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Integrationskurse (Foto: stokpic/pixabay.com)

BAMF legt Bericht zu Integrationskursen vor

Im Jahr 2017 wurden insgesamt über 376.000 Berechtigungen zum Integrationskurs erteilt. Davon sind ca. 154.000 Berechtigungen von den Ausländerbehörden ausgestellt worden, rund 98.000 von den Trägern der Grundsicherung und ca. 99.000 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (hierzu zählen vor allem Personen aus der Zielgruppe der Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, Geduldete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 60 a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 Auf-enthG).

Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Anzahl der von den Ausländerbehörden und vom Bundesamt ausgestellten Berechtigungen gesunken (-31 % bzw. -55 %). Die Träger der Grundsicherung haben dagegen deutlich mehr Berechtigungen als im Vorjahr ausgestellt (+26 %). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Verkürzung der Asylverfahren bei Neuzuwanderern zurückzuführen, sodass diese zeitnah von den Trägern der Grundsicherung zum Integrationskurs verpflichtet werden können.
Die Anzahl der neuen Kursteilnehmenden ist mit rd. 292.000 Personen aufgrund des abnehmenden Teilnehmendenpotenzials leicht um rd. 14 % gegenüber dem Jahr 2016 gesunken (2016: 339.500 Personen). Abgenommen haben dabei die Teilnehmendenzahlen vor allem bei den vom Bundesamt zugelassenen Personen (- 37%) sowie bei den von den Ausländerbehörden berechtigten Neuzugewanderten (- 23%), wohingegen die Teilnehmendenzahlen bei den von den Trägern der Grundsicherung berechtigten Neuzugewanderten deutlich zugenommen haben (+ 60%).

Nach wie vor hohe Kapazitäten im Integrationskurssystem

Mit rd. 18.900 begonnenen Kursen im Jahr 2017 wurden annähernd viele Kurse gestartet wie im Vorjahr. Zudem wurden im Jahr 2017 über 15.400 Kurse beendet (+ 54% gegenüber 2016). Mit 1.736 zugelassenen Kursträgern ist die Anzahl gegenüber 2016 gleich geblieben.

Bei den neuen Kursteilnehmern belegt Syrien weiterhin die Spitzenposition

Mit einem Anteil von 34,6 % an allen neuen Kursteilnehmenden liegt Syrien weiterhin mit deutlichem Abstand auf Platz 1 der häufigsten Staatsangehörigkeiten, wenngleich die Teilnehmendenzahlen aus Syrien abnehmen (2016: 46,9%). Auf Platz 2 (9,4 %) folgt die Gruppe der Iraker (2016 ebenfalls auf Platz 2). Afghanistan nimmt mit einem Anteil von 6,9 % den 3. Platz der häufigsten Staatsangehörigkeiten ein (2016 nicht unter den TOP 10).

Integrationskurse für EU-Bürger nach wie vor attraktiv

Die Zahl der neuen Kursteilnehmenden aus den EU-Mitgliedstaaten befindet sich mit rund 50.200 Personen auf einem weiterhin hohen Niveau – gegenüber 2016 allerdings leicht rückläufig (- 16 %).

Alphabetisierungskurse nehmen zu

Mit einem Anteil von 63,0 % bleibt der allgemeine Integrationskurs die am stärksten besuchte Kursart (2016: 73,5%). Auf Platz 2, mit einem Anteil von 26,3 %, folgt der Alphabetisierungskurs – gegenüber 2016 liegt eine Zunahme von über 8 Prozentpunkten vor.

Mehr Männer als Frauen in Integrationskursen

Der Anteil der Männer in Integrationskursen lag 2017 bei 56,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt eine Verringerung von rund 8 Prozentpunkten vor. Allerdings ist der noch immer leicht höhere männliche Anteil in Integrationskursen im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die größte Teilnehmendengruppe nach wie vor aus dem Bereich der humanitären Zuwanderung stammt und aus diesen Herkunftsländern ganz überwiegend Männer zuwandern.

Teilnehmer Sprachprüfung (DTZ)

2017 schlossen 48,7 % der Teilnehmenden (einschließlich Kurswiederholer) den Deutsch-Test für Zuwanderer mit dem B1 Niveau ab (2016: 58,5 %). Das A2 Niveau erreichten 2017 40,8 % der Teilnehmenden (einschließlich Kurswiederholende); im Vorjahr lag der entsprechende Anteil bei 33,5 %.

Quelle: BAMF

Integrationskurse (Foto: stokpic/pixabay.com)

Träger für Erstorientierungskurse gesucht

Das Förderprogramm „Erstorientierung und Wertevermittlung für Asylbewerber“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) soll deutschlandweit im Juli 2017 starten. In diesen Erstorientierungskursen erhalten Asylsuchende wesentliche Informationen über das Leben in Deutschland und erwerben gleichzeitig erste Deutschkenntnisse. Die Träger zur Umsetzung des Angebotes sollen die Länder auswählen. Für das Land Brandenburg hat das Arbeitsministerium heute ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Gesucht werden vier gemeinnützige oder kommunale Vereine bzw. Volkshochschulen, die die Kurse zur Erstorientierung in Brandenburg anbieten. Anträge können bis zum 24. März beim Arbeitsministerium eingereicht werden.

Die Erstorientierungskurse richteten sich in erster Linie an Asylsuchende mit unklarer Bleibeperspektive, die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen. Für diese Gruppe gibt es bislang noch kein bundesweit einheitliches Orientierungsangebot.

Erstorientierungskurse vermitteln Werte, Regeln, Sitten und Gebräuche

Jeder Kurs besteht aus sechs Modulen und maximal 300 Unterrichtsstunden. Sie vermitteln u. a. Wissen über Werte und Regeln des Zusammenlebens in Deutschland, geben Antworten zu den wichtigsten Fragen des Alltags sowie Informationen zu typischen deutschen Sitten und Gebräuchen.

Die Teilnehmerzahl je Kurs muss zwischen 12 und 20 betragen. Ein Drittel der Kurse soll speziell für Frauen angeboten werden.

Hinweis: Die Öffentliche Bekanntmachung zur Auswahl von Trägern für Kurse zur Erstorientierung und Wertevermittlung für Asylbewerber ist auf der Ministeriums-Internetseite www.masgf.brandenburg.de eingestellt.

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