Auftakt für Internationale Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) mit bundesweit bis zu 5.000 Veranstaltungen werden in diesem Jahr erstmals in Brandenburg eröffnet. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hält bei der Auftaktveranstaltung am Montag (16. März) eine Rede.

Am Nachmittag informiert er gemeinsam mit Dr. Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, und Prof. Dr. Matthias Quent, Rechtsextremismusforscher und diesjähriger Botschafter der bundesweiten Veranstaltungsreihe, in einem Pressegespräch über das Programm.

Motto: 100 % Menschenwürde

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in diesem Jahr unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. Eine Anmeldung bis Freitag, 13. März, 12.00 Uhr, unter presseamt@stk.brandenburg.de ist erforderlich.

Pressekonferenz

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit:   
14:00 Uhr

Ort: 
Staatskanzlei, Presseraum 150,
Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Livestream:
landesregierung-brandenburg.de/live

 

Auftaktveranstaltung

Termin: 
Montag, 16. März 2026

Uhrzeit: 
17:00 Uhr

Ort: 
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Haus 1,
Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam

Die Auftaktveranstaltung zur IWgR 2026 ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung gegen Rassismus, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Filmuniversität sowie der Staatskanzlei Brandenburg mit der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg.

 

Weitere Informationen
Webseite der Stiftung gegen Rassismus

Geschwister-Scholl-Grundschule Bad Belzig ist 5 000. Schule mit Courage

Das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat mit der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig sein 5 000. Mitglied aufgenommen. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke nahm an den Feierlichkeiten teil und überreichte der Schulgemeinschaft eine „Bank ohne Rassismus“ – eine Holzbank mit verkürzter Sitzfläche und der Prägung „Kein Platz für Rassismus“. Woidke gratulierte dem Netzwerk zu seiner erfolgreichen Arbeit und hob die Bedeutung der Schulen für die Demokratiebildung hervor. In Brandenburg gehören bereits 119 Schulen Mitglied zum Netzwerk.

Für ein friedliches Miteinander: Schule mit Courage

Woidke betonte: „Schulen sind zentrale Orte, an denen Kinder und Jugendliche lernen, für ein friedliches Miteinander einzustehen, Verantwortung zu übernehmen und sich klar gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit zu stellen. Wer Ausgrenzung entgegentritt und Vielfalt verteidigt, schützt die Grundlagen unserer Demokratie. Mein Dank gilt deshalb den Schülerinnen und Schülern, der gesamten Schulgemeinschaft und dem Netzwerk für ihr klares und entschlossenes Engagement.“

Bildungsminister Steffen Freiberg sagte anlässlich der Urkundenverleihung: „Die Geschwister-Scholl-Grundschule stellt ganz bewusst Werte wie Toleranz und ein friedliches Miteinander in den Mittelpunkt ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Das ist wichtig in einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Extremismus vor allem von rechts unsere Demokratie schwächen wollen. Wer queere Menschen oder People of Color angreift, der greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an. Unsere Antwort ist: Mitbestimmung, Solidarität und Vielfalt. Hier setzt das Netzwerk ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ an.“

Demokratiebildung früh beginnen

Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e. V., Trägerverein von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: „Demokratiebildung kann nicht früh genug anfangen. Niemand ist zu jung, um sich mit Themen wie Vielfalt, Respekt und Kinderrechten zu befassen und sich aktiv an der Gestaltung der Schulkultur zu beteiligen. Es ist wichtig, dass Demokratie bereits von der ersten Klasse an gelernt und gelebt wird. Deshalb freut es mich besonders, dass unsere 5000. Schule eine Grundschule ist.“

Carsten Völtzke, Geschäftsführer Struktur und Qualität: „Die Geschwister Scholl stehen für Courage. Dafür, nicht wegzusehen und gegen Unrecht aktiv zu werden. Jede Courage-Schule verpflichtet sich, bei Ausgrenzung und Benachteiligung hinzusehen und einzuschreiten. Die Grundschule ‚Geschwister Scholl‘ zeigt mit ihrem jährlichen Gedenken, dass sie diese Verantwortung übernimmt. Das ist es, was eine Courage-Schule ausmacht und eine gute Grundlage für das Engagement und ein respektvolles Miteinander der Schülerinnen und Schüler in der Zukunft bildet.“

Hintergrund

Am 25. August 1995 stellten Cem Özdemir von Aktion Courage e. V., Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, und der Rap-Musiker Smudo (Die fantastischen Vier) das Projekt „Schule ohne Rassismus“ erstmals vor. Entstanden als Reaktion auf rassistische Gewalt in den 1990er Jahren, ist es heute eine Bewegung mit rund drei Millionen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Seit 2000 erweiterte es seine Schwerpunktarbeit auf die Themen Demokratie, Gleichwertigkeit, Respekt und Zivilcourage. Jede Schule verpflichtet sich, Diskriminierung nicht hinzunehmen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Die Aktivitäten – von Theater, Ausstellungen bis Diskussionen – entstehen vor Ort durch das Engagement der Beteiligten. Die Nachhaltigkeit wird durch hunderte Mitarbeitende in 130 Koordinierungsstellen bundesweit unterstützt. Brandenburg beteiligt sich seit 1998. Die inzwischen sechs Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) unterstützen die Schulen vor Ort.

Integrationsbeauftragte erinnert an 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine

Anlässlich des vierten Jahrestages der umfassenden russischen Invasion und des Beginns des Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar hat Brandenburgs Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo zum gemeinsamen Gedenken und zu anhaltender Solidarität aufgerufen. Zugleich würdigte sie das Engagement ukrainischer migrantischer Organisationen in Brandenburg, die seit Beginn des Krieges wichtige Brücken zwischen der ukrainischen Community und der Aufnahmegesellschaft bilden.

Jahrestag: Gedenken und Aufruf zu Solidarität

Diana Gonzalez Olivo: „Der Jahrestag erinnert uns daran, dass Kriege auch mit schweren Folgen für all die Menschen einhergehen, die deshalb ihr Land verlassen und woanders Schutz suchen müssen. Die Hoffnung, in die Ukraine zurückzukehren und Angehörige wieder sehen zu können, schwindet von Tag zu Tag. Ein unvorstellbares Schicksal. Umso mehr würdigen wir an diesem Tag die Integrationsbemühungen ukrainischer Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, sowie das Engagement der zahlreichen ukrainischen Organisationen, die sich seit Beginn des Krieges hier im Land Brandenburg für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt starkmachen. Wir stehen weiterhin an der Seite der Menschen, die hier Schutz gesucht haben, und unterstützen sie auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.“

Dr. Volodymyr Kokhan von PUSH UA betont die Perspektive der ukrainischen Community: „Seit nunmehr zwölf Jahren kämpfen die Menschen in der Ukraine für Freiheit, Unabhängigkeit und ein demokratisches Europa. Trotz schwerer Angriffe auf die Energieinfrastruktur und eines besonders harten Winters halten viele Menschen an ihrem Alltag fest und setzen auf internationale Solidarität. Die Unterstützung aus Deutschland und insbesondere aus Brandenburg gibt vielen Hoffnung.“

Dan Grabov von Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstreicht die lokale Dimension: „Der Krieg darf nicht zur bloßen Nachricht werden. In Potsdam erleben wir täglich, dass die Folgen des Krieges Teil unseres Zusammenlebens sind. Die Unterstützung der Partnerstadt Iwano-Frankiwsk und das Engagement vieler Initiativen zeigen, wie gelebte Solidarität vor Ort aussehen kann. Die Opfer des Krieges sind unsere Nachbarn – sie brauchen weiterhin Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit.“

Gedenkveranstaltungen im Land Brandenburg

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Potsdam:

16:45 Uhr, Alter Markt
Solidaritätskundgebung mit der Ukraine

18:30 Uhr, Thalia-Programmkino, Rudolf-Breitscheid-Straße 50
Vorführung des Dokumentarfilms „2000 Meters to Andriivka“ von Mstyslav Chernov

Veranstaltungen am Dienstag, 24. Februar 2026, in Frankfurt (Oder):

17:00 Uhr, Start am Rathaus
„Licht in der Dunkelheit“ Kundgebung in Solidarität mit der Ukraine

Hintergrund

Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V. unterstützt Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind und in Potsdam oder Brandenburg leben, unabhängig von Sprache, Herkunft, Religion oder Nationalität. Der Schwerpunkt liegt auf Integrationsberatung, Bildungs- und Berufsorientierung, Sprach- und Lernangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien sowie auf Begegnung, gesellschaftlicher Teilhabe, politischer Bildung und humanitärer Hilfe vor Ort und für die Ukraine.

PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.
PUSH-UA bringt ukrainische Kultur, Information und zivilgesellschaftliches Engagement in Potsdam zusammen. Der Verein organisiert Demonstrationen, Ausstellungen, Filmabende, Leseclubs, Workshops, Theater- und Kinderveranstaltungen, fördert den Austausch zwischen ukrainischer Community und deutscher Öffentlichkeit und leistet zugleich Aufklärungsarbeit sowie humanitäre Unterstützung für die Ukraine. Regelmäßige Treffen, Informationsformate und eine ukrainischsprachige Bibliothek schaffen einen offenen Raum für Begegnung, Bildung und neue Initiativen.

Weitere Informationen
Ukraine-Hilfe Potsdam e.V.
PUSH-UA (Potsdam-Ukraine Soziokultureller Hub) e.V.

Europaminister fordert Aufhebung der Grenzkontrollen zum Sommer

Anlässlich des Fachgesprächs zur Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit im heutigen Ausschuss für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik stellt Europaminister Crumbach zur europäischen Grenzpolitik folgendes fest: „Die weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen, der Kampf gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein gemeinsames Vorgehen in Europa wichtig ist und insbesondere, dass es eines besseren Schutzes der EU-Außengrenzen bedarf.“

Offene Binnengrenzen sind herausragende Errungenschaft

„Offene Grenzen innerhalb der EU sind allerdings eine herausragende Errungenschaft des europäischen Einigungsprozesses. Die wiederholt verlängerten Binnengrenzkontrollen vieler Mitgliedstaaten gefährden diese Errungenschaft, sind europarechtlich problematisch und beeinträchtigen die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger“, so Crumbach weiter. „Zusätzlich hemmen sie in erheblichem Maße die regionale und wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregionen. Deshalb ist es spätestens mit Anwendung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems im Juni 2026 an der Zeit, die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen spätestens im Sommer auslaufen zu lassen – zumal die Zahl der Asylanträge seit 2023 bereits stark rückläufig ist.“

Neue Bewerbungsrunde für START-Stipendien

Brandenburger Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbezug können sich bis zum 15. März 2026 für ein Stipendium der START-Stiftung ab dem Schuljahr 2026/27 bewerben. Das dreijährige Programm fördert einerseits Demokratie und Engagement, bietet andererseits Kurse und Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung und zur beruflichen Orientierung.

START-Stipendien einzigartige Möglichkeit

Bildungsminister Steffen Freiberg: „Die Förderung durch die START-Stiftung bietet Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit: Es ist die Chance, sich gesellschaftlich zu engagieren und zugleich sich persönlich weiterzuentwickeln und einen Weg in die berufliche Zukunft zu entdecken. Ich danke der START-Stiftung für diese Chance speziell für junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Brandenburg.“

Bewerben um ein Stipendium kann sich, wer:

  • zwischen 14 und 20 Jahre alt ist,
  • ab dem Schuljahr 2026/27 noch mindestens drei Jahre lang zur Schule geht und
  • selbst nach Deutschland zugewandert oder Kind eines zugewanderten Elternteils ist.
Hintergrund

Die START-Förderung begleitet Schülerinnen und Schüler mit Einwanderungsgeschichte dabei, den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten. Die Teilnehmenden erhalten finanzielle Unterstützung und werden von Landeskoordinationsstellen betreut. In Brandenburg sind damit die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie, Brandenburg (RAA Brandenburg) betraut. Bei der Auswahl unter den Bewerbenden zählen nicht die schulischen Leistungen, sondern die Persönlichkeit und der Veränderungswille.

Die START-Stiftung fördert deutschlandweit Jugendliche mit Migrationsbezug. Seit mehr als 20 Jahren leistet das Angebot damit einen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie. In Brandenburg ist START seit dem Jahr 2006 aktiv. Die START-Stiftung ist eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird die Förderung umgesetzt 

Weitere Informationen:
START-Landeskoordinatorin Andrea Rauch (RAA Potsdam): a.rauch@raa-brandenburg.de
Infoseite der RAA: START – die Chance für Jugendliche mit Migrationsbezug
Start-Stiftung: Infos zum START-Stipendium

Mehr Integrationshilfe durch Welcome-Center-Projekte

Ab diesem Jahr werden landesweit 14 Welcome-Center-Projekte im Rahmen der ESF+ Richtlinie „Willkommen in Brandenburg“ gefördert. Sie sollen das Land Brandenburg darin unterstützen, die berufliche und gesellschaftliche Integration von Migrantinnen und Migranten voranzubringen.

Welcome-Center: Zentrale Anlaufstellen für alle Themen

Die kommunalen Welcome Center dienen als zentrale Anlaufstellen, die Einwandernde umfassend zu allen relevanten Themen informieren und beraten. Ob bei Fragen zur Anerkennung von Berufsabschlüssen, dem Zugang zu Sprachkursen, rechtlichen Fragen oder der Integration in den Arbeitsmarkt – die Welcome Center verweisen auf die spezialisierten Beratungsangebote vor Ort und bieten praxisorientierte Hilfe und individuelle Unterstützung.

„Die Erweiterung auf 14 Projekte beweist, wie wichtig der Landesregierung die erfolgreiche Integration von eingewanderten Männern und Frauen ist. So können wir noch mehr Personen mit Migrationsgeschichte erreichen und sie bei der nachhaltigen Integration unterstützen“, sagt Arbeitsminister Daniel Keller.

Brandenburg: 20 Prozent aller Beschäftigten ausländischer Herkunft

Schon heute sind in Brandenburg 123.170 Ausländerinnen und Ausländer beschäftigt (Stand: September 2025), was 12,7 Prozent der gesamten Beschäftigten in Brandenburg ausmacht. Die Anzahl der Beschäftigten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit nimmt rasant zu – allein in den letzten vier Jahren sind es circa 42.000 ausländische Beschäftigte mehr geworden, die den demografisch bedingten Rückgang der Zahl deutscher Erwerbstätiger kompensieren.

Auch immer mehr Geflüchtete sind auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich integriert. Mittlerweile sind 8.630 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit und 13.260 Menschen aus Asylherkunftsländern im Land Brandenburg beschäftigt, was beinahe 20 Prozent aller Beschäftigten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit ausmacht.

„Angesichts des demografischen Wandels kommt es darauf an, die wachsende Zahl ausländischer Beschäftigter in Brandenburg zu halten. Die Welcome Center leisten dabei einen wichtigen Beitrag, in dem sie mit Rat und Tat bei allen Fragen um Beschäftigung und darüber hinaus zur Verfügung stehen“, so Arbeitsminister Keller.

 

Weitere Informationen
Projekte im Rahmen der ESF+ Richtlinie „Willkommen in Brandenburg“

Fast 1.100 freiwillige Ausreisen aus Brandenburg

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen im Land Brandenburg ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Innenministerium heute in Potsdam mitteilte, wurden 2025 insgesamt 1.090 freiwillige Ausreisen gezählt – eine Steigerung um rund die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr (2024: 722). Von Januar bis Dezember 2025 wurden in Brandenburg insgesamt 1.275 Aufenthalte beendet: neben 1.090 freiwilligen Ausreisen auch durch 185 Abschiebungen und Dublin-Überstellungen (2024: 233). Das entspricht einer Steigerung der Gesamtzahlen im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel (2024: 955).

Freiwillige Ausreisen humaner

Die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg hat im vergangenen Jahr 6.089 geflüchtete Menschen als Zugänge gezählt, ein Viertel weniger als 2024 (8.122 Zugänge). Hauptherkunftsländer waren 2025 insbesondere die Ukraine, Afghanistan, Syrien, Russland und die Türkei.

Innenminister René Wilke: „Der Anstieg der freiwilligen Ausreisen zeigt, wie erfolgreich Brandenburg auf diesem Gebiet mittlerweile ist. Freiwillige Ausreisen sind zweifelsohne der humanere und kostengünstigere Weg, unberechtigte Aufenthalte in Brandenburg zu beenden. Mit dem Anstieg der Ausreisen entlasten wir auch die Kommunen. Die Landkreise und kreisfreien Städte werden in diesem Jahr nach Berechnung des Aufnahmesolls mit rund 7.000 Zugängen zu rechnen haben. Das insgesamt zum Vorjahr vergleichbare Niveau resultiert vor allem auf der hohen Zahl an Zugängen aus der Ukraine. Insbesondere im Winter flüchten viele Menschen aus der Ukraine vor dem barbarischen Kriegsterror Russlands.“

Neues Aufnahmesoll prognostiziert

In einem Rundschreiben sind die Landkreise und kreisfreien Städte heute darüber informiert worden, dass das Aufnahmesoll für das Jahr 2026 bei 7.081 Menschen liegt. Das Innenministerium überprüft dieses Aufnahmesoll regelhaft kalenderhalbjährlich und passt es gegebenenfalls an. Im vergangenen Jahr haben die Landkreise und kreisfreien Städte insgesamt 6.848 Geflüchtete aufgenommen. Der Unterschied der in einem Kalenderjahr aufgenommenen und in demselben Jahr auf die Kommunen verteilten Personen ergibt sich unter anderem aus der unterschiedlichen Verweildauer je nach Bleibeperspektive oder auch aufgrund von Direktzugängen in die Kommunen. Hauptherkunftsländer waren neben der Ukraine und Afghanistan auch Syrien sowie der Sudan.

Abschiebungen in den Iran für drei Monate ausgesetzt

Aufgrund der aktuell höchst beunruhigenden und von außen nur schwer einschätzbaren Lage in der Islamischen Republik Iran hat Innenminister René Wilke die Aussetzung von Abschiebungen Geflüchteter aus dem Land Brandenburg in den Iran für die Dauer von drei Monaten erklärt. Rechtsgrundlage ist § 60a Abs. 1 S. 1 Aufenthaltsgesetz. Ausgenommen von der Aussetzung von Abschiebungen sind Gefährder und Personen, die sich schwerer Straftaten schuldig gemacht haben.

Lebensbedrohliche Lage im Iran

Im Iran kommt es durch staatliche Angriffe auf Protestierende derzeit unter anderem zu schweren Verletzungen und Todesfällen sowie willkürlichen Verhaftungen. Auch das Internet steht nur zeitweise zur Verfügung. Die Lage gilt als hochvolatil und lebensbedrohlich für all jene, die dem dortigen Regime nicht vollumfänglich positiv gegenüberstehen.

Bundesweit sind Abschiebungen in den Iran – aufgrund der fehlenden Mitwirkung des Regimes – selten und kompliziert. Das gilt analog für Brandenburg.

Zeichen der Solidarität

Innenminister René Wilke: „Mit meiner heutigen Entscheidung möchte ich jedoch jedes Risiko ausschließen, Menschenleben in der aktuellen Lage unnötig zu gefährden und ein Zeichen der Solidarität setzen. Die Verletzung von Menschenrechten durch eine Regierung, so wie es derzeit im Iran geschieht, ist vollkommen inakzeptabel. Das Ringen um Freiheit und Selbstbestimmung darf nicht mit den Mitteln von Gewalt und Unterdrückung bekämpft werden.“

„Cottbus-Gipfel“ gegen Gewalt unter Schülern

Der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick hat sich am Freitag mit Brandenburgs Innenminister René Wilke und Bildungsminister Steffen Freiberg getroffen. Dabei ging es um die Situation im Stadtteil Sachsendorf und Gewaltvorfälle an Cottbuser Schulen. Erörtert wurden beispielsweise aufenthaltsrechtliche Maßnahmen bei Familien mit Migrationshintergrund, aber auch die Sicherheit auf Schulhöfen, Schulwegen und im Stadtteil Sachsendorf. Ziel ist ein „Cottbus-Gipfel“ im Frühsommer.

Kreisspezifische Wohnsitzauflage wird forciert

Innenminister René Wilke: „Die vergangenen Wochen waren für die Stadt und die Cottbusser Stadtgesellschaft sehr fordernd. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, den engagierten Kolleginnen und Kollegen der Stadt und den Häusern der Landesregierung haben wir alle Möglichkeiten zur Unterstützung ausgelotet. Entstanden ist ein umfangreiches Maßnahmepaket aus repressiven, präventiven und landesweit ordnenden Elementen, das bereits Wirkung entfaltet. Dieses Paket kann und wird als übertragbares Vorbild für vergleichbare Fälle in unserem Land dienen. Denn es geht hier um Cottbus. Aber es geht auch um das gesamte Land. Insbesondere Schulen müssen sichere Orte sein, die der guten Entwicklung und Reifung unserer Kinder dienen. Nicht nur, aber auch die Situation in Cottbus und anderen Städten hat mich dazu veranlasst, eine Maßnahme umzusetzen, die in der Migrations- und Integrationspolitik eine wichtige Kurskorrektur bedeutet. Ich habe mein Ministerium beauftragt, die kreisspezifische Wohnsitzauflage einzuführen und deren Umsetzung zu forcieren. Es ist nicht integrationsfördernd und auch in der Lastenverteilung nicht gerecht, wenn die Zuweisung in einen Kreis letztlich fakultativ ist. Mit dem neuen Landesaufnahmegesetz wurde die Zuweisung neu geregelt und auf Menschen mit Aufnahme fokussiert. Mit diesem Schritt jetzt sorgen wir dafür, dass mehr Verbindlichkeit entsteht und sich Integrationsstrukturen auch mittel- und längerfristig zugewiesenen Menschen widmen und deren Begleitung und Integration ermöglichen können. Konzentrationseffekte wie wir sie in Cottbus und anderen Städten erleben, mit negativer Wirkung auf Integration und einen funktionierenden Sozialraum, sind auch durch zu große Freizügigkeit und mangelnde Steuerung entstanden. Das gilt es, mit den vorhandenen Instrumenten und im Sinne aller, die hier sind und die zu uns kommen, zu korrigieren.“

Sicheres Lernumfeld ist oberstes Ziel

Bildungsminister Steffen Freiberg: „Der Stadtteil Cottbus-Sachsendorf sieht sich weiterhin mit Konflikten konfrontiert, die auch in die Schulen hineingetragen werden. Daraus entstehende Probleme, die nur von wenigen Personen verursacht werden, aber viele weitere betreffen, können nur gemeinsam gelöst werden. Gemeinsam mit dem Innenminister und dem Oberbürgermeister haben wir weitere Maßnahmen verabredet. Die schwierige Lage im Stadtteil hat sich über Jahre entwickelt. Eine dauerhafte Perspektive braucht daher kurz-, mittel- und langfristige Ansätze für die Sicherheit vor Ort und einen geordneten Schulbetrieb. Dazu gehören seitens der Schule z. B. temporäre Lerngruppen ebenso wie externe Unterstützungsmaßnahmen, um die Schulentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Sozialraum voranzubringen. Oberstes Ziel ist die Stärkung der Lehrkräfte und Schulen und ein sicheres Lernumfeld für die Schülerinnen und Schüler.“

Personelle Unterstützung und Start-Chancen-Programm

Oberbürgermeister Tobias Schick: „Die Eltern haben ihre Forderungen nach Sicherheit und gleichberechtigte Bildungschancen für ihre Kinder sehr deutlich formuliert. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, um die Probleme zu benennen, aber wir arbeiten auch an Lösungen. Ich bin froh, dass wir das nun im Schulterschluss mit den beiden Ministerien sowie dem Staatlichen Schulamt des Landes gemeinsam weiter umsetzen. Eines meiner Ziele bleibt es, wiederholt straffällig gewordene Kinder zunächst zeitweise an anderen Schulen außerhalb der Stadt Cottbus/Chóśebuz zu unterrichten. Gebraucht werden langfristig Möglichkeiten besonderer Beschulungsformen für verhaltensauffällige Kinder außerhalb von Regelschulen.“

Zudem wird konkret die Schulleitung der Regine-Hildebrandt-Grundschule personell unterstützt. Die Möglichkeiten aus dem Start-Chancen-Programm sollen umfangreich genutzt werden. Gesichert werden sollen Präventionsprojekte an Schulen und die Migrationssozialarbeit im Stadtgebiet. Hierbei wird das Jugendamt der Stadt eng mit dem Staatlichen Schulamt und der Schule zusammenarbeiten.

Gipfel soll längerfristige Migrationsthemen behandeln

Bei einem „Cottbus-Gipfel“ im Frühsommer sollen die langfristigen Aufgabenstellungen und weitere Lösungen sowie landesweit wirkenden Ansätze als mögliche Blaupause vertieft besprochen werden. Dort sollen auch weiterführende Herausforderungen rund um das Thema Migration diskutiert werden. OB Tobias Schick bekräftigte am Freitag seine Forderung, dass sich die Gesellschaft darüber verständigen müsse, wie sie mit immer jünger werdenden Straftätern umgehen will und welche Ressourcen für Betreuung, Unterkunft, Bildung und Erziehung notwendig sind.

Die Gewaltvorfälle an Schulen bewegen die Stadt Cottbus/Chóśebuz und auch das Land Brandenburg. Nachdem die Problemlage im Sommer 2025 öffentlich wurde, sind nach gemeinsamer Beratung bereits eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. So sind außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen, bspw. durch Einsetzung eines Sicherheitsdienstes, und die Prüfung verstärkter Videoüberwachung ergriffen worden. Seitens der Schule und des Schulamtes wurden die ordnungsrechtlichen Maßnahmen bis auf den Verweis von der Schule ausgeschöpft. Den betreffenden Eltern wurde mitgeteilt, dass weitere Regelverstöße den Verweis auf eine andere Schule nach sich ziehen und an ihre Pflicht zur Erziehung der Kinder erinnert.

Zudem bereitet die Schulleitung die Einrichtung temporärer Lerngruppen für besonders auffällige Schüler vor und wird Mittel aus dem Startchancenprogramm nutzen, um mit externer Unterstützung gemeinsam mit den Eltern die Situation in der Schule und im Umfeld zu verbessern. Das staatliche Schulamt und das MBJS begleiten die Schule eng und gewähren ihr jede mögliche Unterstützung. Dazu zählen auch zusätzliche finanzielle Mittel. Die Polizei hat mit einer Reihe repressiver und präventiver Maßnahmen wie Gefährderansprache, Schulhof- und Schulwegsicherung sowie der Bildung einer gesonderten Ermittlungsgruppe reagiert.

Wir sind uns einig: Bei den Themen Bildung sowie Ordnung und Sicherheit gibt es einen Schulterschluss zwischen der Stadt und den zuständigen Landesministerien.

Mehr als neun Millionen Euro zur Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte

Sieben Landkreise und kreisfreie Städte haben eine Förderung aus dem Europäischen Sozialfond Plus (ESF+) beantragt, sie erhalten nun die Zuwendungsbescheide von mehr als 9,5 Millionen Euro. Mit den Fördermitteln werden Verwaltungen und Initiativen vor Ort gestärkt, die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte voranzutreiben, Teilhabe zu verbessern und insbesondere den ländlichen Raum als Arbeitsort und Lebensmittelpunkt für Menschen mit Migrationsgeschichte attraktiver zu gestalten.

Verbundene Herausforderungen aktiv angehen

Innenminister René Wilke, der am 24. Dezember der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) ihren Zuwendungsbescheid persönlich überreichen wird, betonte: „Vielfalt ist eine Chance, denn Einförmigkeit verhindert Weiterentwicklung. Wenn wir dies nicht als Selbstläufer begreifen, sondern die damit verbundenen Herausforderungen aktiv angehen, können wir eine Gesellschaft gestalten, die zukunftsfähig ist. Mit der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds Plus setzen wir einen entscheidenden Impuls: Wir stärken die zentrale Rolle der Kommunen als tragende Säule einer erfolgreichen Integrationsarbeit und ermöglichen den Landkreisen und kreisfreien Städten passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln und nachhaltig zu verankern. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Brandenburg auch in Zukunft als attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort zu sichern. Mein Dank gilt insbesondere den teilnehmenden Landkreisen und kreisfreien Städten für ihre Anstrengungen, die Kofinanzierung zu erbringen. Aber auch allen beteiligten Partnern, die mit viel Kraft und Engagement dieses Projekt mit Leben erfüllen.“

Die beantragten Maßnahmen beginnen bereits im Jahr 2026 und können bis Ende 2028 umgesetzt werden. Aus dem ersten Fördermittelaufruf (Call) sind folgende Landkreise und kreisfreien Städte mit den benannten Fördersummen erfolgreich hervorgegangen:

Cottbus

1.730.937,00 €

Elbe-Elster

602.107,80 €

Frankfurt (Oder)

1.410.420,00 €

Oder-Spree

1.842.764,00 €

Ostprignitz-Ruppin

827.568,00 €

Potsdam

1.095.729,00 €

Potsdam-Mittelmark

2.036.652,00 €

Insgesamt handelt es sich somit um eine Gesamtsumme von 9.546.177,80 EUR aus dem ESF+. Die Kofinanzierung von 40 Prozent wird von den Landkreisen und kreisfreien Städten selbst aufgebracht.

Möglichkeit, Anträge zu stellen

Für den möglichen Förderzeitraum (2026-2028) steht landesweit eine Gesamtsumme aus dem ESF+ in Höhe von 27 Millionen Euro zur Verfügung. Damit handelt es sich bei dieser Richtlinie um eines der größten ESF+-Programme in Brandenburg in der aktuellen EU-Förderperiode 2021-2027. In der Zeit vom 12. Januar 2026 bis 20. Februar 2026 ist ein zweiter Call geplant. Alle bisher noch nicht beteiligten Landkreise und kreisfreien Städte haben dann die Gelegenheit, Anträge zu stellen und passgenaue Angebote zu konzipieren.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Sozioökonomische Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte“ (SIM) finden sich auf der Webseite der Investitionsbank des Landes Brandenburg.