg.

Hintergrund

Mit dem Integrationspreis werden seit 2008 Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich haupt- oder ehrenamtlich besonders engagiert für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte im Land Brandenburg einsetzen. Kreative Ansätze, Nachhaltigkeit, Vernetzung und Wirkung in das Gemeinwesen sind wichtige Kriterien für die Auswahl. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Landtags, des Landkreistags, des Städte- und Gemeindebundes, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Integrationsbeauftragten im Land Brandenburg, des Vereins Viet Hong e.V. sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg ausgewählt.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/landinpr2026_833x317.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-24 12:12:132026-08-26 10:29:23Minister Wilke und Integrationsbeauftragte Gonzalez Olivo verleihen Landesintegrationspreis
Landeshauptstadt Potsdam

Bewerben für das Integrationsbudget der Landeshauptstadt

11. August 2026/0 Kommentare

Auch im kommenden Jahr werden von der Landeshauptstadt Potsdam wieder Projekte zur sozialen Integration von Geflüchteten gefördert. Die Antragsfrist für die Förderung von Projekten im Jahr 2027 wurde um einen Monat vorverlegt auf den 30. September 2026. Das soll helfen, den Entscheidungsprozess adäquater zu gestalten. Gegenstand und Ziele der Förderung sind unter anderem der Abbau und das aktive Eintreten gegen Rassismus und Diskriminierung, der Ausbau zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements der Stadtgesellschaft sowie die Entwicklung des nachbarschaftlichen Zusammenhaltes.

Bereits 30 Prozent des Integrationsbudgets für migrantische Selbstorganisationen

Das Integrationsbudget ist ein wichtiger Baustein für die Förderung integrativer Angebote und Nachbarschaftsinitiativen. Es trägt zur Sicherung der Infrastruktur dezentral in allen Stadtteilen bei und unterstützt eine Vielfalt an Projekten und Angeboten. Zu den im Integrationskonzept 2024-2028 der Landeshauptstadt Potsdam formulierten Zielstellungen gehört insbesondere, auch migrantische Organisationen zu fördern.

„Ich freue mich, dass in den letzten Jahren immer mehr migrantische Selbstorganisationen über das Integrationsbudget gefördert werden konnten. Fast 30 Prozent der abgerufenen Mittel gingen im Förderjahr 2025 an Projekte, die von Migrantinnen und Migranten selbst auf die Beine gestellt werden. Das ist toll, da sie Integrationsprozesse so aktiv mitgestalten und wichtige Bedarfe abdecken“, sagt Dr. Amanda Palenberg, Migrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam.

Förderrichtlinie und Formular überarbeitet

Für die kommende Förderperiode 2027 wurde die Richtlinie selbst sowie das Antragsformular überarbeitet. Neben der Effizienzsteigerung der Verwaltungsarbeit erhält die Erfolgsmessbarkeit und zukunftsorientierte Bedarfsdeckung für die geförderten Projekte eine stärkere Relevanz auch im Sinne einer höheren Transparenz. So wurden nicht nur Dokumente zum Antrag zusammengeführt, sondern auch Ziele und Indikatoren für die Förderprojekte stärker im Prozess integriert.

„Damit die Integration in den Nachbarschaften gelingt, braucht es auch dezentrale und kleinteilige Angebote der Begegnung und Unterstützung. Aber Bedarfe und Themen ändern sich mit der Zeit. Wir wollen die Projektinitiativen darin unterstützen, dass sie die Förderangebote darauf einstellen und gemeinsam mit den Entscheidungsgremien transparent machen, wie dies gelingt“, so Gregor Jekel, Fachbereichsleiter Wohnen, Arbeit und Integration.

Hintergrund

Die Landeshauptstadt Potsdam fördert Maßnahmen bis 15.000 Euro für projektbezogene Honorar-, Personal- oder Sachkosten. Die Projektlaufzeit beläuft sich auf maximal 12 Monate. Antragsberechtigt sind anerkannte juristische Personen, z. B. gemeinnützige Vereine und Institutionen. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung entscheidet im Dezember dieses Jahres, welche Projekte im nächsten Jahr gefördert werden.

Vereine und Initiativen können sich mit einem Antrag auf Gewährung einer Zuwendung ab sofort und bis spätestens zum 30. September bei der Landeshauptstadt Potsdam zur Förderung ihrer Projektidee(n) für das Jahr 2027 bewerben. Die neue Richtlinie und die neuen Antragsunterlagen sind auf den Seiten des Verwaltungsportals der Landeshauptstadt Potsdam abrufbar.

Für interessierte Trägerinnen und Träger bietet der Bereich Sozial-kulturelle Stadtteilarbeit am 1. September 2026, um 16 Uhr, eine digitale Veranstaltung zur Vorstellung der neuen Richtlinie an. Hier erhalten Sie Informationen zum Antrags- und Förderprozess. Der Bereich bittet um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse Integrationsbudget@Rathaus.Potsdam.de und sammelt unter dieser Mailadresse auch vorab Fragen der Träger.

 

Weitere Informationen
Überblicksseite zum Integrationsbudget auf der Webseite der Stadt Potsdam

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/integrationspreis-der-landeshauptstadt-potsdam.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-11 09:34:312026-08-11 09:34:31Bewerben für das Integrationsbudget der Landeshauptstadt
Innenminister René Wilke (Foto: MIK)

Lagebild zu Zuwanderung und Integration in Brandenburg veröffentlicht

4. August 2026/0 Kommentare

Erstmalig hat das Land Brandenburg eine datenbasierte Analyse des Migrations- und Integrationsgeschehens bei der Minor Wissenschaft GmbH in Auftrag gegeben. Ergebnisse und abzuleitende Handlungserfordernisse werden innerhalb der Landesregierung beraten, um im Anschluss ein Landesintegrationsgesetz auf den Weg zu bringen.

„Integrationspolitik braucht eine belastbare Grundlage. Mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbericht 2025 wissen wir, was in Brandenburg funktioniert, wo Handlungsbedarf besteht und welche Weichen wir stellen müssen“, betont der für Migration und Integration zuständige Minister René Wilke. „Die Zahlen zeigen: Zuwanderung ist für Brandenburgs Gesellschaft und Wirtschaft längst kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Fundament.“

Zentrale Erkenntnisse aus dem Lagebild werden im Folgenden vorgestellt. Der komplette Bericht kann beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) heruntergeladen werden.

Brandenburg ist ein Einwanderungsland

Die Daten machen deutlich, dass sich die ausländische Bevölkerung in Brandenburg im vergangenen Jahrzehnt mehr als verdreifacht hat. Dennoch lag ihr Anteil im Jahr 2024 mit 7,2 Prozent weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 14,8 Prozent. Besonders kennzeichnend für Brandenburg ist die Vielfalt der zugewanderten Bevölkerung: Sie umfasst polnische Arbeitnehmerinnen und -nehmer mit einer Beschäftigungsquote von 71,5 Prozent – höher als die der deutschen Bevölkerung –, ukrainische Arbeitskräfte, deren Zahl in der Metall- und Elektroindustrie allein zwischen 2022 und 2024 um mehr als 400 Prozent gestiegen ist, sowie internationale Studierende, die mit einem Anteil von 26,2 Prozent bundesweit den Spitzenwert bilden.

Zahlen entkräften gängige Vorurteile

Der Bericht widerlegt verbreitete Annahmen: So zeigt er, dass Geflüchtete keineswegs dauerhaft im Sozialleistungsbezug verbleiben. Die Arbeitslosenquote unter Personen aus Asylherkunftsländern sank von einem Höchststand von 75,6 Prozent im April 2016 auf 33,1 Prozent im Jahr 2021 – und das trotz Corona-Pandemie. Die Beschäftigungsquote ukrainischer Staatsangehöriger hat sich seit Kriegsbeginn 2022 mehr als verdoppelt. Auch das Vorurteil eines mangelnden Integrationswillens wird durch die Daten widerlegt: Die Zahl der Teilnehmenden an Integrationskursen stieg in Brandenburg von 1.437 im Jahr 2021 auf 8.676 im Jahr 2023 – die Nachfrage nach Deutschkursen überstieg zeitweise sogar das Angebot.

Zuwanderung stabilisiert Brandenburgs Arbeitsmarkt

Ausländische Beschäftigte machen bereits 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Brandenburg aus – ein Anteil, der über ihrem Bevölkerungsanteil liegt. Der demografisch bedingte Rückgang deutscher Beschäftigter wird nahezu vollständig durch den Zuwachs ausländischer Arbeitskräfte ausgeglichen. In einzelnen Branchen ist diese Bedeutung besonders ausgeprägt: In der Arbeitnehmerüberlassung stellen ausländische Staatsangehörige mit 66,2 Prozent bereits die Mehrheit der Beschäftigten. In der Metall- und Elektroindustrie stieg die Zahl der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern zwischen 2022 und 2024 um 127,8 Prozent.

Gleichzeitig weist der Bericht auf strukturelle Schwächen hin: Ausländische Vollzeitbeschäftigte verdienen im Median rund 550 Euro weniger als der brandenburgische Durchschnitt, und ein erheblicher Teil ist in konjunkturanfälligen Branchen tätig.

Bildung: Brandenburgs Universitäten mit bundesweit einzigartiger Stellung

Im Bildungsbereich liefert der Bericht bemerkenswerte Ergebnisse: Brandenburg hat mit 26,2 Prozent den höchsten Anteil ausländischer Studierender aller deutschen Bundesländer. Fast die Hälfte von ihnen studiert Ingenieurwissenschaften. Ohne den wachsenden Anteil ausländischer Bewerberinnen und Bewerber wären zudem die Ausbildungszahlen im Land rückläufig– Zugewanderte stabilisieren auch das duale Ausbildungssystem. Zugleich zeigt sich im Schulbereich eine deutliche Schere: Während der Anteil zugewanderter Schülerinnen und Schüler an Oberschulen bei 12,9 Prozent liegt, beträgt er an Gymnasien nur 5,4 Prozent.

Differenzierte Analyse als Voraussetzung für zielgenaue Integrationspolitik

Der Bericht analysiert das Migrationsgeschehen differenziert nach Herkunftsgruppen und deren jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen – von der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit über Fluchtmigration bis zur Bildungszuwanderung. Damit wird deutlich: Zuwanderung nach Brandenburg ist kein einheitliches Phänomen, sondern umfasst sehr unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Bedarfen. Diese Differenzierung ist die Voraussetzung für eine sachliche und zielgenaue Integrationspolitik.

 

Weitere Informationen
Das komplette Lagebild „ZIB 2025“ zum Download

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/rwilke-833x317-1.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-08-04 13:25:592026-08-04 13:27:24Lagebild zu Zuwanderung und Integration in Brandenburg veröffentlicht
Logo der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Auftakt für Internationale Wochen gegen Rassismus

11. März 2026/0 Kommentare

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) mit bundesweit bis zu 5.000 Veranstaltungen werden in diesem Jahr erstmals in Brandenburg eröffnet. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hält bei der Auftaktveranstaltung am Montag (16. März) eine Rede.

Am Nachmittag informiert er gemeinsam mit Dr. Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, und Prof. Dr. Matthias Quent, Rechtsextremismusforscher und diesjähriger Botschafter der bundesweiten Veranstaltungsreihe, in einem Pressegespräch über das Programm.

Motto: 100 % Menschenwürde

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Eine Anmeldung bis Freitag, 13. März, 12.00 Uhr, unter presseamt@stk.brandenburg.de ist erforderlich.

Pressekonferenz

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit:   
14:00 Uhr

Ort: 
Staatskanzlei, Presseraum 150,
Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Livestream:
landesregierung-brandenburg.de/live

 

Auftaktveranstaltung

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit: 
17:00 Uhr

Ort: 
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Haus 1,
Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam

Die Auftaktveranstaltung zur IWgR 2026 ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung gegen Rassismus, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Filmuniversität sowie der Staatskanzlei Brandenburg mit der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg.

 

Weitere Informationen
Webseite der Stiftung gegen Rassismus

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo-internationale-wochen-gegen-rassismus.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-03-11 16:16:302026-03-11 16:16:30Auftakt für Internationale Wochen gegen Rassismus
Schule mit Courage (Foto: STK / Lange)STK / Lange

Geschwister-Scholl-Grundschule Bad Belzig ist 5 000. Schule mit Courage

23. Februar 2026/0 Kommentare

Das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat mit der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig sein 5 000. Mitglied aufgenommen. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke nahm an den Feierlichkeiten teil und überreichte der Schulgemeinschaft eine „Bank ohne Rassismus“ – eine Holzbank mit verkürzter Sitzfläche und der Prägung „Kein Platz für Rassismus“. Woidke gratulierte dem Netzwerk zu seiner erfolgreichen Arbeit und hob die Bedeutung der Schulen für die Demokratiebildung hervor. In Brandenburg gehören bereits 119 Schulen Mitglied zum Netzwerk.

Für ein friedliches Miteinander: Schule mit Courage

Woidke betonte: „Schulen sind zentrale Orte, an denen Kinder und Jugendliche lernen, für ein friedliches Miteinander einzustehen, Verantwortung zu übernehmen und sich klar gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit zu stellen. Wer Ausgrenzung entgegentritt und Vielfalt verteidigt, schützt die Grundlagen unserer Demokratie. Mein Dank gilt deshalb den Schülerinnen und Schülern, der gesamten Schulgemeinschaft und dem Netzwerk für ihr klares und entschlossenes Engagement.“

Bildungsminister Steffen Freiberg sagte anlässlich der Urkundenverleihung: „Die Geschwister-Scholl-Grundschule stellt ganz bewusst Werte wie Toleranz und ein friedliches Miteinander in den Mittelpunkt ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Das ist wichtig in einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus vor allem von rechts unsere Demokratie schwächen wollen. Wer queere Menschen oder People of Color angreift, der greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an. Unsere Antwort ist: Mitbestimmung, Solidarität und Vielfalt. Hier setzt das Netzwerk ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ an.“

Demokratiebildung früh beginnen

Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V., Trägerverein von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Demokratiebildung kann nicht früh genug anfangen. Niemand ist zu jung, um sich mit Themen wie Vielfalt, Respekt und Kinderrechten zu befassen und sich aktiv an der Gestaltung der Schulkultur zu beteiligen. Es ist wichtig, dass Demokratie bereits von der ersten Klasse an gelernt und gelebt wird. Deshalb freut es mich besonders, dass unsere 5000. Schule eine Grundschule ist.“

Carsten Völtzke, Geschäftsführer Struktur und Qualität: „Die Geschwister Scholl stehen für Courage. Dafür, nicht wegzusehen und gegen Unrecht aktiv zu werden. Jede Courage-Schule verpflichtet sich, bei Ausgrenzung und Benachteiligung hinzusehen und einzuschreiten. Die Grundschule ‚Geschwister Scholl‘ zeigt mit ihrem jährlichen Gedenken, dass sie diese Verantwortung übernimmt. Das ist es, was eine Courage-Schule ausmacht und eine gute Grundlage für das Engagement und ein respektvolles Miteinander der Schülerinnen und Schüler in der Zukunft bildet.“

Hintergrund

Am 25. August 1995 stellten Cem Özdemir von Aktion Courage e. V., Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, und der Rap-Musiker Smudo (Die fantastischen Vier) das Projekt „Schule ohne Rassismus“ erstmals vor. Entstanden als Reaktion auf rassistische Gewalt in den 1990er Jahren, ist es heute eine Bewegung mit rund drei Millionen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Seit 2000 erweiterte es seine Schwerpunktarbeit auf die Themen Demokratie, Gleichwertigkeit, Respekt und Zivilcourage. Jede Schule verpflichtet sich, Diskriminierung nicht hinzunehmen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Die Aktivitäten – von Theater, Ausstellungen bis Diskussionen – entstehen vor Ort durch das Engagement der Beteiligten. Die Nachhaltigkeit wird durch hunderte Mitarbeitende in 130 Koordinierungsstellen bundesweit unterstützt. Brandenburg beteiligt sich seit 1998. Die inzwischen sechs Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) unterstützen die Schulen vor Ort.

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Diana Gonzalez Olivo (Foto: dpa / Jens Kalaene)

Integrationsbeauftragte erinnert an 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine

23. Februar 2026/0 Kommentare

Anlässlich des vierten Jahrestages der umfassenden russischen Invasion und des Beginns des Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar hat Brandenburgs Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo zum gemeinsamen Gedenken und zu anhaltender Solidarität aufgerufen. Zugleich würdigte sie das Engagement ukrainischer migrantischer Organisationen in Brandenburg, die seit Beginn des Krieges wichtige Brücken zwischen der ukrainischen Community und der Aufnahmegesellschaft bilden.

Jahrestag: Gedenken und Aufruf zu Solidarität

Diana Gonzalez Olivo: „Der Jahrestag erinnert uns daran, dass Kriege auch mit schweren Folgen für all die Menschen einhergehen, die deshalb ihr Land verlassen und woanders Schutz suchen müssen. Die Hoffnung, in die Ukraine zurückzukehren und Angehörige wieder sehen zu können, schwindet von Tag zu Tag. Ein unvorstellbares Schicksal. Umso mehr würdigen wir an diesem Tag die Integrationsbemühungen ukrainischer Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, sowie das Engagement der zahlreichen ukrainischen Organisationen, die sich seit Beginn des Krieges hier im Land Brandenburg für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt starkmachen. Wir stehen weiterhin an der Seite der Menschen, die hier Schutz gesucht haben, und unterstützen sie auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.“

Dr. Volodymyr Kokhan von PUSH UA betont die Perspektive der ukrainischen Community: „Seit nunmehr zwölf Jahren kämpfen die Menschen in der Ukraine für Freiheit, Unabhängigkeit und ein demokratisches Europa. Trotz schwerer Angriffe auf die Energieinfrastruktur und eines besonders harten Winters halten viele Menschen an ihrem Alltag fest und setzen auf internationale Solidarität. Die Unterstützung aus Deutschland und insbesondere aus Brandenburg gibt vielen Hoffnung.“

Dan Grabov von Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstreicht die lokale Dimension: „Der Krieg darf nicht zur bloßen Nachricht werden. In Potsdam erleben wir täglich, dass die Folgen des Krieges Teil unseres Zusammenlebens sind. Die Unterstützung der Partnerstadt Iwano-Frankiwsk und das Engagement vieler Initiativen zeigen, wie gelebte Solidarität vor Ort aussehen kann. Die Opfer des Krieges sind unsere Nachbarn – sie brauchen weiterhin Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit.“

Gedenkveranstaltungen im Land Brandenburg

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Potsdam:

16:45 Uhr, Alter Markt
Solidaritätskundgebung mit der Ukraine

18:30 Uhr, Thalia-Programmkino, Rudolf-Breitscheid-Straße 50
Vorführung des Dokumentarfilms „2000 Meters to Andriivka“ von Mstyslav Chernov

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Frankfurt (Oder):

17:00 Uhr, Start am Rathaus
„Licht in der Dunkelheit“ Kundgebung in Solidarität mit der Ukraine

Hintergrund

Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstützt Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind und in Potsdam oder Brandenburg leben, unabhängig von Sprache, Herkunft, Religion oder Nationalität. Der Schwerpunkt liegt auf Integrationsberatung, Bildungs- und Berufsorientierung, Sprach- und Lernangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien sowie auf Begegnung, gesellschaftlicher Teilhabe, politischer Bildung und humanitärer Hilfe vor Ort und für die Ukraine.

PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.
PUSH-UA bringt ukrainische Kultur, Information und zivilgesellschaftliches Engagement in Potsdam zusammen. Der Verein organisiert Demonstrationen, Ausstellungen, Filmabende, Leseclubs, Workshops, Theater- und Kinderveranstaltungen, fördert den Austausch zwischen ukrainischer Community und deutscher Öffentlichkeit und leistet zugleich Aufklärungsarbeit sowie humanitäre Unterstützung für die Ukraine. Regelmäßige Treffen, Informationsformate und eine ukrainischsprachige Bibliothek schaffen einen offenen Raum für Begegnung, Bildung und neue Initiativen.

Weitere Informationen
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/integrationsbeauftragte-brandenburg-oliva.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-02-23 12:23:522026-02-23 12:23:52Integrationsbeauftragte erinnert an 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine
Kontrolle an der polnischen Grenze zu Brandenburg (Foto: dpa / Patrick Pleul)dpa / Patrick Pleul

Europaminister fordert Aufhebung der Grenzkontrollen zum Sommer

19. Februar 2026/0 Kommentare

Anlässlich des Fachgesprächs zur Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im heutigen Ausschuss für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik stellt Europaminister Crumbach zur europäischen Grenzpolitik folgendes fest: „Die weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen, der Kampf gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein gemeinsames Vorgehen in Europa wichtig ist und insbesondere, dass es eines besseren Schutzes der EU-Außengrenzen bedarf.“

Offene Binnengrenzen sind herausragende Errungenschaft

„Offene Grenzen innerhalb der EU sind allerdings eine herausragende Errungenschaft des europäischen Einigungsprozesses. Die wiederholt verlängerten Binnengrenzkontrollen vieler Mitgliedstaaten gefährden diese Errungenschaft, sind europarechtlich problematisch und beeinträchtigen die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger“, so Crumbach weiter. „Zusätzlich hemmen sie in erheblichem Maße die regionale und wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregionen. Deshalb ist es spätestens mit Anwendung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems im Juni 2026 an der Zeit, die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen spätestens im Sommer auslaufen zu lassen – zumal die Zahl der Asylanträge seit 2023 bereits stark rückläufig ist.“

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/grenzk-833-317.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-02-19 15:28:592026-03-09 13:34:59Europaminister fordert Aufhebung der Grenzkontrollen zum Sommer
START-Schülerstipendium (Foto: start-stiftung.de)start-stiftung.de

Neue Bewerbungsrunde für START-Stipendien

1. Februar 2026/0 Kommentare

Brandenburger Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbezug können sich bis zum 15. März 2026 für ein Stipendium der START-Stiftung ab dem Schuljahr 2026/27 bewerben. Das dreijährige Programm fördert einerseits Demokratie und Engagement, bietet andererseits Kurse und Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung und zur beruflichen Orientierung.

START-Stipendien einzigartige Möglichkeit

Bildungsminister Steffen Freiberg: „Die Förderung durch die START-Stiftung bietet Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit: Es ist die Chance, sich gesellschaftlich zu engagieren und zugleich sich persönlich weiterzuentwickeln und einen Weg in die berufliche Zukunft zu entdecken. Ich danke der START-Stiftung für diese Chance speziell für junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Brandenburg.“

Bewerben um ein Stipendium kann sich, wer:

  • zwischen 14 und 20 Jahre alt ist,
  • ab dem Schuljahr 2026/27 noch mindestens drei Jahre lang zur Schule geht und
  • selbst nach Deutschland zugewandert oder Kind eines zugewanderten Elternteils ist.
Hintergrund

Die START-Förderung begleitet Schülerinnen und Schüler mit Einwanderungsgeschichte dabei, den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten. Die Teilnehmenden erhalten finanzielle Unterstützung und werden von Landeskoordinationsstellen betreut. In Brandenburg sind damit die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie, Brandenburg (RAA Brandenburg) betraut. Bei der Auswahl unter den Bewerbenden zählen nicht die schulischen Leistungen, sondern die Persönlichkeit und der Veränderungswille.

Die START-Stiftung fördert deutschlandweit Jugendliche mit Migrationsbezug. Seit mehr als 20 Jahren leistet das Angebot damit einen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie. In Brandenburg ist START seit dem Jahr 2006 aktiv. Die START-Stiftung ist eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird die Förderung umgesetzt 

Weitere Informationen:
START-Landeskoordinatorin Andrea Rauch (RAA Potsdam): a.rauch@raa-brandenburg.de
Infoseite der RAA: START – die Chance für Jugendliche mit Migrationsbezug
Start-Stiftung: Infos zum START-Stipendium

https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/start-schuelerstipendium-2019-brandenburg-hertie-bewerbung.png 317 833 Melan https://www.buendnis-fuer-brandenburg.de/wp-content/uploads/logo_quer-1-Kopie.png Melan2026-02-01 13:55:112026-02-02 14:01:50Neue Bewerbungsrunde für START-Stipendien
Beratungsstelle – Symbolbild (Foto: Breather/unsplash.com)

Mehr Integrationshilfe durch Welcome-Center-Projekte

30. Januar 2026/0 Kommentare

Ab diesem Jahr werden landesweit 14 Welcome-Center-Projekte im Rahmen der ESF+ Richtlinie „Willkommen in Brandenburg“ gefördert. Sie sollen das Land Brandenburg darin unterstützen, die berufliche und gesellschaftliche Integration von Migrantinnen und Migranten voranzubringen.

Welcome-Center: Zentrale Anlaufstellen für alle Themen

Die kommunalen Welcome Center dienen als zentrale Anlaufstellen, die Einwandernde umfassend zu allen relevanten Themen informieren und beraten. Ob bei Fragen zur Anerkennung von Berufsabschlüssen, dem Zugang zu Sprachkursen, rechtlichen Fragen oder der Integration in den Arbeitsmarkt – die Welcome Center verweisen auf die spezialisierten Beratungsangebote vor Ort und bieten praxisorientierte Hilfe und individuelle Unterstützung.

„Die Erweiterung auf 14 Projekte beweist, wie wichtig der Landesregierung die erfolgreiche Integration von eingewanderten Männern und Frauen ist. So können wir noch mehr Personen mit Migrationsgeschichte erreichen und sie bei der nachhaltigen Integration unterstützen“, sagt Arbeitsminister Daniel Keller.

Brandenburg: 20 Prozent aller Beschäftigten ausländischer Herkunft

Schon heute sind in Brandenburg 123.170 Ausländerinnen und Ausländer beschäftigt (Stand: September 2025), was 12,7 Prozent der gesamten Beschäftigten in Brandenburg ausmacht. Die Anzahl der Beschäftigten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit nimmt rasant zu – allein in den letzten vier Jahren sind es circa 42.000 ausländische Beschäftigte mehr geworden, die den demografisch bedingten Rückgang der Zahl deutscher Erwerbstätiger kompensieren.

Auch immer mehr Geflüchtete sind auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich integriert. Mittlerweile sind 8.630 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit und 13.260 Menschen aus Asylherkunftsländern im Land Brandenburg beschäftigt, was beinahe 20 Prozent aller Beschäftigten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit ausmacht.

„Angesichts des demografischen Wandels kommt es darauf an, die wachsende Zahl ausländischer Beschäftigter in Brandenburg zu halten. Die Welcome Center leisten dabei einen wichtigen Beitrag, in dem sie mit Rat und Tat bei allen Fragen um Beschäftigung und darüber hinaus zur Verfügung stehen“, so Arbeitsminister Keller.

 

Weitere Informationen
Projekte im Rahmen der ESF+ Richtlinie „Willkommen in Brandenburg“

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Innenminister René Wilke (Foto: MIK)

Fast 1.100 freiwillige Ausreisen aus Brandenburg

28. Januar 2026/0 Kommentare

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen im Land Brandenburg ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Innenministerium heute in Potsdam mitteilte, wurden 2025 insgesamt 1.090 freiwillige Ausreisen gezählt – eine Steigerung um rund die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr (2024: 722). Von Januar bis Dezember 2025 wurden in Brandenburg insgesamt 1.275 Aufenthalte beendet: neben 1.090 freiwilligen Ausreisen auch durch 185 Abschiebungen und Dublin-Überstellungen (2024: 233). Das entspricht einer Steigerung der Gesamtzahlen im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel (2024: 955).

Freiwillige Ausreisen humaner

Die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg hat im vergangenen Jahr 6.089 geflüchtete Menschen als Zugänge gezählt, ein Viertel weniger als 2024 (8.122 Zugänge). Hauptherkunftsländer waren 2025 insbesondere die Ukraine, Afghanistan, Syrien, Russland und die Türkei.

Innenminister René Wilke: „Der Anstieg der freiwilligen Ausreisen zeigt, wie erfolgreich Brandenburg auf diesem Gebiet mittlerweile ist. Freiwillige Ausreisen sind zweifelsohne der humanere und kostengünstigere Weg, unberechtigte Aufenthalte in Brandenburg zu beenden. Mit dem Anstieg der Ausreisen entlasten wir auch die Kommunen. Die Landkreise und kreisfreien Städte werden in diesem Jahr nach Berechnung des Aufnahmesolls mit rund 7.000 Zugängen zu rechnen haben. Das insgesamt zum Vorjahr vergleichbare Niveau resultiert vor allem auf der hohen Zahl an Zugängen aus der Ukraine. Insbesondere im Winter flüchten viele Menschen aus der Ukraine vor dem barbarischen Kriegsterror Russlands.“

Neues Aufnahmesoll prognostiziert

In einem Rundschreiben sind die Landkreise und kreisfreien Städte heute darüber informiert worden, dass das Aufnahmesoll für das Jahr 2026 bei 7.081 Menschen liegt. Das Innenministerium überprüft dieses Aufnahmesoll regelhaft kalenderhalbjährlich und passt es gegebenenfalls an. Im vergangenen Jahr haben die Landkreise und kreisfreien Städte insgesamt 6.848 Geflüchtete aufgenommen. Der Unterschied der in einem Kalenderjahr aufgenommenen und in demselben Jahr auf die Kommunen verteilten Personen ergibt sich unter anderem aus der unterschiedlichen Verweildauer je nach Bleibeperspektive oder auch aufgrund von Direktzugängen in die Kommunen. Hauptherkunftsländer waren neben der Ukraine und Afghanistan auch Syrien sowie der Sudan.

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